Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

4. Dezember 2016
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361 – Der Absprung

Liebe Frauen,

um Beziehungen muss man kämpfen.

Bild: Luc Lafnet

Bild: Luc Lafnet

Oder?

Doch, das ist so. Man muss kämpfen. Weil man hat sich ja geliebt. Vielleicht liebt man sich noch. Obwohl man ständig nur streitet. Obwohl man sich gegenseitig auf den Sack geht. Obwohl man heimlich und unheimlich jede Gelegenheit nutzt, um die Zeit mit anderen zu verbringen. Obwohl man mit anderen vögelt. Obwohl die Beziehung eigentlich eigentlich eigentlich doch längst vorbei ist. Weil sie ist nicht vorbei. Neinneinnein. Sie ist erst vorbei, wenn man sagt, dass sie vorbei ist. Die Vergangenheit hat doch auch einen Wert. Die spielt doch auch eine Rolle. Und wenn die Vergangenheit heißt: Da ist ein Kind, na dann spielt sie erst so wirklich eine Rolle, hallo, ich meine, eben, ich sage es nochmal, es muss gekämpft werden, wer denkt, Beziehung ist ein Geschenk, das man sich wünscht, wenn man beim Weihnachtsmann am Schoß sitzt, und dann, ein paar Tage später, hockt sie in Form einer tinder-Bekanntschaft unterm Weihnachtsbaum, und ab da ist alles gut, bis ans Ende unserer Tage, der hat sich aber geschnitten. Tief. Das wissen wir doch. Und schaut euch doch nur um, wie viele Paare gehen auseinander? Ständig. Wer ist denn heutzutage noch bis ans Ende seiner Tage mit dem gleichen Menschen zusammen? Niemand. Kaum wer. Weil niemand mehr kämpft. Weil es niemandem mehr wichtig ist. Weil sich alle denken: An der nächsten Ecke steht der Nächste.

Also, kämpfen.

Mit Händen und Füßen. Weiterlesen →

27. November 2016
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360 – Der Trostpreis

Liebe Frauen,

seid Ihr Gewinner? Innen? Oder begnügt Ihr Euch mit einem Trostpreis?

Adam spricht es aus - Der TrostpreisIn unseren wilden Teenager-Tagträumen malen wir uns die Welt so aus, wie wir denken, dass sie uns gefallen könnte, wenn wir mal erwachsen sind, wenn wir im Leben stehen, wenn wir unser eigenes Leben leben. Wenn wir endlich tun und lassen können, was wir wollen, und uns niemand niemand niemand reinreden darf. Dann sind wir nämlich reich, weil wir genau den Beruf haben, den wir haben wollen, und das ist ein Beruf, den wir ganz besonders gut ausüben können. Rockstar. Nur so als Beispiel. Können wir gut. Meinetwegen auch youtube-Star. Für die Jüngeren unter uns, deren Teenager-Tagträumereien noch nicht ganz so lange zurückliegen. Und wir leben in der Stadt, in der wir endlich angekommen sein werden. New York. Auch nur so als Beispiel. Oder Berlin. Wenn wir zwischen den österreichischen Bergen hindurch in die weite Welt blicken, dann kann das schon Berlin sein, das uns so vorkommt, wie den Berlinern New York und den New Yorkern Shanghai. Und wir leben in einer Luxus-Wohnung mit Dachterrasse und einem Panorama-Aquarium, das sich von selber putzt, und die Feuerfische sind immer schön. So wie der Mensch, mit dem wir all das teilen. Der Mensch wird ein Modell sein, aber clever, eine Gehirnchirurgin, aber trotzdem nicht burnout-gefährdet, ein Top-Manager, aber trotzdem eine gute Seele. Brad Pitt und Angelina Jolie wären wieder frei. Und wir fläzen uns ins teure Sofa und lassen den Blick über diverse Skylines schweifen, da und dort in der Welt, und wir sagen: Ja, so ist es gut. Weiterlesen →

21. November 2016
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359 – Der Panda-Porno

Liebe Frauen,

Pandas sind ursüß.

Panda PornoUrsüß ist jung-österreichisch für ganz besonders süß.

Und das sind sie ja auch, ganz besonders süß, diese großen Augen … Ok, sind nur kleine Augen, aber diese großen Flecken rund um die gro…, rund um die kleinen Augen, und dieses puschellige Fell und überhaupt, die sitzen immer so urgemütlich rum und kauen urgemültlich an ihren Bambusblättern und tun urgemütlich sonst ganz genau gar nichts. Ach, irgendwie wie wir Menschen, wenn wir es uns winterlich-warm vor dem Fernseher gemütlich machen, die Liebste oder der Liebste gleich zur hand und das Leben ist schön.

Tja, aber wenn man fernsieht, kann man das zwar auch genießen, und wie ich vor Kurzem bereits festgestellt habe, ist das nicht pfui-macht-man-nicht, und trotzdem, es ist jetzt nicht unbedingt das Prickelndste, was man machen kann. Also ich zumindest ficke ich äußerst selten, während daneben Inspector Barnaby den alten englischen Damen auf die Zehen tritt. Weiterlesen →

14. November 2016
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358 – Das Alko-Poppen

Liebe Frauen,

manchmal ist Alkohol dann doch die Lösung.

Bild: Thomas Rowlandson

Bild: Thomas Rowlandson

Denn Alkohol löst. Die Hemmungen. Und Millionen von Teenagern hätten wohl weder ihren ersten Kuss, noch ihr erstes Mal, vielleicht aber nicht mal ihr erstes Händchenhalten jemals erlebt, hätten sie sich nicht vorher Mut angetrunken. Weil es einem wurscht ist, wenn man besoffen ist. Weil man sich gut fühlt, wenn man besoffen ist. Weil man nicht dran denkt, dass man am nächsten Tag so manches bereut, wenn man besoffen ist. Zum Beispiel, dass man besoffen war. Oder das, was man gemacht hat, weil man besoffen war. Allerdings sollte man weder den ersten Kuss bereuen, noch das erste Händchenhalten, und hoffentlich auch nicht den ersten Sex. Weiterlesen →

7. November 2016
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357 – Die Glotze

Liebe Frauen,

was ist der größte Feind einer Beziehung?

Bild: Crosley Broadcasting Corporation

Bild: Crosley Broadcasting Corporation

Der Fernseher.

Heißt es.

Denn das ist es doch, das Bild, das man sich dann macht, wenn man von einer Beziehung, meist einer langjährigen spricht, aus der die Luft raus ist, das Prickeln auch: Zwei Menschen sitzen auf dem Sofa und starren in die Glotze. Fad. Da passiert nichts mehr. Die langweilen sich. Die haben sich nichts mehr zu sagen. Die sind froh, wenn der Tag um ist. Die beschäftigen sich lieber mit dem fiktiven Schicksal irgendwelcher Bildschirmfiguren als mit dem eigenen. Oder dem des Partners oder der Partnerin. Die wollen doch eh nicht mehr. Längst nicht mehr. Die sind schon innerlich tot. Die sollten sich trennen. Und neue Wege gehen.

Und als single alleine vor der Glotze hängen. Weiterlesen →

30. Oktober 2016
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356 – Der andere George Clooney

Liebe Frauen,

wir Menschen sind kleinliches Getier. Und da wir die jeweils anderen auch so sehen, haben wir ein Problem.

Bild: Eadweard Muybridge

Bild: Eadweard Muybridge

Da geht ein Mann, ach, Hand in Hand mit einer Frau bei Sonnenschein und romantischem Herbstblätterfallen durch den Park und erfreut sich seines Lebens, als er an seiner Hand ein kurzes Zucken wahrnimmt. Irritiert blickt er hin und am Arm der Frau, dessen Hand gezuckt hat, entlang zu ihr, und bemerkt gerade noch, wie sie den Blick wieder abwendet vom Mann der George Clooney sein könnte. Graumeliertes, volles Haar, stattlich, wie man sagt, trotz Mantels klar erkennbar top in Form, der Mantel natürlich ein Designerstück, ein charmantes Lächeln auf den Lippen. Die Frau spürt natürlich, dass der Mann sie ansieht, blickt ihn kurz an, und lächelt. Und der Mann denkt: mitleidig. Denn in ihm sieht sie all das nicht. Denn er hat eine Glatze, seine Haare sind nicht graumeliert, sondern nichtsagend braun, die wenigen, die er halt noch hat, er trägt eine Nylonjacke, die nicht schön, sondern warm ist und günstig war, und ein Lächeln verkneift er sich, weil sie ihn schon seit Wochen damit nervt, er soll doch endlich zur Zahnreinigung gehen.

Wo liegt der Fehler? Weiterlesen →

24. Oktober 2016
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355 – Die Glatze

Liebe Frauen,

Männer haben Glatzen.

Bild: Hishikawa Moronobu

Bild: Hishikawa Moronobu

Die meisten.

Oder zumindest viele.

Irgendwann mal.

Also findet Euch damit ab.

Und nervt uns nicht länger mit Euren „Oh, was für ein wundervolles, volles Haar der doch hat“-Ausrufen, sobald einer vorbeitorkelt, der der Evolution hintererhinkt. Wer ist sexy? George Clooney. Und Brad Pitt. Uh, das schöne Haar. Grau, egal, nur muss es da sein.

Aber, aber, ruft Ihr jetzt, was ist mit Sir Sean, dem einzig wahren Bond? Weiterlesen →

17. Oktober 2016
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354 – Die bucklige Verwandtschaft

Liebe Frauen,

nur ganz selten sind wir alleine auf der Welt. Nur ganz selten ist der Mensch, den wir lieben, alleine auf der Welt. Nur ganz selten kriegen wir nur ihn.

Bild: Isaac Cruikshank

Bild: Isaac Cruikshank

Meistens aber gibt es Eltern und Geschwister, Tanten und Onkel und Cousins und Cousinen. Und Opas und Omas. Und dann noch ein paar, deren Status nicht so einfach zu definieren ist, die aber auch dazu gehören. Und da geht sie los, die große Angst vor dem Anhang, frei nach dem Motto, Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht. Lebenspartner kann man sich aussuchen, dessen Familie nicht. Ui, hui, was wird da wohl auf mich zukommen?

Glaubt mir, liebe Frauen, die Klischees der bösen Schwiegermutter kommen nicht von ungefähr. Nein, sie kommen von Euch. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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