Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

20. Oktober 2014
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250 – Die Zeit für die Lust

Liebe Frauen,

ach ja, ach ja, wer kennt es nicht, das hübsche alte Klischee, dass in einer langjährigen Beziehung irgendwann immer weniger im Bett abgeht?

Bild: Hishikawa Moronobu

Eben. Am Anfang, da ist man noch ständig überall übereinander hergefallen, hemmungslos, merhmals am Tag, und es war vollkommen egal, ob anderes darunter gelitten hat. Da hat man sich halt mal fickfrei genommen, man hat der besten Freundin den Mädelsabend abgesagt, man hat seine sozialen Kontakte auf null runtergefahren, weil es Besseres zu tun gab. Nämlich Sex.

Und man ist glücklich und zufrieden.

Bis man eines schönen blauen Tages aufwacht und mal nachrechnet und draufkommt, dass das letzte Mal Sex so lange zurückliegt, dass man bereits mehr als beide Hände braucht, um die Tage zu zählen. Oder dass man nicht einmal mehr in Tagen, sondern bereits in Wochen rechnet. Und man fragt sich: Warum? Es ist doch alles gut. Man liebt sich, man findet einander nach wie vor attraktiv und sexy und geil und alles. Und man will ja miteinander Sex haben, man will es ja, wirklich, ehrich, ja. Aber man tut es nicht. Weiterlesen →

13. Oktober 2014
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249 – Die Angst vor der Zukunft

Liebe Frauen,

früher war alles besser.

Echt jetzt? Den Satz habe ich gerade geschrieben?

Scheint so.

Dann muss ich zur Erklärung ausholen …

Früher hatte man Glück, wenn man nicht den Menschen heiraten musste, den einem die Eltern ausgesucht hatten, weil er der Sohn des Bauern aus dem Nachbardorf oder die Tochter des reichen Industriellen war, sondern wenn man sich tatsächlich mit jenem Menschen vor dem Traualtar wiedergefand, in dem man sich aber so richtig fett verknallt hat, irgendwann so mit 16. Und also wurde recht früh geheiratet, weil in die Kiste wollte man ja auch, aber das war nicht erlaubt ohne Ring am Finger, und Pille im Bauch gab es noch nicht. Und wenn man es vorher getan hat, war die Gefahr groß, dass die junge Braut nicht mehr alleine war vorm Traualter. Ein Grund mehr zu heiraten.

Schön.

Und dann? Weiterlesen →

6. Oktober 2014
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248 – Der lustige Spruch

Liebe Frauen,

folgenden Spruch habe ich heute im Internet gelesen: „Liebe Schwiegermama, Bitte spar Dir Deine Ratschläge zur Kindererziehung. Ich hab eins Deiner Kinder daheim … Und ganz ehrlich: Du hast versagt!“

Bild: Félicien Rops

Der Spruch wurde ins Netz gestellt von einem Radiosender – und ist also nichts anderes als Werbung – und wurde fleißig gepostet von einer Frau. Und fleißig geliked natürlich auch. Und fleißig mit Lach-smileys versehen. Und fleißig kommentiert: „So ist es“,“Gut so“, „Mehr muss man dazu wohl nicht sagen“.

Tutleid, aber doch, dazu muss man mehr sagen. Denn ich finde diesen Spruch und die Reaktionen darauf abgrundtief traurig.

Und die angesprochene Schwiegermutter ist mir dabei vollkommen wurscht, ich meine, ganz ehrlich, da wird doch nur ein uraltes Klischee hervorgekramt, um Menschen auf einer möglichst tiefen Ebene zu erwischen, um Werbung für einen Radiosender zu machen.

Nein, ich mache mir Gedanken über die Frau, die diesen Spruch von sich gibt. Denn: Diese Frau lebt also mit einem Mann zusammen, der auch noch Vater des gemeinsamen Kindes ist, bei dessen Erziehung versagt wurde. Warum? Oder: Woran ist das zu erkennen? Und was bedeutet das? Und warum, um himmelswillen, lebt diese Frau mit diesem Kerl zusammen? Weiterlesen →

29. September 2014
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247 – Das sich Bespüren

Liebe Frauen,

hiermit präsentiere ich den neuesten Trend aus dem Bereich des Austauschs von Zärtlichkeiten: Sich bespüren.

Bild: Raphaël Collin

Ihr fragt Euch jetzt: Aha, und was soll das sein?

Das will ich Euch erklären.

Also.

Küssen kennen wir. Küssen mögen wir. Küssen ist schön. Aber entweder es betrifft die Lippen der beiden Beteiligten, oder aber es ist naturgemäß einer aktiv und einer passiv dabei, einer küsst den anderen, wohin auch immer. Ich will nicht sagen, dass küssen schlecht ist, nein, im Gegenteil, aber es scheint mir doch noch mehr geben zu müssen.

Sich berühren. Ja, sagt Ihr jetzt, du meinst mit „sich bespüren“ doch nichts anderes als „sich berühren“. Und das kennen wir auch. Und wir mögen es auch. Und es ist auch schön. Und das bestreite ich nicht. Im Gegenteil. Denn das „sich Bespüren“ ist tatsächlich die logische Fortsetzung des „sich Berührens“, es ist die Weiterentwicklung, es ist das ultimative „sich Berühren“. Weiterlesen →

22. September 2014
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246 – Das Schenken

Liebe Frauen,

bekommt Ihr gerne Geschenke?

Bild: John William Godward

Was für eine Frage, natürlich bekommt Ihr gerne Geschenke, wer bekommt nicht gerne Geschenke, jeder bekommt gerne Geschenke, und vor allem Frauen bekommen gerne Geschenke, und zwar vor allem von ihren Männern. Nicht wahr?

Gut, lassen wir das Frauen-Klischee weg und auch die Pauschalisierung und sagen: Die meisten Menschen bekommen gerne Geschenke, und zwar meistens von ihren Partnern. Warum? Weil Geschenke etwas beweisen. Weil sie für etwas stehen. Weil sie zeigen: Ich denk an dich, ich schenk dir was, das bist du mir wert, ich freu mich, wenn ich dir eine Freude machen kann, ich will dir damit meine Liebe vergegenständlichen.

Und dann?

Dann kommt die Forderung.

Geht es Euch, liebe Frauen, nicht doch hin und wieder so, dass Ihr von Eurem Mann, oder von irgendeinem Mann ein Geschenk bekommt, Blumen oder Schmuck oder ein Buch oder was auch immer, und Ihr wisst es ganz genau: Der Schenker will etwas dafür? Und recht oft seid das Ihr. Oder Euer Körper. Oder Euer Vergeben. Oder Eure Zuneigung. Oder Euer Wohlwollen. Oder Euren Kuss. Oder nur die Dankbarkeit, denn wehe, man bedankt sich nicht höflich, dann ist der Schenker gleich mal zutiefst beleidigt. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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