Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

29. Juni 2015
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286 – Die Nippel

Liebe Frauen,

was ist der Unterschied zwischen einem weiblichen und einem männlichen Nippel?

Bild: Fritz Guerin

Jetzt kommt kein Witz, sondern eine Tatsache. Die allerdings vielleicht doch ein wenig ein Witz ist: Männliche Nippel darf man anschauen und herzeigen, weibliche nicht.

Natürlich ist es im aufgeklärten und liberalen Europa kein Problem, einen Strand zu finden, an dem frau oben ohne sein darf. Aber: Trotzdem muss sie einen Strand finden, an dem sie oben ohne sein darf, denn es gibt genügend, wo sie es nicht darf. Wo es als unangemessen angesehen wird. Da muss der Nippel bedeckt sein. Und ich muss gar nicht von facebook und Instagram und Konsorten anfangen: Auch da ist weiblicher Nippel ganz ganz ganz ganz schlimm und darf auf keinen Fall gezeigt werden. Und die Diskussion über den zu sehenden Nippel einer ihr Baby stillenden Frau ist auch so bald nicht abgeebt. Und eine Frau, die aufgrund einer Brustkrebserkrankung beide Brüste verloren hat, die darf sich oben ohne zeigen, weil … es ja keine Brust und vor allem keinen Nippel mehr gibt. Haben wir ein Problem? Weiterlesen →

22. Juni 2015
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285 – Der Pimmel im Wind

Liebe Frauen,

nackt sein in der freien Natur, was gibt es Schöneres?

Bild: Wilhelm von Pluschow

So ähnlich habe ich bereits letzte Woche begonnen. Und es hat sich nichts an der Aussage geändert. Wir Menschen haben einen gewissen Drang, oder zumindest viele von uns, nackt in der Natur zu sein. Deswegen werfen wir so gerne möglichst viele bis alle Kleider vom Leib, sobald wir die Gelegenheit dazu haben. Deswegen ist es für Frauen vollkommen ok, oben ohne am Strand zu liegen, auch wenn sie es absolut unmöglich fänden, würden sie ihre Brüste etwa auf dem Arbeitsplatz herzeigen müssen. Ich spreche natürlich von Frauen, die nicht berufsbedingt eben dieses tun. Und Männer strecken ihre Bierbäuche oder auch Fettwänste oder sonstiges nach vorne und stolzieren durch die Gegend, wie wenn es das Natürlichste der Welt wäre. Wie wenn sie sonst nicht in Anzug und Krawatte gezwängt rummarschieren würden. Weiterlesen →

15. Juni 2015
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284 – Der FKKler

Liebe Frauen,

es gibt wohl kaum etwas Angenehmeres, als nackig in der freien Natur zu sein.

Bild: RAAF

Natürlich nur, wenn sich das Wetter dementsprechend verhält.

Aber dann … frische Luft an der nackten Haut, eine leichte Brise ums Gehänge, ach, darauf hat so manche Körperstelle über ganze Jahreszeiten hinweg gewartet, und nun endlich ist es soweit, endlich, endlich.

Problem? Wo tun. Wer ist denn heute noch so einfach mal draußen in der Natur, wo man tun und hängen lassen kann, was man will. Ohne dass wer vorbeikommen kann. Ohne dass sich wer gestört fühlen kann. Ohne dass man sich von wem anderen gestört fühlt. Aber egal, dafür gibt es ja die ausgewiesenen Plätze, FKK, wir leben schließlich im weltoffenen und liberalen und freizügigen und so weiter Europa, da ist geregelt, wo man nackt sein darf und wo nicht. Also ab ab ab an den FKK-Strand, wo sie alle nackt rumrennen, Männlein und Weiblein, niemand stört es, niemand stört sich, wir sind alle Anhänger der Freikörperkultur, weg mit den Klamotten, wer braucht denn die? Weiterlesen →

8. Juni 2015
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283 – Die nackte Haut

Liebe Frauen,

die Sonne scheint, also zeigt sie her, Eure Haut.

Bild: John William Godward

Oder kriege ich jetzt gleich Schelte, weil es Euch doch gar nicht darum geht, Eure Haut herzuzeigen, wenn mit Herzeigen gemeint ist, dass Ihr das nur tut, damit wer anderer hinschaut, Männer, dass Männer Euch anschauen, dass Männer Eure Haut anschauen, Eure nackte Haut, Eure Rücken und Bäuche und Beine. Und gegenebenfalls Brüste. Weil Ihr Eure Haut nicht für wen anderen – und schon gar nicht für Männer – nackt macht, sondern nur für Euch. Weil es warm ist und weil Ihr Euch wohler fühlt, logischerweise, wenn da weniger Stoff an Euch rumhängt. Oder: Weil Ihr Euch wohler fühlen würdet, wären da nicht die gaffenden Männer, die sich nichts dabei denken, und schon gar nicht, dass Euch das nicht passen könnte, dass sie Euch angaffen, Eure nackte Haut, wie wenn Ihr es doch nur für sie tun würdet.

Also die Frage: Für wen tut Ihr es?

Oder die Frage: Ist schauen erlaubt? Weiterlesen →

1. Juni 2015
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282 – Der Schwabbelbauch

Liebe Frauen,

seit Ende März dieses Jahres hat die Menschheit einen neuen Schönheitsbegriff, und damit ein neues Schönheitsideal: dad bod.

Bild: Henri Gerbault

Noch nichts davon gehört? Also: Es geht darum, dass Frauen (ja, richtig, Ihr) Männer neuerdings sexy finden, wenn sie einen leichten Bauchansatz haben, statt muskelbepackt und gestählt und fit und schlank und hip. Also wenn Männer einen Körper (bod = body) haben, wie ihn Väter (dad) notgedrungen bekommen, wenn sie ganz einfach keine Zeit mehr fürs täglich Training aufbringen können, dann entsprechen sie dem, was gerade super angesagt ist. Man könnte auch sagen: Schwabbelbauch ist in. Das Schöne daran: Mann muss nicht Vater sein, um einen Dad Bod haben zu dürfen.

Und das noch Schönere daran: Je weniger man tut, um so zu sein, desto eher ist man so.

Und das Erstaunliche daran: Der Trend wurde erst vor ein paar Wochen erfunden, und schon entsprechen fast alle Männer der westlichen Welt genau dem, was jetzt toll sein soll. Weiterlesen →

26. Mai 2015
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281 – Das Gaffen

Liebe Frauen,

der Frühling ist da und damit auch der Zeit, der leichten Bekleidung.

Bild: Bundesarchiv

Ach, seht sie Euch an, die jungen Frauen, wie sie es genießen, dass die Sonne ihre Haut erwärmt, wie sie, mit der Sonne um die Wette freudenstrahlend das Leben leben, wie sie es gerade angenehm finden, wie sie sind. Da ist es doch klar, dass sie jene störenden Stofffetzen der letzten Wntertage endlich von sich reißen und so wenig wie möglich Texil tragen wollen, sie zeigen Arme und Beine und Bäuche und Rücken und auch ein wenig Brüste und wo wir grad dabei sind, wird auch der Popo so eng wie möglich bedeckt und also so gut wie möglich in Szene gesetzt. Seht es Euch an, ist es nicht schön?

Ach, Ihr wollt das nicht sehen?

Na gut, dann eben nicht. Weiterlesen →

18. Mai 2015
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280 – Das Online-Rollenspiel

Liebe Frauen,

seht Ihr den auch, diesen Troll da hinten, der mit der großen Streitaxt über seiner Schulter?

Bild: Wellcome Images

Folgen wir dem doch mal ein Stückchen durch den Wald. Hm, passiert nicht viel, trollt sich halt so über den Weg, die Sonne geht auf und wieder unter, ab und an erschlägt er einen Feldhasen und findet ein paar Goldmünzen, dann pflückt er Blumen und Kräuter, und watscheln tut er, das ist nicht mehr schön, der mit seinem knappen Lendenschürzchen über den ausladenden Hüften. Ah, jetzt aber, wir kommen zu einer Schenke, das ist doch endlich mal was. Und was? Der Troll geht rein und verkauft erstmal seine Blumen und Kräuter dem Wirten, dann kauft er sich ein Bierchen und setzt sich an einen Tisch. Essen bestellt er nicht, hat ja schon die Langohren unterwegs abgenagt.

Oha, eine Waldelfe spaziert rein, ja, die hat was, kann man nichts sagen, die hat Beine bis zum Hintern und Brüste, in deren Schatten man die Wüste Gobi durchqueren kann, ohne Sonnenbrand zu bekommen, selbst das blasse Blau ihrer Haut ist nicht ohne, und auch sie trägt nicht viel mehr als ein zerrissenes Stück Leder, das scheint hier Mode zu sein. Sie setzt sich elegant und augenaufschlagend zum Troll an den Tisch. Und dann müssen wir nicht lange warten, schon legen die beiden los. Weiterlesen →

11. Mai 2015
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279 – Das Rollenspiel

Liebe Frauen,

stellt Euch kurz folgende Szenarien vor:

Oh nein, das darf doch nicht wahr sein, die Waschmaschine hat ihren Geist aufgegeben und die ganze Waschküche steht unter Wasser, Schaumwolken wabern über den Boden, die Wäsche hängt wie ausgekotzt aus der Trommel. Und Oh Gott, warum ist denn die junge Frau nur ins Badezimmer gestapft, schaut Euch das an, das ist doch eine Sauerei, jetzt ist ihre Hose ganz nass, obwohl sie Stöckelschuhe trägt, die muss sie jetzt ausziehen, die Hose, und die Bluse auch, man weiß ja nie, aber gottseidank trägt sie heute die besonders schöne Unterwäsche in Rot und Schwarz, die mit den Strapsen, die. Hurra, es klingelt, das kann doch niemand anderer als der Handwerker sein. Ist er es? Ja, er ist es, er steht, weißes muscle-shirt, und in seinem Fall heißt das shirt nicht umsonst so, und blaue Arbeiterhose, lässig an den Türrahmen gelehnt da. „Ich habe gehört, bei Ihnen ist es feucht?“ „Ja, Sie müssen mir helfen, bitte kommen Sie.“ Und so treten beide in das zentimeterhoch stehende Wasser und sie hängt sich an seine Schulter, auf dass sie nicht in den Fluten zu versinken droht. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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