Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

24. November 2014
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255 – Die Strenge

Liebe Frauen,

kaum schreibe ich davon, dass es ein sinnloses Unterfangen vieler Frauen ist, sich den Mann so zu erziehen, wie sie ihn haben wollen, schreien manche auf, dass Erziehung doch auch was durchaus Gewolltes sein kann.

Bild: Luc Lafnet

Und sie meinen Sex.

Und sie schwingen die Peitschen und zitieren aus den 50 shades of grey und empören sich darüber, dass sich wer darüber empört, dass ein hierarchisches Gebahren lustvoll sein kann.

Also: Ich empöre mich nicht, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Und deswegen versuche ich mich nun ein wenig in der Auseinandersetzung mit der neunschwänzigen Katze und der dominierenden Ledertussi und dem unterwürfigen CEO des lokalen Großbetriebs. Denn das ist doch das Klischee, das wir alle in unseren Schädeln haben, nicht?, dass es die Manager dieser Welt sind, die den ganzen Tag mit Millionenbeträgen jonglieren und dabei Menschenleben in der Hand haben, die ohne mit der Wimper zu zucken zugunsten eines persönlichen Bonus mal eben schnell ein paar Hundert Menschen auf die Straße setzen, die ihre Sekretärin nach Brustumfang und den Chauffeur nach seiner Verschwiegenheit anstellen, dass es genau diese Männer sind, die sich vom verschwiegenen Chauffeur am Abend in die vernebelten Vororte der Kleinstadt fahren lassen, wo sie in einem von außen äußerst bieder anmutenden Reihenhaus auf allen vieren über den verfliesten Kellerboden robben, weil eine blondierte Weißrussin ohne Aufenthaltsgenehmigung aber mit rauchiger Stimme und Autorität im Handgelenk ihn dazu nötigen, nackt bis auf eine Ledermaske, den Hintern von roten Striemen übersät, um sich schließlich und endlich ans Andreaskreuz ketten zu lassen, wo es ihm kommt. Wofür er natürlich bestraft wird, harr harr. Weiterlesen →

17. November 2014
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254 – Der hingebogene Mann

Liebe Frauen,

das Schwerste für eine Frau ist es doch, einen Mann zu finden.

Hat man zumindest manchmal den Eindruck, wenn man die diversen Zeitschriftentitel anschaut.

Deswegen darf frau auch auf keinen Fall den einen und einzigen Fehler begehen, den es zu begehen gibt, nämlich auch noch zu erwarten, dass der Mann, den sie dann endlich am Ende ihrer Suche gefunden haben will, als perfekten Mann zu bezeichnen. Denn den gibt es nicht. Und wenn man sich liebt, nicht wahr?, da fallen die paar Kleinigkeiten nicht so ins Gewicht, damit kann man umgehen, ja, es sind doch diese Details, die man besonders liebt, weil sie den Mann einzigartig machen und …

Und das ist gequirlte Kacke. Denn das hat mit Liebe kaum etwas zu tun. Sondern mit Verliebtsein, mit jenem Gefühl am Anfang einer Beziehung, das die Menschen tatsächlich blind macht. Und dumm. Und das sie denken lässt: Jaja, das ist alles kein Problem. Und das sie denken lässt: Jaja, diese kleinen Makel, die werde ich ihm schon noch abgewöhnen, ausbügeln, wegerziehen, ich werde ihn zum perfekten Mann machen, kein Problem, da gibt es doch nicht viel zu tun. Weiterlesen →

10. November 2014
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253 – Die Mama im Bett

Liebe Frauen,

Männer sind die Söhne ihrer Mutter.

Bild: Thomas Rowlandson

Ja, auch ihrer Väter, klar, aber habt Ihr schonmal von einem Vatersöhnchen gehört? Eben.

Nun gibt es jene Männer, die es nie von zuhause, sprich Hotel Mama wegschaffen, die alte Junggesellen werden und ihre Mutti hegen und pflegen, so lange sie dasselbe mit ihnen macht, ihnen kocht und die Wäsche macht und den Po abwischt … Gut, das vielleicht nicht, aber auch nur vielleicht nicht, man weiß es schließlich nicht so genau. Zum Glück aber habt Ihr, liebe Frauen, mit denen nur dann zu tun, wenn Ihr deren Mütter seid. Aber dann fallt Ihr nicht mehr in mein Ressort. Als mögliche Sexual- und Lebenspartner aber tauchen sie nur sehr selten auf dem freien Markt auf, es sei denn, man zählt die altfaderische Konditorei, wo sich Frau Mama mit ihren Freundinnen zu Kaffee und Kuchen trifft, dazu, denn dorthin muss Sohnemann sie das eine oder andere Mal begleiten, wenn eine der Freundinnen auf dem Dachboden so eine alte und staubige, aber durchaus willige Jungfer gefunden hat, die noch vor Ablaufdatum unter die Haube gebracht werden muss. Aber zu denen zählt Ihr ja nicht, nicht wahr? Weiterlesen →

2. November 2014
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252 – Die Freiheit

Liebe Frauen,

es lebe die Freiheit.

Bild: Félicien Rops

Es lebe die Freiheit, die Freiheit aufzugeben.

Freiwillig.

Denn, ja, das ist es, was man tut, wenn man sich auf ein Beziehung einlässt.

Oh nein, schreit Ihr jetzt, das darf man so nicht sagen, man bleibt auch frei, wenn man in einer Beziehung ist, das ist ja das Schrecklichste überhaupt, wenn man sich selber aufgibt, das Gefühl hat, sich selber aufgeben zu müssen, nur weil man mit einem anderen Menschen zusammenlebt, weil man ihn liebt und …

Und da haben wir das Problem. Wir Menschen sind nunmal keine Quarks oder wie die Teilchen in der Quantenphysik heißen, die gleichzeitig hier und dort sein können, dieses und das Gegenteil davon und so weiter. Sind wir nicht. Wir müssen uns entscheiden. Entweder oder. Entweder in einer Beziehung oder nicht. Entweder frei oder nicht. Entweder autonom oder nicht. Entweder glücklich oder nicht.

Aha, aber stimmt die Gleichung, dass man nur glücklich sein kann, wenn man frei ist? Weiterlesen →

27. Oktober 2014
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251 – Das Verleumden

Liebe Frauen,

am Anfang einer Beziehung ist es doch so: Man ist dermaßen glücklich, dass man alle an seinem Glück teilheben lassen will.

Bild: John William Godward

Und das geht so: Man postet auf facebook, dass man in einer Beziehung ist, man smst der besten Freundin oder dem besten Freund, dass es wen Neuen gibt, man lässt in jeder x-beliebigen Unterhaltung „mein Freund“, „meine Freundin“ fallen und grinst sich einen weg.

Doch das hört auf.

Auf facebook rutscht die Meldung langsam aber sicher in der timeline nach unten, alle besten und nicht ganz besten Freunde wissen längst, dass es wen gibt, und sie kennen ihn oder sie und sie kennen ihre oder seine Macken auch. Und dann ist man unterwegs, redet mit einem Menschen, und was tut man? Eben, man dreht und wendet nicht die ganze Zeit das Thema so hin, dass man die Liebste oder den Liebsten unterbringt.

Und dann redet man … Na gut, ich rede mal von Mann … Dann redet Mann mit einer Frau und die Frau gefällt dem Mann und der Mann übersieht den Zeitpunkt, an dem es ein Leichtes gewesen wäre, einen Satz mit „meine Freundin“ zu beginnen oder „wir“ statt ich zu sagen oder „unsere Wohnung“, „unser letzter Urlaub“ und so weiter. Und das ist wohl der Zeitpunkt, an dem Ihr, liebe Frauen, anfangt, skeptisch zu werden. Und misstrauisch. Und die Fäuste werden auch schon geballt. Ein wenig halt. Die Frage ist: Gibt es Grund dazu? Weiterlesen →

20. Oktober 2014
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250 – Die Zeit für die Lust

Liebe Frauen,

ach ja, ach ja, wer kennt es nicht, das hübsche alte Klischee, dass in einer langjährigen Beziehung irgendwann immer weniger im Bett abgeht?

Bild: Hishikawa Moronobu

Eben. Am Anfang, da ist man noch ständig überall übereinander hergefallen, hemmungslos, merhmals am Tag, und es war vollkommen egal, ob anderes darunter gelitten hat. Da hat man sich halt mal fickfrei genommen, man hat der besten Freundin den Mädelsabend abgesagt, man hat seine sozialen Kontakte auf null runtergefahren, weil es Besseres zu tun gab. Nämlich Sex.

Und man ist glücklich und zufrieden.

Bis man eines schönen blauen Tages aufwacht und mal nachrechnet und draufkommt, dass das letzte Mal Sex so lange zurückliegt, dass man bereits mehr als beide Hände braucht, um die Tage zu zählen. Oder dass man nicht einmal mehr in Tagen, sondern bereits in Wochen rechnet. Und man fragt sich: Warum? Es ist doch alles gut. Man liebt sich, man findet einander nach wie vor attraktiv und sexy und geil und alles. Und man will ja miteinander Sex haben, man will es ja, wirklich, ehrich, ja. Aber man tut es nicht. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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