Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

27. Oktober 2014
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251 – Das Verleumden

Liebe Frauen,

am Anfang einer Beziehung ist es doch so: Man ist dermaßen glücklich, dass man alle an seinem Glück teilheben lassen will.

Bild: John William Godward

Und das geht so: Man postet auf facebook, dass man in einer Beziehung ist, man smst der besten Freundin oder dem besten Freund, dass es wen Neuen gibt, man lässt in jeder x-beliebigen Unterhaltung „mein Freund“, „meine Freundin“ fallen und grinst sich einen weg.

Doch das hört auf.

Auf facebook rutscht die Meldung langsam aber sicher in der timeline nach unten, alle besten und nicht ganz besten Freunde wissen längst, dass es wen gibt, und sie kennen ihn oder sie und sie kennen ihre oder seine Macken auch. Und dann ist man unterwegs, redet mit einem Menschen, und was tut man? Eben, man dreht und wendet nicht die ganze Zeit das Thema so hin, dass man die Liebste oder den Liebsten unterbringt.

Und dann redet man … Na gut, ich rede mal von Mann … Dann redet Mann mit einer Frau und die Frau gefällt dem Mann und der Mann übersieht den Zeitpunkt, an dem es ein Leichtes gewesen wäre, einen Satz mit „meine Freundin“ zu beginnen oder „wir“ statt ich zu sagen oder „unsere Wohnung“, „unser letzter Urlaub“ und so weiter. Und das ist wohl der Zeitpunkt, an dem Ihr, liebe Frauen, anfangt, skeptisch zu werden. Und misstrauisch. Und die Fäuste werden auch schon geballt. Ein wenig halt. Die Frage ist: Gibt es Grund dazu? Weiterlesen →

20. Oktober 2014
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250 – Die Zeit für die Lust

Liebe Frauen,

ach ja, ach ja, wer kennt es nicht, das hübsche alte Klischee, dass in einer langjährigen Beziehung irgendwann immer weniger im Bett abgeht?

Bild: Hishikawa Moronobu

Eben. Am Anfang, da ist man noch ständig überall übereinander hergefallen, hemmungslos, merhmals am Tag, und es war vollkommen egal, ob anderes darunter gelitten hat. Da hat man sich halt mal fickfrei genommen, man hat der besten Freundin den Mädelsabend abgesagt, man hat seine sozialen Kontakte auf null runtergefahren, weil es Besseres zu tun gab. Nämlich Sex.

Und man ist glücklich und zufrieden.

Bis man eines schönen blauen Tages aufwacht und mal nachrechnet und draufkommt, dass das letzte Mal Sex so lange zurückliegt, dass man bereits mehr als beide Hände braucht, um die Tage zu zählen. Oder dass man nicht einmal mehr in Tagen, sondern bereits in Wochen rechnet. Und man fragt sich: Warum? Es ist doch alles gut. Man liebt sich, man findet einander nach wie vor attraktiv und sexy und geil und alles. Und man will ja miteinander Sex haben, man will es ja, wirklich, ehrich, ja. Aber man tut es nicht. Weiterlesen →

13. Oktober 2014
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249 – Die Angst vor der Zukunft

Liebe Frauen,

früher war alles besser.

Echt jetzt? Den Satz habe ich gerade geschrieben?

Scheint so.

Dann muss ich zur Erklärung ausholen …

Früher hatte man Glück, wenn man nicht den Menschen heiraten musste, den einem die Eltern ausgesucht hatten, weil er der Sohn des Bauern aus dem Nachbardorf oder die Tochter des reichen Industriellen war, sondern wenn man sich tatsächlich mit jenem Menschen vor dem Traualtar wiedergefand, in dem man sich aber so richtig fett verknallt hat, irgendwann so mit 16. Und also wurde recht früh geheiratet, weil in die Kiste wollte man ja auch, aber das war nicht erlaubt ohne Ring am Finger, und Pille im Bauch gab es noch nicht. Und wenn man es vorher getan hat, war die Gefahr groß, dass die junge Braut nicht mehr alleine war vorm Traualter. Ein Grund mehr zu heiraten.

Schön.

Und dann? Weiterlesen →

6. Oktober 2014
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248 – Der lustige Spruch

Liebe Frauen,

folgenden Spruch habe ich heute im Internet gelesen: „Liebe Schwiegermama, Bitte spar Dir Deine Ratschläge zur Kindererziehung. Ich hab eins Deiner Kinder daheim … Und ganz ehrlich: Du hast versagt!“

Bild: Félicien Rops

Der Spruch wurde ins Netz gestellt von einem Radiosender – und ist also nichts anderes als Werbung – und wurde fleißig gepostet von einer Frau. Und fleißig geliked natürlich auch. Und fleißig mit Lach-smileys versehen. Und fleißig kommentiert: „So ist es“,“Gut so“, „Mehr muss man dazu wohl nicht sagen“.

Tutleid, aber doch, dazu muss man mehr sagen. Denn ich finde diesen Spruch und die Reaktionen darauf abgrundtief traurig.

Und die angesprochene Schwiegermutter ist mir dabei vollkommen wurscht, ich meine, ganz ehrlich, da wird doch nur ein uraltes Klischee hervorgekramt, um Menschen auf einer möglichst tiefen Ebene zu erwischen, um Werbung für einen Radiosender zu machen.

Nein, ich mache mir Gedanken über die Frau, die diesen Spruch von sich gibt. Denn: Diese Frau lebt also mit einem Mann zusammen, der auch noch Vater des gemeinsamen Kindes ist, bei dessen Erziehung versagt wurde. Warum? Oder: Woran ist das zu erkennen? Und was bedeutet das? Und warum, um himmelswillen, lebt diese Frau mit diesem Kerl zusammen? Weiterlesen →

29. September 2014
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247 – Das sich Bespüren

Liebe Frauen,

hiermit präsentiere ich den neuesten Trend aus dem Bereich des Austauschs von Zärtlichkeiten: Sich bespüren.

Bild: Raphaël Collin

Ihr fragt Euch jetzt: Aha, und was soll das sein?

Das will ich Euch erklären.

Also.

Küssen kennen wir. Küssen mögen wir. Küssen ist schön. Aber entweder es betrifft die Lippen der beiden Beteiligten, oder aber es ist naturgemäß einer aktiv und einer passiv dabei, einer küsst den anderen, wohin auch immer. Ich will nicht sagen, dass küssen schlecht ist, nein, im Gegenteil, aber es scheint mir doch noch mehr geben zu müssen.

Sich berühren. Ja, sagt Ihr jetzt, du meinst mit „sich bespüren“ doch nichts anderes als „sich berühren“. Und das kennen wir auch. Und wir mögen es auch. Und es ist auch schön. Und das bestreite ich nicht. Im Gegenteil. Denn das „sich Bespüren“ ist tatsächlich die logische Fortsetzung des „sich Berührens“, es ist die Weiterentwicklung, es ist das ultimative „sich Berühren“. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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