Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

19. Februar 2017
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372 – Die Müdigkeit

Liebe Frauen,

Migräne ist out, Müdigkeit ist in.

Bild: Xuancunghoa

Bild: Xuancunghoa

Denn Müdigkeit ist etwas, das dürfen auch die Männer haben. Denn es ist Ausdruck eines arbeitsreichen Tages, die hat man sich also wohlverdient.

Mann und Frau arbeiten. Das dürfen beide, das tun beide, das ist gut so, wir leben nicht mehr in den 50ern, als Frau noch Hausfrau und Mutter zu sein hatte. Okay, nein, jetzt habe ich einen Fehler gemacht. Auch Hausfrau und Mutter ist Arbeit. Und alle Hausfrauen und Mütter wissen, wie viel Arbeit es ist. Gilt übrigens auch für Hausmann und Vater. Was ich gemeint habe: Menschen arbeiten und dürfen nach getaner Arbeit rechtschaffen müde sein, egal ob sich diese Arbeit zuhause abspielt oder in einem Büro oder in der Kanzel eines Krans. Und auch egal, ob diese Arbeit Spaß macht oder nur Maloche ist. Weiterlesen →

12. Februar 2017
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371 – Die Scham

Liebe Frauen,

schämt Euch.

Bild: Studio J. Mandel

Bild: Studio J. Mandel

Wofür?

Dafür, dass Ihr Frauen seid.

Wie bitte? Geht’s noch? Jetzt haben sie dir aber vollkommen ins Hirn geschissen, oder welcher Goldfisch ist grad aus deinem Aquarium gehüpft?

Sorry, liebe Frauen, habe nicht ich erfunden, gibt es schon seit Langem, ist so ein Ding diverser Religionen, vor allem der christlichen, weil es ja Eva war, die die Erbsünde begangen hat. Adam konnte da gar nichts für. Ich kann da gar nichts für. Also, schämt Euch auch noch, mich da zu bezichtigen, Unfrieden säen zu wollen oder so.

Scham ist ein sehr tiefgehendes Gefühl. Und deshalb bedeutet es Macht für diejenigen, die anderen vorgeben können, auf welche Art und Weise auch immer, dass sie sich zu schämen haben. Kinder, die etwas Falsches getan haben, können mit Strafen umgehen, wenn sie deren Sinn und Zweck erkennen, und vor allem die Chance, daraus zu lernen. Scham aber trifft ins Mark. Einem Kind zu sagen, es soll sich schämen, bringt es in einen inneren Konflikt mit sich selber, mit dem, was es ist. Ob es gut genug ist für diese Welt. Weiterlesen →

5. Februar 2017
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370 – Der Bierbauch

Liebe Frauen,

warum stehen Männer auf große Brüste?

Weil sie dicke Bäuche haben.

Und warum stehen sie auf schlanke Frauen?

Weil sich dicke Bäuche haben.

Und warum haben sie dicke Bäuche?

Weil sie dicke Bäuche haben.

Na schön, Erklärung. Männer haben dicke Bäuche, weil sie faule Säcke sind und Six-Packs sehr viel Zeit und Aufwand in Anspruch nehmen. Und auf der anderen Seite Bier und Schnitzel und überhaupt Essen und Rumsitzen das ist, was Spaß macht. Sofafußballer. Bildschirmhelden. Nabelfusselsammler.

Was soll ich sagen? Die meisten Männer, die nichts dagegen tun, kriegen im Lauf der Jahre einen Bauch, der sich so nennen darf. Bei manchen ist es in Ordnung, von einem Bauchansatz zu sprechen, bei anderen ist derselbe derart voluminös, dass sie ständig auf der Hut vor mit Harpunen bewehrten Männer namens Ahab sein müssen. Aber der Bauch kommt. Ist so. Und alle Bauchträger schauen neidvoll auf die paar Ausnahmen, die auch über 60 noch athletisch schlank rumlaufen und graubehaart Männermodell werden, um sich ihre karge Pension aufzufetten. Statt sich. Weiterlesen →

29. Januar 2017
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369 – Das nützlich sein Wollen

Liebe Frauen,

ja, viele Männer lassen sich gerne bemuttern. Ich habe darüber geschrieben. Aber viele wollen unbedingt zeigen, dass sie eigenständig denkende und handelnde Menschen sind.

Bild: Félicien Rops

Bild: Félicien Rops

Wem?

Ihren Müttern.

Auch denen im übertragenen Sinn.

Also: Euch.

Und deshalb stehen Männer sonntags am Herd und veranstalten die große Kochshow mit den ausgefallensten Rezepten und sechzehn Töpfe sind gleichzeitig im Einsatz und sie haben sich auch extra im Internet so eines dieser gang ganz tollen Sous-Vide-Geräte gekauft, um einen ganzen Monatslohn, weil nur dann wird das Fleisch so richtig zart. Und dann wird aufgetischt und alle schmelzen dahin, wenn ihnen die Seezunge auf der Zunge dahinschmilzt, es ist ein ah-en und oh-en und mmh-en, da ist ein Besuch beim Swingerclub des Vertrauens mit Orgasmus-Garantie ein Pups im Wald dagegen. Weiterlesen →

22. Januar 2017
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368 – Das Abhaken

Liebe Frauen,

ich liebe Listen. Weil man so schön all das Abhaken kann, was man erledigt hat.

Bild: Fortepan

Bild: Fortepan

Doch, das alleine ist oft Motivation für mich, gewisse Dinge zu tun, die ich nun wirklich nicht besonders gerne tu. Abhaken. Super. Oder auch streichen. Hervorragend. Zack, weg isses. Ein Punkt weniger auf der Liste. Ein Punkt weniger, der schon viele zu lange auf der Liste stand, und der mich jedes Mal angenervt hat durch seine Präsenz auf dieser Liste. Aber ha, jetzt wird er abgehakt und gestrichen und weg damit.

Und dann kann ich irgendwann eine neue Liste anfangen, auf der manche Punkte nicht einmal mehr durchgestrichen aufscheinen.

Das Leben ist schön und es geht immer weiter.

Weswegen es ja auch durchaus opportun ist … Weswegen es sich ja durchaus anbietet, nicht nur für die Kleinigkeiten im Leben Listen anzufertigen. Es gibt nunmal Dinge, die brauchen etwas länger. Und manche kann man auch nicht gleich erledigen. Aber man weiß, sie gehören erledigt. Irgendwann. Oder man will sie erledigen. Irgendwann. Bevor man sich ins Grab legt und sich denkt: Warum bist du einfach nie mit dem Fallschirm gesprungen? Weil ich es nicht mehr auf meiner Liste hatte. Weil ich keine Liste hatte. Mist. Zu spät. Buddelt mich aus und schmeißt mich aus einem Flugzeug, bitte, muss noch sein. Weiterlesen →

15. Januar 2017
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367 – Das Bemuttern

Liebe Frauen,

kocht Ihr für Euren Mann?

Bild: Martin van Maele

Bild: Martin van Maele

Und schmeißt Ihr seine Wäsche in die Wäsche und hängt sie nach dem Waschen auch brav auf?

Kocht Ihr ihm Tee, wenn er kränkelt, und bedauert Ihr ihn fest, wenn es ihm in der Arbeit schlecht geht. Sagt Ihr ihm, welche Farbe ihm steht und dass er sich mal wieder die Fingernägel schneiden soll. Und zum Frisör muss er und zum Zahnarzt und er soll sich besser ernähren, gesünder, genau, Sport treiben, geh doch mal joggen oder kickboxen oder so. Und warum setzt du nicht die Brille auf beim Autofahren? Und stütz die Ellenbogen nicht auf den Esstisch ab und zieh dir warme Hausschlapfen an und ich muss mal wieder deine Hose flicken, die ist ganz durchgescheuert im Schritt, was machst du denn da nur?

Und ich glaube, du brauchst auch mal wieder Sex, oder? Ja, dochdoch, ich hol dir schnell noch einen runter, bevor du runter gehst, zum Spielen mit deinen Kameraden, ja?

Und ab da wird es irgendwie komisch. Weiterlesen →

8. Januar 2017
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366 – Die Erwartungen

Liebe Frauen,

die meisten von uns kennen sie, die Paare, die schon seit immer zusammen sind, die sich als Kinder kennengelernt haben, als Teenager den ersten Kuss ausgetauscht haben, das erste Mal, und jetzt feiern sie goldene Hochzeit.

Bild: Édouard-Henri Avril

Bild: Édouard-Henri Avril

Und möglicherweise werden wir schnell mal irgendwelche seltsamen Vorstellungen davon haben, etwa: Ein ganzes Leben lang den gleichen Menschen sehen, das ist doch nur fad. Oder: Die hatten mit sonst niemandem Sex. Oder auch: Ja klar, dass die noch zusammen sind, haben sich ja nie die Möglichkeit gegeben, zu schauen, ob es vielleicht wen Besseren gibt. Oder schließlich: Na, wenn es sie glücklich macht, aber für mich wär das nichts.

Tatsächlich glaube ich, dass die meisten dieser Sätze banalerweise nur aus Neid sprechen. Weiterlesen →

1. Januar 2017
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365 – Die längste Praline der Welt

Liebe Frauen,

tja, eigentlich müsste ich nicht mehr schreiben. Titel reicht. Die längste Praline der Welt. Und allein, weil ich es schreibe, wisst Ihr, was ich meine.

Bild: Franz von Bayros

Bild: Franz von Bayros

Na gut, für die, dich mich noch nicht so gut kennen: Den Penis.

Ist Euch schonmal aufgefallen, dass in der Werbung für jenes Produkt, das als „die längste Praline der Welt“ beschrieben wird, immer nur Männer den Frauen eben jene angeblich längste Praline der Welt anbieten? Und nun frage ich: Zufall?

Oder meine eingeschränkte Sichtweise?

Oder habe ich einfach nur ein Problem, weil ich an Schwänze denke?

Als Werbespruch funktioniert das ja mit der längsten Praline der Welt, schließlich ist er schon seit Jahrzehnten unverändert im Einsatz. Und trotzdem: Hat schon irgendwann irgendwem mit diesem Spruch einen damit gemeinten Schokoriegel angeboten? Hat es der Spruch in den Alltag geschafft? Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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