Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

21. Mai 2017
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385 – Der Sexroboter

Liebe Frauen,

Stay on the scene, like a sex machine.

Bild: DJ Shin

Bild: DJ Shin

Wer hat’s erfunden? Richtig, James Brown. Und der fand das wohl ziemlich geil, eine Sexmaschine zu sein. Klar, Männertraum, immer bereit, immer standhaft, immer der Mann, der man sein möchte.

Und die Männer grölen mit. Stay on the scene, like a sex machine. Und sie verdrehen die Augen und schürzen die Lippen und wackeln mit den Ärschen und sind doch nie auch nur ansatzweise so sexy wie sich James Brown vorgekommen ist.

Interessanterweise lassen sich aber recht wenige Männer Teile in ihre Penisse einbauen, dass sie tatsächlich immer bereit und standhaft und der Mann sind, der sie sein möchten. Halt nur, wenn sonst wirklich gar nichts mehr geht. Aber von wegen Körperoptimierung und wir werden alle Cyborgs? Interessanterweise dann doch nicht. Stattdessen wird aber kräftig an den Sexrobotern gebastelt. Und das sind (nach meinen Recherchen mit einer einzigen Ausnahme, welche sich aber derzeit lediglich in der Planungsphase befindet) weibliche Körper, die den Männern zur Verfügung stehen sollen. Plastikmuschis mit Körper dran. Oh, klar, natürlich heißt es, dass die dann auch mit künstlicher Intelligenz ausgestattet werden und interaktiv sind und zu einem richtigen Gesprächspartner werden können. Genau. Weiterlesen →

14. Mai 2017
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384 – Das schlechte Gewissen

Liebe Frauen,

wir Männer sind schlechte Menschen. Das wissen wir. Darunter leiden wir. Weil Ihr es uns ständig sagt.

Das schlechte GewissenEs beginnt nicht mit dem Wichsen. Schon Kindern wird gerne gesagt, was sie alles falsch machen. Und dass sie sich zu schämen haben. Aber wenn es dann mal losgeht mit der Selbstbefleckung vor dem Herrn, wenn Jungs ihren Spatzi rubbeln und Spaß daran haben, dann geht es erst so richtig ab. Und ich spreche nicht von der Kirche und dem Gebot, nichts Unkeusches tun zu dürfen, neinnein, auch die atheistischsten Familien haben – wie es scheint – ein Problem mit der aufkeimenden Sexualität der Buben.

Aber, gottseidank, scheren sich die Jungs nicht drum und wichsen fröhlich weiter.

Bis sie erwischt werden.

Oh ja, die meisten Männer wissen, wovon ich rede, denn kaum jemandem ist es gelungen, die Pubertät zu verleben, ohne irgendwann mal diesen einen ganz bestimmten Blick auf sich zu spüren, nämlich den der Mutter, wenn sie unverhofft die Tür zum Schlafzimmer aufmacht und ihren Sohnemann da stehen sieht, und das Sperma rinnt ihm durch die Finger und tropft auf das Pornoheft am Tisch. Stille. Und diese Stille als peinliche Stille zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Lebens, nein, da geht es nicht darum, dass das peinlich ist, das ist die Hölle. Und gleichzeitig das Gegenteil der Hölle, denn so eisig können Augen wohl nur in diesem Augenblick schauen. Und dann? Weiterlesen →

7. Mai 2017
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383 – Das Wichsen

Liebe Frauen,

Männer sind Wichser.

Bild: Joseph Apoux

Bild: Joseph Apoux

Alle.

Aus.

Sie tun es täglich, wöchentlich, monatlich, ja, manche jährlich und ein paar ganz ganz seltene Exemplare haben es seit vielen Jahren nicht mehr gemacht, der Papst vielleicht, oder der Dalai Lama, aber ich bin zutiefst überzeigt dass selbst die es irgendwann mal gemacht haben, sich einen runtergeholt, sich selbst befriedigt, Hand angelegt, gerubbelt. Weil auch sie halt nur Männer sind. Und das ist es, was Männer tun: Sie nehmen ihren Schwanz in die Hand und reiben los. Und wenn’s vorbei ist, ist es vorbei, und sie denken nicht mehr dran. Mehr ist es nicht. Mehr verbinden Männer nicht damit. Das heißt auch: Wichsen hat nichts mit Sex zu tun. Und ich meine jetzt den Sex mit einem anderen Menschen. Es verhält sich so wie bei richtig gut essen gehen und Fast Food. Manchmal geht man einfach zu McDonalds, weil man auf die Schnelle was in den Magen bekommen will, manchmal hat man sogar richtig Lust auf McDonalds. Aber das hat nichts damit zu tun, ob man gerne gut isst. Wichsen ist kein Ersatz für guten Sex. Wichsen ist kein Ersatz für Sex zu zweit. Wichsen will nicht bewertet sein, weil genau das das Schöne am Wichsen ist: Es ist, was es ist, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Nicht das alleine Glücklichmachende, aber dann doch ganz gut. Weiterlesen →

30. April 2017
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382 – Die große Angst des kleinen Mannes

Liebe Frauen,

Männer sind Sensibelchen.

Bild: Gaudenzio Marconi

Bild: Gaudenzio Marconi

Und das meine ich nicht nur, wenn es darum geht, einen Schnupfen mit wochenlanger Agonie auf der wohnzimmerlichen Intensivstation auskurieren zu müssen. Der Mann an sich ist ja auch ach so sensibel, wenn seine Männlichkeit infrage gestellt wird. Oder werden könnte. Durch andere Männer zum Beispiel. Oder gar durch Frauen, huch.

Die meisten Männer können durchaus (oder halbwegs) damit umgehen, wenn andere Männer sich als die männlicheren Männer darzustellen versuchen, weil der Stier muss nur einem anderen Stier die Hörner zeigen. Ein Mann also nur einem anderen Mann, wo der Hammer hängt. Und wie groß er ist. In sämtlichen möglichen Sinnen. Ein Mann, der einen Geschlechtsgenossen aber nicht als ebenbürtig ansieht, fühlt sich auch nicht dazu gezwungen, dem Gegenüber zu beweisen, dass er ein Mann ist. Mit anderen Worten: Fordert mich wer heraus, meine Männlichkeit unter Beweis zu stellen, so ist dies bereits mit der Herausforderung getan: Wäre ich nicht männlich, müsste ich es nicht beweisen. Weiterlesen →

23. April 2017
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381 – Der oh Gott

Liebe Frauen,

Ihr seid so nett, ich danke Euch.

Adam spricht Oh GottWofür denn nur, um himmelswillen, wir haben doch gar nichts getan?

Einerseits: Natürlich habt Ihr was getan, ständig tut Ihr was, und alles, was Ihr tut, ist – und nun mögt Ihr staunen – gut. In den Augen der Männer. So mal im Allgemeinen voll pauschal gesagt. Denn die Männer, die meckern sehr sehr gerne rum und machen blöde Witze und sind Machos und zahlen Euch weniger Geld für viel mehr Arbeit, aber während Frauen vielleicht ja wirklich ganz gut ohne Männer auskommen könnten, können Männer nur in Ausnahmefällen ohne Frauen auskommen. Ich rede von heterosexuellen Männern. Und dann können sie so lange sie wollen aus heiserer Kehle gröhlen: „No woman no cry“, und damit etwas ganz anderes meinen, als Herr Marley mit dem Song sagen wollte (Es heißt nämlich: „Nein, Frau, weine nicht.“), die lieben Männer sind im Grunde äußerst dankbar dafür, dass es Euch gibt und dass Ihr so seid, wie Ihr seid, denn sonst hätten sie ein Problem, die Herren Schwanzbehängten. Und weil die Männer das nur selten selber so sehen, und weil sie es noch selber zugeben können, übernehme ich das einfach mal und sage: Dankeschön, liebe Frauen, ich danke Euch. Weiterlesen →

16. April 2017
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380 – Das Abbild Gottes

Liebe Frauen,

wie haltet Ihr es mit der Religion?

Bild: Peter Johann Nepomuk Geiger

Bild: Peter Johann Nepomuk Geiger

Meine Vergangenheit ist stark religiös geprägt, weshalb ich Euch mitteilen kann, dass der Mensch nach dem Abbild Gottes geschaffen ist. Aber das wusstet Ihr doch sicher schon, oder etwa nicht?

Eben.

Und das heißt?

Das heißt: Der Mensch schaut so aus wie sein Erschaffer, Gott.

Das heißt, der Erschaffer des Menschen, Gott, schaut so aus wie sein Werk, der Mensch.

Also ist er höchst selten ein alter Mann mit langem weißen Bart in einem langen weißen Gewand. Weil Gandalf kein Mensch ist. Viel mehr ist Gott einer mit Bierbauch, nicht gerade durchtrainiert, Glatzenansatz, müden Augen, die Fernbedienung in der Hand und die Chips in der Schüssel in Reichweite. Aber das ist noch lange nicht alles: Denn Gott ist dann logischerweise auch eine Frau mit Arsch, den sie zu dick findet, Brüsten, die sie zu hängend findet, Haaren, die sie zu unvoluminös findet, Augen, deren Konturen sie eigentlich dringend mal botoxen lassen sollte, weil das machen die Frauen auch, die sie tagtäglich im Fernsehen sieht, während sie mit der Fernbedienung in der Hand und den Chips in Reichweite da rumsitzt neben ihrem werten Angetrauten Göttergatten. Weiterlesen →

9. April 2017
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379 – Das Schwanztattoo

Liebe Frauen,

tätowierte Männer sind cooler.

Bild: G.A. Farini

Bild: G.A. Farini

Aber das muss ich Euch nicht sagen, das wisst Ihr.

Und Ihr wisst natürlich auch, dass das leider längst nicht mehr stimmt, denn heutzutage ist fast jeder tätowiert, das hat nichts mehr mit cool oder hart oder böse oder Matrose zu tun.

Deswegen kommt es nun nicht mehr darauf an, ob wer tätowiert ist, sondern wie er tätowiert ist. Und wo. Und wieviel. Und was. Und so. Denn wir wissen schon seit einiger Zeit, dass die berühmten Arschgeweihe, seltsame Verschnörkelungen oberhalb des Gesäßes, die keine Bedeutung und noch weniger Schönheitswert haben, zum Beispiel zu jenen Tattoos gehören, die genau das Gegenteil von dem sind, was Tätowierungen einst waren, nämlich cool und hart und so weiter. Aber sowas wird ja nicht mehr gestochen, und die bereits gestochenen werden weggelasert oder gecovert, also etwas Neues drüber, etwas Größeres, etwas Cooleres, Härteres, Schöneres. Japanische Blumenranken. Und Koi-Fische und Einhörner. Und ich frage mich, womit dann die zugekleistert werden, wenn sie aus der Mode gekommen sind. Und genau da ist der Grundgedanke bei sich selber, nämlich am Grund angekommen: Tattoos, die Ausdruck einer Mode sind, sind ganz einfach nicht mehr als nur Mode, auch wenn sie gut gestochen sind. Und weh getan haben. Weshalb wir eher nach jenen Hautbildern suchen sollten, die nicht so gestochen sind, dass ihr Träger sie stolz den vorbeirauschenden Mädels oder vorbeischlendernden Jungs unter die Nase reiben kann. Bei Männern sind das derzeit die sogenannten sleeves, also Armtätowierungen. Weiterlesen →

2. April 2017
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378 – Der Fleischer und sein Blutpenis

Liebe Frauen,

Menschen suchen immer nach Anhaltspunkten, um sich im Vergleich zu anderen einordnen zu können.

Bild: Kitagawa Utamaro

Bild: Kitagawa Utamaro

Das ist normal, das gibt Sicherheit.

Oder Unsicherheit. Wenn man nämlich keine oder die falschen Anhaltspunkte findet. Und wenn man entdeckt, dass man sich selber in so mancher Hinsicht unterhalb der Vergleichspopulation einordnen muss. Also: Mein Auto ist kleiner als das von meinem Chef, mein Verdienst ist kleiner als das meines Mannes, mein Gras ist brauner als das meines Nachbarn.

Aber gottseidank ist der Mensch immer wieder erfinderisch, wenn es ums Vergleichen geht, also vergleicht er sich mit wem anderen. Dem Untergegeben, dem Cousin zweiten Grades, dem Nachbarn auf der Schattseite. Und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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