Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

31. August 2015
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295 – Der Sex mit Nazi

Liebe Frauen,

was macht Ihr, wenn ein Typ auf facebook Sprüche postet, die nicht Eurer politischen Gesinnung entsprechen?

Bild: Luc Lafnet

Vielleicht postet Ihr zurück, vielleicht lasst Ihr Euch auf eine kurzfristige Diskussion ein, vielleicht sogar auf einen handfesten Streit per Kommentarantwort. Am wahrscheinlichsten aber werdet Ihr ihn recht bald aus Eurer Freundesliste streichen. Und aus.

Im analogen Leben aber ist das nicht immer so einfach. Wenn sich da zum Beispiel der neue Freund einer alten Freundin als rechtes Arschloch entpuppt. Und gerne und besonders unter Alkoholeinfluss oder – noch schlimmer – nüchtern seine Meinung in den Himmel oder durch die Kneipe schreit, lauhals und doof, weil die Sprechblase, die er ablässt, ja nur das ist, was irgendwelche anderen Arschlöcher vor ihm rumkrakeelt haben, und er muss sich jetzt ganz besonders wichtig vorkommen, indem er sein Gehirn, sofern noch vorhanden, komplett abschaltet. Was ist das? Abgesehen von rechter Hetze? Richtig, es ist peinlich. Für alle halbwegs normal denkenden Menschen, die dem Schauspiel beiwohnen müssen. Weiterlesen →

24. August 2015
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294 – Die Frage aller Fragen

Liebe Frauen,

wie oft habt Ihr Euch schon bei einem Mann gedacht, bei dem es zu mehr als einem Date gekommen ist: Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich ihn gleich wieder nach Hause geschickt?

Bild: Jan Thomas van Ypern

Das eine oder andere Mal dürfte das wohl vorgekommen sein, nehme ich an.

Und was war das?

Dass er zum Zeitpunkt Eures Kennenlernens noch in einer Beziehung war und es nicht erwähnt hat.

Richtig?

Meistens.

Oder: Dass er immer noch seiner Ex nachhing.

Oder dass er üblen Mundgeruch hatte.

Oder Rechtswähler war. Oder Rechtsanwalt.

Oder noch bei Mama wohnte, ein Drogendealer war, ein Tattoo von sich selber als Baby auf dem Hintern hatte, auf Frauen stand, wie Ihr es ganz sicher nicht ward, auf Sexpraktiken, wie Ihr sie ganz sicher nicht wolltet, auf veganes Essen. Oder Veganerinnen, obwohl er Euch zum ersten Date in ein Steakhouse gebracht hat. Weiterlesen →

17. August 2015
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293 – Die Behaarten

Liebe Frauen,

es gibt da auf facebook eine lustige Zeichung, die die Runde macht: Je weniger Schambehaarung die Frauen im Laufe der Jahrzehnte aufweisen durften, desto mehr Bart haben sich die Männer gegönnt.

Und ich stelle tatsächlich einen seltsamen Umgang mit Körperbeaarung fest. Denn während wir Männer nun alle lumbersexuell sein müssen, also wie kanadische Holzhacker im Karohemd und struppig-schönem Bart durch die Wälder stolzieren und Forellen aus kalten Flüssen angeln müssen, ist es tatsächlich endlich soweit, dass es auch die erste Werbung für einen Körperrasierer für Männer gibt. Frauen kennen das ja schon seit vielen Jahren: Beine müssen glatt sein, weil sonst sind sie pfui, Achseln sowieso, Damenbart gilt als das Unweiblichste überhaupt, nur das Haupthaar, ja, das muss lang sein und in der Abendsonne glänzen und im Wind geschüttelt werden und mit Jojobaöl gepflegt bis zum Gehtnichtmehr. Männer aber hatten nur glattrasiert zu sein. Beine wie Affe, Rücken wir Igel, Brust wie Weizenfeld, alles wurscht. Und das Fell rund um Pimmel und Eier? Weiterlesen →

10. August 2015
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292 – Das Weibchen

Liebe Frauen,

hurra, wir emanzipieren noch.

Ja, liebe Frauen, so schnell ist das Thema wohl nicht erledigt, das mit der Emanzipation, das mit der Gleichberechtigung, das mit „Frauen verdienen endlich für die gleiche Arbeit das gleiche Geld“ und „eine Frau muss nicht nur Kinder und Küche ihr Reich nennen“ und „wenn eine Frau keine Kinder will, dann ist sie deswegen noch lange kein Egoist“ und „wenn eine Frau Kinder und Karriere will, dann ist auch das kein Problem“ und „Männer tun nicht ihrer Frau einen Gefallen, wenn sie mal im Haushalt helfen, denn es ist eine Sebstverständlichkeit, dass sie ihren Teil dazu beitragen, herrgott“ und … so weiter.

Und dann?

Dann haben wir ein Problem, wenn eine Frau plötzlich da steht und sagt: Was aber, wenn … Wenn ich doch zuhause bleiben will? Weiterlesen →

3. August 2015
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291 – Die Unterwerfung

Liebe Frauen,

seit den berühmten Shades wissen wir ja, was Sub und Dom heißt, nicht?

Bild: Luc Lafnet

Und seit den berühmten Shades wissen wir auch, dass das ein ganz ganz wichtiges Thema ist, wenn man ganz ganz guten Sex haben will, nicht?

Und seit den berühmten Shades wissen wir auch, dass man sich echt dämlich vorkommen kann, wenn man eine schlechte Verfilmung eines schlechten Buchs nachspielen will. (Tut mir leid, Ihr, die Ihr das Buch gut gefunden habt, es mag Euch – warum auch immer – gefallen haben, aber schlecht geschrieben bleibt es trotzdem. Aber zurück zum Thema:) Nur dürfen wir eines nicht vergessen: Diese ganze Sache mit der Unterwerfung beim Sex, die gibt es nicht erst seit den berühmten Shades, und es hat auch nur sehr wenig mit dem berühmten Shades-Kitsch zu tun, der da propagiert wird. Und es geht auch nicht um Hingabe, denn es geht nicht um Genießen im Sinne von: sich zurücklehnen und in aller entspannten Spannung nehmen, was kommt. Während bei der Hingabe derjenige im Mittelpunkt steht, der sich hingibt, ist es bei der Unterwerfung ein ganz anderes Spiel. Weiterlesen →

27. Juli 2015
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290 – Die Hingabe

Liebe Frauen,

Männer machen.

Bild: Mihály Zichy

So ist es doch, oder? Männer machen. Männer müssen machen und Männer wollen machen. Männer nehmen die Dinge in die Hand, sie werden aktiv, sie packen den Stier bei den Hörnern und tun, was ein Mann tun muss. Und zwar in allen Belangen des Lebens. Also auch beim Sex.

Ach, man muss sich nur die Anatomie anschauen, und schon weiß man, dass es nicht anders sein kann, schließlich ist der Mann der Penetrierer, die Frau wird penetriert. Das sagt doch schon alles. Der Mann besorgt es doch der Frau. Der Mann will doch immer. Der Mann muss gut im Bett sein. Der Mann muss wissen, was er will und wie er das bekommt, was er will. Und wie er eine Frau glücklich macht, das auch, denn das will er ja auch.

Und die Frau? Die Frau gibt sich ihm hin. So ist das.

Ist das so? Weiterlesen →

20. Juli 2015
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289 – Das Spiel um Sex

Liebe Frauen,

Männer wollen immer, Frauen nur ab und zu.

Bild: Mihály Zichy

Stimmt das?

Wenn man den vielen vielen Artikeln, die es zu diesem Thema gibt, Glauben schenken darf, und sich dann auch noch die eine oder andere Geschichte aus dem Freundes- und Bekanntenkreis anhört, dann ja, dann ist das so. Und ich rede jetzt von Innerbeziehungssex. Und jetzt mal ganz vereinfacht läuft es dann so ab: Zwei Menschen kommen zusammen und vögeln sich das Hirn weich. Nach und nach wird daraus eine Beziehung, die mehr ist, als nur eine Fickgelegenheit. Nach und nach hat man nicht mehr drei Mal am Tag Sex, sondern nur noch einmal. Und vielleicht auch nicht jeden Tag, sondern jeden zweiten, schließlich muss man zur Arbeit und am Abend ist man müde, und alsbald ist es Sex am Wochenende, wenn man sich entspannen kann und will. Und, Achtung, auf einmal wird auch das Wochenende ausgelassen, weil es ist zu heiß, zu kalt, zu betrunken, zu nüchtern, zu Menstruation, zu … wenig Sex für den Mann. Und dann passiert Folgendes: Der Mann versucht immer wieder, die Frau zum Sex zu überreden, die Frau findet immer wieder neue Argumente dagegen. Und auf einmal wird die berühmte Migräne Wirklichkeit, die schon bei so vielen politisch nicht korrekten Witzen missbraucht wurde. Heute nicht, ich hab Migräne. Weiterlesen →

13. Juli 2015
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288 – Das Achselhaar

Liebe Frauen,

Nena.

Menschen, die sie nicht erst seit ihren Auftritten in den letzten Jahren bei dieser einen Casting-Show kennen, sondern noch ihre in der Zwischenzeit zum Kult avancierten Anfänge aus den 80ern kennen, wissen, warum ich mit Nena beginne, wenn ich über Achselhaare schreibe. Weil sie sie nämliche damals hat sprießen lassen. Und zur Schau gestellt hat. Und wurscht.

Und dann stöbere ich mal wieder ein wenig durch das weltweite Netz, und worauf stoße ich? Auf Fotos von jungen Frauen, die ebenfalls ihre Achselhaare in Szene setzen. Darunter immerhin welche, die Vorbild für viele andere Frauen, oder auch Mädchen sind. Zum Beispiel Miley Cyrus. Ja, sicher sie, zieht sich bei jeder Gelegenheit mal aus, das ist allgemein bekannt, ab und an küsst sie Frauen, auch da schreit kein Hahn mehr danach, die Sache mit Schwarzeneggers Sohn ist auch schon wieder sowas von vergessen (ja, die waren mal ein Paar), was kann die gute Frau, die sich vehementest gegen die Disney-isierung ihres Lebens zur Wehr setzt, denn noch tun, was sie in die Zeitungen bringt? Musik? Langweilig. Aha, Achselhaare wachsen lassen? Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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