Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

1. Februar 2016
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317 – Der Penis-Stolz

Liebe Frauen,

seid Ihr manchmal neidisch darauf, dass Männer einen Penis haben?

Bild: Martin van Maele

Männer zumindest sind in der Regel schon ziemlich stolz auf ihren Mümmel. Und Eltern auf den ihrer Söhne. Vor allem, wenn es große sind. Nicht nur Justin Biebers Vater postet munter, dass er stolz auf die Größe des Schwanz seines Sohnes ist, nachdem der ihn vor irgendeine Kamera gehalten hat, weil er … weil er ein pubertärer verzogener Bengel ist, der halt Aufmerksamkeit braucht und wohl stolz auf seinen Penis ist. Ich habe selber schon oft von Eltern, und dabei eher von Müttern als von Vätern gehört, dass sie die Größe des Geschlechtsteils ihres Sohnes als besonders groß empfinden. Und wenn sie nicht sagen, dass sie das gut finden, so ist es ihnen doch anzumerken. Und würden sie es nicht gut finden, müssten sie es ja auch nicht sagen. Sie sagen ja auch nicht, wenn sie finden, dass der Sohnemann besonders große Zehen hat. Also kein Wunder, dass Männer stolz auf ihre Teile sind, wenn sie es so lernen, dass das etwas ist, worauf man stolz sein kann.

Interessant finde ich dabei aber auch, dass Männer zwar natürlich vor allem dann besonders stolz darauf sind, wenn es sich um eben groß geratene Exemplare handelt, aber eben nicht nur. Weiterlesen →

25. Januar 2016
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316 – Der Kümmerer

Liebe Frauen,

wenn er aufsteht in der Früh, setzt er als allererstes, noch bevor er aufs Klo geht, Wasser für den Tee auf. Und wenn er vom Klo zurück ist, gießt er den Tee auf, damit er ziehen kann. Dann duscht er. Nach der Dusche wischt er die Spritzer vom Boden und nach dem Zähneputzen jene vom Spiegel. Er achtet darauf, dass es sauber ist. Auch nach dem Rasieren: keine übriggebliebenen Bartsoppel im Waschbecken.

Bild: Van Nelle

Tagsüber arbeitet er. Er verdient Geld. Er verdient das Geld. Nicht viel, nicht schlecht. Genug. Und nach der Arbeit geht er einkaufen. Was in der Liste steht. Und hin und wieder auch noch ein wenig mehr. Er muss sich nicht an Listen halten, er ist spontan, er denkt mit, er denkt voraus. Er räumt ein.

Er kocht nach der Arbeit.

Sofern er nicht vor dem Essen putzt.

Was er nun wirklich nicht jeden Tag macht, aber einmal in der Woche darf das schon sein.

Und nein, er ist jetzt kein Supersaubermann, es muss nicht alles blitz und blank und hygienisch porentief, es muss nur sauber sein. Ordentlich. Gut.

Auch die Wäsche, sein Job. Nur Büglen, das hasst er wirklich. Aber man darf auch mal was hassen, nicht? Doch. Und Wäsche aufhängen ist jetzt nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung, aber was gemacht werden muss, wird gemacht, ohne Murren und Mucken. Weiterlesen →

18. Januar 2016
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315 – Die Vasektomie

Liebe Frauen,

habe ich letzte Woche doch versucht, eine Lanze zu brechen für jene Männer, die Vater werden wollen.

Bild: Homer Bostwick

Habe ich doch verabsäumt, die nämliche Lanze für jene zu brechen, die keine Kinder haben wollen. Weil ich sie als Hinauszögerer beschrieben habe, die nichts anderes tun, als taktieren, um möglichst weder Verantwortung zu übernehmen, noch jemals zu einer Entscheidung kommen zu müssen. Was allerdings vielleicht auch ein wenig damit zusammenhängt, dass manche Männer ganz einfach entscheidungsschwach sind. Aber das zu beleuchten, nehme ich mir für ein anderes Mal vor.

Derweil stellt sich die Frage: Was könnt Ihr, liebe Frauen, mit so einem Mann machen, der sagt, dass er keine Kinder will? Wenn Ihr welche wollt: Wie letzte Woche bereits vorgeschlagen, ihn zu einer Entscheidung dafür zu drängen, Ihr ansonsten Euer Glück bei einem willigeren sucht. Was aber, wenn Ihr eben auch keine Kinder wollt? Weiterhin die Pille nehmen, bis Euch Euer Körper die Entscheidung abnimmt? Und den Mann lustig abspritzen lassen, als ob es ihn nichts anginge? Weiterlesen →

11. Januar 2016
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314 – Der Kinderwunsch

Liebe Frauen,

das Klischee sagt: Hallo, da bin ich.

Bild: Prof Kouwer

Das Klischee sagt: Frauen wollen Kinder, Männer nicht.

Das Klischee sagt: Ciao, wir sehen uns.

Das Klischee dreht sich nochmal um und sagt: Und du weißt, dass ich nicht immer unrecht habe.

Das Klischee geht selbstzufrieden ein Liedchen vor sich hin trällernd in den Sonnenuntergang.

Natürlich gibt es auch Frauen, die keine Kinder wollen. Und Frauen, die sich dagegen entscheiden, Kinder zu bekommen, tun dies nicht, weil sie egoistisch sind, weil sie gegen ihre weibliche Natur und natürliche Bestimmung verstoßen oder weil sie unzufriedene Kampflesben sind. Sie tun es, weil sie für sich fühlen, dass es die richtigige Entscheidung ist. Und so wie der Entscheidung, Kinder haben zu wollen, Respekt entgegenzubringen ist, so gilt dies in ebensolchem Maße für die gegenteilige Entscheidung.

Und es gibt auch Männer, die Kinder wollen. Und damit meinen sie nicht nur, sie zeugen, nein, sie meinen, sie wollen Kinder, sie wollen Vater sein, sie wollen sich um die Kinder kümmern, sie wollen sich sorgen und sie wollen ihren Teil der Erziehung und der Obhut und des Kümmerns übernehmen. Weiterlesen →

4. Januar 2016
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313 – Das Risiko

Liebe Frauen,

ach, wenn wir doch nur wüssten.

Bild: Gerda Wegener

Was?

Alles.

Wenn wir doch nur wüssten, ob es sich lohnt, etwas zu lernen, weil wir es später anwenden können, oder ob es nur vertane Zeit ist. Wenn wir doch nur wüssten, ob wir uns in einem Fitnessstudio anmelden sollen, oder ob wir eh nur Monatsbeiträge in den Wind zahlen. Wenn wir doch nur wüssten, ob wir jene Schuhe kaufen sollen, weil sie uns besonders gut stehen, oder die anderen, die bequem sind, wenn wir wüssten, ob wir in diesen nie mehr Blasen bekommen und sich unsere Wirbelsäule wie von Geisterhand wieder geradebiegt, oder ob wir in jenen dem Menschen auffallen, der zwar einen leichten Schuhtick hat, aber trotzdem oder deswegen der Mensch unseres Lebens wird. Weiterlesen →

28. Dezember 2015
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312 – Die No Go-Liste

Liebe Frauen,

was ist für Euch ein No Go bei einem Mann?

Bild: Édouard-Henri Avril

Ja, geht mal in Euch und denkt nach.

So, und jetzt gebt zu, dass vor allem die üblichen Verdächtigen dabei rausgekommen sind: Stinken, Arschloch sein, nur ficken wollen, nur Wörter wie ficken und Arschloch benutzen, nur über sich reden, Glatze, keine Muskeln, zu viel Muskeln, schlechter Küsser, zu anhänglich, zu schnell Liebesgeständnisse machen, niemals Liebesgeständnisse machen und so weiter und so fort.

Ich darf es Euch verraten, und Ihr habt es eh erraten, auch Männer denken bei dieser Frage erstmal in den üblichen Klischees. Natürlich haben Männer ein wenig was gelernt, und deswegen gibt es immer mal die sozial erwünschten Klischess auf die Ohren, also das, wovon sie annehmen, dass der Frager oder vor allem die Fragerin hören will. Und dann sind No Gos: Zicken, zu dünne Frauen, Silikonbrüste, aufgespritzte Lippen, Oberflächlichkeit, welche, die sich finanziell vom Mann abhängig machen wollen, Manipulationen und Spielchen und vulgär und frivol. Und dann fragt man sich, warum so viele Plastikprinzesschen mit dem Hirnvolumen einer Erdnuss doch so wenig single sind. Weiterlesen →

21. Dezember 2015
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311 – Das HIV

Liebe Frauen,

schreibe ich über Gummis und verliere dabei kein Wort über AIDS.

Hole ich nach.

In den 80ern, als AIDS plötzlich in aller Munde war – kein Witz beabsichtigt -, gab es viele Bemühungen, den Gebrauch von Kondomen populärer zu machen und das Peinliche daran, welche zu kaufen und damit preiszugeben, dass man Sex hatte, zu verringern, dass man nämlich mit dem Kauf von Kondomen kundtat, einen Penis zu haben, als Mann, der bei Gelegenheit ergierte, dass man dann ein Gummi drüberzog, weil man vor hatte, damit die Vagina einer Frau zu penetrieren und zwar bis zur Ejakulation, ja, dass man ejakulierte, dass man sowas tat. Oder als Frau: Dass man es zuließ, dass ein Mann seinen erigierten Penis in die eigene Vagina steckte, dass man Sex hatte, freiwillig, gern. Dass dieses so gerne abstrakt gehaltene Konstrukt Sex, das jeder hatte, aber über das niemand sprach, plötzlich durch die Fokussierung auf einen Gegenstand, der eine ganz spezielle Funktion hatte, so konkret werden ließ. Und das wollte man tunlichts vermeiden. Weiterlesen →

14. Dezember 2015
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310 – Das Kondom

Liebe Frauen,

wer kauft die Gummis? Ihr oder Euer Mann?

Bild: US Governement

Meine absolut nicht repräsentative Umfrage im Bekanntenkreis hat ergeben: Single-Frauen überlassen die Frage nach dem Kondom nach wie vor mehrheitlich den Männern, während in Beziehungen Verhütungsmittel zum Einkauf durch die Frau des Hauses übergeht. So lange innerhalb einer fixen Beziehung überhaupt noch mit Gummis verhütet wird. Tatsächlich scheint es, nachdem man sich darauf geeinigt hat, dass man keine sexuell übertragbaren Krankheiten hat, Sache der Pille zu sein, ungewollten Nachwuchs zu verhindern.

Ich habe meine ersten Gummis in der Apotheke gekauft.

Nein, ich bin nicht so alt, als dass man sie damals nicht auch hätte im Supermarkt erstehen können, danke der Nachfrage, aber ich muss zugeben, dass es mir ganz besonders peinlich gewesen wäre, eine Packung Billy Boys zwischen Milch und Butter, oder meinetwegen auch Schoko und Cola aufs Fließband zu legen und mir die ganze Zeit auszumalen, was sich wohl die Kassiererin, die meine Mutter sein könnte und meine Mutter persönlich kennt und mich demnach auch, seit ich den Windeln entstiegen bin, wenn sie den Packungspreis eintippt. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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