Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

2. Mai 2016
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330 – Das Souvenir

Liebe Frauen,

ich wette, auch Ihr habt irgendwo eine Schachtel, in der die ganzen Erinnerungsstücke an vergangene Tage aufgehoben sind.

Und ich meine: Souvenirs vergangener Lieben.

Geht mal hin und öffnet sie. Was ist drin? Fotos? Wahrscheinlich. Konzerttickets, Kinotickets, Theatertickts. Ein Schleifchen, das mal woran war? An einem Weihnachtshasen? Einem Ostermann? Oh, eine aufgerissene Kondompackung, verfickt, ja, das war, als wir im schönsten Sommer seit Jahren am Strand von Malle, nein, im Park in Berlin, oder doch damals im Auto auf der Fahrt nach Kroatien?, eben richtig, ja, das war’s. Nur mit wem? Klaus? Otto? Eberhard?

Stimmt natürlich nicht, meine Annahme, dass sich da irgendwelche Ungenauigkeiten in der Erinnerung einschleichen, Ihr wisst ganz genau, dass Ihr mit Pascal bei Euch zuhause im Bett gefickt habt, aber es war das erste Mal und er hat die Gummiverpackung mit den Zähnen aufgerissen, da sieht man noch den Abdruck, und es war gut, so gut, sowas vergisst man doch nicht.

Und doch habt Ihr seit Jahren nicht mehr dran gedacht. Weiterlesen →

25. April 2016
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329 – Die Abhänggkeit

Liebe Frauen,

Ihr wisst doch, wie das ist: Auch wenn das eine die Wahrheit ist, heißt das noch lange nicht, dass das Gegenteil nicht ebenso wahr sein kann.

Bild: Luc Lafnet

Zum Beispiel: Wenn Ihr Euch an das zurückerinnern wollt, was ich letzte Woche geschrieben habe, so wisst Ihr noch, dass ich dafür eingetreten bin, sich selber als Individuum innerhalb einer Beziehung nicht aufzugeben und zu verlieren. Weil es ohne die zwei Individuen, welche die Beziehung zueinander haben, eben diese Beziehung gar nicht geben kann.

Tja, und heute sage ich: Macht Euch doch mal abhängig.

Es ist ja sehr in Mode, immer stets auf den Einzelnen und seine Bedürfnisse bezogen zu sein. Was es früher ja durchaus nicht so gab. Da war eine Ehe eine Einheit. Da tat der eine nichts ohne den anderen. Nichts. Gut, vor allem die Frau tat nichts ohne den Mann. Oder seine Zustimmung. Sie war abhängig von ihm. Und keine Angst, liebe Frauen, ich werde jetzt ganz sicher nicht anfangen, und dieses alte und verstaubte und zu verramschende Weltbild neu aufzukochen. Weiterlesen →

18. April 2016
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328 – Die Selbständigkeit

Liebe Frauen,

was ist wichtig in einer Beziehung?

Bild: Caldene Clothes

Richtig, dass man man selber bleibt.

Ja, eine Beziehung im Sinne von Liebesbeziehung ist in den meisten Fällen ein Konstrukt aus zwei Menschen. Ist es nur ein Mensch, ist es nicht mehr eine Beziehung. Denn Beziehung beinhaltet Beziehung zu … zum Beispiel eben Beziehung zu einander. Da geht der Einzelne auf in einer Zweisamkeit, die als ersehnt gesehen wird. Da wid davon gesprochen, dass man sich gegenseitig ergänzt, die bessere Hälfte ist, das, was einem gefehlt hat. Gerade noch. Das hat mir gerade noch gefehlt. Zum Glücklichsein. Zum Unglücklichwerden. Denn was passiert?

Irgendwann merkt man, dass man sich verloren hat in dem Ganzen. Dass man selber nicht mehr da ist. Dass man nicht mehr alleine funktioniert. Dass man nicht mehr alleine sein will. Dass man das scheiße findet. Weiterlesen →

11. April 2016
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327 – Das große Verstehen

Liebe Frauen,

hat zufällig eine von Euch mitgezählt, wie oft ich schon gesagt habe, man soll in einer Beziehung miteinander reden?

Bild: Eadweard Muybridge

Nein.

Macht nichts, ich auch nicht.

Die Antwort lautet: oft.

Sehr oft.

Ja, und ich wiederhole es: Wenn Ihr die ewig gleichen Missverständnisse vermeiden wollt, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden so viele Beziehungen auf dem Gewissen haben, dann redet miteinander. Sagt, was Euch bedrückt, was Euch nervt und auch was Euch gefällt. Und hört zu, wenn Euer Partner das zu Euch sagt. Denn Menschen können keine Gedanken lesen. Und werden es in absehbarer Zeit auch nicht erlernen. Reden führt zu verstehen. Und darum geht es doch, oder etwa nicht?, dass man den anderen versteht. Denn wenn man ihn versteht, dann muss man nicht sauer sein, auch wenn man etwas nicht mag an ihm. Weil man es versteht. Weil man ihn versteht. Weil man Euch versteht.

Alles klar?

Ja, eh längst, ich weiß.

Die Frage, die ich aber förmlich nun in Euren Köpfen wie Luftblasen aus tiefster Tiefe des Meeres aufsteigen seh, ist: Warum tun es dann die Männer nicht? Reden und Zuhören. Weiterlesen →

4. April 2016
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326 – Der Sex mit Stier

Liebe Frauen,

Ihr müsst es uns sagen, denn wir können es so schlecht selber einschätzen: Welcher Mann macht den besten Sex?

Bild: Gustavo Adolfo Béquer

Oder anders: Welches Sternzeichen macht den besten Sex?

Ist es wirklich der Stier, wie ich neulich hören musste? Weil der mit seinen Hörnern voran stets weiß, was er will. Bittebitte sagt, dass es nicht so ist, denn ich bin kein Stier.

Mal ehrlich: Erkennt Ihr wirklich an der Art, wie ein Mann Sex macht, wie er sich anstellt, was er tut und wie lang und welche Vorlieben er hat, welches Sternzeichen er hat? Ich kann das nämlich nicht ganz glauben.

Genauso wenig wie ich daran glaube, dass manche Sternzeichen besser zueinander passen als andere. Und ich spreche aus Erfahrung. Hätte ich mich mein Leben lang an mein Horoskop gehalten, hätte ich eindeutig ein anderes Leben geführt. Und da ich äußerst zufrieden mit dem bin, wie ich es hinter und wohl auch noch vor mir habe, bin ich froh, dass ich nicht dazu tendiere, mich daran zu halten, was Astrologen aus den Sternen lesen. Denn es sind Sterne. Die sind Milliarden Kilometer weit weg. Selbst voneinander. Weiterlesen →

29. März 2016
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325 – Der die das Gender

Liebe Frauen,

zu welcher Gruppe zählt Ihr Euch? Zu jener, die schon reichlich genervt sind durch das ständige gendern überall, oder doch zu der anderen, die auf ordentliches gendern bestehen, weil es sinnvoll ist?

Ich selber fühle mich beiden Gruppen zugehörig. Denn ja, ich bin genervt durch die Binnen-Is und die doppelten Artikel die/der, durch Behinderung durch dieses ständige Ausbessern beim Schreiben (und ich spare es mir ja eh, wo ich kann, wie Ihr ja nachlesen könnt, und doch und doch und doch), und durch die teils absolute Unleserlichkeit irgendwelcher Texte, weil das, was dann da steht, einfach nicht mehr dem entspricht, was ich beim Lesen denk. Niemand denkt automatisch und ohne lange nachzudenken „die Hausfrau Querstrich der Hausmann“, oder „die Ärztin Querstrich der Arzt“, oder „die Querstrich der Proktolog groß I n“.

Aber ja, ich bin durchaus der Meinung, dass es wichtig ist, dass Frauen gleichermaßen in der alltäglichen Sprache vorkommen wie Männer, weil es geht dabei nicht um eine bewusste Diskriminierung, und doch um eine unbewusste andere Wahrnehmung der Frau in der Gesellschaft (die Frau führt den Haushalt, der Mann ist Arzt (und führt anderen Männern seinen Finger rektal ein)). Und Wahrnehmung drückt sich in Sprache aus. Und kann also auch durch Sprache verändert werden. Aber eben nur, wenn die Sprache auch Sprache ist, und nicht ständig nur Stolpern und Holpern im Hirn verursacht. Weiterlesen →

21. März 2016
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324 – Der Ukuola

Liebe Frauen,

neues Wort, neues Glück?

Bild: Betty Grable by Frank Powolny

Müsste man wissen, was denn das ist, so ein Ukuola.

Oder ist es einE Ukuola, weil es eine auf Hawaii erfundene Mischung aus Ukulele und Viola ist.

Ist es nicht.

Dann kann es sich doch nur um eine Sextechnik handeln, bei welcher heißer Honig im Spiel ist. Heißer Honig wird von Nippeln geschleckt. Nein, das gibt es schon länger. Von Eicheln. Aus Vagninae. Etwa aus anderen Löchern? Den Nasenlöchern?

Nein.

Ukuola ist eine Frisur.

Ah, der neueste Trend der Schamhaarmode, klar.

Auch nicht.

Ukuola ist wohl besser bekannt als „Undercut“, als jene Frisur, bei der das Haar unten kurz rasiert ist, das Haar oben am Kopf aber lang bleibt. Siehe Miley, Scarlett, Rihanna und Konsortinnen. Weiterlesen →

14. März 2016
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323 – Der Schwanzeinsatz

Liebe Frauen,

Frauen hadern.

Bild: Édouard-Henri Avril

Oder?

Mit Gott und der Welt und mit sich und ihrem Körper. Mit ihren Schenkeln und Brüsten und Backen und Zehennägeln. Und mit ihren Männern, eh klar.

Und damit, dass Männer wie ich sie immer so pauschal als Heulsusen abtun.

Männer hingegen finden sich ab. Und ziehen weiter. Weil man eh nichts daran ändern kann. Zum Beispiel: Schwanz ist keine 25 Zentimeter lang? Dafür ist er ganz besonders schön. Schwanz ist nicht ganz besonders schön, sondern einfach nur ein Schwanz? Dafür kann er ganz gut damit umgehen. Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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