Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

15. Dezember 2014
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258 – Die Erotik des Alltags

Liebe Frauen,

der Alltag holt uns alle ein.

Bild: Shinsui Ito

Und dann schreien wir: Neinneinnein, lass uns in Ruhe, böser Alltag, wir wollen dich nicht, du bist langweilig und gehst uns auf den Geist, du bringst keine Abenteuer und keine Spannung, du zehrts an unseren Nerven und machst alles kaputt um dich herum, geh weg, du Fieser du.

Und was passiert?

Der Alltag bleibt.

Warum?

Nicht etwa, weil er es drauf anlegt, sondern weil nicht er es ist, der entscheidet, ob er bleibt oder nicht, sondern wir.

Davon abgesehen ist der Alltag gar nicht mal so schlimm, wie sein Ruf ihn erscheinen lässt. Alltag, das ist doch auch gut, wenn ich mir das so in einer Beziehung vorstell. Ist es nicht auch das, was ich grad am Anfang einer neuen Liebe will? Den Alltag mit dem Menschen verbringen, den ich liebe? Und wenn ich es erreicht habe, dann will ich es nicht mehr? Weiterlesen →

8. Dezember 2014
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257 – Die Beziehungsarbeit

Liebe Frauen,

an einer Beziehung muss man arbeiten.

Bild: Mihály Zichy

Das wissen wir aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts längst. Es gibt keine Garantien mehr für ein ewiges Beisammensein, für die immerwährende Liebe, nicht einmal der äußere Umstand der Ehe kann uns Menschen noch dazu bringen, bis ans Ende unserer Tage … Nein, das müssen wir schon selber tun, wir müssen uns Mühe geben, wir müssen daran arbeiten, dass es hält, dass die Liebe hält und die Leidenschaft und dass nicht der allzu langweilige Alltag uns übermannt oder die kleinen Sreits in einen großen münden oder wir uns aus den Augen verlieren, obwohl wir miteinander leben, dass wir uns weiterhin nicht nur schätzen, sondern lieben, lieben, ach, lieben.

Also, strengt Euch an.

Jetzt.

Wird’s bald. Weiterlesen →

1. Dezember 2014
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256 – Die Mogelpackung

Liebe Frauen,

wenn man wen kennenlernt, ist es anzuraten, sich von seiner besten Seite zu zeigen.

Bild: Henri Gerbault

Heißt es.

Warum?

Ganz klar, um den neuen Menschen im Leben nicht von vorneherein abzuschrecken.

Womit abschrecken?

Mit der Wahrheit.

Oha. Das heißt also, dass Ihr, wenn Ihr Euch gebt, wie Ihr seid, vollkommen abschreckend seid und niemand will noch was mit Euch zu tun haben? Was ist es dann, dass Ihr, und ich meine so ziemlich alle Menschen, mit denen ich bisher über dieses anfängliche Schönfärben seiner selbst gesprochen habe, überhaupt noch wen kennenlernen wollt? Hat doch eh kenen Sinn, denn irgendwann wird er Euch auf die Schliche kommen. Und was dann? Werdet Ihr Euer Leben lang mit Schminke im Gesicht ins Bett gehen, damit der Neue nicht erkennt, dass Eure Haut nicht die einer Sechzehnjährigen ist? Und die Bauch-weg-Hose? Und der Push-Up-BH? Weiterlesen →

24. November 2014
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255 – Die Strenge

Liebe Frauen,

kaum schreibe ich davon, dass es ein sinnloses Unterfangen vieler Frauen ist, sich den Mann so zu erziehen, wie sie ihn haben wollen, schreien manche auf, dass Erziehung doch auch was durchaus Gewolltes sein kann.

Bild: Luc Lafnet

Und sie meinen Sex.

Und sie schwingen die Peitschen und zitieren aus den 50 shades of grey und empören sich darüber, dass sich wer darüber empört, dass ein hierarchisches Gebahren lustvoll sein kann.

Also: Ich empöre mich nicht, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Und deswegen versuche ich mich nun ein wenig in der Auseinandersetzung mit der neunschwänzigen Katze und der dominierenden Ledertussi und dem unterwürfigen CEO des lokalen Großbetriebs. Denn das ist doch das Klischee, das wir alle in unseren Schädeln haben, nicht?, dass es die Manager dieser Welt sind, die den ganzen Tag mit Millionenbeträgen jonglieren und dabei Menschenleben in der Hand haben, die ohne mit der Wimper zu zucken zugunsten eines persönlichen Bonus mal eben schnell ein paar Hundert Menschen auf die Straße setzen, die ihre Sekretärin nach Brustumfang und den Chauffeur nach seiner Verschwiegenheit anstellen, dass es genau diese Männer sind, die sich vom verschwiegenen Chauffeur am Abend in die vernebelten Vororte der Kleinstadt fahren lassen, wo sie in einem von außen äußerst bieder anmutenden Reihenhaus auf allen vieren über den verfliesten Kellerboden robben, weil eine blondierte Weißrussin ohne Aufenthaltsgenehmigung aber mit rauchiger Stimme und Autorität im Handgelenk ihn dazu nötigen, nackt bis auf eine Ledermaske, den Hintern von roten Striemen übersät, um sich schließlich und endlich ans Andreaskreuz ketten zu lassen, wo es ihm kommt. Wofür er natürlich bestraft wird, harr harr. Weiterlesen →

17. November 2014
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254 – Der hingebogene Mann

Liebe Frauen,

das Schwerste für eine Frau ist es doch, einen Mann zu finden.

Hat man zumindest manchmal den Eindruck, wenn man die diversen Zeitschriftentitel anschaut.

Deswegen darf frau auch auf keinen Fall den einen und einzigen Fehler begehen, den es zu begehen gibt, nämlich auch noch zu erwarten, dass der Mann, den sie dann endlich am Ende ihrer Suche gefunden haben will, als perfekten Mann zu bezeichnen. Denn den gibt es nicht. Und wenn man sich liebt, nicht wahr?, da fallen die paar Kleinigkeiten nicht so ins Gewicht, damit kann man umgehen, ja, es sind doch diese Details, die man besonders liebt, weil sie den Mann einzigartig machen und …

Und das ist gequirlte Kacke. Denn das hat mit Liebe kaum etwas zu tun. Sondern mit Verliebtsein, mit jenem Gefühl am Anfang einer Beziehung, das die Menschen tatsächlich blind macht. Und dumm. Und das sie denken lässt: Jaja, das ist alles kein Problem. Und das sie denken lässt: Jaja, diese kleinen Makel, die werde ich ihm schon noch abgewöhnen, ausbügeln, wegerziehen, ich werde ihn zum perfekten Mann machen, kein Problem, da gibt es doch nicht viel zu tun. Weiterlesen →

10. November 2014
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253 – Die Mama im Bett

Liebe Frauen,

Männer sind die Söhne ihrer Mutter.

Bild: Thomas Rowlandson

Ja, auch ihrer Väter, klar, aber habt Ihr schonmal von einem Vatersöhnchen gehört? Eben.

Nun gibt es jene Männer, die es nie von zuhause, sprich Hotel Mama wegschaffen, die alte Junggesellen werden und ihre Mutti hegen und pflegen, so lange sie dasselbe mit ihnen macht, ihnen kocht und die Wäsche macht und den Po abwischt … Gut, das vielleicht nicht, aber auch nur vielleicht nicht, man weiß es schließlich nicht so genau. Zum Glück aber habt Ihr, liebe Frauen, mit denen nur dann zu tun, wenn Ihr deren Mütter seid. Aber dann fallt Ihr nicht mehr in mein Ressort. Als mögliche Sexual- und Lebenspartner aber tauchen sie nur sehr selten auf dem freien Markt auf, es sei denn, man zählt die altfaderische Konditorei, wo sich Frau Mama mit ihren Freundinnen zu Kaffee und Kuchen trifft, dazu, denn dorthin muss Sohnemann sie das eine oder andere Mal begleiten, wenn eine der Freundinnen auf dem Dachboden so eine alte und staubige, aber durchaus willige Jungfer gefunden hat, die noch vor Ablaufdatum unter die Haube gebracht werden muss. Aber zu denen zählt Ihr ja nicht, nicht wahr? Weiterlesen →

© Raoul Biltgen

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