Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

11 – Die Fitnessseiten

| 1 Kommentar

Liebe Frauen

Ich habe Euch nun schon in der letzten Zeit ein paar Dinge über uns Männer geschrieben, wie wir so denken und was wir vielleicht anders sehen, als Ihr das bisher von uns angenommen habt. Unter anderem habe ich Euch gesagt, dass wir auf die Frage „Findest du mich zu dick?“ zwar immer „Nein, natürlich nicht“ antworten, tatsächlich aber „Ja“ denken, allerdings mit dem Zusatz, dass es darauf gar nicht ankommt. Käme es darauf an, würden wir unsere Konsequenzen ziehen. Diese könnten sein: Euch verlassen oder Euch sagen, dass Ihr gefälligst ein wenig abnehmen solltet. Eure Konsequenzen müssten in dem Fall sein: Uns verlassen oder uns sagen, dass auch wir nicht wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten aussehen, also sollten wir mal zuerst etwas gegen die eigenen Wampen unternehmen. Und damit hättet Ihr sehr recht. All das passiert aber nur sehr selten zwischen Mann und Frau. Die Männer denken sich weiterhin: Ihr würden ein paar Pfund weniger auch ganz gut stehen, aber wurscht. Die Frauen denken sich weiterhin: Er findet mich zu dick.

Mit diesem grundlegenden Missverständnis zwischen den Geschlechtern wird die Menschheit wohl auch weiterhin leben müssen.

Aber! Dieses Missverständnis muss ja nicht auch noch jeden Tag weiter geschürt werden.

Dieses ganze Herumgetue mit dem Diätenwahn ist ein absoluter Humbug, ein Blödsinn, sinnlos, zerstörerisch, führt zu nichts anderem, als dass sich Frauen ihr Leben lang quälen für etwas, das niemand von ihnen verlangt hat. Außer natürlich, liebe Frauen, Ihr tut es für Euch selbst und nur für Euch, aber, mal ganz ehrlich, tut Ihr Euch diese Torturen wirklich nur für Euch an?

Ich sage: Nein, Ihr seid doch nicht alle von Natur aus Masochistinnen erster Klasse.

Aber was müssen meine ermüdeten Augen gerade auf der Internetseite erblicken, für die ich meine Erkenntnisse niederschreibe? Die Fitness- und Ernährungsseiten. Und was wird auf diesen Seiten lang und breit beschrieben? Eh klar: Wie man abnimmt, wie man sich in fünf Tagen die ideale Bikinifigur antrainiert, wie man die Weihnachtsfeiertage übersteht, ohne sich danach vorzukommen, als ob man gerade über Drillingen im achten Monat schwanger wär. Und falls man doch zu oft und zu tief in die Keksdose gegriffen hat, werden auch alle möglichen und unmöglichen Tipps und Tricks beschrieben, wie man die überflüssigen Kilos wieder los werden kann.

Warum?

Deshalb möchte ich mit meiner heutigen Kolumne nochmal von vorn beginnen:

Liebe für Frauen- und Sportmagazine schreibende Kolleginnen,

ich wünsche mir Artikel, die den Leserinnen sagen, dass sie schön sind, wie sie sind.

Ich wünsche mir Artikel, die den Leserinnen sagen, wie sie sich mit dem Gewicht, das sie nunmal haben, wohlfühlen können.

Ich wünsche mir Artikel, die den Leserinnen sagen, dass eine „ideale Bikinifigur“ nicht das gleiche ist, wie 40 Kilo bei einem Meter fünfundsiebzig.

Ich wünsche mir Artikel, die endlich damit aufhören, den Frauen unterschwellig mitzuteilen, was sie alles an sich und vor allem an ihrem Körper verbessern müssen, weil sie sonst nicht mehr dem jugendlichen, nein, dem kindlichen Schönheitsideal entsprechen, das die heutige, nach wie vor männlich geprägte Welt scheinbar von ihnen verlangt.

Bitte, macht uns Männern das Leben etwas leichter, macht mir mein Leben etwas leichter, indem Ihr ein Zeichen setzt, indem Ihr gegen den Trend geht, indem Ihr einfach nur eines sagt: Liebe Leserinnen, alles ist gut, macht Euch mal keine Sorgen. Und wenn Eure Männer das nicht einsehen: Schickt sie auf den Mond, wo sie hingehören.

Es würde nicht nur den Frauen, sondern auch den Männern, die auf der Erde zurückbleiben, ein Leben wie im Paradies bescheren. Na gut, vielleicht nicht ganz, aber es würde, glaube ich, doch einiges einfacher machen.

Euer Adam

Bild: Roger Rössing

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Ein Kommentar

  1. Ohne Scheiß Spitze Webpräsenz weiter solcherart genial Dingens

    joggen abnehmen

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© Raoul Biltgen

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