Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

112 – Der Sex mit der Ex

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

Wenn Beziehungen auseinander gehen, ist das in den meisten Fällen keine leichte Sache. Nur selten kommt es zu dem, was man so gerne in den Boulevard-Magazinen dieser Welt vernimmt, wenn sich mal wieder irgendwelche Promis getrennt haben und verkünden lassen, dass sie sich „im Guten“, „in Freundschaft“ oder ähnlich dazu entschlossen haben, künftig getrennte Wege zu gehen. Und auch der Vorsatz, „Freunde zu bleiben“ klingt zwar ganz toll, ist aber nichts, was man einfach mal so entscheiden kann, und dann klappt das auch.

Gründe für Trennungen gibt es genug, und ich will mich an dieser Stelle gar nicht darauf einlassen, welche Gründe zu welchen Schwierigkeiten führen können, Tatsache aber ist, dass man, bevor man sich getrennt hat, zusammen war. Und auch dafür hat es doch viele Gründe geben müssen, auch wenn man sie irgendwann aus den Augen verloren hat.

Und auch wenn Trennungen mit Schmerz und Leid verbunden sind, sind sie hin und wieder ganz einfach notwendig. Auch wenn man es in dem Moment vielleicht nicht wahrhaben will: Manchmal ist es einfach nur zu Ende. Und dann muss man einen Schlussstrich ziehen. Und dann geht es irgendwann auch beiden Beteiligten wieder gut. Und wenn beide das erkennen, können sie sich auch wieder auf einer Ebene treffen, die gut ist. Die ein offenes Miteinander ermöglicht. Die vielleicht auch erlaubt, sich an die schönen Zeiten zurückzuerinnern, an das, was man mal hatte, warum man sich geliebt hat, welche Eigenschaften der/die Ex hatte, die man geschätzt hat und die gegenüber den negativen Dingen eindeutig überwogen haben.

Und der Mensch neigt zur Nostalgie. Das wissen nicht nur jene, die längst vergessen haben, wie scheiße die Klamotten in den 80ern ausgesehen haben, und plötzlich Musik hören, die sie damals auf den unzähligen Bravo-Hits-Collections verschmäht haben. Auch wenn früher nicht alles besser war, so war’s doch auch nicht so schlecht, nicht wahr?

Und dann sitzt einem der Mensch gegenüber, mit dem man doch auch mal sein Leben geteilt hat. Und zu diesem Leben hat auch der Sex gehört. Und man war sich doch mal so vertraut, so nah. Und plötzlich ist alles Schlechte vergessen und man legt Nena auf oder die Eurythmics und es fühlt sich so bekannt an, wenn man sich in den Arm nimmt und küsst und…

Und schon landet man in der Kiste.

Und wenn man Glück hat, dann erinnert man sich in dem Moment, da man miteinander schläft, nicht daran, dass der/die Ex schon damals einfach nur schlecht oder langweilig oder einfallslos oder unfähig im Bett war, sondern dass dieser Mensch einen kennt, so gut kennt, dass er weiß, wie er sich anstellen muss, um Spaß zu haben und zu geben. Und man genießt es. Und man denkt nicht dran, dass der gleiche Mensch vielleicht mal wieder wie immer den Klodeckel nicht runtergeklappt hat, den Müll nicht runtergebracht hat, beim Essen schmatzt, beim Schlafen schnarcht, irgendwelche Macken hat, die einen aber sowas von nerven. Weil einen all dies nicht mehr kümmern muss, schließlich lebt man nicht mehr mit ihm/ihr zusammen. Im Grunde ist Sex mit der Ex das, was sonst nur ein One-Night-Stand bieten kann: Sex ohne Verpflichtung. Sex ohne Alltag. Einfach nur Sex. Nur mit dem Unterschied und immensen Vorteil, dass eben der/die Ex, weiß, was man will.

Aber ich möchte bei aller Schwärmerei doch auch zwei mögliche Gefahren nicht verschweigen:

1. Der Morgen danach. Das ist nämlich der Moment, da einem all das unter Umständen wieder einfällt, warum man nicht mehr mit diesem einen Menschen zusammen sein wollte. Oder dass man von diesem einen Menschen verlassen worden ist, schmählichst. Und dass dieser Mensch doch so vieles an sich hat, was man nicht mag und… Und mit dem hat man sich nochmal eingelassen? Ist man den von allen guten Geistern verlassen?

Was tun? Seht es als One-Night-Stand, da landet man doch auch das eine oder andere Mal mit jemandem im Bett, mit dem man sicher nicht eine Beziehung eingehen will. Bietet ein Frühstück an und meint es eben nicht ernst, wenn Ihr sagt: Ich meld mich dann mal.

2. Ihr habt Euch auf den/die Ex eingelassen, obwohl es einen Neuen/eine Neue gibt. Oder: Weil es einen Neuen/eine Neue gibt. Und weil sich in dieser Beziehung eben auch das eingeschlichen hat, was schon mal nicht so toll war. Und grad in diesen Moment war es früher dann doch immer besser.

War es nicht.

Was da zu tun ist, weiß ich leider auch nicht, denn fremd gehen mit dem/der Ex ist für den aktuellen Partner sicher noch scheißer als mit einem Fremden.

Ich kann Euch also nur wünschen: Fickt mit Euren Exen, wenn Ihr solo seid und nostalgisch und auf jeden Fall nicht mehr erwartet, als was es ist: Sex mit der/dem Ex.

Euer Adam

P.S.: An alle aktuellen Freunde meiner Exen: Nein, ich beziehe mich in diesem Text nicht auf kürzliche Geschehnisse, also beruhigt Euch wieder und macht vor allem Euren Angetrauten (und meinen Exen) nicht die Hölle heiß, es gibt keinen Grund dazu. Wirklich!

Bild: Thomas Rowlandson

Dir gefällt das? Dann sag's bitte weiter:

2 Kommentare

  1. Mir hat eine Frau erzählt, dass sie nach der Scheidung öfter mit ihrem Mann Sex hatte, als vorher.

    • kann ich mir durchaus vorstellen, dass das öfter vorkommt. Manchmal lähmen all die Verpflichtungen (tatsächliche oder vermeintliche) einer Beziehung derart, dass die Libido sich vertschüsst. Wenn aber all der Druck raus ist und man endlich einfach nur Sex miteinander haben kann, weil man gerne Sex hat, ohne das ganze Drumherum, dann lässt es sich auch vortrefflichst ficken …

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*

Captcha Captcha Reload


 

© Raoul Biltgen

Top