Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

118 – Der Privatporno

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Liebe Frauen,

das Internet macht es uns vor: Wir müssen uns unbedingt alle und ständig beim Sex selber filmen und das Resultat natürlich online stellen, damit auch wir reich und berühmt werden, so wie Paris Hilton, von der ja auch nicht wirklich irgendwer gesprochen hat, bevor man ihr Fickfilmchen bewundern konnte.

Oder sehe ich das falsch?

Ja, das tu ich. Denn Paris war auch schon vorher ein Sternchen, wen hätte es sonst interessiert, wenn diese recht dümmlich dreinschauende und vor allem plappernde Fischgräte sich von irgendeinem Typen durchpimpern lässt?

Na gut, wir müssen also unsere Privatpornos nicht online stellen.

Filme können wir aber trotzdem. Weil dann hat man auch später noch was davon. Sex auf Vorrat also. Und in müßigen Stunden des Strohwitwer- oder –witwentums erinnern wir uns an letzte Woche, ach ja, und schon wallen sie hoch, die Gefühle und… Wir legen einen kleinen Sologedenkakt hin.

Problem ist: Wenn die Beziehung irgendwann vorbei ist, weiß man, der (oder die) hat da doch noch dieses Video, auf dem man mich sieht, wie ich… Und was wird der jetzt damit anstellen? Wird er es nun doch noch hochladen? Man kennt sie ja, diese Seiten, auf denen Exen Sex mit ihren Exen zum Gaudium der anonymen Zuschauerschaft herzeigen. Gut, sind meistens gefakte Billigpornos, aber trotzdem, man weiß ja nie. Oder er zeigt es den Freunden und Bekannten. Oder er schaut es sich einfach nur zuhause selber an und holt sich dabei einen runter, wenn man aber so gar nicht will, dass er das tut.

Und dann sieht man ja auch meistens so Scheiße aus, auf solchen Handyvideos, das Licht stimmt nicht, die Haut ist fleckig und den Pickel am Arsch braucht man auch wie einen… Pickel am Arsch eben, und bin ich wirklich so fett?, ist meiner wirklich so klein?, warum haben wir damals nicht viel mehr Stellungen ausprobiert und rumgemacht und länger und besser und schöner und geiler und… Wie in Pornos sieht das ja gar nicht aus.

Spricht also vieles dagegen, sich selber beim Sex zu filmen.

Aber es spricht dann doch etwas dafür: Der Moment.

Ja, wir (und vor allem die Männer) sind visuell geprägte Wesen. Wir wollen sehen. Und dann ist man grad am lustig rummachen und man hat das Licht nicht (bitte nicht) ausgemacht und schaut an sich selber runter und sieht sich selber machen und tun und dann hält man ein kleines feines Gerät dazwischen und beschaut sich dasselbe auf einem kleinen feinen Monitor, und plötzlich kriegt das Ganze eine ganz neue Dimension, es kriegt etwas einerseits Distanziertes, andererseits aber auch irgendwie Geiles. Und die verschiedenen Einstellungen dürfen nicht vergessen werden. Wolltet Ihr, liebe Frauen, nicht immer schon mal sehen, wie es für den Mann aussieht, wenn er Euch von hinten nimmt? (Nein, bitte, ich will nichts hören von wegen fetter Hintern oder sowas.) Oder der Mann sieht, wie es aus Eurer Perspektive aussieht, wenn Ihr ihm einen blast. Einfach mal die Sichtweise ändern. Loslegen, sich dabei filmen, weitermachen, und sich dabei die gerade vergangenen fünf Minuten anschauen… Oder am nächsten Tag. Sich an sich selber aufgeilen. Das ist doch viel besser als jeder Porno, wo irgendwelche Darsteller so tun als ob. Erfreuet Euch an Eurem Körper und was Ihr so alles mit ihm anstellen könnt. Oder was mit ihm so alles angestellt werden kann.

Und wenn Ihr wirklich Angst habt, das Filmchen könnte in die falschen Hände oder auf den falschen Server gelangen, löscht es ganz einfach wieder, eine Taste, und weg ist es.

Und wenn Ihr dann irgendwann einmal den Gedanken zulasst, dass Ihr dieses eine Mal, wann war denn das noch gleich?, vor drei Monaten im Urlaub, als es ganz spontan in der Badewanne vom Hotelzimmer losging?, noch einmal sehen wollt, dann wisst Ihr: Ihr könnt Euch auch das Löschen ab sofort sparen.

So lange es nicht am Diensthandy ist.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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