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132 – Das Warten

16. Juli 2012

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  • Liebe
  • Sex

Liebe Frauen,

Religion und Sex hängen gerne mal zusammen, weil sich die meisten Religionen das Thema Sex als grundlegenstes des menschlichen Daseins hernehmen. Und deshalb gibt es Regeln. Welche in manchen Religionen strenger, in anderen lascher befolgt werden. Dass sich die verschiedenen Religionen, ich denke an die jüdisch-christlich-muslimischen, nur in den Details unterscheiden, wird beim Jahrhunderte alten Streit, der schon oft zum Krieg und Tausenden von Toten geführt hat, herzlich ignoriert.

Und, dem Anlass meines Aufenthalts in Iran entsprechend, greife ich mal das Verbot, Sex vor der Ehe zu haben, als ein Beispiel heraus.

132 - das Warten | Adam sprichtJa, in der Tat, wie so viele andere Regeln und Gesetze hatte auch dieses mal einen Sinn. Und gar keinen so blöden. Durch die Ehe und den erst nach der Heirat vollzogenen Geschlechtsverkehr wurde die Frau geschützt. Wie? Ganz einfach: Wurde ein Kind gezeugt, musste der Mann die Verantwortung übernehmen und konnte sich nicht einfach so klammheimlich vom Acker machen und die junge Mutter alleine zurücklassen. Gut so.

Nur ist das heute anders. Und auch das ist gut so.

Und die alte Regel wird, so etwa hier in Iran, doch immer noch strengstens befolgt. Ein kurzer politischer Gedanke sei mir erlaubt: Ich bin davon überzeugt, dass Gesellschaften, die sinnlos gewordene Gesetze durch Zwang aufrecht erhalten wollen, früher oder später genau daran scheitern werden. Menschen tun Dinge, selbst wenn sie es nicht wollen, wenn sie ihren Zweck erkennen. Gibt es den nicht, begehren sie dagegen auf. Aber das nur am Rande.

Ich behaupte nicht, dass in islamischen Ländern kein Mensch vor der Ehe Sex hat. Der Mensch hat seine Triebe, und denen folgt er, so oder so. Doch wenn die Strafen lebens- oder lebenserhaltungsbedrohlich werden, ist das… naja, es ist Scheiße. Erwachsene Menschen, Männer wie Frauen, wollen miteinander schlafen, das ist ihre Natur. Es nicht zu tun, ist eine vom Menschen aufgezwungene Sache, die nicht ewig durchgezogen werden kann. Aber man bedenke, dass Heirat in vielen Ländern auch nach wie vor eine sehr teure Angelegenheit ist. Und dadurch wird auch Sex zu einer teuren. Und wie nennt man das, wenn man für Sex zahlt? Eben. Und Prostitution, in islamischen Ländern natürlich auch verboten, wird trotzdem praktiziert. Und jene, die nicht diesen Weg der Triebbefriedigung wählen? Die müssen warten warten warten.

Aber.

Ja, Ihr wisst, es kommt gerne mal ein aber.

Aber was ist, wenn man sich ganz bewusst dazu entscheidet, zu warten? Auf das erste Mal. Bei uns im Westen ist es ja wohl eher die übliche Vorgehensweise, dass man miteinander in der Kiste landet, und wenn der Sex gut war, sieht man sich beim gemeinsamen Frühstück wieder. Und lernt sich unter Umständen sogar kennen. Nein, sicher, ich habe nichts dagegen, wenn wer mit einem wildfremden Menschen schläft, warum sollte ich? Und ich habe auch nichts dagegen, wenn aus Sex mehr wird. Aber ist es nicht auch schön, wenn aus mehr Sex wird? Wenn das Warten auf Sex bis zum Exzess ausgekostet wird?

Als Teenager war das normal. Man hat sich kennengelernt und hat rumgeknutscht, bis die Zungen wund waren. Dabei hat man schon mal unter die Bluse, in die Hose gegriffen. Aber allein die Tatsache, dass weder bei ihr noch bei ihm ein störungsfreies Zimmer garantiert werden konnte, geschweige denn die Tatsache, dass man einfach nicht wollte, dass die Eltern mitbekamen, wie man aufs Zimmer verschwunden ist, wo man dann sehr sehr still sein musste, führte dazu, dass man sämtliche uneinsichtigen Parkbänke der Stadt kannte. Und sich mit den anderen Pärchen drum stritt. Und böse Blicke der Erwachsenen auf sich zog, wenn man mal hemmungsloser unterwegs war. (Ich selber wurde in meinem Stammlokal mal abgemahnt, aber das ist eine andere Geschichte …) Und in dieser Zeit wuchs der Wunsch nach der Erfüllung aller Träume ins schier Unermessliche. Und was für eine Offenbarung, als es dann passiert ist. Hoffentlich zumindest, es geht ja die Mär, dass es oftmals dann eher enttäuschend ist.

Was aber, wenn man das Nämliche als Erwachsener tut? Wenn man nicht warten muss, aber trotzdem das, worauf es ja abzielt, ein wenig nur hinauszögert? Freiwillig? Frei und willig? Wenn man sich erstmal kennenlernt? Wenn man wartet?

Ja, ein außergewöhnlicher Gedanke in der heutigen Zeit, ich weiß.

Aber wollen wir nicht alle ein wenig außergewöhnlich sein?

Eben.

Euer Adam

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0 Kommentare zu "132 – Das Warten"

    • von welchem Alter sprichst du? Ich glaube ja, dass man selbst in hohem Alter genießen kann, nicht wie die Karnickel übereinander herzufallen, sondern darauf zu zu gehen und jeden einzelnen Schritt bewusst auf und mit zu nehmen.

      • Das fortgeschrittene Alter kann man nicht so festlegen. Es gibt Menschen, die sind schon mit 50 alt. Mit 60 wird man ruhiger, aber die habe ich schon lange überschritten.
        Ich habe gerade mit einer Frau (75 J.) gesprochen, deren Freund 77 ist: \“Der ist fit! Sex ist das Einzige was gut funktioniert.\“
        Alle Untersuchungen sind eindeutig: Sex ist gesund für Körper und Geist und sorgt so gar für ein längeres Leben. Sex ist die einzige \“Droge\“ ohne Nebenwirkungen.

        • dass die Libido im Alter weniger wird, ist ja nur eine Legende. Unter der aber viele alte Menschen leiden, weil ihnen kein Sexualleben mehr zuerkannt wird. Also gut für die Dame und ihren Freund, mit der du gesprochen hast, dass ihnen niemand sagt, dass man im Alter doch vernünftig zu sein hat.

          • Die Libido wird im Alter wirklich weniger. Vielleicht wird man aber einfach nur ruhiger. Es ist nicht mehr wie in der Jugend: Hosen auf, Schlüpfer auf die Seite, zack zack.
            Zum Glück dauert des Sex jetzt länger und ist deshalb viel intesiver.
            Ich denke, dass die Potenz mit dem Lebenswandel zu tun hat.

          • Ruhiger ist das, was ich meine. Es verändert sich halt. Das heißt nicht, dass es weniger werden oder sogar verschwinden muss. Und dass plötzlich merkt, dass sich Zeit Nehmen durchaus Vorteile hat, ist ja auch sehr ok. Also wenn\’s um Sex geht, muss ich wirklich nicht wieder jünger sein.

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