Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

143 – Die Fickbekanntschaft

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

ist es wirklich so, dass Frauen Sex nur in Zusammenhang mit Liebe gut finden? Oder andersrum gefragt (da ich ja nicht für Euch, liebe Frauen, sprechen möchte): Können Männer tatsächlich Sex von der Liebe trennen? Geht es für Männer wirklich nur darum, ihre Lust zu befriedigen, egal wie? Egal mit wem? Hauptsache Loch?

Nun trete ich mal den Männern wie gewohnt mit aller Kraft auf die Zehen: Ja.

Und natürlich nehme ich es gleich wieder zurück. Nein, nicht alle Männer sind so. Aber doch viele. Oder sagen wir mal: Nicht alle Männer sind immer so. Aber doch die meisten. Männer spüren diesen Drang in sich, merken, wie sich was tut in der Hose, wollen befriediegt sein, wollen abspritzen, um wieder zur Ruhe zu kommen. Und sie wollen nicht nur, sie müssen. Immer wieder. Und vielen Männern geht es so, dass sie dies am liebsten mit dem Menschen ihrer Wahl erleben. Also mit der Partnerin oder dem Partner. Denn: Auch Männern gefällt es durchaus, Sex mit einem Menschen zu haben, dem sie voll und ganz vertrauen, den sie mögen, ja, lieben, dem sie Freude bereiten möchte, an dessen Freude sie ihre Freude haben. Sex in einer Beziehung. Doch ausschlaggebend ist „am liebsten“. Ist ihnen diese Möglichkeit verwehrt, drängt es trotzdem in ihnen. Und sie wollen diesem Drang nachgeben. Und die eigene Hand dazu zu benutzen ist den meisten zumindest auf Dauer dann doch zu fad. Zurecht. Also stürzen sie sich in One Night Stands. Sie gehen jede Woche, jeden Abend auf die Piste, wie es so schön in den 80ern hieß, und reißen Frauen auf, die sie eine Nacht lang genießen, um tatsächlich nichts anderes zu haben, als den Körper, den sie brauchen, um ihrem rein egoistischen Verlangen nachzukommen. One Night Stands haben nichts mit Nächstenliebe zu tun. Höchstens noch, um den Jagdinstinkt zu befriedigen. Frauen erlegen und ihre Höschen als Trophäen an die Wand nageln.

Doch Männer sind auch bequem. Und die Jagd mitunter anstrengend. Besonders da nur die wenigsten Männer solche Typen sind, die nur mal mit den dicht bewimperten Augenlidern klimpern und den Bizeps anspannen müssen, dass ihnen die Frauen reihenweise in die Kiste folgen, so wie einst die Ratten dem Rattenfänger in den todesbringenden Fluss. Die meisten Männer sind einfach nur Durchschnitt. Sonst wär es nämlich nicht der Durchschnitt. Und diese Männer müssen sich alle Mühe der Welt geben, Frauen herumzukriegen. Doch Männer sind erfinderisch, besonders wenn es darum geht, zu einer Fickgelegenheit zu kommen. Was wäre also besser, als eine Frau am Start zu haben, die jederzeit bereit ist? Die man nur mal eben schnell anrufen muss, und schon trifft man sich, fällt übereinander her, steckt ihn ihr rein (ja, derb, aber so ist es), kommt und geht. Plug and play. Immer wieder. Keine durchzechten Nächte in irgendwelchen Aufreißerbars. Nicht immer wieder neue halblustige Anmachsprüche sich einfallen lassen. Nicht immer wieder das ganze große Schauspiel abziehen, um zum Schuss zu kommen. Ja, das wär schon nett.

Daraus können sich fickende Freunde ergeben (siehe den entsprechenden Text meinerseits). Daraus kann sich aber auch nur fickende Bekannte ergeben. Ist ja sogar noch einfacher. Keine Verpflichtungen, nichts, ich mein, Freundschaften aufbauen und pflegen und so kann ja auch mitunter Kraft und Zeit in Anspruch nehmen. Und mit einer Freundschaft ist ja dann doch irgendwie eine Verpflichtung verbunden. Nein, ficken, aus, ist doch gut. Und bis zum nächsten Mal.

Ist das gut?

Wenn man dem Film „Intimacy“ glaubt, nicht immer unbedingt, denn irgendwann funkt dann doch dieses Ding Liebe dazwischen. Oder was man für Liebe hält.

Aber es soll sie geben, die Fickbekanntschaften, die Unterleibszweckgemeinschaften. Denn sie bieten neben der reinen Befriedigung ohne Kosten und Mühen noch einen weiteren Vorteil: Man kennt sich ja dann doch irgendwie ein wenig, und das spielt keine unwichtige Rolle, wenn es um Sex geht. Da muss man nicht einmal immer wieder aufs Neue irgendwelchen Sexpartnern erklären, was man besonders mag, man muss nicht Hände an die richtigen Stellen führen, den richtigen Rhythmus vorgeben, man muss auch nicht auf die Schnelle versuchen zu erkennen, was der andere mag. Denn man weiß es ja. Das heißt, es ist viel mehr möglich. Man kann viel mehr ausprobieren. Experimente wagen. Denn selbst wenn es schief geht, hat man ja wieder einen Versuch. Und wieder. Und wieder. Der Beweisdruck, was für ein toller Hengst man nicht ist, der doch nur dazu führt, dass man immer das gleiche Programm abspielt, mit dem man besonders erfolgreich zu sein glaubt, fällt weg. Mit anderen Worten: Wenn es um die reine Lustbefriedigung geht, umd darum geht es, wie gesagt, dann tatsächlich doch vielen Männern, gibt es im Grunde nichts Besseres.

Aber.

Dazu braucht es auch die passende Frau.

Und die muss man erstmal finden.

Und wenn ich jetzt mal davon ausgehe, dass sich viele von Euch, liebe Leserinnen, gedacht haben: Man sind die primitiv, diese Männer, dann stelle ich es mir gar nicht mal so einfach vor, eine Unterleibszweckgemeinschaftspartnerin zu finden.

Und ich glaube tatsächlich, dass es nur ganz ganz wenige Männer gibt, die sich sowas nicht auch mal wünschen würden. Mal. Für zwischendurch. Jedoch kaum für immer. Denn … Siehe Anfang: Auch Männer sind nur Menschen, und Menschen sehnen sich nach Liebe, nach Vertrauen, nach Nähe, die über die rein körperliche hinausgeht. Und dadurch erklärt sich der Titel des Films zu diesem Thema: „Intimacy“, denn die ist es doch, die am Ende fehlt.

Euer Adam

Bild: Peter Johann Nepomuk Geiger

Den in diesem Text angesprochenen Film „Intimacy“ kann man mit nur wenigen Klicks über den link auf der rechten Seite bei amazon bestellen.

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2 Kommentare

  1. lieber adam,

    ich verstehe nicht, warum du männer immer so herabwürdigst….männer sind doch keine unmenschen ;-)

    also ich als frau (und mit 38 jahren bin ich das inzwischen^^) empfinde es überhaupt nicht als primitiv oder ähnliches, was du da beschreibst….vielleicht liegt es auch daran, dass ich selbst eine frau bin, die so eine “freundschafts- und fickbeziehung” hat.
    ich finde daran überhaupt nichts verwerfliches….im gegenteil: ich empfinde das männliche triebverhalten als sehr erregend, ich fühle mich als frau auch nicht belästigt oder herabgewürdigt wenn ein mann mich anmacht oder mich als sexobjekt betrachtet…..

    es ist doch ein kompliment für mich als frau – denn es bedeutet: ich werde begehrt…. und was will eine frau mehr, als begehrt zu werden (jetzt rein sexuell gesehen)?
    es zwingt mich ja niemand dazu, sex zu haben – das weibchen wählt den sexpartner :-)

    ich könnte hier ewig weiterschreiben, aber das würde den rahmen sprengen…ich denke, du weißt, was ich damit sagen will ;-)

    lg

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© Raoul Biltgen

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