Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

166 – Der Privatstrip

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Liebe Frauen,

Bild: Félicien Rops

nein, ich werde jetzt nicht von jenem Erlebnis erzählen, wie ich, elegant aus der Hose schlüpfen und zu einer nackten Frau aufs Bett hüpfen wollend, im Hosenbein hängengeblieben bin, daraufhin das Gleichgewicht verloren habe, drohte, äußerst unelegant mit dem Gesicht nach vorne auf den Boden zu fallen, mich, um dieses zu vermeiden, am nächstgelegenen dazu nützlich erscheinenden Etwas festhielt, merkte, dass es die Gardine war, welche ich mit meinem Körpergewicht niederriss, so dass ich am Ende halbnackt unter derselben niedergestreckt jedwede Hoffnung auf Sex verlor. Sie aber, die Frau, welche mich dabei beobachtet hatte, bekam einen Lachnanfall.

Na schön, jetzt habe ich es doch erzählt. Also kann ich auch sagen, wie’s weiterging: Trotzdem mit Sex, auch wenn dieser ab und an von einem Lospruster ihrerseits unterbrochen wurde.

So. Worüber ich eigentlich etwas von mir geben wollte: Privatstrip. Wenn es also Menschen dazu verleitet, es jenen Tänzerinnen gleichzutun, welche in den dafür berühmten und ebenso berüchtigten Etablissements dieser Welt gekonnt lasziv und aufreizend die Hüllen fallen lassen. Dies passiert meistens so, dass es die Frau ist, welche für ihren Mann einen Strip hinlegt. Weil es so in den Frauenmagazinen dieser Welt steht: Männer stehen auf Strip, also, Frauen, tut es. Ihm zuliebe. Damit ihr ihn halten könnt. Und so. Und so ein Schwachsinn. Wenn Ihr, liebe Frauen, Euren Mann nur deswegen nicht halten könnt, weil Ihr Euch nicht für ihn zum Affen machen wollt, indem Ihr stript, dann lasst es und ihn. Davon abgesehen aber stehen Männer sehr wohl drauf, wenn Frauen sich nackig machen. Und ganz besonders dann, wenn sie wissen, dass die Frau es nur für sie tut. Denn darin liegt auch immer ein Versprechen: Sex. Warum sollte man sich sonst seiner Kleider entledigen?

Und, ja, es stimmt, dass Männer drauf stehen (und ich schätze mal, nicht nur die Männer), wenn man sich nicht einfach mal schnell vorm Ficken der Schlabberhose entledigt und mit dem Fuß in die Ecke kickt, T-Shirt weg, rauf aufs Wild und ab. Nicht dass selbst das auch mal ganz gut sein kann. Oder opportun. Aber. Aus dem Ausziehen ein Spiel machen, das hat natürlich was, es reizt, es macht geil. Nicht einfach sich präsentieren, nein, sich Zeit lassen. Und vielleicht auch wieder verdecken. Dem Partner den Mund wässrig machen. Ihn locken und dann doch nicht ranlassen. Aber merkt Ihr was? Ihr, die Ihr einen Privatstrip hinlegen wollt, habt den Profis gegenüber einen riesigen Vorteil: Ihr könnt das Versprechen auf Sex auch einlösen. Was die Profis nicht immer können. Und Ihr habt es in der Hand, wann Ihr dieses Versprechen einlöst.

Nun könntet Ihr meinen, Ihr hättet aber auch einen großen Nachteil, nämlich den, keine Tänzerinnen zu sein. Wenn Ihr keine seid, dann, ganz ehrlich, tut nicht so, wie wenn doch. Mit anderen Worten: Nein, Ihr müsst Euch keine Stripstange ins Wohnzimmer pflanzen lassen, um Euch daran zu räkeln, denn es wird, ich versichere es Euch, in den allermeisten Fällen nicht so ausschauen, wie Ihr hofft, dass es ausschaut. Oder wie der Mann hofft, dass es ausschaut. Oder wie es eben bei den Profis ausschaut. Also macht was anderes. Es geht nicht um den Tanz, es geht ums Ausziehen. Und das kann man auf manigfaltige Weise. Dazu braucht man keine teuren Dessous, keine schmalzige Musik, kein gedämpftes Licht. Nur ein Beispiel: Küchentisch.

Ja, genau, Küchentisch. Ihr sitzt Eurem Mann gegenüber und tragt einen Rock. Und irgendwann, wenn er grad schaut, greift Ihr mit beiden Beinen unter die Tischplatte. Er weiß nicht, was Ihr tut. Und wenn Ihr die Arme wieder nach oben hebt, werft Ihr ihm das gerade ausgezogene Höschen hin. Auch das ist ein Strip. Oder, bleiben wir am Frühstückstisch: Morgenmantel, was für ein wunderbares Ding, welches man wie ungewollt so aufgehen lassen kann, dass eine Brust zu sehen ist. Die Stripperinnen machen im Grunde nichts anderes. Seid Euch einfach nur bewusst, was Ihr gerade zeigt oder eben nicht zeigt, wenn Ihr ein Kleidungsstück ablegt. Wenn’s das Höschen unter dem Tisch ist: Ihr zeigt nichts, aber er weiß, Ihr seid nackt. Wenn’s der Morgenmantel ist: Ihr wisst, dass er denkt, Ihr wisst es nicht.

So, ab jetzt überlass ich Euch Eurer Phantasie, ich bin mir sicher, Euch wird noch das eine oder andere einfallen, wie Ihr einen Strip hinlegen könnt, der alles gekonnte oder ungekonnte Rumgehampel an der Stange in den Schatten stellt.

Und wenn Ihr hinfallt … Na und? Wer sagt, dass ein Strip was Ernstes sein muss?

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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