Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

167 – Die Mutti und die Bitch

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Liebe Frauen,

Bild: Heinrich Lossow

gerne wird ja behauptet, dass Frauen ihr Leben lang nach einem Mann suchen, der wie ihr Vater ist, und Männer nach einer Frau, die wie ihre Mutter ist. Wie sich das bei den Frauen verhält, weiß ich nicht, das müsst Ihr mir sagen, aber was die Männer angeht: Ja, klar, was denn sonst?

Iiiiih, sagt Ihr jetzt. Und iiiiih, denkt Ihr jetzt, da Ihr Euch gerade die Mütter Eurer Männer vorstellt und Euch natürlich sofort alles das einfällt, das Ihr auf keinen Fall sein wollt. Deswegen lasst Euch beruhigen und mich ein wenig ausholen.

Männer wollen Muttis. Weil Männer das so gewohnt sind. Weil es hat ja immer die Mutti gegeben, die ihnen den Brei gekocht hat, ihnen den Arsch gewischt hat, unter ihren Füßen den Boden gewischt hat … Und die Männer waren, als Kinder, die Könige der Welt. Und wer will das nicht? Und da die Männer gelernt haben, dass das die Mama macht, können sie sich gar nicht anderes vorstellen, als dass diese Rolle von der Frau übernommen wird. Und es werden weiterhin lustig und zufrieden alle Klischees der 50er Jahre-Familie in die Zukunft geführt und die Welt dreht sich wie gewohnt um die eigene Achse.

Was nicht heißt, dass Ihr, liebe Frauen, da mitspielen müsst. Seid Euch nur bewusst, wogegen Ihr Euch auflehnt, wenn Ihr das denn tun wollt, und Euch weigert, den Küchendienst zu übernehmen, und den Putzdienst. Und die Kindererziehung. Und das Pampern in allen Lebenslagen.

Und es gibt natürlich auch Abweichungen von diesem einen Muster. Manche Männer kochen gern, andere sind gern Väter, wieder andere wischen sich selber den Arsch. Oder anders formuliert: Es soll tatsächlich Männer geben, die Frauen nicht als ihre persönlichen Sklaven ansehen, sondern als gleichberechtigt. Und trotzdem muss man auch da aufs Detail achten, denn auch hinter dem aufgeklärtesten männlichen Exemplar können sich noch ganz ganz alte Verhaltensmuster verbergen.

Und vor allem geben es nur wenige Männer zu, dass es das ist, was sie sich wünschen. Stattdessen stehen sie, heimlich oder unheimlich, auf die Bitch. Sie wollen was Verruchtes fürs Bett, eine Frau, die ihre Sexualität auslebt, die weiß, was sie will, die dieses gewisse Verhurte an sich hat, das Frivole, das Verbotene. Männer wollen also eigentlich mit Nutten schlafen.

Echt jetzt?

Nein.

Ja, schon, manche, aber nicht jetzt im Allgemeinen und immer.

Denn Männer wollen beides. Sie wollen die Mutti und die bitch, sie wollen eine Frau, die sie umsorgt, und eine, die es ihnen zeigt, sie wollen die liebevolle Mama, die ihnen den Arsch auswischt, und die strenge Erziehungsberechtigte, die ihnen den Arsch verdrischt.

Und das ist das Problem: Dass es das nur sehr selten in einer Person gibt. Denn die Mutti wird allzuschnell langweilig, wenn sie nicht auch mal verrucht ist, die bitch aber ist nichts für den Alltag.

Oder gibt es das etwa doch? Ist es etwa das, was die Männer in den schlechtgemachten Hausfrauenpornos suchen? Oder in kurzberockten Krankenschwestern? Das beim Kochen von hinten genommene Hausmütterchen, weil sie unter ihrer braven Schürze keine Unterwäsche trägt?

Liebe Frauen,

ja, wir Männer machen es Euch nicht einfach, weil es eben nicht funktioniert, wenn Ihr das eine oder das andere seid. Seid beides. Und zwar im richtigen Moment. Und die Männer werden Euch zu Füßen liegen.

Euer Adam

P.S.: Nein, natürlich möchte ich damit nicht sagen, dass Ihr nur Mutti und bitch sein müsst/könnt/dürft, sondern auch noch Freundin, Geliebte, Kumpel …

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© Raoul Biltgen

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