Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

184 – Das Schnarchen

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Liebe Frauen,

nun schreibe ich schon so lange über Männer und ihre Marotten, und dabei habe ich doch komplett vergessen, auf dieses eine und männlichste aller männlichen Merkmale einzugehen: das Schnarchen.

Bild: M. Koch & O. Rieth

Männer schnarchen, Frauen nicht. Das ist allgemein bekannt und wer möchte sich dieser Tatsache widersetzen? Niemand, eben, geht ja auch gar nicht, manches ist, wie es ist, daran ist nicht zu rütteln.

Denn Frauen, diese zarten Geschöpfe, üben Rücksicht selbst im Schlaf, sie wissen, wann sie sich nicht in den Vordergrund zu drängen, still zu sein haben, ist doch klar, denn Frauen sind Damen und Damen haben es im Blut und in den Genen, was sich gehört und was nicht.

Nicht wahr?

Männer aber, diese ungehobelten Urmenschen, die greifen sich auf offener Straße in den Schritt und rotzen in den Gulli und rülpsen anderen Menschen ins Genick und sind laut und unverfroren und schnarchen, was das Zeug hält, laut und unerbittlich, egal wen sie damit stören, es ist ihnen egal, denn schnarchen ist, was ein Mann tut, wenn er schläft, er schnorchelt und brummt und gurgelt und trompetet, er zeigt selbst dann, wenn er es gar nicht mehr bewusst machen kann, was für ein Mann, Stier, Hengst, Bär er ist und dass ihm niemand das streitig machen kann, und wer’s versucht, der wird an die Wand gepustet, da kennt der nix. 

So ist es doch.

Oder?

Oder was?

Oder gibt es vielleicht doch auch schnarchende Frauen?

Neinnein, niemals.

Oder Männer, die nächtens kein Blasmusikkonzert geben.

Warum sollte es sowas geben?

Eben.

Eben deshalb komme ich mir dann schon fast blöd vor, wenn ich gezwungenermaßen mit zwei anderen Männern in einem Raum zu schlafen genötigt bin, die sich gegenseitig in nichts nachstehen, was das Tuten und Hupen und Tröten und Flöten angeht, während ich mir Kissen und Finger und Bettzeug und anderes in die Ohren zu stecken versuche, um auch ein Minütchen Schlaf zu ergattern, kurz nur, wenn die beiden zufällig gleichzeitig eine kurze Pause einlegen, in der sie gar nicht atmen, zu ersticken drohen, wurscht, sollen sie, jetzt ist der Moment, jetzt oder nie, zum Einschlafen.

Zu spät.

Da kriegt man doch Komplexe. Wenn man selber kein Schnarcher ist. Oder nur in Ausnahmefällen. Bei Schnupfen und verstopfter Nase zum Beispiel.

Mehr aber noch als darüber, warum ich nicht scharche und ob mir das meine Mannheit abspricht, frage ich mich, wie Ihr, liebe Frauen, die Ihr doch alle auf leisen Sohlen ins Träumeland entgleitet, dies fertig bringt, während Euer Göttergatte neben Euch liegt und ganze Urwälder darniedersägt.

Wie macht Ihr das?

Verratet mir Euren Trick, Ihr müsst doch einen haben, wie sonst könntet Ihr jemals einschlafen?, wie?, ohne Eurem Mann ganz einfach des Nachts ein Kissen auf den offenhängenden Mund zu pressen, damit er endlich endlich endlich Ruhe gibt.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. Ich habe zwar derzeit keinen neben mir schlafenden Mann, aber ich hatte mal einen und, nein, es ist mir nie gelungen, “auf leisen Sohlen ins Träumeland zu entgleiten”, während er neben mir gesägt hat.
    Aber ich habe einen Trick gefunden, fernab von Gestoße und Gerüttel, der zumindest bei ihm gewirkt hat: Ich habe mich an ihn gekuschelt und ganz tief und gleichmäßig geatmet. Und, höre und staune, sein Atem hat sich meinem angepasst und das Schnarchen war vorbei! Können geplagte Frauen gerne mal ausprobieren. Ich kann keine Garantie geben, aber bei mir hat es damals geklappt!

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© Raoul Biltgen

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