Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

188 – Der Incubus

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

nicht nur Männer hatten immer schon feuchte Träume, nein, auch die Frauen.

Bild: Johann Heinrich Füssli

Und nicht nur Männer haben versucht, sich ihre feuchten Träume zu erklären. Oder sich dafür zu entschuldigen. Oder sie mit ein wenig goth-Getue aufzupeppen, nein, auch die Frauen.

Und deswegen gibt es nicht nur den Succubus, den weiblichen Dämon, der nächtens die Männer besteigt, es gibt auch den Incubus, die männliche Version also, welche es mit den Frauen treibt, während die schlafen.

Der Nachtmahr.

Doch während auf meiner Recherche durchs weltwilde Netz recht viele recht sexy Succubi aufgetaucht sind, und durchaus auch in modernen Versionen mit Manga-Mandel-Augen und Latex-Unterwäsche, statt wallenden Gewändern in Weiß durch die Nacht geisterten, fand ich nur wenige Darstellungen des Incubus. Und, ich muss es so sagen, die kleinen Gnome, die mir da untergekommen sind, strahlen jetzt nicht unbedingt besonders viel Sex Appeal aus.

Ist das also wieder so eine Art Diskriminierung? Dürfen nur wir Männer von den geilsten Vamps der Unterwelt beglückt werden, und Ihr müsst Euch mit behaarten, stinkenden, anzüglich grinsenden Wesen aus dem Gulli der Unterwelt abgeben? Warum? Weil die Vorsehung es so gewollt hat? Weil Gott ein chauvinistisches Arschloch ist? Weil die Künstler immer Männer waren und Euch keinen strammen Hengst mit ebensolchem Gerät gegönnt haben? Weil sie neidisch waren? Weil sie selber vielleicht gar nicht von der erträumten Dämonin heimgesucht wurden, sondern von einer verschrumpelten alten Hexe mit ausgelutschten Titten und Mundgeruch, der einen Eindruck vom Schwefelgestank des Teufels vermittelte?

Oder ist das Euer Phantasie, wenn Ihr Euch vorstellt, es kommt einer über Euch, während Ihr schlaft?

Ehrlich?

Sowas?

So ein Affe?

So ein Untier?

Davon träumt Ihr des Nachts?

Ach so, nein, natürlich nicht, Ihr wollt uns das nur verklickern, dass Ihr von solchen Biestern heimgesucht werdet, und dass Ihr deshalb verständlicherweise auch gar keinen Spaß daran habt, dass es tatsächlich Nachtmahre und Albträume sind, die Euch verfolgen und schweißgebadet aufschrecken lassen. Aber in Wirklichkeit ist Euer Incubus sowas wie Brad Pitt oder George Clooney oder ähnliche Teufelswesen, und der Schweiß ist jener der Lust und das Stöhnen keinesfalls aus Angst oder gar Pein. Aber das dürfen wir mal wieder nicht wissen. Weil wir ja dann eifersüchtig wären. Und uns minderwertig fühlen würden. Weil wir uns immer minderwertig fühlen. Weil wir an nichts anderes denken, als dass wir Euch nicht zur Genüge befriedigen können. Weil wir …

Jammern.

Pff, ist mir doch wurscht, wie Euer Incubus so ist, mein Succubus ist auch viel besser als Ihr, ha, und da könnt Ihr aber gar nichts machen, ätschibätsch.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. Lieber Adam,
    mag sein, dass deine Therorie mit der Eifersucht und den männlichen Künstlern stimmt.
    Frau liest einfach mal die Sätze dazu und weiß dann, dass der “Teufel” doch immer in der Gestalt erscheint, wie er gewünscht wird. Männer wünschen Ihn uns Frauen also klein und biestig… Spielverderber!
    Es gibt allerdings auch Männer, die Ihn uns gönnen, so befriedigend und lecker, wie wir Ihn uns wünschen ;-)
    Da sag ich doch nur herzlichen Glückwunsch wenn Mann eine Frau erwischt die sich auch von einem Incubus zu nehmen weiß was sie will ;-D

    Vielleicht ist es aber auch einfach nur so, dass Männer Ihre Phantasie einfach viel besser malen oder darstellen können als Frauen, die ja “brav” sein sollen…

    • Incubus-malende Männer können nicht anders, als ihren unbezwingbaren Konkurrenten als “klein und biestig” darzustellen. Würden sie ihn so malen, wie Frauen ihn sich wünschen, würden sie drauf kommen, dass im Vergleich dazu sie “klein und biestig” sind :-P

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© Raoul Biltgen

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