Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

190 – Die Sexbildchen

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Liebe Frauen,

unter Teenagern gibt es einen neuen Trend.

Gut, es gibt alle zwei Wochen einen neuen Trend, ganz besonders unter Teenagern, und mit Smartphone ist es ja kein Wunder, dass es neue Trends gibt, schließlich wollen die diversen App-Hersteller Geld verdienen. Aber dieser Trend hat erstmal nichts mit Geld zu tun. Sondern mit Sex. Und deshalb schreibe ich darüber.

Teenager schicken sich längst keine SMSen mehr, ist voll Nuller Jahre. Sagt man das so? Keine Ahnung. Sie chatten auch nicht, und sie schicken sich auch keine Nachrichten per Whatsapp, nein, sie schicken sich Bilder. Das sehr wohl per Whatsapp, wer zahlt heutzutage noch für MMS? Und zwar schicken sie sich nicht etwa Bilder von Katzen (die landen auf Facebook) oder Essen (die landen ebenfalls auf Facebook) oder Wohnungseinrichtungen (die landen auf Pinterest). Sie schicken sich Fotos ihrer Geschlechtsteile.

So einfach ist das.

So einfach?

Leider ja.

Leider?

Ja.

Denn die Gefahr ist groß, dass diese Bilder, die doch eigentlich nur zur Aufgeilung des Liebsten gedacht sind, allzu schnell auf dem Handy des besten Freundes und der Klasse und der Stadt und der Welt landen. Mit dem Titel: Die Titten meiner Freundin. Oder: Die Muschi meiner Ex. Oder Schlimmeres. Und ich erwähne hier Weibliches aus einem bestimmten Grund: Mädchen sind einfach öfter betroffen. Weil Jungs keine Fotos ihrer Schwänze rumschicken? Oder weil Mädchen keine Fotos von den Schwänzen ihrer Freunde haben wollen? Und wenn sie sie haben, weil sie sie gleich wieder löschen? Weil sie nicht wollen, dass diese Bilden auf ihrem Handy gefunden werden könnten, etwa von Mama, die doch nur eine Telefonnummer raussuchen wollte? Im Gegensatz zu den Jungs, die stolz drauf sind, dass sie möglichst viele solche Sexbildchen auf ihrem Teil haben. Auf ihrem Handy.

Was ich den Teenagern sage?

Tut’s nicht. Ja, Ihr glaubt, das ist die Liebe Eures Lebens, der Euch auffordert, eine Großaufnahme Eurer Schamlippen zu senden, aber trotzdem kann es passieren, dass er das Foto rumzeigt. Und Vertrauen? Einem bepickelten Möchtegerncasanova? Echt? Nicht wirklich. Und wenn Ihr es denn unbedingt tun wollt, dann macht das Foto wenigstens so, dass Ihr nicht darauf zu erkennen seid. Also kein Gesicht. Oder typische Kleidung. Oder als Hintergrund Euer Kinderzimmer. Oder Euer Hamster. Dann sollten wirklich nur ein paar Genitalien zu sehen sein. Weil das können im Fall des Falles die von jedem sein. Das soll er dann mal beweisen, dass die grad Eure sind. Da lohnt sich dann auch unter Umständen ein anonymes Versenden mit MMS (Nummer unterdrücken), statt in Whatsapp, wo’s natürlich im Dialogfenster klar der Absenderin zuzuordnen ist.

Übrigens könnt Ihr, liebe Mädels, natürlich gerne im Gegenzug Fotos von den Penissen Eurer Freunde verlangen, nur werden sie etwa als Druckmittel „Wenn du meine Bilder zeigst, zeig ich deine“ kaum Wirkung haben. Denn Jungs sind meistens nicht nur stolz, Bilder von nackten Mädchen zu besitzen, sie sind auch stolz, wenn die Mädchen Bilder von Ihren Penissen haben wollen. Also haben sie in der Regel auch weniger ein Problem damit, wenn die Bilder die Runde machen. Weil das sind ja dann Beweise, wie viele Mädchen ihreSchwanzbildchen haben wollten. Weshalb sie sie auch mal ungefragt verschicken.

Ach ja: An erwachsene Männer niemals nie nie nie und auf keinen Fall was schicken. Nix. Egal wie vertrauensselig sie sich geben. Oder überhaupt wem Fremdem.

Das also von mir altem Sack als Warnung.

Aber genug der Moralkeule, denn liebe Frauen, ich bin kein Teenager mehr. Heißt das, dass ich sowas nicht tue? Dass Erwachsene sowas nicht tun?

Im Gegenteil.

Und Erwachsenen Männern und Frauen sag ich: Tut doch, was Ihr wollt, Ihr seid groß und alt und vor allem erfahren genug, selber entscheiden zu können. Und mit den Konsequenzen leben zu können. Das solltet Ihr zumindest sein. Und da liegt das Problem eher auf einer anderen Seite: Mit dem Handy selbstgeschossene Bilder sehen einfach nie so aus wie das, was man sonst so an hochauflösendem pornografischem Material kennt. Und dann sieht man Pickel und rote Flecken und Besenreißer und die Brüste sind nicht mehr so straff und der Penis nicht so groß und der Hintern, der hängt sowieso. Also, liebe Frauen, der eine oder andere Gedanke an die Ästhetik darf verschwendet werden.

Ansonsten wünsche ich viel Spaß.

Euer Adam

Bild: Wilhelm von Gloeden

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© Raoul Biltgen

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