Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

191 – Der Tussi

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Liebe Frauen,

über die Tussis dieser Welt habe ich ja, wie Ihr wisst, bereits ordentlich abgelästert. Gemeint waren allerdings nur die weiblichen Tussis. Es gibt aber auch männliche. Und die sind schlimmer.

Weibliche Tussis erkennt man schon von Weitem an ihrem exaltierten Gang auf überhöhten Stöckelschuhen, dazu kreischen sie, egal ob es dafür einen Grund gibt oder nicht. Ihre Frisuren sehen so aus, als ob sie sich stundenlang damit beschäftigt hätten, dass es genau so aussieht, wie es aussieht, und es sieht Scheiße aus. Nämliches gilt für ihre Fingernägel, die aus Plastik und etwa zehn Zentimeter lang sind und vor allem bunt angemalt und mit Steinchen versehen und glitzernd und für den normalen Hausgebrauch vollkommen ungeeignet. Was auch Sinn und Zweck ist, denn Tussis wollen nichts tun, wozu sie ihre Hände bräuchten.

Puh, ich merke gerade, wie schwer es mir fällt, nicht schon wieder über die weiblichen Tussis herzuziehen.

Also nochmal.

Männliche Tussis erkennt man leider nicht sofort. Denn Männer sind erstmal eher Machos. Oder Lullus. Oder Hausmänner, oder eh die Guten oder die Superhelden der Nation oder die Macher und Checker und so weiter. Und doch können all diese Männer auch Tussis sein. Innen drin. Das Perfide ist: Man erkennt es erst, wenn’s zu spät ist. Wenn man sich nämlich auf sie eingelassen hat. Denn dann erlebt man sie in Situationen, in denen sie ihr wahres Ich nicht mehr verbergen können. Und plötzlich zicken sie rum, wenn ihnen was nicht passt, dann verfallen sie in ein Motzstimmchen und verschränken die Arme und ziehen eine Schnute und sind beleidigt. Warum? Weil. Denn das gehört dazu zum Tussi Sein, dass man nicht sagt, warum man gerade eine ist. Das musst du schon selber wissen. Und wenn du’s nicht weißt, dann ist das deine Schuld. Ich meine, Hallo, liebe Frauen, mit wem rede ich gerade?, Ihr wisst doch, was ich sagen will, oder etwa nicht?

Wenn Ihr jetzt gedacht habt: Hä? Was will der Kerl? Keine Ahnung, wovon der redet, dann wisst Ihr es besser, als es Euch bewusst ist. Denn auch das ist Tussi Sein. Und so geht es eben auch den Männern. Niemals würde ein Mann zugeben, eine Tussi zu sein. Und bislang konnte er sich relativ sicher fühlen, dass ihm das auch nicht zum Vorwurf gemacht wird, denn, wie wir alle wissen, Tussi ist weiblich.

Ist es nicht.

War es nie.

Es gibt ihn, den Tussi, und zwar öfter, als man denkt.

Und Ihr, liebe Frauen, wisst das längst, habt Ihr doch jeden Tag mit ihm zu tun.

Warum ich Euch dann davon erzähle?

Um Euch hiermit offiziell die Erlaubnis zu geben, Eure Tussenmänner auch so zu bezeichnen, wenn sie sich mal wieder so geben. Er wird sich wehren, er wird empört die Arme in die Hüften stemmen und sagen: Ich doch nicht. Und Ihr werdet Euch ins Fäustchen lachen, denn welch schöneres Bild für einen Tussi gibt es, als eben dieses.

Euer Adam

Bild: Louis-Léopold Boilly

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© Raoul Biltgen

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