Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

192 – Der Damenbart

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Liebe Frauen,

ich befürchte, wenn ich mich mit dem Thema Damenbart beschäftige, dass ich mich in die eine oder andere Nessel setze. Oder in das eine oder andere Fettnäpfchen trete. Oder wem zu nahe. Oder.

Oder hat mich das bisher nie davon abgehalten, trotzdem drüber zu schreiben.

Also: Der Damenbart.

Ja, ich weiß, dass es da ein paar Frauen gibt, die einen relativ starken Bartwuchs haben und diesen mit Stolz vor sich her tragen. Das ist für mich vollkommen in Ordnung. Wenn es für sie in Ordnung ist. Wenn sie es schön finden. Meinetwegen sogar wenn sie damit etwas zum Ausdruck bringen wollen. Nämlich dass sie sich nicht irgendwelchen Schönheitsidealen beugen und sich jeden Tag das Kinn rasieren, nur weil Damen keinen Bart zu haben haben. Und zupfen, das tut doch weh. Das ist für mich vollkommen in Ordnung.

Aber schön finde ich es trotzdem nicht.

Und ich finde, ich habe das Recht, etwas nicht schön zu finden. Auch wenn ich Dinge schön finde, die, wie in diesem Fall, mit dem gängigen Schönheitsideal übereinstimmen. Das ist halt, ja eben, Geschmackssache. Der Geschmack der Mehrheit. Wenn man einen anderen hat, gut. Wenn nicht, auch gut.

Ich weiß, wie nervig das sein kann, wenn einem Haare im Gesicht sprießen, ich bin ein Mann. Und ich hasse es, mich zu rasieren. Nun habe ich den Vorteil, dass ich das nicht muss, wenn ich nicht will. Aber es gibt auch andere Stellen, an denen Haare sprießen, wo ich sie überhaupt nicht mag. Am Rücken zum Beispiel. Und ich schätze, Ihr werdet mir recht geben, dass Frauen Haare am Rücken nur selten attraktiv finden. Und die Meinung vertreten werden, dass diese Haare ab gehören. Dieser Meinung bin ich auch. Und nicht, weil ein unbehaarter Rücken dem Schönheitsideal entspricht, sondern weil ich selber Haare am Rücken nicht schön finde. Also stehe ich vor der gleichen Situation wie die Frauen, denen Haare an Kinn und an den Wangen wachsen: Ich muss mich darum kümmern, dass sie weg kommen. Gut, Haare im Gesicht sind sichtbarer als jene am Rücken, aber es ist Sommer (noch) und auch ich geh gerne mal ins Freibad. Und die Haare am Rücken sind nur ein Beispiel. Und es gibt vieles, da kann man nichts dagegen tun. Ob es nur mir, einem anderen oder den meisten um mich herum gefällt.

Ich finde es richtig, wenn man sich nicht den Schönheitsidealen beugen will. Schönheitsideale sind vergänglich. Aber ich empfinde es nicht als meine Verpflichtung, mich gegen ein Schönheitsideal zu stellen, nur weil es eben gerade ein Schönheitsideal ist. Deshalb plädiere dafür, mehr seinen eigenen Geschmack zu erkunden. Und ihm zu folgen. Und dann darf ich mir als Frau auch wieder ruhigen Gewissens Sorgen darum machen, dass mein Kinn stoppelig wird. Oder mein Rücken als Mann. Oder sonstwas eben.

Und dann muss auch ich nicht mehr bangen, irgendwem zu nahe zu treten, wenn ich sage: Liebe Frauen, Damenbart? Man kann was dagegen unternehmen. Tut es.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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