Liebe Frauen,
Nachdem ich letztens mit meiner, nein, einer Freundin Anne gesprochen habe, und sie mir mal wieder Löcher in den Bauch gefragt hat, warum Männer so sind, wie sie sind, und was frau daran ändern kann, ist mir eines klar geworden:
Das, was ich hier in dieser Kolumne tu, Euch, liebe Frauen, die Männer zu erklären, ist genau das, was sonst der beste (männliche) Freund tut.
Nun ist es aber so, dass sehr oft der beste (männliche) Freund einer Frau schwul ist (das kennen wir ja aus den diversen Hollywood-Filmen, nicht wahr?), und schwule Männer haben einen großen Nachteil als bester (männlicher) Freund einer Frau: Sie stehen selber auf Männer. Das heißt: Sie haben selber ihre Probleme mit Männern. Da Frauen aber vor allem wissen wollen, wie heterosexuelle Männer ticken, brauchen sie eben auch einen heterosexuellen besten (männlichen) Freund. Und die sind selten gesät. Warum? Ist es der Sex, der immer und immer wieder im Weg steht? Oder gibt es da noch etwas anderes, das der Freundschaft zwischen Mann und Frau im Weg steht?
Ich glaube, das Problem ist, dass Frauen beides wollen: Sie wollen, dass der Mann offen und ehrlich ist, dass er sagt, was er denkt und fühlt und vor allem, warum er das denkt und fühlt, was er gerade denkt und fühlt. Das fällt aber den meisten Männern schwer, weil sie ja zugleich das zweite Kriterium erfüllen wollen, was die Frauen an sie stellen: Männer sein, geheimnisvoll sein, was weiß ich.
Und so langsam weiß ich immer mehr aus eigener Erfahrung (durch das Schreiben dieser Kolumne), dass beides ganz einfach nicht geht: Je mehr ich über die Männer preis gebe, und damit natürlich auch zu einem großen Teil über mich selbst, desto weniger sehen die Frauen, mit denen ich rede, einen potentiellen Partner in mir. Ich bin irgendwann nur mehr der schwule Freund, der also sexuell uninteressant ist, aber trotzdem mehr Insiderwissen zu verkaufen hat, als ein tatsächlich schwuler Freund. Die Frauen fragen mich nicht nach meiner Meinung, weil sie an mir interessiert sind, sondern weil sie mit meiner Hilfe ihre Probleme mit all den anderen Männern besser in den Griff zu bekommen gedenken. Natürlich hoffe ich, dass ich tatsächlich in dieser Hinsicht eine Hilfe sein kann, aber wer guckt in die Röhre? Genau, ich, denn wenn ich den Frauen gesagt habe, wie sie eine SMS so formulieren sollen, dass der Empfänger dieser SMS in gewünschter Form antwortet, bleib ich alleine bei meinem Kräutertee sitzen, während die Frau ihr heiß ersehntes zweite Date hat.
Deshalb meine Frage an Euch, liebe Frauen: Gibt es eine Möglichkeit, Dinge über mich als Mann preis zu geben, und trotzdem als potentieller Partner für Euch in Frage zu kommen?
Oder umgebe ich mich einfach nur mit den falschen Frauen, und die anderen, die genau das, was ich hier tue, sexy finden, habe ich noch nicht kennen gelernt?
Oder muss ich etwa wirklich falsche Tipps geben, damit die betreffende Frau kein Date hat, traurig neben mir beim Kräutertee sitzen bleibt, und ich muss sie trösten. Ich kann sie trösten. Ich tröste sie und…
Ja, genau, und bin halt doch nur der Ersatz.
Euer Adam
