Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

203 – Der Kunyaza

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

die Afrikaner mal wieder.

Die politische Unkorrektheit mal wieder.

Das Privatfernsehen mal wieder.

Nicht erst seit Oswald Kolle packt man ganz gerne mal ein wenig nackte Haut und den einen oder anderen Nippel in das Geschenkpapier „Aufklärungsfernsehen“, und schon muss man sich den Vorwurf „Softporno“ nicht mehr gefallen lassen. So auch kürzlich im deutschsprachigen TV. Und, die noch bessere Idee, man hat das Ganze auch noch in einen Reisebericht gesteckt: Wo auf der Welt haben die Menschen den besten Sex? Und auf geht’s durch Klischee-world, immer schön brav vorgebend, dass man ja die Klischees hinterfragen möchte. Gefüttert wird das alles mit Statistiken, welche die Klischees wieder ganz gut stützen. Und diese Zahlen kennt doch jeder: In Asien haben Männer die kleinsten Schwänze (Glück gehabt), in Amerika sind sie prüde (blöde Amis) und in Deutschland bevorzugen sie die Missionarsstellung (ach ja?), während in Spanien … oder aber in Afrika, ja, in Afrika, da haben Männer nicht nur den längsten dicksten und überhauptesten Penis, nein, da haben sie auch mit absoluter Sicherheit den besten Sex, yeah. Und Afrika ist ganz einfach nur ein einziges großes Land, klar, da ist es überall gleich, so wie in Europa, in Asien … Nein, halt, dann doch nicht. Ruanda, ja, da ist es am noch bestesten. Und warum? Weil die Männer dort Kunyaza können. Und damit die Frauen nicht nur zum Schreien, sondern auch zum Abspritzen bringen. Regelmäßig und immer und wer nicht, der hat ein Problem und muss bittere Schamanenmedizin trinken.

Na gut, wenn die das sagen, muss ja was dran sein, an diesem Kunyaza, oder nicht?

Also sich mal schlau gemacht.

Beim Kunyaza schlägt der Mann mit seinem Schwanz die Frau.

Na sowas also, das geht doch nun gar nicht, Machos.

Nein, im Gegenteil, denn es geht um die Befriedigung der Frau dabei.

Bitte genauer jetzt: Der Mann zieht seinen Penis wieder aus der Vagina der Frau, somit der Penis gut angefeuchtet ist. Dann nimmt er ihn zwischen zwei Finger und schlägt ihn mehr oder weniger schnell, mehr oder weniger sanft gegen die Schamlippen, den Scheidenvorhof und die Klitoris. Dabei immer schneller werdend. Und das bringt dem Mann nur bedingt was, der Frau aber das ultimative Gefühl der Extase, was zur ominösen und viel mytifizierten weiblichen Ejakulation führt.

Und da lob ich mir dann doch die Überraschung, denn obwohl in der von netten und ach so vorurteilsfreien Deutschen gestalteten Fernsehdoku natürlich alle Schwarzen erwartunsgemäß einen auf Macho getan haben, war ihnen allen wichtig, dass die Frau ihren Spaß hat. Und wenn nicht, waren die Männer schuld. Und da können die netten und ach so vorurteilsfreien Europäer sich mal eine Scheibe abschneiden, denn hier gilt doch nach wie vor: Ich komme. Ach, die Frau auch? Naja, soll sie, was hat das mit mir zu tun? Respektive: Wenn ich komme, hat sie auch zu kommen, ansonsten ist sie halt frigide. Und wieder gilt: Was hat das mit mir zu tun?

Ob nun Kunyaza die Methode schlechthin für die absolute Ekstase der Frau ist, kann ich nicht sagen, das müsst Ihr mir mitteilen, liebe Frauen. Meine bisherigen Erfahrungen damit (ja, ich bin nicht nur ein Quatscher, ich tu auch) haben allerdings noch keine Frau zum Ejakulieren gebracht. Aber vielleicht mach ich es ja auch falsch. Oder vielleicht muss ich aufhören, dem Klischee, allen Klischees entgehen zu wollen, zu frönen, und mir zugestehen, dass das nur die gutbestückten Afrikaner können, weil da mehr Gwicht dahinter ist, wenn die da rumklopfen. Oder Übung macht den Meister. Oder …

Oder ich muss mich mal mit dem Thema „weibliche Ejakulation“ näher auseinandersetzen, denn das hatte ich noch nicht.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. Lieber Adam,

    :-) ich liebe deine Kolumnen – hab ich das schon mal gesagt?
    Und – ganz klischeefrei – ich hab von Kunyaza noch nie was gehört! Und hab trotzdem mit meinem Mann einen durchaus außergewöhnlich befriedigenden Sex – und, ja! Inklusive Ejakulation meinerseits! Ganz ohne Schwanzschlägerei :-)
    Ich mag dich also darin bestärken, dass man(n) keinem Klischee hinterherlaufen muss, um frau glücklich zu machen, sondern das stinknormale “Liebe machen” in den Stellungen, die Mann und Frau eben am besten finden, immer noch die beglückendste Methode ist. Sagt eine sehr zufriedene Frau eines europäisch pigmentierten liebevollen Mannes. Wenn das jetzt nur nicht wieder die Bestätigung eines Klischees war … ;-) )

    • Liebe GabiG,
      ob Klischee oder nicht, es ist schön zu hören, dass es auch ohne besonders ausgefeilte Techniken geht, von denen noch kaum wer in unseren Gefilden gehört hat, denn sonst müsste es ja traurig zugehen in den europäischen Schlafzimmern ;-)
      Dein Adam
      P.S.: Und es freut mich sehr, dass du meine Kolumne liebst

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© Raoul Biltgen

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