Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

206 – Der Kinderersatz

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Liebe Frauen,

sie tickt unerbittlich, die biologische Uhr, ticktackticktack, so wie der Wecker im Bauch des Alligators in Peter Pan.

Bild: Jean-Honoré Fragonard

Na? Angst? Ich hoffe nicht. Ich hoffe doch eher, Ihr sagt Euch: Na und? Lass den Wecker ticken, wenn er läutet hau ich eh nur auf die snooze-Taste. Na da lob ich mir doch den Fortschritt, der eine solche Taste erfunden hat.

Aber um es mal auf den Punkt zu bringen: Nach wie vor steht eine Frau so grundsätzlich und nur, weil sie eine Frau ist, unter Druck, ein Kind zu bekommen. Ist so. Egal wie man das findet. Und nach wie vor ist es auch so, wenn man ein Paar ist. Und wann kommen die Kinder? Ist auch so. Weil nach wie vor das Denken des Menschen nicht besonders variantenreich ist. Mann, Frau, Kind. Familie. Heiteitei und die Welt ist gut.

Und dann kommen doch tatsächlich Menschen daher, und widersetzen sich diesem Diktat. Sie sagen: Kinder? Nö.

Und was kann man da tun?

Nichts.

Dumm gelaufen.

Und was machen dann die?

Sie legen sich einen Hund zu.

Na gottseidank, da läuft wieder alles, wie es laufen soll, nämlich die Küchenpsychologie weiß, was Sache ist: Der Hund ist der Kinderersatz, ganz klar, und schaut nur, wie die den Hund vertütteln und verhätscheln und wie ein Kind versorgen, die machen sich Sorgen und geben ihm was zum Fressen und so und haben den lieb, na dann ist doch alles sonnenklar und die Biologie hat doch zugeschlagen, wie es sich gehört.

Und was sagen die?

Naja, die können zwei Sachen sagen.

Erstens können sie sagen: Na und? Und wenn’s so ist, dann wollen wir trotzdem keine Kinder, Hund ist Hund und wir behandeln ihn so, wie wir wollen.

Oder aber sie sagen: Na was hat denn Papi da für ein lecker Happihappi für den Kleinen?

Und jeder vernünftige Mensch denkt sich: Bitte, ja, keine Kinder, einen Hund, wem‘ Spaß macht, ja, aber behandelt den Hund nicht wie ein Kind. Und vor allem: Behandelt nicht Euch selber wie die Eltern des Hundes. Nein, Ihr seid nicht Mami und Papi des Hundes. Ihr seid vielleicht die Anführer des Rudels, aber so ein alpha-Tier, das betüttelt die anderen Hunde im Rudel sicher nicht. Es ist schlimm, wenn sich Mann und Frau nach der Geburt eines gemeinsamen Kindes nur mehr mit Papi und Mami anreden, denn dann wird es inzestuös. Oder ungustiös. Aber es ist viel schlimmer, wenn das nach der Anschaffung eines Hundes passiert, denn was heißt das? Dass die miteinander geschlafen haben und einen Hund gezeugt haben? Der wurde ausgetragen und geboren? Und gestillt? Ich hoffe nicht.

Also, liebe Hundemenschen: Hunde können gerne mal als so eine Art Kinderersatz dienen, ist ja egal, aber dafür könnt Ihr Euch immer noch wie Menschen benehmen.

Und liebe Nicht-Hundemenschen: Nur weil Ihr Kinder habt, müsst Ihr nicht immer so abschätzig tun, nur weil ein andere in Euren Augen nicht das Echte, sondern halt nur den Ersatz hat. Für manche Menschen ist ein Hund das Echte. Das bessere Kind. Aber das wolt Ihr natürlich nicht hören.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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