Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

208 – Der Badewannensex

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

Ihr müsst nicht alles glauben, was in den Filmen so passiert.

Bild: Peter Fendi

Unter anderem wird ja doch sehr gern in Filmen in Badewannen gefickt. Unterm Schaum. Weil sich so ein Schaumbad gut macht auf einer Leinwand. Vorteil: Man sieht nix. Man kann Sex behaupten, und trotzdem muss man nicht lange rumtun, um etwaige Nippel oder Schlimmeres zu verstecken. Ein wenig Geschaukel, ein wenig Wassergespritze, dazu Saxophongedöle und brennende Kerzen, schon schmelzen alle Zuschauerinnen wie die entflammten Kerzen dahin. Und wollen das auch.

Und dann werden die Teelichter aus Schweden um den Badewannenrand drapiert und sich die Finger beim Anzünden verbrannt, weil man nur die blöden kleinen Streichhölzer hat, und man wünscht sich, Raucher zu sein, um ein Feuerzeug zu haben, aber glaubt mir, das nutzt nichts, denn die werden ab der dritten Kerze, die einfach nicht brennen will, ewig heiß. So, und nach einer viertel Stunde brennen die blöden Dinger endlich, da will man das Wasser einlassen, was aber natürlich nicht mehr geht, weil man über die brennenden Kerzen greifen muss, und man ist ja auch schon nackt, weil man es ja nicht erwarten konnte, und autsch. Dann will man die Kerzen zur Seite schieben, aber die sind heiß, sehr heiß, schnell Fingerchen in Sicherheit bringen, dabei die Kerzen anstupsen und schon flutschen sie durch die Badewanne und hinterlassen lustige Wachsspuren. Wurscht, die sieht man ja nicht, wenn das Schaumbad drin ist. Also Kerzen wieder in Position gebracht, wieder aus Position gebracht, Wasser laufen lassen, und Kerzen doch wieder in Position gebracht, na geht doch, und jetzt das leckere Schaumbad, das man sich extra gegönnt hat, das war ganz besonders teuer und es riecht so … wäh, das riecht jetzt irgendwie nicht so, wie das noch im Laden gerochen hat. Mist. Und jetzt? Erkältungsbad tut es doch auch, da weiß man, wie es riecht. Intensiv. Aber gesund. Und das ist die Hauptsache. Jetzt noch ein paar Rosenblätter drübergestreut, hat man sich ja extra gekauft und … das Ganze sieht nicht wirklich so aus, wie man sich das gewünscht hat. Ah, stimmt, das Deckenlicht ist noch eingeschaltet. Aus. Und jetzt? Naja, das eigene Badezimmer ist halt nicht das im Penthouse oben im 45. Stock mit Blick über LA. Es hat nicht einmal ein Fenster. Dafür hängen Badetücher rum und es steht Rasierzeug da, ein Ladyshave direkt am Badewannenrand, der seltsame und nie benutzte Luffaschwamm macht auch nicht so viel her, und man selber, naja, eine Hollywoodschönheit ist man nicht.

Und der Mann, der nun endlich auch genötigt durch mehrmaliges Rufen dazustößt, der nun auch nicht unbedingt. Brad Pitt ist anders.

Aber wurscht, jetzt Sex.

Nein, zuerst einsteigen. Heißheißheiß. Füßchen zuerst, dann den Po. Beim Mann: Die Eier sind schonmal hartgekocht. Und zugleich hinein, da merkt man, dass es zuviel Wasser ist. Sonst klappt das ja immer? Sonst ist man allein. Und die Soße rinnt über den Rand und nimmt gleich mal ein paar von den Kerzen mit in den Abgrund. Wenigstens nass, da gehen sie aus. Und Fliesen kann man waschen. Und Wachs abratzen. Nun aber gemütlich.

Was stinkt denn da so?

Scheiße, Haare angesengt. Warum ist denn die Kerze nicht mit weggeschwommen?

Naja, wie auch immer, irgendwann ist man soweit, es anzugehen. Man rutscht übereinander her und macht sich bereit, ja da steht schon was ab, was eine Erektion sein könnte, doch frau merkt, dass es manchmal sogar unter Wasser schwer sein kann, feucht zu werden. Und derweil strampelt der Mann, um ranzukommen, ohne dabei abzurutschen, plumps, spritz, doch passiert, der Rücken schmerzt, zwei Rücken schmerzen, wenigstens leidet man gemeinsam, und irgendwann ist er sogar drin, aber nur nicht zu fest jetzt ruckeln, weil sonst gibt es noch mehr Sauerei, was für ein Chaos, und es ist auch so heiß, das Wasser ist heiß, die Luft ist stickig und feucht, es ist finster, weil von der Hälfte der Kerzen, die nicht weggeschwommen sind, die ersten den Geist aufgeben, das Erkältungsbad macht zwar die Nase frei, aber plötzlich fühlt man sich krank, die Gedanken schwimmen, die Gelenke sind schwer, ich bin mir sicher, ich habe Fieber.

Jetzt kann man es noch ein wenig probieren, aber ich schätze mal, es wird nicht wirklich was bringen.

Und nachdem die letzten Schaumblasen zerplatzt sind, tut dies auch die Vorstellung, man könnte romantischen Sex in einer Badewanne haben: Zerplatzen. Und ich habe noch nicht einmal von in Vaginae gepumptem Schaumwasser geschrieben, welches durch den Zusatz besonders aktiver ätherischer Öle nun nicht so besonders angenehm innerhalb des Körpers sein dürfte.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. In den 80ern gab’s im Film keinen Sex ohne Sax das war prägend. Oder traumatisierend.

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© Raoul Biltgen

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