Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

213 – Das Hirn

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Liebe Frauen,

es stimmt, dass das Gehirn von Frauen anders ist als das von Männern.

Bild: Thomas Rowlandson

Und es stimmt, dass das Gehirn von Frauen kleiner ist als das von Männern.

Und es stimmt, dass das vollkommen wurscht ist.

Zumindest für alle Menschen, die nicht zufällig gerade Neurobiologen sind. Oder sonstige Nerds aus diesem Fachbereich.

Es stimmt aber auch, dass das Gehirn eine wichtige Rolle im Sexualverhalten der menschlichen Spezies spielt. Da werden Hormone ausgeschüttet und irgendwelche Areale aktiviert, die für das Lustempfinden zuständig sind und die ach so glücklich machenden Endorphine, die machen auch da oben im Schädel glücklich, und selbst das, was wir einfach nur untenrum spüren, wenn wir gerade unsere Geschlechsorgane andocken lassen, spüren wir in Wahrheit oben, im Kopf.

Davon abgesehen heißt es nicht umsonst: Die wahren Abenteuer finden im Kopf statt. So auch die Sexabenteuer. Wir wissen alle, dass die Realität, wie sie von anderen Menschen vielleicht wahrgenommen wird, vollkommen unwichtig ist, wenn wir zum Beispiel gerade verliebt sind. Da denken wir uns das schon zurecht.

Oder wir denken uns selber zurecht, denn würden wir immer nur daran denken, was an uns nicht so toll ist, würden wir auch irgendwann einfach nur aufgeben. Oder keinen hoch bekommen. Und dann aufgeben.

Andererseits ist auch hinlänglich bekannt, dass man ganz bewusst das Kopfkino einsetzen kann, nicht nur wenn die fleischliche Wirklichkeit nicht ganz so prickelnd ist, sondern auch, wenn sie gar nicht vorhanden ist. Tun doch die meisten, wenn sie sich selbst befriedigen, oder nicht? Oder zumindest viele. Oder zumindest, wenn sie wen sehen, den sie gut finden und sich denken, hm, mit der, hm, mit dem … Eben.

Aber nun kommt mein berüchtigtes Aber.

Wir machen uns auch viel kaputt, indem wir den Kopf einsetzen, wenn es mal besser wär, ihn auszuschalten. Spitzesportler haben das längst erkannt. In den Interviews der vergangenen Wochen mit den Gewinnern respektive Verlierern der Skispringer zum Beispiel lautete es: Mir ist es gelungen, nicht mehr zu denken, einfach nur zu springen. Respektive: Ich habe es einfach nicht fertig gebracht, den Kopf auszuschalten. Womit der Beweis erbracht wäre: Das Denken kann uns manchmal schon auch im Weg stehen. Und nicht nur, weil manche Sex mit Sport vergleichen, kann das sehr wohl beim Sex der Fall sein. Nämlich dann, wenn wir nur daran denken, was alles sein könnte oder sollte oder müsste oder … Wenn wir es nicht fertigbringen, loszulassen, uns dem hinzugeben, was gerade ist. Ohne es zu bewerten. Denn wird es nicht bewertet, ist es meist wesentlich besser.

Also: Hin und wieder ist es ganz gut, es wie die Sportler zu machen und sich einfach die Sprungschanze runterzustürzen.

Da kommt mir ein anderer Spruch in den Sinn: Dumm fickt gut. Könnte was dran sein, wenn es einfach nicht so viel abzuschalten gibt.

Oder um es mit den Worten einer Leserin zu sagen: einfach nicht zu viel nachdenken, sondern nur genießen. Danke Lisi.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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