Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

215 – Der Schlauch im Schwanz

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Liebe Frauen,

gibt es einen Gott, kann man sich beschweren.

Bild: Willy Meyer

Gibt es aber nur die Natur, kann man höchstens jammern.

Und jammern nutzt nix.

Worüber denn eigentlich?

Über die vielen vielen Ungerechtigkeiten, die das Leben so mit sich bringt. Und eine davon ist, ich gebe es zu, dass Frauen in manchen Belangen irgendwie unfair behandelt werden. Und ich meine jetzt nicht gesellschaftspolitisch, denn da liegt es nicht an der Natur, sondern an der Gesellschaft. Logisch. Nein, ich meine eher so biologische Dinge. Gut, man kann sich darüber streiten, ob es unfair ist, dass Frauen Kinder neun Monate austragen müssen, manche werden das als Vorteil, als Privileg sehen. Die mit einer Geburt verbundenen Schmerzen allerdings … Weniger Diskussion wird es wohl geben, wenn ich anführe, dass Frauen jeden Monat unter Schmerzen psychischer und physischer Art leiden müssen, wenn sie ihre Tage haben. Und ich kann weiterführen, dass Männer ja dann auch leiden, unter den leidenden Frauen, aber das könnte als zynisch wahrgenommen werden.

Aber um Euch, liebe Frauen, das Gefühl von ein wenig Gerechtigkeit, oder auch Ausgeglichenheit zu vermitteln, man könnte es auch als indirekte Rache wahrnehmen: Es gibt auch Dinge, die erdulden Männer ganz allein. Oder in einem höheren Ausmaß als Frauen. Und bei dem, was nun folgt, wurde mir dieser geschlechterspezifische Unterschied zuungunsten der Männer von Frauen bestätigt.

Also: Nierenkoliken kennen Männer und Frauen. Und Frauen, die den Vergleich anstellen können, haben festgestellt, dass die dabei zu erduldenden Schmerzen jenen von Geburtswehen zu vergleichen sind. Das glaube ich nun einfach mal. Bestätigen kann ich nur: Es tut scheiße weh. Manche meinen, so sehr, dass man zu sterben glaubt. Ich sage: so sehr, dass man zu sterben wünscht. Und solche Koliken hat man etwa bei Nierensteinen.

Die Folge: Der Stein muss raus. Mit Glück passiert das auf natürlichem Weg: beim Pissen. Mit Pech nicht. Dann wird er geholt. Über welchen Weg? Genau, von unten. Und ich möchte nicht unbedingt jetzt bis ins kleinste Detail gehen, aber es gibt Momente im Leben, in denen es Spaß machen kann, wenn sich gleich drei Frauen über deinen Penis beugen und daran herumwerken. Es gibt aber auch jene Momente, in denen das alles andere als lustig ist. Wenn sie nämlich versuchen, etwas in deinen Penis reinzuschieben. Übrigens ist es dir dann auch vollkommen wurscht, welches Geschlecht die Menschen haben, die das grad tun. Da werden Schläuche und Kabel und Röhren reingedrückt. Und plötzlich sieht man seine eigene Anatomie vor sich, wie man das nie für möglich gehalten hätte. Weil man sie spürt. Weil man merkt, wo eine Harnröhre eine Biegung einlegt, wo eine Blase sitzt und wie es sich anfühlt, wenn eine Niere von innen angestupst wird.

Wie es sich anfühlt?

Aua fühlt es sich an.

Sehr Aua.

Und auch zu wissen, dass wenn die Prozedur zu Ende ist, so manches im Körper zurückbleibt, ist irgendwie seltam. Und unangenehm.

Und Aua.

Und dann an sich herunterzuschauen, und zu sehen, wie aus dem eigenen Penis ein Schlauch kommt, der so dick ist, dass du dir denkst: Hä?, ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht.

Ja, auch für Frauen ist es sicher nicht besonders angenehm, eine urologische Behandlung über sich ergehen lassen zu müssen. Und Katheter ist immer ungut. Und Frauen gehen regelmäßig zum Frauenarzt, und auch da wird in ihnen rumgetan. Und doch kann ich nur sagen: Ja, in einem solchen Moment ist man als Mann froh um jeden Zentimeter weniger, der durchschlaucht wird. Also sogar einer jener wenigen Momente im Leben, in denen es ganz angenehm ist, weniger gut bestückt zu sein.

Andererseits wenn sich da drei Frauen drüber beugen …

Und dann soll es ja auch noch jene Männer geben, denen bei dieser meiner Schilderung einer abgeht. Weil es immer wen gibt, dem bei was auch immer einer abgeht.

Mir geht dabei höchtens einer ab: hoffentlich der verfickte Nierenstein.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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