Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

216 – Der Gassi-Schmäh

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Liebe Frauen,

Männer sind Jäger.

Bild: Gustave Courbet

Und sie jagen jagen jagen ohne Unterlass.

Natürlich kann man sich fragen, warum sie das tun. Und natürlich kann man auf manigfaltige Erklärungen kommen, die mit Biologie und Evolution und Höhlenmenschen und Genen und Hormonen und weiß der Geier was nicht noch alles zu tun haben. Aber geht es wirklich darum, warum sie es tun? Nein. Sie tun’s. Aus. Sie wissen ja selber nicht, warum sie es tun. Außer die wenigen gezähmten. Die wenigen in einer festen Beziehung, die dann auch noch treu sind. Aber das sind ach so wenige. Aber wem erzähle ich das, nicht wahr?

Wie die Männer jagen, das ist so unterschiedlich, so unterschiedlich nunmal Männer sind. Und doch gibt es ein paar Taktiken, die von Mann zu Mann die Runde machen. Die überliefert werden von Generation zu Generation. Die zum Geheimwissen der Männlichkeit gehören: Wie kriege ich sie rum, die Frau, das ich mir auserkoren habe?

Da gibt es etwa die üblichen Anmachsprüchen, über die gerne mal gelacht wird, die aber trotzdem noch zur Anwendung kommen, und das würden sie nicht, hätten nicht irgendwelche Männer trotzdem Erfolg damit, vielleicht weil es tatsächlich nicht die allgemein heraufbeschworene Solidarität unter den Frauen gibt, die dazu führen würde, dass alle weiblichen Menschen, sobald sie in ein geschlechtsreifes Alter kommen, von ihren älteren und erfahreneren Geschlechtsgenossinnen aufgeklärt werden: Wenn ein Mann dich fragt, ob es weh getan hat, als du als Engel vom Himmel gefallen bist, dann hat nicht nur er das schon unzähligen anderen Frauen gesagt, dann haben schon unzählige andere Männer das zu unzähligen anderen Frauen gesagt. Und es ging doch nur darum, sie flach zu legen. Immer immer immer.

Aber es gibt auch die ausgeklügelteren Tricks.

So etwa der Gassi-Schmäh.

Ich weiß, es wissen alle, dass das ein alter Hut ist: Geh mit einem Hund spazieren, schon wirst du ins Gespräch kommen. Und wenn du mal im Gespräch bist, hast du die schwierigste Hürde übersprungen. Und ja, ich kann bestätigen, dass es so ist. Der Hund sollte allerdings irgendetwas an sich haben, was man mit einem langgezogenen „süüüüüß“ beschreiben kann. Und Mann muss darauf gefasst sein, dass die meisten Gespräche mit älteren Damen stattfinden werden. Und vor allem aber, dass man zumindest nur mit Hundeliebhaberinnen in Kontakt kommen wird. Was bedeutet, dass auch sie unter Umständen einen Hund ihr eigen nennen. Denn die meisten Gespräche werden in den Hundezonen dieser Welt stattfinden, wenn die kleinen Pelzkugeln ihren Spaß haben und Herrchen und Frauchen notgedrungen den Hunden zuschauend auch irgendein Kommentar abgeben. Ist man also als Mann ein Hundeliebhaber, ist man auf der sicheren Seite, denn dann weiß man mit Hunden umzugehen, nämlich auch in jenen Situationen, in denen andere Männer das am wenigsten erwarten. Genau, zum Beispiel beim Sex (siehe auch: 139 – Der Sex mit Hund).

Es gibt aber auch Männer, die denken, sie sind besonders schlau, die leihen sich einen Hund aus, nur um damit auf Aufriss zu gehen. Diese Männer aber sind es, die sich selber in den Schuh scheißen, denn erstens werden sie ob ihrer Unerfahrenheit im Umgang mit dem Hund unangenehm auffallen, und Hundeliebhaberinnen beurteilen Männer erfahrungesgemäß aufgrund dessen, wie sie ihren Hund im Griff haben. Ein Hund, der nur rumzerrt, nicht folgt, kläfft und fremde Frauen anspringt, macht den Menschen am anderen Ende der Leine nicht gerade sexy. Zweitens werden genau sie es sein, sehr schnell als Lügner entlarvt werden. Und Lügen hinsichtlich Karriere, Schwanzlänge oder gar fahrbarem Untersatz sind harmlos im Vergleich zu jener, Hunde zu mögen, ja, zu lieben, und es nicht zu tun. Denn da geht es um ein Lebewesen. Da geht es um Emotionalität. Da geht es um Vertrauen. Aber das können nur Hundebesitzer nachvollziehen.

Mit anderen Worten: Liebe Frauen, glaubt Ihr, in Gefahr zu sein, auf den Gassi-Schmäh reinzufallen, weil ihr Hundenärrinnen seid, sollte es Euch nicht besonders schwer fallen, den mit dem Hund Gassi gehenden Mann als Lügner zu entlarven, so es sich um einen solchen handelt.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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