Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

217 – Der dirty talk

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Liebe Frauen,

fick mich, fick mich, fick mich.

Bild: Heinrich Lossow

Ich fick dich, ich fick dich, ich fick dich.

Du Sau, du Schwein, du Stier, du Loch, du … Mehlwurm.

Mehlwurm?

Mehlwurm.

Und da haben wir den Salat. Mehlwurm könnte einen doch leicht aus dem Konzept bringen, wenn man es mit dirty talk versuchen will beim Sex. Wobei es natürlich darauf ankommt, was man unter dirty talk versteht. Manche finden ja vielleicht Insektenbeschimpfungen ganz besonders dirty und damit sexy. Zum Beispiel jene Menschen, die sich den Dschungelcamp anschauen. Spinne, Ratte, Kakerlake. Du Schlammbeutel, du Schleimsuppe, du Bohnenpups. Oder so.

Wobei dirty talk sicherlich nicht nur aus Schimpfwörtern besteht.

Aber woraus besteht dann dirty talk? Was ist denn nun dirty? Schmutzig. Dreckig. Versaut? Worum geht es denn da?

Geht es darum, Tabus zu brechen? Wessen Tabus? Die der Gesellschaft? Also sagt man all das, was man auf der Straße, im Bus und auf der Arbeit nicht sagen darf? Aber eigentlich so gerne sagen würde? Dirty talk als geregelte und lustvolle Variante von tourette. Schwanz, Möse, Arschloch.

Oder geht es darum, die eigenen Tabus zu brechen? Über sich selber hinauszugehen? Das zu tun, was man sich sonst nie traut, aber dann, aber dann, dann legt man los, dann springt man über den eigenen Schatten und sagt: „Leck meine Eier, du Schlampe.“ Zum Beispiel. Wenn dem so ist, haben es vulgäre Personen schwer, dirty talk zu veranstalten. Wohingegen die gehemmten und verklemmten vergleichsweise schnell mal was Schmutziges von sich geben. Penis. Hui.

Oder könnte es beim dirty talk vielleicht um ganz was anderes gehen? Worum es nämlich beim Sex gern mal geht. Oder gehen sollte. Nämlich um Spaß? Wenn ja, hat man nämlich ein Problem gelöst: die eigenen Zensur im Kopf, die doch selbst dann noch eine Rolle spielt, wenn man versucht, was Dreckiges von sich zu geben, und sich gleichzeitig überlegt: Ist das jetzt wirklich passend? Zum Beispiel Mehlwurm? Oder löse ich damit nicht etwa einen Lachkrampf bei meinem Parner aus? Oder ein peinliches Schweigen? Wenn’s Spaß machen soll, ist das wurscht. Denn Mehlwurm finde ich ziemlich lustig. Aber wer was lustig findet ist wohl auch wieder so eine Sache.

Schade finde ich nur, wenn man sich währenddessen irgendwann vorkommt wie in einem schlechten Film. Oder in einem schlechten Porno. Oder wenn man versucht, sich so vorzukommen, obwohl man sich aber sowas von nicht wohlfühlt in seiner Haut. Es ist nicht jedem gegeben, dirty zu talken. Also lasst es bleiben. Und wenn Ihr denkt, Ihr wollt es tun, tut es.

Das Problem entsteht dann, wenn Euer Partner anders dazu steht.

Aber das Problem ist größer, wenn Ihr vielleicht beide darauf steht, es aber nie nie nie ausprobiert, weil Ihr Euch jeweils blöd dabei vorkommt, weil Ihr denkt, der andere würde es blöd finden können. Dann nämlich entgeht Euch was. Und sich was entgehen lassen, sollte man nicht. Und wenn er nicht darauf steht, lässt er sich ja vielleicht überzeugen. Wenn Ihr es gut und ehrlich macht. Oder aber Ihr lasst Euch von ihm überzeugen, dass man Sex nicht zuquatschen muss. Denn es gibt auch noch andere Ausdrucksformen, glaubt mir, die mindestens soviel Spaß machen können.

Euer – ja, ich zeig’s Euch – Adam

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© Raoul Biltgen

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