Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

222 – Die faule Ausrede

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Liebe Frauen,

Männer können immer und Frauen haben Migräne.

Bild: Félicien Rops

Ist es nicht so?

Liegt es nicht genau daran, dass die Menschheit immer weniger Sex hat?

Oder sehe ich da was falsch?

Na wenn ich schon so frage, ist ja klar, worauf ich hinauswill: Blödsinn. Auch Männer haben Migräne. Oder sie sind müde. Oder sie hatten Sreit mit dem Chef. Oder sie haben was Schlechtes gegessen. Oder sie wollen Fußball schauen. Oder sie wollen Grey’s Anatomy schauen. Oder sie wollen Bachelor schauen, geben es aber nicht zu, sondern sagen: Ist mir egal, weil sie wissen, dass die Frau dann Bachelor schaut, und sie können leicht genervt seufzen und trotzdem mitschauen.

Resultat?

Der stets feist grinsende blauäugige angebliche Single macht zweideutige Andeutungen, dass er zu Seinem gekommen ist, während vor den Bildschirmen dieser Welt die Menschen auf den Sofas einschlafen im Gedanken daran, wie dieser Schmierefatz auf Kosten der Zuschauer und mit deren Billigung eine nach der anderen abknutscht, und niemand macht sich Gedanken darüber, welches Männer- und Frauenbild denn da schon wieder in die Köpfe der Menschen ausgestrahlt wird (nämlich: Männer dürfen, was sie wollen, und sie haben die Wahl, Frauen aber müssen sich hübsch machen und dürfen sich keine Fehler erlauben und müssen alles mit sich gefallen lassen, um die Gunst des Mannes zu erlangen und auch mal romantisch flachgelegt zu werden. Denn wenn nicht: Ich habe leider keine Rose für dich).

Aber ich wollte ja nicht über den Bachelor schreiben,sondern darüber, dass Menschen keinen Sex mehr haben. Oder wenig. Zu wenig. Für sie zu wenig. Und dabei stellt sich erstens die Frage nach dem Warum, zweitens aber nach dem: Was ist zu wenig?

Zweitens: Zu wenig ist, wenn man mehr möchte. Problem: Wenn man die Bachelors dieser Welt anschaut, denkt man, man müsste mehr mögen, als man es tut. Nämlich ständig immer und auch durchgehend.

Erstens: Die Menschen haben im Großen und Ganzen nicht jeden Tag Sex, richtig, aber nicht aus den von ihnen selber angeführten Gründen. Denn diese Gründe sind nur Ausreden. Und Ausreden kann man umgehen, wenn man sie als Ausreden erkennt. Als faule Ausreden nämlich, weil wir allesamt zu faul sind. Weil es so einfach ist, sich am Abend aufs Sofa zu knallen und zu knarzen, bis man ins Bett fällt, um dort weiterzuschnarchen. Weil man sich aufraffen müsste. Ja, selber kochen wär besser, aber bestellen geht leichter. Ja, Sport machen wär gut, aber Sport schauen ist gemütlicher. Ja, Sex haben wär geil, aber jetzt ausziehen und rumturnen und …

Und ist es nicht so, dass das besonders gerne in alteingesessenen Beziehungen passiert?

Und ist es nicht so, dass es auch Mitglieder alteingesessener Beziehungen gibt, die dieses Problem nicht haben?

Was machen die anders?

Meistens: Sie pfeifen auf den Druck. Sie sagen sich nicht: Puh, schon eine Woche keinen Sex gehabt, jetzt müssmermalwieder. Und jetzt haben wir die letzten 5 Mal die gleiche Position gehabt, jetzt müssmermalwieder was anderes ausprobieren. Und was passiert? Das, was alle anderen erzwingen wollen, kommt von ganz allein. Spaß und Abwechslung und überhaupt.

Und weil er es viel knapper sagen kann als ich, möchte ich mit Herrn Frankl schließen: „Je mehr es dem Menschen um die Lust geht, umso mehr vergeht sie ihm auch schon.“

Euer Adam

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4 Kommentare

  1. Egal um was es in der Partnerschaft geht: der Passive oder Lustlose lässt sich animieren!

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© Raoul Biltgen

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