Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

227 – Das Arschlecken

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Liebe Frauen,

leckt mich am Arsch.

Bild: Thomas Rowlandson

Ist das jetzt eine ganz arge Beschimpfung? Oder eine Aufforderung, eine bestimmte Sexualpraktik an mir zu vollziehen? Das ist die große Frage.

Natürlich werden es die allermeisten Menschen erstmal als eine Beschimpfung ansehen. Und wer es nicht ausformulieren will, behilft sich damit, dass er es das „Götz-Zitat“ nennt, weil Herr Goethe im Theaterstück „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“ eben diese Beschimpfung benutzt. Und tatsächlich ist es nicht besonders höflich, jemanden dazu aufzufordern, ebendieses zu tun, denn wir wissen alle, dass aus dem Arsche die Scheiße kommt. Oder aus dem Popo der Kaka. Oder aus dem After der Stuhl. Egal, wie wir es benennen, es ist etwas, das wir nicht unbedingt jemand anderem vom Loch lecken wollen.

Oder doch?

Ich habe mich bereits einmal mit einem Filmchen auseinandergesetzt, in welchem Kacke nicht nur prodiziert, sondern auch konsumiert wird (siehe: Folge 61 – Der Ekelporno). Aber es gibt durchaus auch andere Varianten, den Hintern inklusive Loch ins Liebesspiel einzubauen. So etwa, indem der Mann die Frau anal penetriert (22 – Der Analverkehr), oder aber indem ein Finger hineingesteckt wird, gerne auch dem Mann (ja, auch darüber habe ich sicher schon mal geschrieben, fällt mir nur grad nicht ein, unter welchem Titel ich das gemacht habe). Warum also nicht auch die Zunge dahin gleiten lassen, wo sie sich doch eh recht gerne im unteren Intimbereich aufhält, wenn es ums Blasen, ums oral Befriedigen, ums Lecken geht.

Warum nicht?

Weil wir eben oben erwähntes damit verbinden: Scheiße. Und allein die Vorstellung, dass ein Sexualpartner gerade über eine Stelle leckt, die auch nur mit dem Hauch von Ausscheidung bedeckt sein könnte, lässt die meisten Menschen eher erschauern.

Dabei kann man sich doch waschen.

Und vorne kommt auch Pipi raus. Urin, Harn, Pisse. Und trotzdem finden wir das gut und wir können darüberhinwegsehen und –fühlen, wenn wir oral befriedigen. Und befriedigt werden.

Und das hintere Loch ist durchaus ein sensibler Körperteil. Ihr könnt es ja ausprpobieren, streichelt mal drüber. Und da Ihr ja höchstwahrscheinlich den Unterscheid zwischen sich selber an den Schamlippen streicheln oder von jemand anderem dort geleckt werden kennt und zu schätzen wisst, was liegt dann mehr auf der Hand, dass derselbe Unterschied ins Positive hintenrum stattfinden kann?

Vor allem aber kann das Arschlecken deswegen ein prickelndes Element des Sexspiels sein, weil es für den Normalfickenden etwas Außergewöhnliches ist. Und das in einer Zeit, in der wir doch alle alles zu kennen und zu tolerieren glauben. Arschlecken ist auf der einen Seite eine harmlose kleine Spielerei, auf der anderen Seite aber doch etwas Frivoles, etwas Unerhörtes, Besonderes. Und es gehört auch ein wenig Vertrauen dazu, das zu tun und es zuzulassen. Ein wenig Überwindung. Ein wenig Mut. Ein wenig die Bereitschaft, in bisher unbekannte Gefilde vorzudringen.

Und vor allem: Es ist etwas, das beide gleichermaßen empfangen und geben können. Und das ist doch bei der so unterschiedlichen Anatomie des Menschen äußerst selten der Fall, dass Mann und Frau wirklich einschätzen können, was der andere so in etwa fühlt.

Viel Spaß

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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