Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

228 – Das Vorspiel

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

ach, das ist doch allgemein bekannt, Frauen wollen Vorspiel, Männer nicht.

Bild: Félicien Rops

Frauen wollen in Stimmung gebracht werden, Männer wollen loslegen.

Frauen wollen sich Zeit lassen, Männer wollen keine Zeit verlieren.

Frauen wollen verwöhnt werden, Männer wollen ficken.

Frauen wollen … das, was Männer nicht wollen. Denn Männer wollen ihn reinstecken und Frauen wollen noch so viel anderes Zeug, bevor sie irgendetwas in sich reinstecken lassen, dass es dem Mann schon wieder vergeht, bis er endlich darf.

Ist es nicht so?

Glauben wir dem Klischee, dann ja.

Aber gottseidank beruht das Klischee zwar immer irgendwie auf Tatsachen, trotzdem ist es auch immer nur eine grobe Verallgemeinerung und ich breche mal eine Lanze für die Männer, indem ich behaupte, dass die meisten von uns durchaus bereit sind, sich auf dieses Ding Vorspiel einzulassen. Denn Vorspiel für den Mann bedeutet, es hinauszögern, was er eigentlich will, nämlich, wie erwähnt, ihn reinzustecken. Und dieses Hinauszögern kann eben auch seinen Reiz haben. Es ist ein wenig künstlich erzeugte Vorfreude, von der wir ja annehmen, dass es die beste ist. Es ist ein sich selber die Karotte vor sie Nase Hängen, um ihr hinterherzurennen. Wir machen uns zu Tantalus und lassen uns verführen und verführen und alles in uns strebt nach der Erfüllung dieses einen Wunsches, und doch ist in uns auch die Instanz, die es uns nicht gibt, was wir wollen. Das ist Vorspiel für Männer.

Die Frage aber ist: Wie kann diese Zeit des Hinauszögerns sinnvoll genutzt werden? Und sinnvoll meine ich jetzt: So dass auch Ihr, liebe Frauen, zu dem kommt, was Ihr Euch so unter Vorspiel vorstellt.

Tja, liebe Frauen, das kann ich leider nicht beantworten, denn Männer, und, ja, ich bin einer, die sind leiderleiderleider äußerst phantasielos, wenn es darum geht, sich was auszudenken, was eben nicht auf direktem Weg zum Ziel führt. Hm, was könnte man machen, was Spaß macht, anmacht, und doch nicht dem Zwecke dient, zu penetrieren? Nichts. Blank. Null. Alles, was einem Mann da in den Sinn kommt, wird er, denkt er ein zweites Mal drüber nach, wieder abtun, denn er wird annehmen, dass Ihr annehmt, dass es eben doch nur dazu dient, ihn reinzustecken.

Also seid jetzt Ihr am Zug.

Und bevor Ihr Euch aufregt und meckert, dass ich es mir leicht tu und Euch die ganze Verantwortung für Euren Spaß zuschanze, statt auch dem Mann mal ein wenig was zu tun zu geben, möchte ich die ganze Sache aus einer anderen Perspektive beleuchten: Der Mann, der unbedarfte, weiß, dass Ihr ein Vorspiel wollt. Und der Mann, der geile, ist durchaus bereit, sich auf ein solches einzulassen, da ja auch er Lust dabei empfinden kann, es hinauszuzögern. Und genau diese zwei Feststellungen könnt nun Ihr zu Eurem Vorteil nutzen: Ihr könnt machen, was Ihr wollt. Ihr könnt Euren Mann dazu bringen, genau alles zu tun, was Euch auch immer so vorschwebt, denn der Mann wird dankbar sein, wenn ihm die Last der Kreativität von den Schultern genommen wurde.

Und vielleicht vielleicht vielleicht führt ja genau dies dazu, dass auch er auf einmal wie aus dem Nichts und vollkommen unerwartet einen Geistesblitz hat und zuschlägt mit der besten Idee, die je ein Mann für ein gelungenes Vorspiel hatte.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. Dass alle Frauen ein Vorspiel wollen ist zu pauschal. Es gibt Frauen, die keins wollen oder brauchen. Ausziehen und reinstecken oder nur Muschi frei und rein.
    Ich muss gestehen, dass ich mir dabei komisch vorgekommen bin und Frauen verstehen kann, die sich in so einer Situation benutzt fühlen.

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© Raoul Biltgen

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