Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

233 – Die Nacktbadenden

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Liebe Frauen,

im Sommer locken nicht nur die Strandbäder und die Sonnenbrände, nein, es tut sich auch und trotz aller Bleichheiten und Fettpölster und sonstigen subjektiven Unschönheiten der Drang auf, sich nackig zu machen.

Bild: Peter Fendi

Natürlich ist das natürlich, dass man Kleider ablegen will, wenn es heiß ist, denn je weniger an, desto weniger warm, desto weniger Schwitz, desto wohler fühl.

Erstens stimmt das so nicht, sonst würden in den wirklich warmen Ländern die Menschen ja nur mehr nackt rumlaufen, tun sie aber nicht. Zweitens steckt ein ganz anderer Grund dahinter, sich nackig zu machen, nämlich jener, dass man das nicht alleine tut, weil ja auch andere Menschen unter dem Vorwand, so wenig Kleidung wie möglich ob der brütenden Hitze tragen zu müssen, ebendiese abwerfen. Und schon laufen wir alle rum, wie Gott uns schuf.

Falsch. Erstens keine Ahnung, ob und wenn wie welcher Gott auch immer uns geschaffen hat, zweitens ganz sicher nicht in Badehose und Bikini. Aber da gibt es gottseidank Abhilfe, den Nacktbadestrand, nein, besser, den naturbelassenen See, der nicht einsichtig ist und dem es egal ist und wo man tun und lassen kann, was man will, da tut man es und kein Textil dieser Welt will noch am Körper bleiben.

Und damit sind alle Begebenheiten geschaffen für ein sexuell prickelndes Aufeinandertreffen zweier Menschen.

Aber darüber möchte ich, zumindest dieses Mal, nicht reden. Vielmehr möchte ich mich dem Nacktsein an eben diesem Strand und noch mehr in eben diesem Wasser widmen. Denn tatsächlich gibt es kaum ein Gefühl, das dem ähnlich ist, als vollkommen nackt, am besten nachts, schwimmen zu gehen, während es selbst um drei Uhr in der Früh noch richtig heiß ist. Man kann sich ins Wasser werfen und mit langen Zügen einfach hinaus ins Ungewisse schwimmen, und das kühle Wasser streift am Körper entlang, wie es das sonst nie kann, und der Penis wird gestreichelt und die Eier auch und der Hintern ist endlich endlich endlich frei von allen Zwängen, und die Angst, ein großer Hecht könnte auf die Idee kommen, sich diesen seltsamen Wurm am Menschen zu schappen, die taucht gar nicht erst auf.

Na gut, ich gebe zu, ich habe keine Ahnung, ob Ihr, liebe Frauen, das ebenso empfindet, oder ob aufgrund Eurer Anatomie der eine oder andere Vorbehalt gegen das komplett nackte Baden in fremden Gewässern bestehen könnte. Aber vielleicht geht es ja, wenn Ihr Euch ebensolches in einem bekannten Gewässer vorstellt. In einem Schwimmbecken im Garten meinetwegen. Nein?

Doch. Na also, geht doch.

Und dann?

Nichts und dann. Nur das. Nacktbaden, Nachtbaden, sich daran erfreuen, hurra.

Na gut, gerade in diesem Moment beneide ich alle, die nicht in einer Stadt wohnen, sondern irgendwo in der Pampa, wo sie einen See, wie ich ihn beschrieben habe, noch finden können, denn wenn ich mir das jetzt so vorstelle, und wie ich genau darauf jetzt Lust bekomme, und wie ich mir überlege, wie ich das anstellen soll, da fällt mir nicht ein. Ich kenne kein Gewässer, das ich nächstens aufsuchen könnte, um nackt darin zu schwimmen. Zumindest unbeobachtet. Beobachtet, ja, da gibt es Möglichkeiten, aber das ist einfach nicht das Richtige. Und alles, was möglch wär, das braucht ein Auto und Planung und was nicht noch alles, das kann dann nichts mehr, da ist das Spontane raus und die Lust vergeht und ich setz mich an den Computer und schreibe drüber, statt es zu tun.

Schön blöd.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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