Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

241 – Der Exhibitionist

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Liebe Frauen,

das Pendant zum Voyeur ist der Exhibitionist.

Bild: Hishikawa Moronobu

Voyeur und Exhibitionist ergänzen sich perfekt, möchte man meinen. Meint man aber falsch. Denn so wie es dem Voyeur durchaus wichtig ist, dass die beobachteten Menschen nicht wissen, dass sie beobachtet werden, so ist es dem gemeinen Exhibitionisten wichtig, dass die Menschen, denen er sich – oder sein Gemächt – zeigt, das gar nicht sehen wollen, sich erschrecken, fortlaufen oder sonstwas derartiges tun.

Ich möchte aber an dieser Stelle über jene Menschen schreiben, die sich zwar zeigen wollen, die das aber nicht machen, um andere zu erschrecken. Und dann kommen wir auch weg von jenen Klischeeexhibiotinisten, die mit dem langen Trench Coat rumlaufen, bis sie ihn aufreißen können, wenn das geeignete Opfer um die Hecke stapft. Wir reden also über Menschen, die zum Beispiel gerne Sex an öffentlichen Orten haben. Oder die sich sogar dabei filmen lassen. Die es anmacht, zu wissen, dass wer ihnen dabei zuschaut. Die genau das geil finden. Die Frage ist, wie immer: Warum?

Weil sie sich selber so toll finden? So gut bestückt und gut im Bett und top Figur und sie wissen einfach, jeder, der sie sieht, wird vor Neid erblassen. Und das gibt diesem Menschen, was er braucht, das Wissen, dass alle anderen so sein wollen wie er?

Vielleicht.

Vielleicht auch.

Oder aber es ist genau das Gegenteil. Es ist die absolute Verunsicherung.

Aber wenn wer unsicher ist, dann wird er doch nicht wollen, dass wer anderer ihm dabei zuschaut, könnte man nun einwerfen.

Ja, stimmt schon, aber ich denke, es funktioniert trotzdem. Denn was braucht jemand, der verunsichert ist? Eben, Bestätigung. Und je verunsicherter er ist, desto mehr Bestätigung braucht er. Und dann reicht eben nicht mehr die Bestätigung durch diese eine Peron, mit der er gerade Sex hat, er braucht mehr. Und er kriegt mehr, wenn eben noch mehr zuschauen. Dann kann er sich für den kurzen Moment, da er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, sagen, dass er doch so schlecht nicht sein kann, immerhin swollen andere dabei zuschauen.

Nur: Reicht ihm das? Denn allzu leicht kann das in die nächste Verunsicherung rutschen: Was ist, wenn die nur zuschauen wollen, weil sie nicht glauben können, dass so einer wie ich sowas halbwegs hinkriegt? Sie wollen sehen, wie ich es nicht hinkriege. Sie wollen sich über mich lustig machen. Ich krieg’s nicht hin. Schuss nach hinten. Spirale nach oben.

Professionelle Pornodarsteller verdienen ja ihr Geld damit, die haben also einen guten Grund sich beim Ficken filmen zu lassen, es kann mir also egal sein, was denn da noch alles dahintersteckt. Es ist aber heutzutage bekannt, dass viele Pornoplattformen im Netz davon leben, dass sie Videos zugeschickt bekommen. Und zwar dann doch am meisten von Männern. Die nichts damit verdienen. Die also tatsächlich vor allem wollen, dass jemand sich das anschaut und sich davon angegeilt fühlt. Und genau bei diesen denke ich mir: Tja, arm. Aber das ist ja nur meine Haltung.

Zumindest tun sie niemandem damit weh.

Wenn die Frauen denn wissen, dass sie dabei gefilmt werden.

Und dass das veröffentlicht wird.

Oder es sind eh nur Wichsvideos, millionenfach zu finden. Da denke ich: Naja, wenn sie meinen. Dann sollen sie halt nicht weinen, wenn die Klickzahlen recht dürftig ausfallen, weil, ganz ehrlich, wer will schon irgendso eine Banane beim Wichsen sehen?

Ihr etwa?

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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