Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

242 – Der Anfang vom Ende

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Liebe Frauen,

das Ende einer Beziehung ist wie eine schleichende Krankheit, man kriegt es nicht mit.

Bild: Félicien Rops

Ständig hört man das Gleiche: Alles war in allerbester Ordnung, bis auf einmal, plötzlich, wie aus heiterem Himmel nichts mehr gut war. Oder: Sie nichts mehr gut fand. Sagen die Männer. Die sind meist vollkommen überrascht, wenn ihre Freundin oder Frau eines schönen blauen Tages sagt: So geht das nicht weiter. Und wenn die Frau das sagt, meint der Mann, sie meint: Es ist vorbei.

Aber es muss doch Anzeichen geben, sowas passiert doch nicht einfach mal so, weder Mann noch Frau wacht eines Morgens auf und denkt sich: Oh, bis gestern Abend war alles in perfekter Ordnung, aber heute Morgen weiß ich, ich muss jetzt alles ändern.

Na gut, es ist nur sehr selten so.

Was ist davor?

Davor ist die nicht stattfindende Kommunikation.

Das Problem ist, dass wir Menschen uns ganz gerne auf das konzentrieren, was gut ist. Weil warum sollten wir uns um die anderen Sachen kümmern, wenn doch das Positive überwiegt? Das Negative künstlich in den Vordergrund zerren? Das bringt doch nichts als Unannehmlichkeiten, das will niemand. Und dann sammelt sich all das Negative, all diese klitzekleinen Kleinigkeiten, die Details, die scheinbar unwichtigen, die kleinen Macken eben, im Verborgenen. Und das alles wächst und wächst und wächst. Bis es hervorbricht. Und dann ist die Kacke am Dampfen. Möchte man meinen. Tatsächlich aber dampft sie noch nicht so sehr, als dass sie wirklich was auslösen würde, denn meistens dampft und stinkt sie nur für einen der beiden Beteiligten. Der andere lebt noch immer gemütlich vor sich hin, auf dem großen Sack an gärenden Ungereimtheiten sitzend. Und der, für den es stinkt? Der denkt sich: Es stinkt ja nur für mich, nicht für meinen Partner, also stinkt es vielleicht gar nicht, ich irre mich, das geht wieder weg, das liegt nur an mir. Und tut nichts. Oder aber auch: Das stinkt so gewaltig, das muss mein Partner doch riechen, was ist denn das für einer, dass der das nicht riecht?, der muss doch darauf reagieren. Und wieder tut keiner was. Es wird mal lustig – oder auch weniger lustig – abgewartet.

Statt dass man miteinander redet, echt jetzt.

Und zwar nicht erst, wenn es stinkt, aber doch spätestens dann.

Am besten aber gleich, von Anfang an, wenn es noch nach Rosen duftet und Jasmin. Wenn es dann so einen kleinen Stinkmorchel im Garten der Lüste gibt, sollte man dem anderen sagen: Schau, der stört zwar nicht, aber da wächst er. Weil so lange noch alles juhu-tralala ist, kann man sich zusammen um den Stinkmorchel kümmern. Und ihn vielleicht sogar ausreißen, ehe er seine unterirdischen Wurzeln durch den kompletten Garten schlägt und überall wieder neu aufpoppt.

Und dann ist dieser ominös dunkel dräuende Anfang vom Ende nichts heimlich vor sich Hinschleichendes mehr, dann sind es wirklich nur ein paar Kleinigkeiten, die schnell aus dem Weg geräumt sind. Und der potentielle Anfang vom Ende wird zur Weiterführung des Anfangs. Vielleicht in ganz leicht abgewandelter Form.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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