Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

252 – Die Freiheit

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

es lebe die Freiheit.

Bild: Félicien Rops

Es lebe die Freiheit, die Freiheit aufzugeben.

Freiwillig.

Denn, ja, das ist es, was man tut, wenn man sich auf ein Beziehung einlässt.

Oh nein, schreit Ihr jetzt, das darf man so nicht sagen, man bleibt auch frei, wenn man in einer Beziehung ist, das ist ja das Schrecklichste überhaupt, wenn man sich selber aufgibt, das Gefühl hat, sich selber aufgeben zu müssen, nur weil man mit einem anderen Menschen zusammenlebt, weil man ihn liebt und …

Und da haben wir das Problem. Wir Menschen sind nunmal keine Quarks oder wie die Teilchen in der Quantenphysik heißen, die gleichzeitig hier und dort sein können, dieses und das Gegenteil davon und so weiter. Sind wir nicht. Wir müssen uns entscheiden. Entweder oder. Entweder in einer Beziehung oder nicht. Entweder frei oder nicht. Entweder autonom oder nicht. Entweder glücklich oder nicht.

Aha, aber stimmt die Gleichung, dass man nur glücklich sein kann, wenn man frei ist?

Was ist denn das überhaupt, Freiheit? Autonomie? Ist das Ungebundenheit? Ist Freiheit, auszugehen, wann ich will? Zu tun und zu lassen, was ich will? Zu ficken, wen ich will? Wirklich? Das ist Freiheit? Das finde ich traurig.

Ich finde, Freiheit ist doch, über mich selbst bestimmen zu können, wann ich will, und das am besten zu meinem Wohl.

Nur dass manchmal der Fall eintritt, dass ich mir die Freiheit nehme, mein Wohl dem eines anderen Menschen oder dem der Bezeihung zu einem anderen Menschen unterzuordnen. Warum? Weil es im Endeffekt doch meinem Wohl dient. Weil wenn ich einen Menschen liebe, will ich dann nicht, dass es diesem Menschen gut geht? Und geht es mir nicht gut, wenn es diesem Menschen gut geht? Oder der Beziehung? Weil die meisten Menschen machen einen gravierenden Fehler, wenn sie denken, dass man seine eigene Freiheit aufgeben muss, damit eine Beziehung funktioniert: Sie übersehen das Wort „freiwillig“. Hab ich auch oben geschrieben. Habt Ihr überlesen. Einige von Euch. Freiwillig. Das ist das Zeichen der Freiheit, dass ich das, was ich mache, freiwillig mache. Und freiwillig meine Freiheit aufgeben, oder auch nur einen Teil davon, oder auch nur das Gefühl, vollkommen frei zu sein, ist die ultimative Freiheit.

Und seien wir mal ehrlich: Heutzutage kommt es doch eher selten vor, dass man nicht zumindest den kleinen Rest Freiheit zurückbehält, sich seine Freiheit zurückzufordern, wenn man sie zurückhaben will, weil das, wofür man sie geopfert hat, an Wichtigkeit verliert. Nur dieser Gedanke schmälert leider den vorherigen. Schade. Also, haltet Euch an das im Absatz drüber: Freiheit ist, meine Freiheit aufgeben zu können. Für jemand anderen.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. der blog wird immer philosophischer.
    nett irgendwie.

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© Raoul Biltgen

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