Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

262 – Das Wünschen

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Liebe Frauen,

was ist der Schlüssel zur Glückseligkeit?

Bild: Félicien Rops

Reden.

Das wissen wir in der Zwischenzeit.

Reden, reden reden.

Es klappt was nicht in der Beziehung?

Drüber reden.

Es klappt was nicht beim Sex?

Drüber reden.

Es klappt was nicht im Leben?

Drüber reden.

So haben es uns sämtliche Beziehungs-, Sex- und Lebensberater der Welt beigebracht.

Und so habe auch ich es oft genug gesagt.

Denn:

Menschen können keine Gedanken lesen. Die eigenen nur selten, die eines anderen Menschen nie. Niemals. Nienienie. Auch nicht die des geliebten Menschen. Man kann nicht Wünsche von den Augen ablesen. Wenn man also Wünsche erfüllt haben möchte, dann muss man die Wünsche benennen, man muss sie aussprechen, man muss sagen, was man sich wünscht, vor allem wenn man es sich von einem anderen Menschen wünscht. Statt nachher zu sagen: Du hast nicht …

Nein, hab ich nicht, weil ich nicht wusste, dass du dir das wünschst.

Das gilt auch für ganz ganz ganz banale Sachen.

Nur.

Vor dem Aussprechen eines Wunsches, vor dem drüber Reden, steht ein Problem, über das irgendwie recht wenig geredet wird. Nämlich: Wissen, was man sich wünscht. Jaja: Es geht jetzt nicht darum, zu wissen, was sich der andere wünscht, sondern was man sich selber wünscht. Und das ist gar nicht mal so einfach. Da muss man nämlich auch an sich arbeiten. Beziehungsarbeit mit sich selber sozusagen. Da muss man in sich gehen und sich durchforsten und vor allem, und das ist das Schwerste: Man muss ehrlich zu sich sein. Das ist noch viel viel schwieriger, als ehrlich zu anderen zu sein. Was wünsche ich mir wirklich? Was macht mich glücklich? Und macht es mich glücklich, dass mich etwas ganz Bestimmtes glücklich macht? Oder komme ich mir dann Scheiße vor? Oder denke ich: Das bin doch nicht ich?

Und, wenn wir mal über Sex reden, tun wir ja so selten: Weiß ich überhaupt von all dem, was es gibt, was mich glücklich machen könnte? Und ich sage nichts dazu, ob es dann auch realisierbar wäre. Was gibt es eigentlich alles, was ich mir wünschen könnte?

Meine Idee dazu ist folgende: Irgendein intelligenter Mensch, der sich auskennt und noch ein paar Leute kennt, die sich ebenfalls auskennen, der stellt so eine Art Kartenspiel zusammen, wo einfach alles, wirklich alles vorkommt, was es gibt. Und dann blättert man die Karten durch, macht Stapel – wünsch ich mir, auf keinen Fall, aha das gibt es also auch – und hat so vielleicht eine kleine Starthilfe auf der Suche nach dem, worüber man dann mit dem Partner reden kann, wenn es darum geht, die eigenen Wünsche zum Ausdruck zu bringen. (Ja, die Idee ist von mir, wer sie jetzt klauen will, der muss löhnen.)

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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