Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

270 – Der Freifahrtschein

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Liebe Frauen,

was ist das Schlimmste, das Ihr über Männer sagen könnt?

Bild: Charles Demuth

Männer sind halt so.

„Seit Jahren sag ich ihm jeden Tag mindestens drei Mal, er soll doch bitteschön die Brille am Klo wieder runterklappen, wenn er es schon nicht fertigbringt, im Sitzen zu pinkeln, aber nein, keine Chance, es ist, wie wenn ich gegen die Wand reden würde, der macht das einfach nicht.“

„Männer sind halt so.“

„Wie der sich aufführt, wenn er mich mal zum Shoppen begleiten soll, wie wenn ich ihn zwingen würde, sich mit dem nackten Arsch auf glühende Kohlen zu setzen, dabei will ich doch nur hin und wieder seine Meinung hören, ich will ja schließlich, dass es auch ihm gefällt, was ich mir kaufe, aber nein, das dauert alles viel zu lang und er versteht nicht, warum ich nicht einfach die ersten Schuhe, die passen, kauf, aber wenn der mal im Baumarkt ist, da möchte ich mal hören, was er sagt, wenn ich ihm vorschlage, doch einfach die erste Bohrmaschine zu kaufen, weil die ist schön gelb, und ich erwähne gar nicht mal, dass er doch eh eine Bohrmaschine hat.“

„Tja, Männer, die sind halt so.“

„Ständig schaut er anderen Frauen nach. Ständig. Er denkt, ich krieg das nicht mit, weil er dann den Kopf stur nach vorne richtet und den Frauen nur mit den Augen folgt, aber das seh ich doch. Oder wenn er sich gerade den Schnürsenkel schnüren muss, wenn eine Tusse mit Mini-Minirock vorbeitänzelt. Oder wenn er was im Auge hat, wenn die auch noch mit Riesentitten rumschwenkt. Oder so.“

„Naja, die sind halt so, die Männer.“

„Und dann, nach dem Sex, will ich doch einfach nur noch ein wenig mit ihm reden, gemütlich aneinandergekuschelt, das ist doch schön, nein?“

„Scheinbar nicht für einen Mann, denn Männer sind halt so. Da kann man nichts machen.“

Soll ich Euch ein gang ganz gang großes Geheimnis verraten?

Männer sind nicht so.

Und da kann man was machen.

Aber zu behaupten, dass sie so sind, heißt, dass sie nichts dafür können, denn sie sind halt so, das ist ihnen in die Wiege gelegt, das hängt mit dem Y-Chromosom zusammen, da kann man auch leiderleider gar nichts machen, das müssen Frauen akzeptieren, dass Männer halt so sind, und aus.

Nochmal: Männer sind nicht so.

Aber wenn allgemein die Theorie der genetischen Veranlagung zum nebens Klos Pinkeln und keinen Sinn für Mode Haben und nach dem Sex Einschlafen als richtig anerkannt wird, dann gibt es auch für den Mann keinen Grund, das zu hinterfragen, und dann nutzt er natürlich seinen von Euch großzügig ausgestellten Freifahrtschein, so weiter zu machen, wie bisher.

Und schlimm ist das deshalb, weil Ihr, ja, Ihr, liebe Frauen, damit den Mann einer der großen menschlichen Fähigkeiten beraubt: die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Sich zu Verändern. Nicht so zu bleiben, wie man ist, wenn man das nicht will.

Also, wer ist Schuld? Ihr seid Schuld. Ha. Weil wir Männer natürlich nienienieniemals den Satz „Frauen sind halt so“ auch nur denken würden, wir doch nicht, weil, nein, so sind Männer ganz sicher nicht.

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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