Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

272 – Das weiße Schaf

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

da dachte ich doch tatsächlich, Euch vertrauen zu können.

Bild: Johan F. L. Dreier

Wie konnte ich nur.

Da habt Ihr mir doch das erzählt, was ich letzte Woche geschrieben habe, nämlich dass es so zu sein scheint, dass Ihr, liebe Frauen, erstmal ein paar Arschloch-Männer durchprobieren müsst, bis Ihr willens und vor allem in der Lage seid, ein nettes Exemplar an Eure Seite zu nehmen und fürderhin mit ihm durchs Leben zu schreiten. Ohne vorheriges notwendiges Arschloch aber haben die Netten keine Chance.

Und da schreibt mir eine Leserin, eine von Euch also, dass sie das ganz anders sieht. Und zwar so: Weil es fast nur Arschloch-Männer gibt und nur ganz ganz wenige Nette, gerät frau unweigerlich erstmal an die Männer, die sie auch gleich wieder auf den Mond schießen kann, bis sie endlich endlich bei einem, sagen wir mal, annehmbaren männlichen Wesen landet. Oder anders ausgedrückt: Die Männer bilden eine große Herde schwarzer Schafe, und nur ganz ganz wenige weiße blöken leise darin rum. Würde die Frau aber gleich beim ersten Mal eines dieser seltenen weißen Tiere fangen, so könnte sie auf die anderen gerne verzichten. Tatsächlich ist die Chance aber groß, auf ein schwarzes zu stoßen. Allerdings, schränkt die Leserin ein, seien die weißen Schafe meist vergeben oder schwul. Vergeben: Klar, wenn es so wenige davon gibt, dann werden die einmal eingefangenen nicht mehr losgelassen. Schwul: Ganz ehrlich, es gibt auch schwule Arschlöcher, nur halten sich die in einer anderen Herde schwarzer Schafe auf.

So also.

Das führt mich nun aber zu einem neuen Problem: Konnte ich letzte Woche die netten Männer damit vertrösten, dass die Frauen früher oder später automatisch bei ihnen landen werden, ist es jetzt wesentlich schwieriger geworden. Denn nun gilt es, sich als Mann gegen Männer durchzusetzen. Als Netter gegen Arschlöcher. Als liebes, einfühlsames und zuhörendes weißes Schaf gegen rabiates, auffälliges und unangenehmes schwarzes Schaf. Und das ist nicht so einfach. Weil es in der Natur des weißen Schafes liegt, eben nicht so aufdringlich zu sein, sich nicht immer vorne ans Gatter zu drängen, um von den vorbeispazierenden miniberockten Frauen mit Möhren und Äpfel gefüttert zu werden. Würden sie das tun, würden sie ein Teil dessen verlieren, das sie zu weißen Schafen macht. Und deshalb werden die armen weißen Schafe immer nur hinten in der letzten Reihe rumstehen und sie müssen sich mit dem bereits niedergetrampelten trockenen Gras zufrieden geben, während vorne die Arschloch-Schafe laut mampfen und spucken und sich gegen seitig vormähen, was für eine geile Karotte ihnen da mal wieder in den Mund geschoben worden ist.

Und dann liegt es an Euch, liebe Frauen, ganz allein an Euch, ob Ihr Euch tatsächlich erstmal durch die ganze schwarze Herde durchprobieren müsst, bis Ihr am Ende auf ein halbverhungertes Rippengestell trefft, das Ihr fortan liebhaben wollt.

Und da stellt sich mir folgende Frage: Wo, herrgott, ist der gute Hirte, der die schwarzen Schafe von den weißen trennt, damit Ihr, liebe Frauen, Euch leichter bei der Auswahl tut, und wir, die supersüßen weichen weißen Schäfchen, nicht ein halbes Leben warten müssen, bis wir auch endlich mal gestreichelt werden?

Und vom bösen bösen Wolf möchte ich gar nicht mal reden, egal ob im Schafspelz oder nicht.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. Hallo lieber Adam,

    ich liebe einfach Deine eloquente Art zu schreiben & es lässt mich immer wieder schmunzeln. Ich sitz hier und lach mir den Ar*** ab bei den Bildern, die Du in meinem Kopf entstehen lässt – TOP!

    Aber vielleicht ein kleiner Tipp aus meiner Erfahrung: man findet die schwarzen in rauen Mengen fast überall. Vielleicht schauen sich die paar weissen auch einfach zu viel bei den schwarzen ab!? So, wie man anderer Leuts Jeans nachkauft, weil die am anderen Arsch vermeintlich gut ausschaut!?

    Nach dem “einen” weissen musste auch ich wirklich lange und gut suchen und habe viele schwarze getroffen ;-) … Am Ende des Tages habe ich mir bei der Suche helfen lassen, und bin an einen Single mit Niveau gelangt (na, klingelt´s !?). Und siehe da: das ist mein Einer … oder eher mein Eines (Weisses!?)

    LG Eva

    • Liebe Eva,
      danke danke danke für die Blumen ;-)
      jaja, das mit dem sich was Abschauen von den schwarzen Schafen: was ist, wenn dann aus den weißen Schafen plötzlich auch schwarze werden? Oder zumindest graue? Und die Jeans, die am fremden Arsch gut ausschauen, hängen oder zwängen vielleicht am eigenen und sehen einfach nur scheiße aus. So unter Umständen auch die fremden (schwarzen) Eigenschaften in der weißen Wolle? Vielleicht bin ich da naiv, aber ich hoffe doch, dass es möglich sein wird, auch als weißen Schaf wen zu finden (oder gefunden zu werden), ohne sich im Dreck wälzen zu müssen.
      Ich gratuliere dir, dass du das eine für dich gefunden hast. Manchmal ist es eben gut, wenn man sich helfen lässt, wenn man vor lauter Schafen den Wolf nicht mehr sieht. Oder so.
      Alles Liebe Adam

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© Raoul Biltgen

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