Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

273 – Das rote Meer

| 7 Kommentare

Liebe Frauen,

Moses teilte es einst, das rote Meer.

Bild: Mihály Zichy

Doch nicht alle Männer sind Moses. Und so teilen sich die nicht-Mosesse grob in zwei Kategorien auf: jene, die das rote Meer lieber umschiffen, und jene die wacker die Fahrt aufnehmen und sich nicht einschüchtern lassen.

Wovon?

Nein, nicht vom Meer, vom Rot des Meeres.

Und ich schätze, Ihr wisst, wovon ich spreche: Sex während der Regel.

Ich bin ja kein Freund von Statistiken, da ich es mit Churchill halte: Die einzige Statistik, der ich glaube, ist jene, die ich selber gefälscht habe. Also nehme ich einfach mal an, dass es unter Euch, liebe Frauen, welche gibt, die sagen: Nein, nur das nicht. Und andere, die meinen: Ja, klar, warum nicht? Und wieder welche werden wohl der Meinung sein: Auf jeden Fall.

Auch unter Männern gibt es durchaus keine Einigkeit, was dieses Thema betrifft, allerdings hege ich die Vermutung, dass es doch so ist, dass es wesentlich mehr Männer gibt, die das Thema, und damit den Vollzug des Aktes während der Regel lieber vermeiden. Warum? Weil sie’s eklig finden. Warum? Tja, das ist doch die Frage.

Die Regel ist wohl das größte Geheimnis, das Ihr Frauen vor uns Männern habt. Wir sehen nur das, was Ihr uns zu sehen gebt. Das ist in der Regel, haha, Wortwitz, nicht das Rote daran. Das Blut. Die Binde und der Tampon, nachdem sie ihren Dienst getan haben. Was dazu führt, dass wir uns vorstellen, was wir nicht zu sehen bekommen. Und eines will ich mal gesagt haben: Die Phantasie ist immer immer immer viel schlimmer als die Wahrheit. Und unsere männliche Phantasie wird auch noch angeregt. So wissen wir, jaja, aus der Werbung, dass Ihr, liebe Frauen, untenrum enorm stinkt, wenn Ihr Eure Tage habt, denn warum müssten sonst Binden Deoschutz haben? Und Ihr lauft regelrecht aus, das fließt nur so, weil wir haben was vom Überlaufschutz gehört, nämlich für die besonders starken Tage. Und die Regel wird ja auch von Tampons da aufgenommen, wo sie passiert, nämlich in der Handinnenfläche. Gut, darüber können nun nur die lachen, die die entsprechenden Werbung aus den 90ern noch kennen. Aber es geht darum, dass es so schlimmschlimmschlimm ist, was da in Euch unten passiert, dass man das nur damit umschreiben kann, dass der Torpedo in der Hand liegt. Und auch die berühmte Ersatzflüssigkeit: Blau. Weil die wirkliche Farbe dermaßen abstoßend und wäh und iiih und fürs Werbefernsehen nicht geeignet ist, dass man darauf verzichten muss, es so darzustellen, wie es ist. Und es gibt Schmierblutungen. Und wir stellen uns was ganz besonders Schmieriges vor. Und eigentlich denken wir auch an Klümpchen, wenn wir schon dabei sind. Und eben, genau, in der Bibel, da steht es, eine Frau ist unrein, wenn sie ihre Tage hat, unrein, und ein Mann, der eine Frau berührt, während sie ihre Tage hat, der ist auch unrein. Unrein, sag ich, das sagt doch schon alles, nicht?

Worauf ich hinaus will: Kein Wunder, dass die Männer eher zurückhaltend sind, wenn es darum geht, ihr angeblich bestes Stück dort hineinzustecken, wo es so, wie gerade angedeutet, zugeht. Will ja niemand.

Nun werde ich nicht etwa schreiben: Liebe Männer, so ist es nicht, macht es doch einfach, Taschentuch danach und gut, nein, denn ich finde nicht, dass das meine Aufgabe ist. Es ist Eure. Und zwar dann, wenn Ihr Euch denkt: Liebe Männer, so ist es nicht, macht es doch einfach, Taschentuch danach und gut und stellt Euch nicht so an, herrgott. Wenn Ihr also den allgemeinen Ekel vor dem, was in Eurem Körper während der Periode vorgeht, nicht teilt. Wenn Ihr es sogar ganz angenehm findet, während der Tage Sex zu haben, weil ein ordentlicher Orgasmus zum Beispiel den Schmerz lindern kann. Oder weil’s Spaß macht. Oder aus sonst einem Grund. Wenn Ihr aber denkt, nein, muss ich jetzt nicht haben … Dann macht auch weiterhin ein großes großes Geheminis drum herum, denn dann könnt Ihr sicher sein, dass Ihr Euch nie lang erklären müsst, wenn Ihr nicht wollt, dann reicht schon das Wörtchen „Tage“, und dem Mann vergeht die Lust und er lässt Euch in Ruhe, hurra.

Euer Adam

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7 Kommentare

  1. Die Projektion der Bilder, die TV in Euren Männerköpfen entstehen lässt, könnte nicht treffender umschrieben werden & wäre ich nicht Frau, würde ich mich auch schwer wundern, was da bei den Ladies so los ist :-(

    Da ich aber Frau bin, kann ich nur sagen, dass es für uns nichts intimeres und vertrauensvolleres gibt, als wenn Mann einen auch in “dieser” Zeit begehrt und einen eben nicht vor die Stadttore jagt wie eine Aussätzige.

    Wie mein Vorkommentator schon sagt: Tauchgänge müssen in der Zeit nicht sein, da steht Frau auch nicht unbedingt drauf, aber alles andere ist genauso wundervoll wie sonst auch!

    Männer, lasst Euch nichts Falsches einreden – das ist wie mit den Diätpillen, da glaubt Ihr doch hoffentlich auch nicht dran… oder!?

    • wie, an Diätpillen soll man nicht glauben? Warum nicht? aber Werbung sagt doch immer die Wahrheit. ;-)
      Dein Bild mit dem Verjagen der Aussätzigen gefällt mir aber auch ganz gut, hat auch was Biblisches, und da kommt doch so manches Vorurteil her, mit dem wir bis heute zu kämpfen haben … Selbst wenn das eine oder andere, was da drin steht, vor Jahrhunderten oder -tausenden vielleicht mal Sinn gehabt haben könnte. Aber Religion und Sex ist wieder ein anderes Thema …

  2. Schon mein Großvater sagte:”Der gute Seemann sticht auch ins Rote Meer”

    I like it! Die ganze Frau schmeckt in diesen Tagen besonders und fühlt sich in der Regel, wenn sie es auch genießen kann, sehr gut an. Man könnte meinen sie brodelt. (nur Kopf voraus auf Tauchgang gehe ich in der Zeit seltener)

    • ich stell mir das grad vor, wie du neben deinem Großvater auf einer Holzbank sitzt, irgendwo am Berg mit Blick über das Tal, er Pfeife paffend, du bist grad mal vorpubertär, und dann sagt er dir das … ja, das muss prägend gewesen sein ;-) (Entschuldige, ich bin mit Heidi und dem Almöhi aufgewachsen, auch das war prägend)

  3. eine “unlustspirale” sozusagen.
    dabei könnte alles so einfach und so schön sein……

  4. irgendwann kommt jede frau in ihrem leben auf das thema “sex und menstruation” mit ihren besten freundinnen zu sprechen. und aus den nicht repräsentativen gesprächen kann ich aus dem nähkästchen plaudern, dass hochgerechnet 60 prozent der frauen während der mens extrem rattig sind, die meisten es sich nur nicht zu sagen getrauen. schade auch irgendwie.

    • Da schaukelt es sich hoch: Frauen sagen nicht, dass sie “rattig” sind, Männer denken, die will eh nicht, Frauen denken, er findet das eklig, Männer denken, wenn die nicht will, muss es ja wirklich eklig sein, Frauen denken, sie sagen lieber nicht, dass sie gern Sex hätten, wenn Männer es so eklig finden …

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© Raoul Biltgen

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