Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

275 – Der Durchschnitt

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Liebe Frauen,

wir leben in einer vermessenen Welt.

Bild: Friedrich Eduard Meyerheim

Das wisst Ihr, darunter leidet Ihr, denn unter anderem vermessen werden etwa Hintern und Beine und Brüste und Nasen und Augen und Lippen und … so weiter.

Auch bei Männern wird so manches vermessen, allerdings vor allem der Schwanz.

Aber die Vermessungswut der Menschen beschränkt sich natürlich nicht auf den Körper, es wird auch das Verhalten des Menschen vermessen. Wie lange ist man mit wem zusammen? Wie lange kann man mit wem vögeln? Wie oft vögelt man? Oder auch: Wie oft redet man miteinander, wie oft küsst man sich, wie oft streitet man, wie oft versöhnt man sich, wie oft hat man dabei Versöhnungssex, wie oft hat die Fraue einen Orgasmus und wie oft der Mann?

Und wie viele Partner braucht der Mensch? Im Leben? Bis er oder sie den oder die Richtigen oder Richtige gefunden hat? Und wie muss der oder die Richtige aussehen und was muss sie tun und wie oft?

Und was haben wir davon?

Zahlen, Zahlen, Zahlen.

Und dann gibt es sowas, wie Statistiken. Und die sagen uns, wie der Durchschnitt so ist. Wie oft und wie lang und wie viel und werwiewas überhaupt.

Und wir, die wir doch nur selten dem Durchschnitt entsprechen, weil wir ja Individuen sind, wir haben Anhaltspunkte. Wofür? Zum Vergleich. Denn so sind wir, wir Menschen, wir vergleichen uns. Wenn es geht mit dem Menschen, der uns am nächsten ist. Mit dem Mann in der Saunaumkleide, mit der Frau am Nebentisch, mit dem Mann im Nebenauto, mit der Frau am Nebenmann … Aber das sind so wenige, viel besser ist es doch, man kann sich mit der Menschheit im Ganzen vergleichen. Um festzustellen, dass man viel besser ist als die meisten anderen. Weil man über dem Durchschnitt liegt, hurra, weil der Durchschnitt ist halt normal, entspricht der Norm, wir aber wollen nicht normal sein, wir wollen besser sein. Weil wir öfter Sex haben. Weil wir einen längeren Schwanz haben. Weil wir mit mehr Menschen gefickt haben. Oder aber: Weil wir mit weniger Menschen intim geworden sind. Weil wir besser sein wollen, immer besser, immer als der Rest der Welt.

Warum?

Ist es wirklich so, dass wir alle mit Minderwertigkeitsgefühlen durch die Welt laufen und wir ständig nur darauf bedacht sind, diese in den Griff zu bekommen. Und weil wir von kleiner Körpergröße sind, fassen wir uns an die Leber und erobern die halbe Welt?

Oder ist es vielleicht umgekehrt, dass das ständige Vergleichen erst zu Minderwertigkeitsgefühlen führt, weil je öfter wir uns mit wem anderen vergleichen, desto größer ist die Chance, dass man mal schlecht aussteigt? Und man behält natürlich nur das Negative im Hirn.

Was aber dabei verloren geht, das ist, was wir wirklich wollen. Und wie wir es wirklich finden. Was wir sind, wie wir sind, was wir tun, wie wir es tun. Wenn ein Mann mit einem – vergleichsweise – kleinen Schwanz enorm viel Spaß beim Sex hat und dazu auch noch mit seinem – vergleichsweise – kleinen Schwanz Dinge vollbringen kann, bei denen alle Frauen, die sie erleben, in Extase geraten, ist es dann nicht eher kontraproduktiv, wenn er feststellt, dass er einen – vergleichsweise – kleinen Schwanz hat und sich fortan Sorgen macht, dass er zu klein sein könnte? Eben. Und das ist jetzt nur ein Beispiel von vielen vielen möglichen.

Wenn Ihr Euch also einen Gefallen tun wollt, dann versucht loszukommen davon, Euch ständig alle Statistiken reinzuziehen, die Euch so unterkommen. Ich weiß, es ist schwer, es ist wie von einer Droge loszukommen, aber auch diese Droge schadet Euch, Ihr wisst es doch auch.

Und deswegen darf ih Euch gleich mal testen: Unter diesen beiden links werdet Ihr erfahren, wie groß der Penis Eures Mannes sein muss, um überdurchschnittlich zu sein. Klickt nicht dorthin, lasst es bleiben, kämpft dagegen an. Jetzt.

http://science.orf.at/stories/1754848

http://hiit-blog.dailyhiit.com/hiit-life/new-study-shows-country-biggest-penises-world/

Euer Adam

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© Raoul Biltgen

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