Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

285 – Der Pimmel im Wind

| 3 Kommentare

Liebe Frauen,

nackt sein in der freien Natur, was gibt es Schöneres?

Bild: Wilhelm von Pluschow

So ähnlich habe ich bereits letzte Woche begonnen. Und es hat sich nichts an der Aussage geändert. Wir Menschen haben einen gewissen Drang, oder zumindest viele von uns, nackt in der Natur zu sein. Deswegen werfen wir so gerne möglichst viele bis alle Kleider vom Leib, sobald wir die Gelegenheit dazu haben. Deswegen ist es für Frauen vollkommen ok, oben ohne am Strand zu liegen, auch wenn sie es absolut unmöglich fänden, würden sie ihre Brüste etwa auf dem Arbeitsplatz herzeigen müssen. Ich spreche natürlich von Frauen, die nicht berufsbedingt eben dieses tun. Und Männer strecken ihre Bierbäuche oder auch Fettwänste oder sonstiges nach vorne und stolzieren durch die Gegend, wie wenn es das Natürlichste der Welt wäre. Wie wenn sie sonst nicht in Anzug und Krawatte gezwängt rummarschieren würden. Deswegen hat der Mensch FKK erfunden, um sich selber den Raum zu verschaffen, wo sowas möglich ist. Nackt sein, draußen sein, die Natur genießen, wie sie ist, wie man ist, und die Sonne auf der Haut und eine frische Brise ums Gehänge, und schon fühlen wir uns wohl wie ein Fisch im Wasser.

Und nun frage ich mich, warum wir soviel Gedöns darum machen, das zu machen, wenn es uns doch so natürlich erscheint? Wer ist es denn, der es uns verboten hat, außerhalb des FKK-Strands und des Naturisten-Campings und wömöglich noch der Finnen-Sauna nackt zu sein?

Eben, wir waren es selber.

Und da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Und da klemmt sich der Mann denselben ein.

Wir sind es selber, die uns dieses überdimensional große Gebilde an Scham und Schuld aufgebaut und mit Religion und sonstigem zugemauert haben, das uns davon abhält, das zu tun, was wir dann doch eigentlich tun wollen. Und dass es nicht jeder tun will, das ist meiner Meinung nach nicht Ausdruck, dass es nicht in unserer Natur liegt, es tun zu wollen, sondern dass eben dieses Gebilde so übermächtig ist, dass es unsere eigentliche Wünsche begräbt. Und ich rede nicht davon, unbedingt nackt unter Nackten zu sein. Es git tatsächlich so etwas wie natürliche Scham, fragt mal die Evolutionspsychologen. Aber Klamotten sind doch jetzt nicht wirklich etwas Natürliches, oder? Oder sind uns die Kleider etwa angeboren? Nein, eben nicht. Wir brauchen sie, weil sie uns schützen. Vor Kälte und vor Gelsen und vor zuviel Sonne. Dass wir sie aber auch tragen, wenn wir sie eigentlich gar nicht bräuchten, ist nur, was wir aus einer Notwendigkeit eine Pflicht gemacht haben.

Deswegen plädiere ich für … Gut, ich könnte es mir einfach machen und sagen: Ich plädiere für: „weg mit den Klamotten.“ Aber das tu ich nicht. Ich plädiere für: „Geht mal in Euch, erforscht mal Euch selber, und findet raus, ob es nicht Momente gibt, in denen Ihr wirklich gerne nackt sein wollt. Und wenn Ihr diese gefunden habt, – und ich schenke Euch einen ersten Anhaltspunkt, wo das der Fall sein könnte: Bad, – dann genießt diese Momente, genießt Eure Nacktheit, streckt Eure Brüste in den Himmel und wir unsere Pimmel in den Wind, und seid nackt.“ Ich glaube nämlich, dass das der erste Schritt ist, sich selber gut zu finden. Und das ist nicht das Schlechteste.

Euer Adam

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3 Kommentare

  1. Adam, du bestätigst das was ich zum vorigen Artikel geschrieben habe: Nacktheit ist normal!
    Wir haben wahrscheinlich eine natürliche Scham, aber nicht wegen Nacktheit. Die wurde uns anerzogen. Ich glaube von den Schwarzkitteln.

    • es gibt tatsächlich eine natürliche Scham, die nichts mit Erziehung zu tun hat, die sich bei den meisten Kindern ab einem bestimmten Alter zeigt. Und dem muss auch Platz eingeräumt werden. Weil nur dann ist es auch dem Erwachsenen möglich, weiterhin einen normalen Umgang mit dem eigenen Körper zu pflegen. Wenn nämlich die Sicherheit da ist, dass man sich nicht den Blicken anderer aussetzen muss, wenn man das nicht will.

      • Wir waren vor Jahren an einem Strandabschnitt mit Nackten. Da war ein Ehepaar mit einem Mädchen in der Pubertät. Es kamen ein paar Härchen zum Vorschein und die Stelle für den Busen war auch schon sichtbar. Die Eltern konnten es nicht fassen, dass ihre Tochter nackt über den Strand lief. Das Mädchen war unter Gleichen und fand es normal.

        Eine andere junge Frau wollte nicht zu den Nackten. Sie legte sich zwischen nackt und Textil. Sie lag aber nackt auf dem Bauch. Im Laufe der Zeit hatte sie wohl vergessen, dass sie nackt war und hatte die Beine weit gespreizt. Gegrinzt über diesen Einblick hatten die Nackten, die mitbekommen hatten, dass sie nicht zu uns wollte. Im Nacktbereich wäre das OK.

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© Raoul Biltgen

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