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289 – Das Spiel um Sex

20. Juli 2015

4 Kommentare

  • Sex

Liebe Frauen,

Männer wollen immer, Frauen nur ab und zu.

Stimmt das?

Wenn man den vielen vielen Artikeln, die es zu diesem Thema gibt, Glauben schenken darf, und sich dann auch noch die eine oder andere Geschichte aus dem Freundes- und Bekanntenkreis anhört, dann ja, dann ist das so. Und ich rede jetzt von Innerbeziehungssex. Und jetzt mal ganz vereinfacht läuft es dann so ab: Zwei Menschen kommen zusammen und vögeln sich das Hirn weich. Nach und nach wird daraus eine Beziehung, die mehr ist, als nur eine Fickgelegenheit. Nach und nach hat man nicht mehr drei Mal am Tag Sex, sondern nur noch einmal. Und vielleicht auch nicht jeden Tag, sondern jeden zweiten, schließlich muss man zur Arbeit und am Abend ist man müde, und alsbald ist es Sex am Wochenende, wenn man sich entspannen kann und will. 289 - das Spiel um Sex | Adam sprichtUnd, Achtung, auf einmal wird auch das Wochenende ausgelassen, weil es ist zu heiß, zu kalt, zu betrunken, zu nüchtern, zu Menstruation, zu … wenig Sex für den Mann. Und dann passiert Folgendes: Der Mann versucht immer wieder, die Frau zum Sex zu überreden, die Frau findet immer wieder neue Argumente dagegen. Und auf einmal wird die berühmte Migräne Wirklichkeit, die schon bei so vielen politisch nicht korrekten Witzen missbraucht wurde. Heute nicht, ich hab Migräne.

Und dann beginnt ein recht erbärmliches Spiel. Erbärmlich deswegen, weil es absolut langweilig ist, weil es immer nur das Gleiche ist: Mann will, Frau nicht, Mann will, Frau nicht, Mann will, Frau nicht … Mann will, Frau gibt nach, hurra, aber, ganz ehrlich, so toll war’s dann auch wieder nicht, aber zumindest ist es mal wieder passiert, der Mann ist mal wieder zum Zug gekommen, hat das bekommen, was er gewollt hat, naja. Und dann wieder von vorn: Mann will, Frau nicht. Und so weiter.

Und manche Männer, die glauben das Leben und die Frauen durchschaut zu haben und sich Journalist nennen, schreiben dann Artikel, die in Frauenzeitschriften erscheinen, die die Frauen dazu bewegen sollen, endlich wieder mehr Spaß am Sex zu haben. So wie die Männer schließlich auch. Und manche Frauen, die in den gleichen Magazinen schreibend tätig sind, denken sich, da muss was dran sein, aber was wissen Männer schon von Frauen?, und sie schreiben genau die gleichen Artikel. Und das seit Jahrzehnten. Kann man nachlesen. Und da es schon seit Jahrzehnten so läuft, sollte man doch so langsam einsehen, dass es nichts ändert an der Situation, dass es der falsche Weg ist, etwas an der Situation, die am Ende für keinen der Beteiligten zufriedenstellend ist, zu ändern.

Oder sind gar nicht beide Beteiligten unzufrieden damit? Sondern nur die Männer? Wenn es nicht die Frauenzeitschriften gäbe, die den Frauen einredeten, unzufrieden sein zu müssen?

Naja, das kann ich als Mann nicht beantworten, das müsst Ihr, liebe Frauen, schon selber wissen.

Die Männer hingegen scheinen es tatsächlich zu sein, unzufrieden. Wenn meiner Meinung nach auch nicht ganz in dem Ausmaß, das gerne propagiert wird. Männer sind ja durchaus dazu gezwungen, immer wollen zu müssen. Und doch, viele werden wohl wirklich wollen wollen.

Und deswegen gibt es clevere Männer, die glauben, das Leben und die Frauen durchschaut zu haben und sich Coach nennen, die dann den Männern schreiben, was diese tun sollen, um das Spiel für sich zu entscheiden. Und was raten sie? Sie raten, mehr auf die Frauen einzugehen, nicht immer nur Sex zu wollen, oder es zwar zu wollen, aber es nicht zu zeigen, sondern stattdessen den Frauen anders Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Geschenke machen, Komplimente machen, in die Augen schauen. Das soll man dann einfach mal ein, zwei Monate so laufen lassen, ohne Sex zu wollen, und ha, dann werdet Ihr schon sehen, liebe Männer, dann kriegt Ihr, was Ihr wollt.

Erstens: Ist es das, was Ihr, liebe Frauen, wollt? Statt dass Männer immer direkt auf Sex zusteuern, dass sie Euch anders Aufmerksamkeit schenken? Und das wird Eure Lust auf Sex wieder steigern?

Zweitens: Wollt Ihr das, wenn Ihr wisst, dass der Mann es nur tut, um am Ende doch das zu bekommen, was er eigentlich von Anfang an und die ganze Zeit über wollte? Nämlich nichts anderes als Sex? Wollt Ihr also angelogen werden? Manipuliert? Oder ist es Euch wurscht, warum der Mann es macht, Hauptsache er macht es? Nett sein.

Oder, und jetzt kommt ein revolutionärer Gedanken, hu: Würde es nicht auch so funktionieren, dass Ihr, liebe Frauen, den Männern sagt, ob Ihr das wollt oder etwas anderes, und dass der Mann auf der anderen Seite Euch das gibt, was Ihr wollt, nicht weil er damit ein Ziel verfolgt, sondern weil er Euch gerne das gibt, was Ihr wollt, weil er Euch liebt? Und umgekehrt? Mit anderen Worten: Wäre es nicht auch möglich, dieses blöde Spiel um Sex einfach sein zu lassen?

Euer Adam

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4 Kommentare zu "289 – Das Spiel um Sex"

  • Lieber Adam,

    vielen Dank für den neuen Artikel. Du hast ja so Recht. Dabei kann es einfach sein, ohne manipulative Spielchen beiderseits (die beide Partner nerven). Glücklicherweise gibt es auch den Typus Mann, der ein schlichtes \“Nein, ich habe heute nur einfach keine Lust\“ (und damit lediglich aussprechen, was Sache ist) akzeptiert. Damit hat sich gleichzeitig die an den Haaren herbeigezogene Migräne samt kalten Händchen erledigt. Gilt umgekehrt genauso. Es gibt doch tatsächlich Tage, an denen auch Ihr Männer einfach null Bock habt, oder? An denen es dann genügt, sein Gegenüber nur in den Arm zu nehmen. Ergebnis = Geschenkte Aufmerksamkeit, und zwar ohne irgendwelche Spielchen. Wer von uns, egal welches Geschlecht, möchte schon manipuliert werden?

    • Liebe Susanne,
      ja, es gibt sie wirklich, die Momente,wo selbst ein Mann mal keinen Bock auf Sex hat. Nur ist er es dann selber, der sich unter Druck setzt, doch zu wollen, weil ein Mann kann und will ja immer, wie wir alle wissen 😛
      LG Adam

      • Lieber Adam,

        ja, wissen wir alle! :-))

        Mann hat\’s nicht leicht (der Satz ist vollkommen ernst gemeint).

        Und dann verkomplizieren wir ihm noch das Leben, weil er aufgrund unserer Spielchen ständig gegen seine naturgegebenen Bedürfnisse ankämpfen muss! ;-(

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