Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

295 – Der Sex mit Nazi

| 23 Kommentare

Liebe Frauen,

was macht Ihr, wenn ein Typ auf facebook Sprüche postet, die nicht Eurer politischen Gesinnung entsprechen?

Bild: Luc Lafnet

Vielleicht postet Ihr zurück, vielleicht lasst Ihr Euch auf eine kurzfristige Diskussion ein, vielleicht sogar auf einen handfesten Streit per Kommentarantwort. Am wahrscheinlichsten aber werdet Ihr ihn recht bald aus Eurer Freundesliste streichen. Und aus.

Im analogen Leben aber ist das nicht immer so einfach. Wenn sich da zum Beispiel der neue Freund einer alten Freundin als rechtes Arschloch entpuppt. Und gerne und besonders unter Alkoholeinfluss oder – noch schlimmer – nüchtern seine Meinung in den Himmel oder durch die Kneipe schreit, lauhals und doof, weil die Sprechblase, die er ablässt, ja nur das ist, was irgendwelche anderen Arschlöcher vor ihm rumkrakeelt haben, und er muss sich jetzt ganz besonders wichtig vorkommen, indem er sein Gehirn, sofern noch vorhanden, komplett abschaltet. Was ist das? Abgesehen von rechter Hetze? Richtig, es ist peinlich. Für alle halbwegs normal denkenden Menschen, die dem Schauspiel beiwohnen müssen. Aber was tun? Der Freundin sagen, sie soll ihren Prolo gefälligst zuhause lassen? Die Freundin entfreunden, sprich, ihr sagen, sie soll gefälligst zu Hause bleiben? Sich auf alkoholgeschwängerte Diskussionen einlassen, um den hirnamputierten Idioten am Ende doch nicht davon überzeugen zu können, dass seine Argumente keine Argumente sind, sondern nur das dümmliche Nachplappern von Parolen, die von machtbesessenen Politikern in die Welt gesetzt wurden, die sich einen Ast lachen über die Blödheinis, die ihnen glauben und sie dafür auch noch wählen? Oder ihn ernst nehmen in seiner Angst, irgendwer könnte ihm irgendwas wegnehmen, es könnte ihm schlechter gehen, weil andere dazu kommen, die Kultur, die er als die seine bezeichnet, könnte verloren gehen? Oder versucht Ihr, ihm aus dem Weg zu gehen? Und wenn das nicht geht, dann wenigstens den heiklen Themen? Weil er ja sonst ein ganz netter Kerl ist. Wobei ich es grundsätzlich infrage stellen will, ob jemand, der es besser findet, dass Menschen sterben, als dass man ihnen Hilfe anbietet, in irgendeiner Weise ein netter Kerl sein kann.
Was aber, wenn Ihr Euch selbst Hals über Kopf in einen Mann verliebt habt, und Ihr kommt mit ihm zusammen, und aus Verliebtheit wird Liebe und aus Liebe wird Beziehung und aus Beziehung wird postkoitales Kommunizieren über Dinge, die man vorher irgendwie nie besprochen hat, weil … naja, weil sie einfach noch kein Thema waren. Und dann fällt auf einmal ein Satz, der in etwa so lauten könnte: „Ich bin ja kein Rassist, aber …“ Und wie wir alle wissen, folgt dann etwas, das sehr wohl von rechtem Gedankengut geprägt ist. Könnte sein: „Das Boot ist voll“, oder: „die Arbeistlosigkeit ist eh schon viel zu hoch“, oder: „die sollen für ihre Freiheit kämpfen, statt wegzulaufen“, „denen geht es doch viel zu gut hier“, „die sollen mal dankbar sein, dass sie da sind“. Und dann liegt Ihr daneben und zieht die Decke über Eure vom Sex noch schweißnassen nackten Brüste und Ihr denkt Euch: „Ich bin ja kein politisch denkender Mensch, aber …“ Und darauf folgt dann: „aber das ist schon sehr menschenverachtend, was der da von sich gibt.“ Und es schüttelt Euch beim Gedanken, dass der Schwanz dieses Menschen gerade eben noch in Eurem Körper war. Und vielleicht seid Ihr sogar politisch denkende Menschen, und es ist umso schlimmer, dass Ihr merkt, dass der Mann, den Ihr liebt, aber sowas von auf der anderen Seite der möglichen politischen Meinung steht, dass Ihr wisst: hättet Ihr das von Anfang an gewusst, dass Ihr Euch auf den nie eingelassen hättet, denn er ist zwar ein netter Kerl, aber … sowas geht gar nicht.

So also. Was dann? Sex mit Nazi? Politische Diskussion in der Kiste? Überzeugungsarbeit? Ignorieren? Dem Thema aus dem Weg gehen? Entfreunden?

Ist die Liebe stärker als die Politik? Oder geht es gar nicht um Politik, denn über Politik kann man tatsächlich trefflichst streiten, aber so manche scheinbar politische Aussage hat ganz einfach nichts mit Politik zu tun, wenn es nur Ausdruck von Angst, Hass, Verachtung, Überheblichkeit, Hilflosigkeit und so weiter ist? Und ich sage jetzt nicht, Ihr habt Euch einen verkappten Neo-Nazi geangelt, sondern nur einen Alltagsrechten, wie sie ja zur Genüge rumlaufen und applaudieren, wenn die unverkappten Neo-Nazis Häuser anzünden. Geht das? Ein Willkommenspaket mit Zahnpasta und einem Spielzeug und ein paar netten Worten für Flüchtlinge abgeben und so tun, als hätte der Partner nicht gesagt, das seien alles nur Schmarotzer und sie seien selber Schuld, wenn es in ihrem Land Krieg gibt, den es vielleicht ja gar nicht gibt, sondern nur erfunden wurde, weil blablabla?

Ich möchte es mal so sagen, und ich schätze, das wurde eh schon halbwegs klar: Für mich gilt: Lieber gar kein Sex, als Sex mit jemandem, der auch nur ansatzweise solch rechtes Gedankengut verfolgt.

Oder, liebe Fascho-Bräute, die Ihr immer noch mitlest: Wollt Ihr wirklich mit einem ficken, den Ihr Gutmensch nennen müsst, weil er das Leben und das Wohlergehen fremder Menschen über die eigenen Ängste stellt?

Eben, das wollt Ihr doch auch nicht.

Na dann ist ja gut.

#refugeeswelcome

Euer Adam

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23 Kommentare

  1. Es werden oft Forderung erhoben, die auf den ersten Blick sozial klingen, aber meistens kurzsichtig und nicht praktikabel sind. Ich schildere das mal am BEISPIEL Organspende.

    Eurotransplant verteilt die Organe. Mitglieder sind Deutschland, Österreich, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Slowenien, Kroatien und Ungarn.
    In Belgien, Kroatien und Slowenien beträgt die Residenzpflicht 6 Monate. In den anderen Mitgliedsstaaten von Eurotransplant beträgt die Wartezeit mind. 5 Jahre. Mit Ausnahme von Deutschland. Hier kann man einreisen und hat sofort Anspruch auf ein Spenderorgan. Das hört sich erstmal gut an.

    Aber: Derzeit warten in Deutschland rund 12.000 Patienten auf ein Spenderorgan. Allein 8.000 Menschen warten auf eine Niere, das sind etwa dreimal so viele Patienten, wie Transplantate vermittelt werden können. Jährlich sterben 1000 Menschen, weil ein Organ fehlt.

    Stellt euch vor, ihr oder jemand aus eurer Familie, wartet auf ein Organ, das im letzten Moment von Jemandem weggeschnappt wird, der nicht zu dem Verbund gehört und folglich auch keine Spendenbereitschaft hat.

    So kurzsichtig ist man auch mit der Aufnahme von Flüchtlingen. Selbst der Bundespräsident hat gesagt, dass die Aufnahmefägig Deutschlands begrenzt ist (oder so ähnlich). In einem Interview hat Wolfgang Bosbach gesagt, wenn der Bundespräsident das sage, dann sei das richtig, wenn Seehofer das Gleiche sage, dann sei das polit. rechts.

    Deshalb habe ich die folgende Mail an die ARD geschickt. Wie üblich werde ich keine Antwort bekommen:

    am 14.12.16 haben Sie über die Abschiebung von einigen Afghanen berichtet. Der Kommentator Georg Restle vom NDR hat das kritisch beurteilt. Er hat behauptet, Afghanistan sei gefährlich und man könne dort nicht sicher leben.
    Wenn er Recht hat, dann sind die toten und verwundeten deutschen Soldaten vergeblich gewesen. Dann wurden zig Milliarden in den Sand gesetzt. Manche sprechen von 36 Mrd.
    Wenn er Recht hat, dann ist es ein Gebot der Fairness auch den übrigen 32,5 Mill. Afghanen die Möglichkeit zu schaffen nach Deutschland zu kommen. Dann dürfen auch die übrigen Menschen, die in Kriegsgebieten leben, nicht vergessen werden.
    Welchen Plan habt ihr ausgearbeitet?

  2. Liebe Susanne,
    du hast jetzt an anderer Stelle geschrieben, dass deine Kinder möglichst keinen Kontakt zu Nazis haben sollen (oder so ähnlich).
    Ich will das hier nicht ausdehnen. Wir können aber gerne per Email weiter schreiben. Deshalb erlaube ich Adam dir meine Email-Adressen zu geben.
    Facebook dient mir vor allem als Info-Quelle. Es werden dort Zeitungsberichte und wissenschaftliche Berichte uvm. gepostet, zu denen ich sonst keinen Zugang hätte. Deshalb kann ich dich mit Infos versorgen.

    Ich hatte es schon vorher angedeutet, dass die Regierung keinen Plan hat. Eigentlich hat sie für alle wesentlichen Dinge keinen Plan. Nicht nur bei den Flüchtingen, die sie jetzt selbst KRISE nennt, auch bei den Renten, der Krankenversicherung, Krankenhäuser werden privatisiert, sogar die Wasserversorgung ….. Nicht nur wir Bürger werden betrogen, sogar die Parlamente (sagt dir ein Beamter). Die Polizisten, die überall den Kopf hinhalten müssen, haben in diesem Jahr nur 1 % Mehrgehalt bekommen, im letzten Jahr nichts. War wohl in Hessen kein Geld da. Dieses Hessen hat für das kommende Jahr 1,7 Mrd. Euro für Flüchtlinge veranschlagt, das sind ca. 530 € pro Beschäftigtem. Jetzt ist plötzlich wieder Geld für Polizei und Lehrer vorhanden.

    Gibt es eigentlich etwas das wirklich gut funktioniert, wenn es von Politiker gestaltet wurde.
    Politiker wollen die Fluchtursachen bekämpfen, für die sie selbst verantwortlich sind. Dazu hatte ich mal recherchiert. Sollte ein Leserbrief werden. Musste aber die Hälfte streichen. Diesen Brief kopiere ich anschließend.

    • Ursachen von Krieg, Flucht und Terror Dez. 2015
      Im Jahr 2001 haben die USA Afghanistan angegriffen. Die USA haben gegen Waffen gekämpft, die sie den Aufständischen vorher geliefert hatten. Afghanistan ist ein islamischer Staat.
      Mit dem falschen Argument, der Irak produziere Massenvernichtungswaffen, haben die USA, Groß-Britannien und ein paar andere von 2003 bis 2011 in den Irak besetzt. Das war eine völkerrechtswidrige Invasion gegen einen weiteren islamischen Staat. Nach 1990 war das der 2. Krieg gegen den Irak.
      2002 waren in Guantanamo 779 Menschen inhaftiert. Die Rechtslage der Gefangenen, deren Haftbedingungen, die verwendeten Verhör- und Foltermethoden und die Verstöße gegen die Menschenrechte führen international zu scharfer Kritik und zu Forderungen nach Schließung. Jetzt gibt es immer noch 107 Inhaftierte.
      2010/2011 gab es Aufstände in Tunesien. Das wurde im Westen als Jasminrevolution und arabischer Frühling gefeiert.
      2011 gab es gewalttätige Aufstände in Libyen. Gaddafi hat gemacht was nicht nur sein Recht sondern auch seine Pflicht ist, weil das Gewaltmonopol in der ganzen Welt ausschließlich beim Staat liegt. In Libyen gibt es 50 Volksgruppen, die zusammengehalten werden müssen. Dass dort ein strenges Regime erforderlich war, sehen wir jetzt.
      Er wollte die Aufständigen niederschlagen. Der Westen hat ihn u. a. durch Flugverbotszonen daran gehindert. Frankreich hat geholfen Gaddafi zu ermorden. Zum Glück hat Guido Westerwelle den deutschen Einsatz verhindert.
      Zitat Gaddafis:
      „Wenn ihr mich bedrängt und destabilisieren wollt, werdet Ihr Verwirrung stiften, al-Qaida in die Hände spielen und bewaffnete Rebellenhaufen begünstigen.
      Folgendes wird sich ereignen:
      Ihr werdet von einer Immigrationswelle aus Afrika überschwemmt werden, die von Libyen aus nach Europa schwappt. Es wird niemand mehr da sein, um sie aufzuhalten. Al-Qaida wird sich in Nordafrika einrichten, während Mullah Omar den Kampf um Afghanistan und Pakistan übernimmt. Al-Qaida wird an eurer Türschwelle stehen. In Tunesien und Ägypten ist ein politisches Vakuum entstanden. Die Islamisten können heute von dort aus bei euch eindringen. Der Heilige Krieg wird auf eure unmittelbare Nachbarschaft am Mittelmeer übergreifen. Die Anarchie wird sich von Pakistan und Afghanistan bis nach Nordafrika ausdehnen.“
      2011 kam es zur Revolution in Ägypten und 2013 zur Staatskrise. Mubarak wurde verurteilt und der Westen hat gejubelt. Und wieder wurde ein islamisches Land destabilisiert.
      Am 2. Mai 2011 haben die USA Osama bin Laden in Pakistan ermordet. Also ohne Gerichtsverhandlung und auf fremdem, einem islamischen Staatsgebiet.
      Terroristen in Deutschland nennen wir Verbrecher – in anderen Staaten bezeichnen wir sie als Aufständige. Speziell in Nordafrika und im Nahen Osten.
      Seit Frühjahr 2011 fordert die Protestbewegung in Syrien den Sturz der Regierung unter Präsident Baschar al-Assad. Diese Bewegung protestierte nicht nur – sie hat sich bewaffnet und gegen den Staat gekämpft. Es ist die Pflicht eines Staates sich zur Wehr zu setzten. Man übertrage das mal auf Deutschland.
      Auch hier hat der Westen wieder Position gegen einen islamischen Staat bezogen.
      Dem Iran wurde die Produktion von Atomwaffen unterstellt und auf Druck der USA und Israel Sanktionen verhängt. Beweise waren nicht vorhanden. Der Nachbarstaat Israel besitzt Atomwaffen und ist dem Sperrvertrag nicht beigetreten. Durch die Sanktionen hat Deutschland zwischen 2000 und 2012 Exporterlöse von 73 Mrd. $ verloren.

      • Ja, die Schuld der westlichen Regierungen an all dem, was gerade in der Welt passiert, darf nicht geleugnet werden. Und doch entlässt mich all das nicht aus meiner Verantwortung als Menschen anderen Menschen gegenüber, die Leid erfahren. Im Gegenteil, wenn die Regierung des Landes, in dem ich lebe, Mitschuld daran trägt, dass Menschen aus ihrer Heimat flüchten müssen, um woanders Hilfe zu suchen, dann bin ich als Bürger eines dieser Länder sogar dazu aufgerufen, Verantwortung zu übernehmen. Und das heißt für mich: indem ich unabhängig von irgendwelchen politischen Hintergründen Menschen menschlich behandle.

    • Da hast Du unsere Ausschlussliste, die sehr klein ist. Das ist Punkt 1, weil uns bei dem Thema einfach jedes Verständnis fehlt und jegliche Toleranz. Und ich mag auch nicht glauben, dass Eltern Interesse daran haben können, dass ihre Kinder in eine wie auch immer geartete extremistische Umgebung geraten, es sei denn, es ist ihnen ohnehin piepegal, was ihre Sprösslinge tun. Also hoffen wir, dass wir unserem Nachwuchs auch genug “moralische” Orientierung mit auf den Weg geben können.
      Wir mögen Ausschlusslisten nicht, weil sie zu viel verhindern. Ich will mich doch weiterentwickeln, nicht auf der Stelle treten, dazu gehört auch, dass ich mir etwas erst einmal vorbehaltlos anschaue, mir eine Meinung dazu bilde, Erfahrungen mache.

  3. Hallo Adam,
    solche Einteilungen in polit. rechts und links, in gut und böse, intelligent und dumm sind hier fehlt am Platz. Diese unendlichen Diskussionen gibt es genug im Internet. Sie haben noch nie zu einem Ergebnis geführt.

    • Hallo Macho,
      nein, ich finde ganz und gar nicht, dass das Thema in dieser Kolumne fehlt am Platz ist. Und ich bin froh, dass Adam auch ein so brisantes Thema bespricht.
      Wenn Du eine Kolumne zu den Themen “Wie erkläre ich den Frauen die Männer oder zwischenmenschliche Beziehungen oder Sex in jeglicher Form” schreibst, dann darfst Du dir auch gerne Gedanken zum Thema “Sex mit Nazi” machen. Diese Nazi- bzw. bösartige und fehlgeleitete Menschen-Thematik gehört tagtäglich zu unser aller Leben in irgendeiner Form dazu, bei denen einen sehr direkt und den anderen indirekter. Und durch die Flüchtlingsproblematik ist es aktueller denn je. Dieses Thema totzuschweigen oder auszuklammern, überleg mal bitte, wohin uns das bringt und gebracht hat. Gerade wir Deutschen sollten angesichts unserer Vergangenheit ganz sicher hellwach bleiben.
      Bei diesem Artikel geht es meines Erachtens nicht nur schlichtweg darum, ob man willens ist, mit einer Gestalt derartiger Gesinnung zu ficken und eben diese in meinen Augen unerträgliche Gesinnung zu ignorieren, sondern auch weiterführend darum, Stellung/Position zu beziehen, die Augen nicht zu verschließen und sich zu sagen “führt doch eh zu nichts.”
      Ich persönlich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass diese unendlichen Diskussionen doch mal zu etwas führen, doch einmal mehr Menschen wachzurütteln und mehr Menschen zu aktivieren.
      Und wenn es mit dieser Kolumne gelingt, auch nur einen oder zwei Leute mehr zum Nachdenken zu bewegen, ist auch das ein Erfolg. Daher kann ich Deinen Kommentar nicht nachvollziehen.

      • Hallo Susanne,
        jetzt wird es doch politisch.
        Ich bin nie in einer polit. Partei gewesen, aber ein an Politik interessierter Mensch. Auch weil ich Kommunalbeamter war.
        Mich stören so Kategorien wie Nazi und Rassist genau so wie arm und reich. Was ist das?

        Ich mische mich bei FB in polit. Diskussionen ein und will mir solche Schlagworte erklären lassen. Auch frage ich Parteien und Politiker. Ich habe ganz selten eine Antwort bekommen und wenn, dann wurde ich beleidigt.

        Ich war jetzt erstmals bei einer Demo, allerdings als Zuschauer. Da war eine Gruppe meist junger Menschen, die sich zu den Guten zählten. Die haben undeutlich aber laut geschrien. Ich habe sie mehrfach gebeten mit mir zu diskutieren. Wollte niemand. Ich habe u. a. gefragt wie es weiter geht mit den Einwanderern. Anstatt einer Antwort wurde ich als Hurensohn bezeichnet.

        Bei FB habe ich mich schon mehrfach gegen unflätige Beschimpfungen gewandt. Gerade eben habe ich beim Arzt im Spiegel Kopien von FB-Einträgen gelesen. Diese waren untragbar und deshalb werde ich nochmals dagegen schreiben. Diese Hasskommentare müssten raus.

        Andererseits ist es auch nicht tragbar, dass jeder als Rassist usw. bezeichnet wird, der die Meinung vertritt, dass Deutschland nicht die Probleme und die Not in der Welt beseitigen kann. Das ist auch alles eine Sache der Quantität. Gegen diese massive Einwanderung waren schon Willy Brandt und Helmut Schmidt, Tilo Sarrazin und Heinz Buschkowsky wird wohl jeder kennen. Alle SPD.

        Politiker sagen sie kämpften gegen die AfD. Sie haben davor gegen die LINKE gekämpft und davor gegen die GRÜNEN. Hinter jeder Partei stehen Menschen, die ihre Meinung kund getan haben. In Berlin haben 236.000 Menschen die AfD gewählt. Ich halte es für eine Unverschämtheit 236.000 Wähler zu beleidigen. Das ist unanständig für jemand der behauptet er sei Demokrat. Wenn jemand eine andere Meinung vertritt, dann muss man diskutieren.

        • Hallo Macho,
          ich habe keinen facebook-account, kann also da nicht mitreden. Ich stimme Dir ja durchaus zu, keine Frage. Die Diskussionskultur nicht nur bei FB (wie Du es erfahren hast), sondern generell hat speziell in den letzten Jahren besonders gelitten. Viele Schwachköpfe denken offenbar, unflätige Beschimpfungen sind auch Diskussionen. Und indem sie Dich als Hurensohn beschimpft haben, haben sie doch gezeigt, dass sie zu einer Diskussion überhaupt nicht bereit sind (oder fähig sind?), und ebenso wenig wahrhaft demokratisch. Ich diskutiere gerne mit Menschen, die eine andere Meinung als ich zu einem Thema haben, aber dann muss eine Diskussion in angemessenem Rahmen auch möglich sein.
          Ich bezeichne jemanden nicht als Rassisten, der meint, dass Deutschland nicht die Probleme der Welt lösen kann, das kann Deutschland nicht. Aber wir sind ein reiches Land, in einem bestimmten Rahmen können wir durchaus helfen. Eine rassistische Grundeinstellung hat für mich jemand, der mehr oder weniger laut pöbelnd auf der “Ausländer-raus-Schiene oder noch schlimmer” unterwegs ist. Der Menschen diskriminiert und verachtet und ihnen das Recht auf Leben abspricht, die keine bleiche Hautfarbe wie wir haben oder behindert sind usw. usw. usw. Was ist Rassismus? Für mich per definitionem Beziehung auf „Rasse“ welche allgemein menschliche Fähigkeiten und Eigenschaften versucht zu charakterisieren, die extreme Betrachtung bestimmter menschlicher Merkmale und Fähigkeiten wie z.B. Hautfarbe, Sprache und weitere ethnische Merkmale. Eine extremistische Betrachtungsweise, die die Daseinsberechtigung einer “Rasse” (ich hasse das Wort) oder von Menschen bestimmter Herkunft oder mit Behinderungen verneint. Und leider gehören diesen Kreisen zu (schätze ich) 90% Menschen an, die recht schwachen Geistes sind und nur nachplappern, ohne zu hinterfragen oder auch nur genau zu wissen, was sie da plappern. Aber das macht es auch gefährlich. Diese Typen können keine Grenzen mehr einschätzen. Hat uns dieses “Mitläufertum” nicht schon mal ins Verderben gebracht?
          Und Politiker halten ihr Fähnchen doch in jeden Wind, derzeit ist es der AfD.
          Ich bin zwar froh, dass wir in einem Land mit Meinungsfreiheit leben und unterstütze diese auch jederzeit, nur ist am Ende doch nicht wirklich jede Meinung akzeptabel. Bei diesem pöbelnden Volk kann ich das einfach nicht.
          Ich bin der Ansicht, dass man das Thema auch hier in dieser Kolumne nicht einfach ignorieren kann oder sollte. Oder glaubst Du, es ist akzeptabel, nur weil man gerade mal geil ist, jegliche Schamgrenze und jegliche Meinung, die man sonst gegen diese radikal Gesonnenen hat, kurz zu ignorieren?

          • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder Rollstuhlfahrer auch Hilfe möchte (auch unter denen gibt es Sturkörpfe, sie wollen lieber alleine klarkommen). Die Stadt, in der wir leben, ist, obwohl Großstadt, größtenteils noch immer sehr wenig behindertengerecht. Also frage ich, wenn ich einem Rollstuhlfahrer begegne (z. B. wenn er in eine Bahn muss, auch die sind bei uns noch nicht alle ebenerdig oder an sonstigen Übergängen), ob er Hilfe möchte. Wenn nicht, dann eben nicht. Muss jeder selbst entscheiden.
            Jedoch muss ich ehrlich zugeben, seit ich 3 unechte Zähne habe, überlege auch ich ganz sicher etwas länger, ob ich mich nochmal so flott und unbedacht in das Getümmel stürze.
            Ich hatte zwei behinderte Cousins, ebenfalls Down-Syndrom. Schiefe Blicke von der Seite bis ans Ende ihrer Tage, angegafft wurden sie teilweise und und und. Teile der Bevölkerung sind noch lange nicht umfassend tolerant gegenüber Behinderungen. Traurig, aber noch immer wahr.

          • Hallo Susanne,
            was soll ich dir antworten, damit es kein Buch wird?
            Wir sind uns einig, dass Deutschland nicht die Welt retten kann. Deshalb hatte ich schon vor Jahren Parteien und Politiker schriftlich und persönlich befragt, wie viele Flüchtlinge wir aufnehmen wollen, wen wir nehmen, wen nicht und was es mit denen gibt, die zwar hier sind, die wir aber nicht haben wollen. Niemals eine Antwort. Folglich gibt es auch kein Konzept. Und das ist das Problem.

            Wir nehmen 70 – 80 % junge, gesunde Männer auf, die das Geld für die Schlepper aufbringen konnten. D. h., dass Kinder, Alte, Kranke und Arme im Kriegsgebiet bleiben müssen. Nennt man das sozial und human? Sozial? Sozial ist, wer den eigenen Geldbeutel aufmacht. Viele Menschen, vor allem Politiker, halten sich für sozial (und links) wenn sie das Geld verteilen, das andere Leute verdienen.

            Die Gruppe, mit der ich bei der Demo diskutieren wollte, hatte ich gefragt wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen, wie viel sie gespendet haben, ob sie wenigstens Organ- und Blutspender sind. Danach wurde ich als Hurensohn bezeichnet.

            Ich habe CDU, CSU, SPD, LINKE und GRÜNE gefragt, wie diese Aufnahme von Flüchtlingen mit Art. 16a GG zu vereinbaren ist. LINKE und GRÜNE haben Unsinn geantwortet, die anderen gar nicht. Denn nach dem GG und dem Dublin-Abkommen haben wird keine Flüchtlinge, sondern Illegale aufgenommen. Das wird durch die Tatsache bestätigt, dass es über 700.000 Ermittlungsverfahren wegen illegaler Einwanderung gegeben hat bzw. gibt.

            Das alles wird von der Presse verheimlicht. Wenn ich also von solchen Gesetzes- und Verfassungsbrüchen spreche und schreibe, werde ich immer rechtsextrem eingeordnet.
            Als unsere Kinder klein waren, war sehr oft ein türkischer Junge bei uns. Die Mutter hat selten gekocht, der Vater war Alkoholiker. Als Folge, wie wir uns um den Jungen gekümmert haben, wurden wir als Ehrengäste zur Hochzeit der Schwester eingeladen.

            Bei einer anderen Versammlung hatte ich Art. 16a GG nur erwähnt, sofort nannte mich der Vorsitzende des Vereins „Bunt statt braun“ einen Nazi und hat schnellstens den Saal verlassen. „braun“ suggeriert „Nazi“. Wer also kein buntes Deutschland will, ist folglich ein Nazi. Aber dieser Verein wird nicht verboten.

            Susanne, du schreibst u. a. „Eine extremistische Betrachtungsweise, die die Daseinsberechtigung einer “Rasse” (ich hasse das Wort) oder von Menschen bestimmter Herkunft oder mit Behinderungen verneint.“
            Ich kenne niemand, der die Daseinsberechtigung anderer Menschen verneint. Deutschland KANN Ausländer aufnehmen, aber eine Berechtigung (also das Recht) hier zu leben hat niemand. Deutsche haben Deutschland aufgebaut, so wie ihr euer Zuhause aufgebaut habt. Es hat auch niemand das Recht in eurer Wohnung zu leben. Und wenn du jemand aufnimmst, dann bestimmst du das Verhalten des Gastes. Wenn du nicht möchtest, dass geraucht wird, dann muss der Gast das Rauchen lassen oder gehen. Das ist auf der ganzen Welt so. Anscheinend nur in Deutschland nicht.
            In Diskussionen im Fernsehen wird von Muslimen oft gefordert wir sollen uns gegenseitig anpassen. Seit wann passen sich 95 % Gastgeber den Gästen an?

            Zur Verdeutlichung was ich meine: Wenn ich einem Verein beitreten möchte und der Verein ist bereit mich aufzunehmen, dann erkenne ich die Satzung und alle Vorschriften des Vereins an und bei vereinsschädigendem Verhalten werde ich rausgeschmissen. Und es ist dem Verein egal, ob ich einen anderen finde.

            Was ist an dem Wort „Rasse“ falsch? Ich weiß, das stammt von den Nazis und ist deshalb falsch. Man kann genetische Unterschiede nicht leugnen. Die Frage ist nur, was man mit dem Wort Rasse verbindet. Wir sprechen ja auch von Rassehunden obwohl jeder weiß, dass alle vom Wolf abstammen. Da fällt mir „Neger“ ein. Kommt aus dem Lateinischen „negro“ = schwarz. Da siehst du den Unsinn. Nach meiner Info nennen sich die Schwarzen in den USA selbst Nigger.

            Wegen dieser ganzen Fehlinformationen und Fehlinterpretationen gibt es jetzt das Wort „postfaktisch“.

            Zum Schluss noch ein paar Zahlen: In Afrika leben jetzt 1,1 Mrd. Menschen. 2050 werden es 2,2 Mrd. sein und 2100 sind es 4,4 Mrd. Ich weiß schon jetzt, dass es bei den nächsten Kriegen um Wasser geht – und zwar sehr bald!

            Ihr könnt euch auch mal das Interview von Muhammad Ali ansehen:
            https://www.youtube.com/watch?v=RqmkiusQRsk

          • Das läuft hier “mengenmäßig” gerade etwas aus dem Ruder.
            1. Zu Abschnitt 1: Hast Du ernsthaft vor Jahren erwartet, von den Parteien und den Politikern eine verwertbare präzise Auskunft zu bekommen? Die Blöße, bei der Problematik konzeptlos zu sein, wird sich keine/r geben, ganz sicher nicht schwarz auf weiß.
            2. Zu Abschnitt 3: Hast Du etwa bei der Demo erwartet, von diesen größtenteils Mitschreiern eine verwertbare Antwort zu bekommen? Ich unterstelle, ein hoher Anteil davon hat gar nicht wirklich gewusst, was er da schreit. Zur Flüchtlingsproblematik haben da die meisten ebenso wenig auch nur den Anflug eines Konzepts bis auf “gar keinen, alle weg…”, weil keine Gedanken dazu gemacht. Das Niveau derer wird schon durch die Beschimpfung deutlich.
            3. 16a GG – ebenso keine verwertbare Antwort von den Befragten zu erwarten. Hast Du erwartet, von Parteien oder Politikern schwarz auf weiß mit Unterschrift eine Zusage zu erhalten, dass ihr Vorgehen nicht verfassungskonform ist? Dass sie zugeben, von der Flüchtlingsproblematik auf dem kalten Fuß erwischt worden zu sein? Dass sie nicht um ihr “Ansehen” in der Welt besorgt sind? Wenn dir Handgranaten durch das Fenster und Bomben auf das Dach fallen, ist das nicht unmenschliche Behandlung oder noch nicht unmenschlich genug?
            4. Das Wort “Rasse” in Bezug auf Menschen hat für mich einen negativen Beigeschmack, weil es speziell durch die Nazi-Geschichte unseres Landes in extremster Form negativ besetzt wurde, weil es zu oft mit genau diesem Negativum im Hinterkopf benutzt wird. Die Geschichte können wir nicht leugnen (auch wenn es viele gerne möchten) und daher mag ich das Wort Rasse mit menschlichem Bezug nicht nutzen. Bei Tieren stört es mich nicht. Nenn es ein Gefühl, ich fühle mich bei der Nutzung (ohne tierischen Bezug) unwohl. Postfaktisch genug?
            5. Kriege/Konflikte um Wasser gab es bereits vor Jahrtausenden: Mesopotamien. Im Gebiet des Jordan Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre. Und Krieg um Wasser wird nicht nur Afrika betreffen, sondern auch den Nahen Osten, Südasien, laut Einschätzung der Vereinten Nationen auch das Gebiet Euphrat und Tigris, Pakistan (außer dem Indus ist da nicht viel), Vietnam und Indien haben große Sorgen wegen Chinas geplanten Staudämmen. Es ist “leider” nicht nur Afrika.

          • Liebe Susanne, lieber Stephan, lieber Macho,
            worum geht es in meinem Artikel? Es geht nicht um Nazis, es geht um die Frage, ob man mit einem Menschen anderer politischer Gesinnung als man selbst eine Beziehung führen will oder kann. Wenn man solche Diskussionen, wie sie gerade hier ablaufen, auch dann führen kann, wenn man miteinander den Alltag verbringt und Sex hat, dann ja. Sonst sehe ich da eher Schwierigkeiten. Und da meine Seite “Adam spricht es aus” keine politische Seite ist, sondern eine “Liebes- und Sexkolumne”, werde ich mich nicht weiter in eure Diskussion einmischen. Ihr dürft sie aber gerne weiterführen.
            Da aber meine in praktisch all meinen Artikeln vertretene Haltung eine der Toleranz ist, des Miteinanders, wenn auch bezogen auf das innerhalb einer Zweierbeziehung, kann ich nicht umhin, mich dagegen auszusprechen, in welche Extremismen auch immer zu verfallen. Deshalb kann ich auch gerne sagen, dass ich mich sicherlich eher ins linke als in rechte Eck stelle. Ohne zu behaupten, dass auf der einen Seite alles gut, auf der anderen alles schlecht ist. Ich bezeichne mich als Humanist. Ich sehe Menschen. Und ich sehe, dass Menschen Nöte haben. Manche dieser Nöte sind so groß, dass die Menschen ihnen entfliehen wollen. Und woanders darauf hoffen, dass andere Menschen ihre Nöte erkennen. Woanders denken allerdings viele Menschen, ihre Nöte seien größer. Oder ihre Nöten könnten größer werden, wenn andere Menschen mit anderen Nöten zu ihnen kommen. Deswegen wollen sie nicht das teilen, das sie haben. Deswegen wollen sie nicht hinschauen, dass andere Menschen überhaupt Nöte haben. Deswegen wollen sie die anderen Menschen wieder weg haben. Und ja, unter diesen anderen Menschen gibt es sicher auch welche, die die Nöte jener Menschen nicht erkennen (wollen), zu denen sie geflüchtet sind. Ich finde es traurig, wenn Menschen nur mehr auf sich selber schauen, und die Nöte der anderen nicht sehen können oder wollen. Ich aus meiner Sicht sehe die Nöte der Menschen, die aus Ländern, in denen gerade Krieg herrscht, als wesentlich größer an als meine. Deswegen tue ich etwas, um diesen Menschen zu helfen. Und ich denke oft, ich sollte mehr tun. Weil es um Menschen geht. Und deren Rasse ist mir vollkommen egal. Reden wir aber über Menschen, die sich über andere stellen, die andere verletzen, vergewaltigen, schlagen, anzünden oder auch nur beschimpfen, kann ich nur übergreifend sagen, diese Menschen empfinde ich nicht als Teil der Gesellschaft, wie ich sie sehen will. Und das beinhaltet jene, die hier aufgewachsen sind, und jene, die noch nicht so lange hier sind.

          • Lieber Adam,
            um wieder auf die ursprüngliche Kolumne zurückzukehren: Beziehung zu Menschen anderer politischer Gesinnung ja sicher, aber nein bei solchen Individuen mit extremistischer Gesinnung bzw. Typen, denen das Leben anderer Menschen nichts wert ist (ich weiß einfach nicht, wie ich das besser erklären soll). Dann ist mir mein Gewissen im Weg und die Toleranz geht mir auch flöten. Und weder bei “links” noch bei “rechts” ist alles eitel Sonnenschein, da haben beide Seiten ihre Schwachstellen. Bei uns daheim ringt die CDU mit den Grünen, passt meinungsmäßig auch nicht immer zusammen und das muss es auch nicht.
            Und ist das nicht hinschauen wollen nicht eines unserer größeren gesellschaftlichen Probleme? Da könnte man doch glatt in die Verlegenheit kommen, die Nöte anderer zu sehen. Da spielt meines Erachtens aber auch eine gehörige Portion Egoismus mit hinein und nicht nur schlichte Ignoranz (wie die drei Affen) und mangels Informiertheit oder Aufgeklärtheit die Angst um den eigenen Besitzstand.
            Reden wir aber über Menschen, die sich über andere stellen… Den Absatz unterschreibe ich sofort.

        • Da hast Du etwas losgetreten. Das ist ein Thema, bei dem ihr die Akzeptanz verloren geht, bei dem sie auch etwas aggressiver werden kann. Ich erkläre Dir kurz das Warum (auch wenn ihr das ganz und gar nicht behagt).
          Vor ungefähr 3 1/2 Jahren geriet sie in einen Pulk dieser Typen mit Bomberjacken und glatt rasierten Schädeln, weil die laut gröhlend einen Teenie mit Down-Syndrom durch die Gegend geschubst haben. Der Junge wusste sich nicht zu helfen und ließ sich weinend schubsen.
          Also hat sie die Kerle angeblafft und versucht, weiteres Rumgeschubse zu verhinden. Das Ergebnis waren drei ausgeschlagene Frontzähne.
          Rassismus, egal, ob der sich auf Ausländer oder Minderheiten bzw. auch Menschen mit Behinderungen bezieht, war ihr schon immer zuwider. Sie hat die Kerle damals zwar angezeigt, aber die Ermittlungen der Polizei erliefen ergebnislos.
          Vielleicht sollten wir den Begriff Rassismus durch Extremismus ersetzen.

          • Dieses Video hatte ich schon gestern gesehen. Jetzt ist es bei gmx.de
            https://www.gmx.net/magazine/panorama/hinweise-berliner-u-bahn-treter-32053372

            Zu deiner Erfahrung: Vor wenigen Jahren wurde die Hilfsbereitschaft der Deutschen durch einen Rollstuhlfahrer und 3 Frauen getestet. Der Rollstuhlfahrer war Profi und bildet andere Rollis aus. Es spielte auf einem großen Platz, am Rand ein Cafe mit mind. 20 Personen. Die Frauen schubsten und drehten den Rolli, die Zuschauer blieben ruhig. Zum Schluss haben die Frauen den Rolli-Fahrer umgestoßen. Die Kaffeetrinker haben sich nicht gerührt.
            Während ich schreibe, hat sich mein Puls stark erhöht. Die Zuschauer müssten alle wegen unterlassener Hilfeleistung eine hohe Strafe bekommen (mind. 1 Monatslohn).

  4. Lieber Adam!

    Verdammt unangenehmes Thema, das du dir diesmal ausgesucht hast. Es kann zu abendfüllenden Diskussionen führen und tatsächlich verschiedene Parteien erzeugen.

    Eine Hälfte meint: Bearbeiten, die Typen, auf jeden Fall versuchen, die doch noch zur Einsicht zu bringen. Die andere Hälfte glaubt: Ignorieren, ins Leere laufen lassen, damit die erst gar keinen Raum bekommen, um ihre verqueren Ansichten mitzuteilen. Hört keiner zu, schaffen die es eventuell, wenigstens ihre Klappe zu halten.

    Mit Ignoranz tue ich mich schwer, tendiert diese in meinen Augen doch zu sehr in Richtung wegsehen!

    Aber besonders schwer würde es mir fallen, eine Freundin in die Wüste zu schicken, sollte ihr Typ auch nur ein Alltagsrechter sein. Denn musste sie zu dieser Erkenntnis kommen, braucht sie mit Sicherheit jemanden, der ihr zur Seite steht, weil die Erkenntnis, solch ein Individuum nicht nur in sein Leben gelassen zu haben, so richtig weh tut. Die dann unabwendbare Trennung wird bestimmt erheblich schwerer erträglich sein.

    Eine Sache, die du anführst, dürfte/sollte keine unterschiedlichen Meinungen auslösen: Lieber gar kein Sex, als sich mit solch einem Menschen einzulassen.

    Liebe Grüße
    Susanne

    • unangenehmes Thema auf jeden Fall, aber ich denke, gerade jetzt muss man Stellung beziehen.
      Was machst du aber mit einer Freundin, die an einen Rechten geraten ist, und statt ihn aufs Schiff übers Mittelmeer zu schicken, rutscht auch sie nach und nach ab und findet seine Haltung irgendwann gar nicht mal so verkehrt?
      Liebe Grüße
      Adam

      • Auf dem Schiff übers Mittelmeer? Mein Mann nennt das: Schickt sie alle in die Steinbrüche, dann haben die wenigstens noch einen Nutzen für die Gesellschaft.

        Um deine Frage zu beantworten: Alleine das wäre sicherlich eine meiner größten Sorgen, dass eine Freundin nach und nach in dieses Milieu abrutscht. Ich würde bestimmt zunächst versuchen, weil ich mit Ignoranz auf dem Kriegsfuß stehe, sie doch noch halbwegs beizeiten zur Einsicht zu bringen.

        Sollte es mir nicht gelingen, und ich würde mir sehr sehr viel Mühe geben, und sie nähert sich seiner Haltung an, tja, in dem Fall gäbe es auch für mich nur einen Weg: Die Freundschaft wäre beendet. Ein sich dann irgendwie damit arrangieren ist unmöglich.

        Trotzdem befinde ich mich diesbezüglich nach wie vor in einer Zwickmühle: Einfach ignorieren/wegsehen halte ich für einen Fehler, in dieser Gesellschaft wird allzu oft einfach nur weggesehen, sich nicht gekümmert, sich nicht eingemischt.

  5. Das sind klare Statements, vielen Dank dafür!

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© Raoul Biltgen

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