Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

297 – Das Reden Reden Reden

| 23 Kommentare

Liebe Frauen,

wie oft habe ich schon gesagt, dass es ganz gut ist, wenn man miteinander redet?

Bild: Achille Devéria

Sehr oft.

Worüber?

Über alles.

Also auch über Sex.

Ja, es ist gut, wenn man über Sex mit dem Menschen redet, mit dem man Sex hat, denn leider sind wir in der Evolution noch nicht so weit fortgeschritten, Gedanken lesen zu können, und ob jeder so besonders gut darin ist, Körpersprache richtig zu deuten, das mag ich bezweifeln. Deswegen müssen wir wohl oder übel auf verbale Kommunikation zurückgreifen, wenn wir sagen wollen, dass dieses Rubbeln im Tempo eines ICE, wenn gerade mal nicht gestreikt wird, eher ungut ist, oder wenn wir uns seit Jahren wünschen, dass endlich mal der kleine Finger des Partners ins Popoloch reindrückt.

So. Alles klar?

Nein.

Denn auch wenn wir wissen, dass es gut ist, sowas zu sagen, ist damit noch lange nicht gesagt, wie man es sagt. Denn uns ist so vieles peinlich. Weil wir Angst haben. Angst davor, dass der andere das ganz ganz eklig findet, dass da irgendwas von ihm in irgendeinem Arsch verschwinden sollte. Oder dass wir den anderen davor bewahren wollen, dass das, was er bisher als supertolle Technik angesehen hat, nämlich das besagte Rubbeln, einfach nur scheiße ist und er gar nicht so ein guter Liebhaber ist, wie er denkt, und damit würden wir ihn kränken und er würde sich zurückziehen und beleidigt sein und … So weiter.

Also jetzt Tipps. Wie kann man sich dann trotzdem miteinander austauschen?

Ein Tipp, über den ich gestolpert bin und der vielleicht nicht verkehrt ist, wäre, das Licht auszuschalten. Denn einerseits muss man dann den Partner nicht in die Augen schauen, wenn man sein kleines dunkles Geheimnis preisgibt, andererseits muss man unter Umständen eh mehr reden, wenn es finstter ist, alleine um sich zu orientieren. Kann also helfen.

Ein anderer Tipp ist eher eine Hilfestellung. Es gibt da zum Beispiel eine app (wofür gibt es keine app?), bei der beide Partner verschiedene Sexualpratktiken bewerten (entweder: „ja, darüber kann man reden“, oder: „nein“). Bei Übereinstimmung: Hurra. Darüber reden passiert allerdings höchstens bei den mit „darüber reden“ bewerteten Vorschlägen. Tatsächlich wird aber wohl auch da wenig geredet, sondern eher getan. Was ja auch das Ziel der Sache ist. Bei den anderen aber, also bei einfachem oder doppeltem Nein, gibt es nichts zu reden. Laut app. Darüber wird geschwiegen. Wobei einem vielleicht was entgeht, wenn nur über das geredet wird, worüber man eh einer Meinung ist.

Ich möchte aber noch etwas anderes vorschlagen: Üben. Viele haben sich im Laufe der Zeit die eigenen kleinen Mitteilungsstrategien ausgedacht, um zu sagen: Ja, so ist gut, weiter. Wenn schon weniger für: Nein, bitte nicht weiter so. Und diese Strategien laufen meistens auf ein Stöhnen hinaus. Oder auch ein Mmmm. Oder ein lautes Atmen, ein Hecheln, ein Quietschen. Mein Übungsvorschlag wäre folgender: Dieser Lautäußerung erstmal nur ein Wort anfügen. Es bietet sich „gut“ an, oder „weiter“, meinetwegen auch, um es besonders einfach zu machen „ja“. Nach einigen Malen kann dies langsam erweitert werden zu einem „weiter so“, „so ist es gut“, „ja, das ist gut“ und so weiter. Wir bilden also schon ganze Sätze, wenn auch kurze. Also werden diese in einem weiteren Schritt verlängert, indem wir einfach nur das beschreiben, was wir gerade gut finden: „ja, das ist gut, dass du mit deinem Finger über …“, „leck weiter da“ und so weiter. Und wenn wir diese Stufe einigermaßen beherrschen, können wir dazu übergehen, Dinge in Worte zu fassen, die nicht eh gerade stattfinden: „Reib mich fester“, „nimm die ganze Hand“, „fick mich langsamer“. Was auch immer. Und dann ist es nicht mehr weit, auch zu sagen, was man selber gerne machen würde. Respektive das mitteilen, was man vielleicht nicht so mag. Auch könnte dieser Weg zum Beispiel zu dirty talk führen, wenn man sich bisher doof dabei vorgekommen ist. Oder zu anderen Varianten, die man aufgrund der damit verbundenen Schamhaftigkeit vermieden hat. Habe ich mich halbwegs klar mitgeteilt?

Dies gilt natürlich nur für all jene, die Probleme damit haben, zu sagen, was sie wollen und was nicht. Allen anderen: Blickt nicht so mitleidig auf die herab, die sich schwer damit tun.

Euer Adam

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23 Kommentare

  1. Zu diesem Thema muss ein alter Mann was schreiben.
    Wenn man Jahrzehnte zusammen ist, dann kennt man sich und weiß wie der Andere reagiert. Manchmal sehe ich meiner Frau schon am Mittag an, wenn sie am Abend Sex will. Sie meint dann, sie habe es selbst noch nicht gewusst, aber ich habe es wirklich gesehen – allerdings nicht immer.

    Wenn sie beim Sex intensiv „arbeitet“ und ich ihr Gesicht ansehe, dann frage ich manchmal „willst du kommen“. Wenn sie will, dauert es keine 30 Sekunden. Manchmal will sie warten. Ob das ihr erster oder zweiter Orgasmus ist, oder manchmal der dritte, wir sind so abgestimmt, dass wir fast immer zusammen kommen.

    Jetzt meinen die Jüngeren sicherlich, dass das übertrieben ist. Warum sollte ich anonym übertreiben?
    Meine Frau hatte jetzt mit ihrer Frauenärztin ein Gespräch über „Sex und Gesundheit“. Die Ärztin meinte, sie könne glücklich sein, dass sie noch feucht wird und einen O. bekommt. Viele Frauen könnten das nach den Wechseljahren nicht mehr genießen. Vor allem bräuchten viele Frauen Gleitcreme.
    Meine Frau hat auch von den Wechseljahren nichts gemerkt. Die Periode ist weggeblieben und ihr Frauenarzt hat gesagt, sie sei in den Wechseljahren.

    Warum schreibe ich das? Weil ich jungen Menschen sagen will, es wird nicht alles schlechter im Alter. Selbstverständlich soll man reden, reden und reden, aber auch üben, üben und üben. Und noch mal mein Hinweis, den ich an anderer Stelle geschrieben hatte: man kann sich auch mal der Lust des Partners hingeben.

    • Hallo macho,
      lese gerade meine Mails und möchte auf Deinen Beitrag antworten, weil Du auf das Alter hinweist. Ich habe vor ein paar Monaten mal meine Eltern gefragt (60 und 62), ob das Verlangen nach der Partnerin bzw. die Lust aufeinander, wenn man älter wird, nachlässt (mein Vater war ob der Frage etwas irritiert und murrte mich an “plapper nicht so einen Unsinn”. Beide haben das ganz klar und sehr vehement verneint. Und beide meinen, dass der Sex eher etwas anders empfunden wird, und beide denken, dass das darauf beruht, dass man nun einmal eine ganze Weile Leben hinter sich hat, jede Menge Erfahrungen gemacht hat und man dadurch vieles anders wahrnimmt und anders bewertet, weil man die Anfangsplackerei, in eine vollends gefestigte Lebenssituation, auch finanziell, zu kommen, hinter sich hat und weil man natürlich aufgrund der inzwischen gemeinsam verbrachten Jahre gut aufeinander eingestimmt ist (Du stehst damit also nicht alleine da). Meine Mutter erklärte meiner Frau, sie hätte die besten Jahre ohnehin noch vor sich, aus eigener Erfahrung könnte sie sagen, dass für eine Frau der beste Sex so ab 35/36 erst stattfinden würde, der Zeitraum bis 50 wäre am intensivsten.

      • habe deine Antwort auf macho zum diesem Thema gerade eben erst gelesen. Aber du bestätigst genau das, was ich auch gemeint habe. Und ist es nicht beruhigend, dies von Menschen, die ein paar Jahre mehr hinter sich haben, zu hören?

        • Wen soll ich fragen, wenn nicht meine Eltern? Wir beide bemerken ja auch, dass sich unsere Beziehung zueinander ändert, die Vertrautheit nimmt zu, man kennt sich mit jedem Tag ein klein wenig besser, infolgedessen hat sich auch der Sex im Lauf der Jahre verändert (wäre doch auch traurig, wenn nicht).
          Davon abgesehen hat mich die Frage einfach nur interessiert, weil ich mir nicht vorstellen kann, die Lust auf meine Frau zu verlieren. Und ganz bestimmt will ich nicht hoffen, dass ihr Verlangen nach mir nachässt.
          Ja, war schön, es von meinen Eltern zu hören.

          • Hallo Stephan,
            ich konnte meine Eltern so was nicht fragen, aber auch dein Vater hat sich offenbar sehr knapp gefasst. Eltern und Kinder reden offenbar nicht gerne oder nie darüber. Deshalb habe ich meinem 17-jährigen Enkel kürzlich angeboten mich über Sex zu befragen.

            Der Sex wird ruhiger, man ist nicht mehr so wild. Die Zeit ist vorbei, in der man im Stehen 30 Sek. gebraucht hat.
            Der Versuch einer Erklärung: Der Sex ist kein neues Spiel mehr. Die Penisnerven, denke ich, sind nicht mehr so empfindlich und wenn ich sage, die Frau ist nicht mehr neu, dann ist das keine Beleidigung, das ist so. Wird bei Frauen auch so sein.

            Das bringt für beide Vorteile. Zufrühkommen gibt es nicht mehr. D. h. die Frau wird immer bestens bedient. Ja, das ist so. Man kennt sich und geht auf einander ein. Meine Frau hat heute Morgen 3 : 1 gewonnen.
            Aber auch für mich bringt es einen großen Vorteil. Ich schieße nicht mehr unkontrolliert, sondern dann wenn ich es will. Und wenn ich den richtigen Zeitpunkt erwische (ich darf auch nicht zu lange verzögern), dann bekomme ich einen gigantischen Orgasmus. Manchmal wurde ich dabei etwas schwindlig. Aber dann gibt es keine 2. Runde.

            Mal so ein kleiner Trick unter Männern. Muss ja nicht bei jedem funktionieren. Wenn ich sehe oder merke dass meine Frau Sex will, so wie gestern Nachmittag, dann bemerke ich das einfach nicht. Ich habe es genossen, wie sie um mich herum ist mit kleinen Berührungen. Da ich nicht so fit war, hat sie es nicht weiter ausgedehnt. Aber heute Morgen. Da “musste ich dran glauben”. Sie war so heiß, dass sie sich zuerst etwas trocknen musste. Bei einer Frau von 68 Jahren. Ein sagenhaftes Gefühl für mich.

          • Ich konnte und kann meine Eltern immer zu jedem Thema befragen, meine Geschwister und ich kennen das gar nicht anders. Meine Eltern lesen auch diese Kolumne von Adam. Sie sind beide ziemlich entspannt, es ist ihnen niemals unangenehm oder peinlich oder sonstwas. Frage verursacht Antwort, war schon während meiner Kindheit so. Mein Vater war aufgrund der Frage zuerst nur verdutzt, wohl weil er sich selbst nachlassendes Verlangen nach seiner Frau nicht einmal vorstellen kann, deshalb fand er die Frage erst einmal seltsam. Er hat zusammen mit meiner Mutter ausführlich geantwortet, nachdem er den “Schreck” verdaut hatte.

          • ich find’s uper, wenn es diese Möglichkeit, sich mit anderen Generationen über Sex auszutauschen, gibt. Vor allem, weil gerade zwischen den Generationen Sex nach wie vor ein Tabu-Thema ist und schön brav ignoriert wird. Was aber niemandem etwas bringt.

          • Ja, Stephan, ich bin ja eine Generation älter als du. Da hat sich zum Glück viel getan. Manchmal vergesse ich mein Alter.
            Meine Mutter hatte nur mal gesagt, sie sei am Unterleib operiert worden. Mehr nicht. Ich hatte sie nie nackt gesehen. Kannst du dir meine Mutter vorstellen als ich sie das erste Mal duschen musste?

    • auch wenn ich noch nicht so alt bin wie du, so habe ich doch auch schon ein paar Jahrzehnte hinter mir, und selbst daraus kann ich sagen: es wird ganz sicher nicht alles schlechter. Es ändert sich. Und damit muss man umgehen (lernen). Wenn man allerdings davon ausgeht, dass alles immer so ist (und bleibt) wie mit zwanzig, dann hat man tatsächlich irgendwann ein Problem. Das aber nicht Alter heißt, sondern Erwartung. Aber an der kann man “arbeiten” ;-)

  2. Bekannte waren kürzlich in dem neu angelaufenen Dokumentationsfilm “Sprache: Sex”, da scheint so einiges recht klischeefrei thematisiert zu werden. Hat jemand den Film schon gesehen?

    • Ja, wurde auf der Berlinale gezeigt (Perspektive Deutsches Kino). Es ist ein Interviewfilm. 16 Personen zwischen 13 und Mitte 70 wurden nach ihren Ansichten zum Thema Sex befragt. Sie haben offen und recht unbefangen Antwort gegeben (waren sie nach teilweise anfänglichem Herumreden warmgelaufen), Schwerpunkt heterosexuell. Ist ganz interessant, aber Aufreger sollte man nicht erwarten, die Antworten sind unspektakulär, alles bezieht sich doch sehr auf den Durchschnitt. Der 13-jährige ist goldig, wenn auch hin und wieder etwas verlegen. Was soll ein 13-jähriger auch ausführlich sagen zum Thema Sex ist ein Grundbedürfnis? Offensichtlich sind weitere Filme geplant. Kann man ansehen, aber bitte keine allzu neuen Erkenntnisse dabei erwarten. Auf jeden Fall ist es ein Ansatz, sich dem Thema Sex zu nähern.

    • ich habe ihn noch nicht gesehen, aber vielen Dank für den Hinweis.

      • Ja, lief auf der Berlinale (Perspektive Deutsches Kino). Es ist ein Interviewfilm, es wurden Menschen zwischen 13 und Mitte 70 befragt. Ausrichtung hetero, sachlich und unspektakulär, Aufreger darf man nicht erwarten, aber das ist auch nicht die Absicht. Und bestimmt darf man von einem 13-jährigen keine epochalen Erkenntnisse zum Thema Sex ist ein Grundbedürfnis erwarten. Manche Interviewte haben aufgrund ihrer Schamhaftigkeit zu Beginn ein wenig herumgeredet, mussten erst etwas warmlaufen. Der Film handelt letztlich auch davon, dass das Sprechen über Sex nach wie vor ein Tabuthema ist. Und ich habe den Film auch dahingehend verstanden, dass er zum Reden anregen soll. Anscheinend sind Fortsetzungen geplant, dieser Film zielt eher auf den allgemeinen Durchschnitt ab.

    • Hallo Lady,

      ja gesehen, lief auf der Berlinale (Perspektive Deutsches Kino). Es ist ein Interviewfilm, Menschen zwischen 13 und Mitte 70 wurden befragt. Sie gaben, teilweise nach anfänglichem Herumreden, bis sie ein wenig warmgelaufen waren, recht unbefangen Auskunft. Orientierung hetero, sachlich und unspektakulär, Aufreger sollte man nicht erwarten, aber das ist auch nicht die Absicht des Films. Epochale Erkenntnisse sind ebenso nicht zu erwarten, sicher nicht von einem 13-jährigen. Es geht auch darum, dass das Sprechen über Sex nach wie vor ein Tabuthema ist, der Film möchte auch zum Reden darüber anregen. Anscheinend sind Fortsetzungen geplant, Teil 1 ist sehr allgemein gehalten und zielt auf den Durchschnitt ab.

  3. Lieber Adam!

    Ja, du hast dich klar ausgedrückt. Ich muss zugeben, dass ich im ersten Moment dachte: Echt jetzt? Eine app? Dafür?

    Leider ist es trotz unserem recht umfassenden Aufgeklärtsein für viele Menschen noch immer schwierig, sich verbal gerade zum Thema Sex deutlich und unmissverständlich zu äußern, sogar gegenüber dem Menschen, mit dem man Sex hat.

    Und ebenso leider, wie von dir erwähnt, gibt es nach wie vor diese unnötige Schamhaftigkeit und/oder falsch verstandene Rücksichtnahme.

    Und das ist sehr sehr schade, aus welchem Grund auch immer man diese Artikulationsschwierigkeiten hat, zumal man dadurch, ohne es zu wollen, sein eigenes und das Vergnügen des Partners mindert. Daher schlägst du all denen eine interessante Übungsstrategie vor, um peu à peu zu ganzen Sätzen zu gelangen.

    Deshalb kann ich nur zustimmen: Es hilft sehr, über seine Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen und dabei die Wünsche und Bedürfnisse des Partners zu erfahren. Allerdings glaube ich, dass es auch reichlich nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten gibt, die nicht schwer zu lesen sind.

    Liebe Grüße
    Susanne

    Wie immer war es eine Freude, deine Kolumne zu lesen. Ich wünsche eine schöne Woche!

    • “reichlich nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten”
      die gibt es mit Sicherheit, und dass sie im Grunde nicht schwer zu lesen sind, gebe ich dir recht. nur wie oft denkt man “das war doch jetzt absolut klar, was ich gemeint hab”, und dann wird es doch missverstanden. oder aber: man will es nicht verstehen. und dann findet man schon die ecken und enden, die misszuverstehen sind.
      dir ebenso eine schöne Woche
      liebe Grüße Adam

      • Lieber Adam,

        oh je, …oder aber man will es nicht verstehen… Da beginne ich mich zu fragen, wenn man nicht will, was in der Beziehung bereits im Argen liegt und ob sich diese überhaupt noch halbwegs im Lot befindet.
        Ansonsten: Samy Molcho! Klasse zum Thema nonverbaler Ausdruck.

        • Und oft würde ja nicht so viel im Argen liegen, würde besser miteinander kommuniziert. Ein Katze, die sich in den Schwanz beißt.
          Stell ich mir lsutig vor, den Molche quasi als Wörterbuch neben dem Bett liegen zu haben, um immer mal wieder nachzuschlagen, was denn was bedeutet haben könnte :-P

          • Ja, wir sollten mehr miteinander sprechen… :-P

            Ich habe mich ein wenig an dem nicht verstehen wollen gestört, denn will ich nicht einmal mehr verstehen… Nicht verstehen können, tja, da hilft wohl wirklich nur Mund auf und fragen und sich darüber unterhalten.

            Molcho als Wörterbuch neben dem Bett??? Ich stelle es mir gerade bildlich vor, wie ich danach greife…

            Nee, eher nicht. Obwohl es bestimmt nicht schadet, sich generell ein wenig mit dem Thema zu beschäftigen, denn Körpersprache kann sehr ausdrucksvoll und extrem verräterisch sein.

            Der oben erwähnte Film Sprache: Sex lief auf der Berlinale (Perspektive Deutsches Kino). Er ist ein Interviewfilm, Menschen zwischen 13 und Mitte 70 wurden zum Thema Sex befragt. Sie geben recht ungezwungen Auskunft, auch wenn einige nach anfänglichem Herumreden (die bereits vielfach zitierte Schamhaftigkeit ist nicht immer zu verleugnen) erst einmal warmlaufen mussten. Orientierung hetero, große Aufreger sind nicht dabei (sachlich und unspektakulär) und sollten es auch nicht sein, zielt eher auf den allgemeinen Durchschnitt. Goldig ist der 13-jährige, teilweise etwas verlegen, wobei ich mich im Nachhinein gefragt habe, welche epochalen Erkenntnisse man von einem 13-jährigen zum Thema Sex ist ein Grundbedürfnis wirklich erwarten durfte. Man kann sich den Film jedoch durchaus ansehen und sich dann aus seinen persönlichen Sichtweisen heraus damit auseinandersetzen, es sind wohl auch Folgen geplant. Passt übrigens gut in diese Kolumne „Reden, Reden, Reden“, denn es geht auch darum, dass das sich offen über Sex unterhalten noch immer im Tabubereich verortet wird. Ich habe den Film auch als Anregung zum Gespräch verstanden.

          • Lieber Adam,

            ich habe mich nur an dem Verb wollen etwas gestört, denn fehlt mir schon der Wille… Aber ja, wir sollten reden.
            Molcho als Buch neben dem Bett? Hahaha, eher nicht (stelle mir gerade bildlich den Griff danach vor). Aber ein mit dem Thema Körpersprache beschäftigen schadet nicht. Sie kann sehr ausdrucksvoll sein und extrem verräterisch.

          • ich dachte es eher so, dass man halt oft nicht hinhören will, weil so lange man nicht hört, was anders sein könnte, ist ja alles in bester Ordnung und es gibt auch kein Problem. Glaubt man. Es ist also eher ein unbewusstes nicht wollen gemeint.

          • Lieber Adam,

            okay, verstanden. Wenn das nicht noch trauriger ist…, denn nähere ich mich da nicht bereits einer gewissen (unbewussten???) Gleichgültigkeit an, die sich gemächlich einschleicht? Indem ich unbewusst ein möglicherweise existentes Problem ignoriere? Gefällt mir überhaupt nicht! Du hast ja Recht, spätestens dann besteht erhöhte Redenotwendigkeit, oder aber ich muss mich weiterhin mit dem beschriebenen Rubbeln begnügen. Wer will das denn wirklich?

          • ich glaube nicht, dass es eine Gleichgültigkeit ist, ich glaube, es ist Angst.

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© Raoul Biltgen

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