Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

331 – Die Einsamkeit der Zweisamkeit

| 2 Kommentare

Liebe Frauen,

Party, yeah, feiern, bis der Arzt kommt, und dann mit dem durch die Krankenbetten robben, saufen ohne Koma, Freude, yeah.

Bild: Gerda Wegener

Und so.

Wann macht Ihr das?

Richtig, wenn Ihr single seid.

Vor allem das mit dem Arzt.

Und dann lernt Ihr irgendwann bei diesen gar erquicklichen Aktivitäten den Arzt Eures Vertrauens kennen und erkort ihn zum Hausarzt. Oder es ist kein Arzt. Es ist halt der Mensch, in den Ihr Euch verliebt, der sich in Euch verliebt, mit dem Ihr in Beziehung geht und mit dem Ihr ein Paar werdet. Erstmal hindert Euch das nur wenig, auch weiterhin auszugehen und einen oder zwei drauf zu machen, zusammen halt. Und dann zieht Ihr zusammen. Und dann besorgt Ihr Euch ein Netflix-Abo. Und dann strickt Ihr Makramee-Aufhänger für die Pflanzen am Balkon. Weil die Begrünung der Behausung zu einem wichtigen Thema geworden ist. Weil die Behausung zu einem Zuhause geworden ist. Wo Ihr gerne seid, zu zweit, wo Ihr Euch wohl fühlt und wo es Euch ein Anliegen ist, etwas dafür zu tun, dass Ihr Euch auch weiterhin wohlfühlt. Weil es einfach gut ist, verfickt, es ist einfach wirklich richtig gut, wenn Ihr mit dem Menschen, den Ihr liebt und der Euch liebt, leben könnt, Zeit verbringen, jede Zeit, die Euch lieb ist, mit allem, was Euch lieb ist, und ja, es ist vollkommen wurscht, ob das voll und ganz bieder klingt und voll und ganz all dem widerspricht, was Ihr Euch gedacht habt, als Ihr noch als single durch die Nacht gezogen seid.

Und dann stellt Iht fest: Ja, eben, es ist eben wirklich einfach nur gut, und wie lange ist denn das her, dass wir beide aus waren? Wochen. Monate. Jahre. Zehnte. Weil Ihr es nicht mehr braucht. Weil es Euch auch zu mühsam ist. Weil Ihr mehr Spaß habt, wenn Ihr den Spaß nicht mit anderen teilen müsst, die den Spaß nicht verstehen.

Und so vereinsamen die Pärchen durch die ganze Stadt in ihren jeweiligen heimeligen Wohnungen, wo sie darüber nachdenken, ob ein Kind das Glück perfekt macht, oder doch lieber ein Hund.

Und das klingt vielleicht für viele deprimierend.

Das soll es aber nicht.

Vor allem für die, die sich darin befinden, die sagen: Ja, ich genieße mein Leben, wie es ist. Ich habe mein Leben mal anders genossen. Aber ich habe mich verändert. Mit einem anderen Menschen. Und es ist mir scheißegal, ob mein früheres Ich mich für einen spießigen Mehlwurm hält, oder meine früheren Freunde, oder wer auch immer. Ich bin ich. Und zwar jetzt. Also lasst mich in Frieden, die Ihr findet, dass das Scheiße ist, und ich werde Euch nicht einmal die Genugtuung verschaffen, zu behaupten, Ihr seid nur neidisch auf das, was ich habe, weil Ihr doch eh genau das sucht auf Euren spätnächtlichen und feuchtfröhlichen Streifzügen, denn darum geht es nicht.

Es ist nicht schlimm, wenn man früher anders war.

So lange man Jetzt gut findet.

Euer Adam

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2 Kommentare

  1. Makramee-Aufhänger: Wirklich? The Times They Are A-Changin!

    • Makramee ist doch ein Klassiker. Und wie alles aus den 70ern taucht auch das wieder auf. Und wieder und wieder und wieder. So wie Käseigel und russische Eier zum gemeinsamen ESC-schauen, der insgeheim wieder Grand Prix Eurovision de la Chanson genannt wird.

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© Raoul Biltgen

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