Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

347 – Die gemachte Liebe

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Liebe Frauen,

ficken, bumsen, vögeln.

Bild: Édouard-Henri Avril

Oder wie sagt Ihr?

Pimpern, nageln, stopfen?

Miteinander in die Kiste gehen?

Es treiben.

Sex haben.

Sex machen?

Eventuell.

Liebe machen?

Nein.

Ich möchte mich hier und offiziell und jetzt öffentlich dafür aussprechen, dass man für „Liebe machen“ zur Beschreibung von Sex mit sieben Jahren schlechtem Sex und gleichzeitigem Liebesentzug bestraft wird.

Ja, die anderen vorgeschlagenen Wörter sind auch nicht immer schön. Und sie umschreiben auch nicht wirklich, worum es geht. Zumindest nicht immer. Ficken ist nunmal was anderes, als Blümchensex. Finde ich. Aber wenn man kopuliert, den Beischlaf vollzieht, dann hat das erstens nichts mit Liebe zu tun. Zumindest nicht direkt. Zweitens wird überhaupt mal Liebe nicht gemacht.

Sex funktioniert auch ohne Liebe. Das wissen wir, glaube ich, in der Zwischenzeit. Auch guter Sex geht ohne Liebe. Mancher Sex geht ausschließlich ohne Liebe. Es handelt sich dann nur mehr um eine persönliche Vorliebe, ob man lediglich mit dem Menschen Sex haben will, den man auch liebt, oder ob man dies auch in der Praxis voneinander trennt. Egal aber, ob man den Koitus mit einem geliebten oder fremden oder gar gehassten Menschen vollzieht, indem man dies tut, macht man keine Liebe. Man lässt keine Liebe entstehen. Die ist schon vorher da. Oder eben nicht. Ja, mitunter fühlt man sich durch Sex miteinander verbunden. Ja, und das kann sich anfühlen wie Liebe. Ist es aber nicht.

Könnte man Liebe machen, müssten wir uns mit vielem nicht auseinandersetzen. Wahrscheinlich könnte ich dann auch meine wöchentliche Kolumne kübeln. Denn genau da liegt doch das Problem: Wir können nichts tun. Liebe tut, was sie will. Mit uns. Wir können es nicht steuern. Wir können nicht bestimmen, ob wir wen lieben oder nicht oder doch oder nicht mehr. Liebe ist nicht machbar. Sie ist vielleicht unterstützbar. Dadurch, wie man sich einem anderen Menschen gegenüber verhält. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass sich wer in mich verliebt oder mich liebt, wenn ich ihn wie Scheiße behandle. Aber selbst das ist nicht unmöglich. Ich sage aber klipp und klar: Verhalten gegenüber anderen Menschen kann unter Umständen Einfluss auf die Liebe haben, Sex sicher nicht. Sex ist gut und wichtig. Und schlechter Sex in einer Beziehung kann schon ganz schön auf die Substanz gehen. Der Beziehung und der Beteiligten. Liebe kann darunter leiden, Liebe kann aber auch darüber stehen. Auf der anderen Seite kann auch der beste Sex nicht machen, dass man jemanden liebt. Man liebt höchstens den unglaublich tollen Sex mit diesem jemandem.

Also, bitte, sagt nicht „Liebe machen“. Es gibt wahrlich genug andere Wörter und Worte und Ausdrücke und was auch immer, die mal passen und mal nicht. Oder Ihr erfindet Euer eigenes Wort dafür. Vielleicht zusammen mit dem Menschen, den Ihr liebt?

Euer Adam

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5 Kommentare

  1. Wir haben viele Ausdrücke und schlüssige Handlungen. Alle führen beim Anderen zu einem Lächeln. Besonders lächelt sie, wenn ich sage: Ich möchte dich beglücken.
    Oder: Für dieses tolle Essen (oder …..) möchte ich dich belohnen.
    Es geht immer um Spaß, vor und während dem Sex.

    • das glaube ich eben auch: egal, wie man es nennt, je bierernster man es meint, desto unpassender ist es. Wenn man es aber mit ein wenig Humor sagt, kann man selbst die ausgefallendesten Ausdrücke problemlos verwenden.

  2. Liebe und Vertauen das baut sich bei mir erst nach Jahren in einer Beziehung auf. Sex ist etwas schönes und gibt einem ein schönes Gefühl, doch die Liebe hat doch nur einen geringen Anteil dabei. Den mein Tag hat 24 Stunden und in der meisten Zeit habe ich keinen Sex, doch ich Liebe meinen Mann zu jeder Zeit.
    (Ausser bei schlechten Fußball ergebnissen, da könnte ich ihn Liebevoll in den Hintern treten.) Selbst das geht mit Liebe.

  3. Kopulation, Beischlaf, Koitus… Hört sich für mich eher zum Abgewöhnen an.
    Aber ist das nicht auch das Schöne an der Liebe? Weil man sie eben nicht machen kann, erzwingen kann? Weil man sie aber völlig unerwartet finden kann? Weil man sich auf sie einlassen muss?

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© Raoul Biltgen

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