Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

358 – Das Alko-Poppen

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Liebe Frauen,

manchmal ist Alkohol dann doch die Lösung.

Bild: Thomas Rowlandson

Bild: Thomas Rowlandson

Denn Alkohol löst. Die Hemmungen. Und Millionen von Teenagern hätten wohl weder ihren ersten Kuss, noch ihr erstes Mal, vielleicht aber nicht mal ihr erstes Händchenhalten jemals erlebt, hätten sie sich nicht vorher Mut angetrunken. Weil es einem wurscht ist, wenn man besoffen ist. Weil man sich gut fühlt, wenn man besoffen ist. Weil man nicht dran denkt, dass man am nächsten Tag so manches bereut, wenn man besoffen ist. Zum Beispiel, dass man besoffen war. Oder das, was man gemacht hat, weil man besoffen war. Allerdings sollte man weder den ersten Kuss bereuen, noch das erste Händchenhalten, und hoffentlich auch nicht den ersten Sex.

Tatsächlich aber rate ich, den ersten Sex nicht besoffen zu erleben. Denn dann kann man sich besser dran erinnern am nächsten Tag. Oder für den Rest seines Lebens. Das ist nicht als Warnung gedacht, sondern als Tipp. Denn wenn wir schon so viel Gedöns um dieses große einmalige superüberdrüber wowige erste Mal machen, dann sollte es uns im Gedächtnis bleiben. Ich nehme aber an, dass viele einfach nicht mehr wissen, wie es war. Weil: Juhu, Alkohol. Und dabei geht es nicht darum, dass das erste Mal unter Umständen besser ist, wenn man es nüchtern macht. Auch schlechte Erinnerungen sind gute Erinnerungen. Wenn das erste Mal wirklich mies war, dann zeigt mir das doch, dass ich lernfähig bin. Und wenn es gut war, dass die Klischees nicht immer recht haben.

Davon abgesehen kann Alkohol tatsächlich dazu beitragen, dass das erste Mal nicht unbedingt das beste Mal wird. Rein biologisch jetzt, herrgott, ein besoffener Bengel, der auch noch scheißdreckennervös ist, der könnte unter Umständen im entscheidenden Augenblick im Stich gelassen werden. Wenn die Zunge nicht mehr zum Reden und die Beine nicht mehr zum Gehen taugen, dann zu erwarten, dass der Schwanz steht wie eine eins und durch nichts von seiner Aufgabe abzuhalten ist, das ist doch etwas vermessen. Ich stelle mir gerade einen lallenden Penis vor. Hängt da halbsteif zwischen zwei Beinen und übergibt sich. Die weißlichen Bröckchen hängen im Schamhaar. Und der Partnerin ist auch schon nicht mehr ganz wohl.

Was mich nun zum Sex in fortgeschrittenem Alter führt. Damit meine ich: jede sexuelle Aktivität, welche sich nach dem ersten Mal ereignet.

Und immer noch zählt: Saufen hilft. In der Disko trauen wir uns nur, die supersexy Brünette mit dem Minirock, der unter ihrem Nabel endet, ja, das untere Ende, anzusprechen, wenn wir uns vorher Vodka Red Bull eingeflöst haben. Und selbst auf der Weihnachtsfeier laufen die sonst so zugeknöpften Kollegen völlig losgelöst im Eiertanz zu 80er Jahre Mucke auf und nutzen diverse Abstellkammern und Kopierräume zu außerdienstlichem Parteienverkehr. Und manche sitzen vor dem Fernseher und brauchen ihr Gläschen Rot, um in Stimmung zu kommen. Denn Stimmung ist es, was uns Alkohol bringt. Und Stimmung ist es, was wir brauchen. Und dann werden wir spitz und poppen, was geht.

Und dann fällt mir dieser Spruch „besoffen vor Glück“ ein. Und dann denke ich an Sex. Nein, ich denke schon die ganze Zeit an Sex, aber dann denke ich an Sex, der so ist, dass man vollkommen besoffen davon ist, wenn es der Sex ist, der löst, statt umgekehrt. Wenn es der Sex ist, der uns in andere Sphären katapultiert. Und das kann der Moment des Orgasmus sein, es kann aber auch weit darüber hinausgehen. Und plötzlich setzt unser Hirn aus und wir geben Laute von uns, die würden einen nur mehr schleppend lallenden Rotweintrinker vor Scham rot anlaufen lassen, denn ist doch peinlich, dieses Stöhnen. Doch so wie einem nichts mehr peinlich ist, wenn man zu viel Alkohol intus hat, ist einem in den besten Momenten des Geschlechtsverkehrs eben auch nichts mehr peinlich.

Das Schöne dabei: Wir erinnern uns daran, und zwar gern, und zwar für den Rest unseres Lebens. Oder bis zum nächsten Mal. Ohne Kopfweh oder Kotzbrocken auf der Bettwäsche.

Euer Adam

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6 Kommentare

  1. Ja, kann. Davon abgesehen kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass meine Extremitäten beim Sex durch Suff bedingt unkontrollierbar durch die Gegend schlackern.

  2. Besoffen vor Glück samt dem zugehörigen Absatz akzeptiere ich gerne. “…ist einem in den besten Momenten des Geschlechtsverkehrs eben auch nichts mehr peinlich.” So sollte es auch sein.
    Ansonsten kann Alkohol zwar Hemmungen lösen, dafür bereitet die Koordination evtl. Probleme. Und wenn man dann Pech hat, haut man schlimmstenfalls dem Partner auf die Nase.

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© Raoul Biltgen

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