Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

369 – Das nützlich sein Wollen

| 17 Kommentare

Liebe Frauen,

ja, viele Männer lassen sich gerne bemuttern. Ich habe darüber geschrieben. Aber viele wollen unbedingt zeigen, dass sie eigenständig denkende und handelnde Menschen sind.

Bild: Félicien Rops

Bild: Félicien Rops

Wem?

Ihren Müttern.

Auch denen im übertragenen Sinn.

Also: Euch.

Und deshalb stehen Männer sonntags am Herd und veranstalten die große Kochshow mit den ausgefallensten Rezepten und sechzehn Töpfe sind gleichzeitig im Einsatz und sie haben sich auch extra im Internet so eines dieser gang ganz tollen Sous-Vide-Geräte gekauft, um einen ganzen Monatslohn, weil nur dann wird das Fleisch so richtig zart. Und dann wird aufgetischt und alle schmelzen dahin, wenn ihnen die Seezunge auf der Zunge dahinschmilzt, es ist ein ah-en und oh-en und mmh-en, da ist ein Besuch beim Swingerclub des Vertrauens mit Orgasmus-Garantie ein Pups im Wald dagegen.

Und der werte Mann baut das Haus um, es ist eine Freude, denn das kann er.

Und er macht die Steuererklärung.

Und er kennt sich mit dem Computer aus.

Und er weiß, wie man Kinder zu erziehen hat. Selbst wenn er keine hat. Wenn es die der Freunde sind. Die der Nachbarn. Die aus der Fernsehserie. Weil er ja ein erwachsener Mann ist, der weiß sowas.

Und es stimmt auch nicht, dass es Bemuttern ist, wenn er sich wochentags ein wenig umsorgen lässt. Denn was heißt denn hier umsorgen? Es ist doch nicht so, dass er nach Hause kommt und die Füße hochlegt und sich das Futter ins Mäulchen schieben lässt, bitteschön. Neinnein. Er tut mit. Ja, auch wochentags, wenn er müde von der Arbeit nach Hause kommt. Aber so ist er nunmal, er macht sich nützlich. Er räumt den Müll aus und bringt ihn runter. Er schmeißt die leeren Packungen vom Schinken weg, die sonst nur in der Küche rumliegen. Und die ausgesonderten Salatblätter. Ist ja auch hygienischer. À propos Hygiene, er wischt schnell mal den Küchenblock sauber. Und deckt den Tisch. Und geht mit dem Hund. Und entkorkt den Wein. Und … Eben, ist doch schon eine ganze Menge. Und er sucht das Fernsehprogramm aus.

Und welche Frauen haben nun aufgestöhnt? Weil er den Müll unter der Spüle hervorzerrt, während Ihr kocht und dringend mit den Nudeln zur Spüle müsst, um nicht den Boden vollzutropfen? Und die leeren Verpackungen vom Schinken lagen extra noch da rum, weil da die nicht verbrauchten Schinkenscheiben wieder reingehört hätten? Und weil die Salatblätter nicht ausgesondert, sondern ausgesucht waren, weil extra schön und groß und deshalb besonders geeignet, sie als Deko zu verwenden? Und mit Desinfektionsspray durch die Küche zu gehen, während aufgeschnittener Fisch rumliegt, ist auch nicht die cleverste Idee. Und warum nimmt er mitten unter der Woche die schönen Teller, die mit der Hand abgewaschen werden müssen? Und der Hund war gerade erst unten und es regnet und dann tappst er wieder mit den nassen Pfoten durchs ganze Haus. Und der Wein wäre das Geschenk für … Ja, such doch das Fernsehprogramm aus, ich schlafe eh gleich ein, so fertig machst du mich grad.

Und wie viele Frauen sind drum ganz froh, wenn sich der nette Mann mal lieber nicht zu nützlich macht?

Und den Kindern drückt man dann das iPad in die Hand, auch wenn das ganz ganz böse ist und der liebe Vater was dagegen hat, denn was soll denn das Kind lernen, wenn es den ganzen Tag nur rumwischt, statt sich auch mal nützlich zu machen.

Eben.

Euer Adam

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17 Kommentare

  1. Bei der 2. Hälfte von Adams Kommentar ist mir ein Mann eingefallen, auf das das genau passt. Wenn meine Frau dort mit Freundinnen etwas feiert, ist der Mann sofort zur Stelle und räumt alles weg. Auch das Geschirr kommt in die Küche und die Küche ist anschließend wieder rein. Es darf also kein Papierchen deponiert werden.
    Es gibt auch die gemäßigte Ausführung dieser Männer. Die sind immer zur Stelle, arbeiten im Haushalt und kochen usw. Mülleimer und Finanzen gehören selbstverständlich zu ihren Aufgaben.
    Das ist für die Frauen toll, so lange diese Männer leben.

    Meine Frau erzählt, dass manche Frauen nie die Finanzen gesehen haben und als Witwe nicht mal eine Überweisung vornehmen können. Eine Bekannte stöhnt, weil sie jetzt den Mülleimer heraus fahren muss. Den Gartenteich hat sie sofort zuschütten lassen. Wenn ihr Sohn nicht in der Nähe wohnen würde, hätte sie große Probleme.
    Als unser Nachbar starb, sagte sein Sohn, die Mutter werde keine 3 Jahre mehr leben, obwohl sie erheblich jünger war. Es ist so eingetreten.
    Diese tollen Männer sind überwiegend handwerklich kaum zu gebrauchen. Besonders als Rentner wissen sie mit sich nichts anzufangen und schwirren im Haushalt rum.

    Meine Bekannten haben fast alle Haus und Grundstück. Wir gehören alle nicht zu den „Reichen“ und mussten uns handwerklich angagieren. Deshalb haben alle die alte traditionelle Arbeitsteilung. Selbstverständlich helfen auch wir Männer. Es bleibt aber beim Helfen im Sachgebiet der Frauen. Wir führen nur Anordnungen aus.

    • Anordnungen ausführen ist ja der Schutz für beide Seiten, damit nicht der eine die Eigeninitiative ergreift und dem anderen ständig nur ins Handwerk pfuscht, aber trotzdem sich nützlich machen kann. Und der andere kann auch schon mal eine Anordnung geben, die einfach nur zum Zweck hat, ein wenig Ruhe zu haben.

    • Ich bin in der Beziehung ein sehr guter Befehlsempfänger und sehe gerne einer ausgesprochenen Expertin auf ihrem Gebiet zu. Aus welchem Grund soll ich ihr folglich ihr System stören? Ich stehe mit in der Küche und gucke mir das an. “Gib mir mal die schwarze Pfeffermühle.” Das ist wichtig, weil sie drei verschiedene Pfeffermühlen mit unterschiedlichem Inhalt hat und bevor ich mir die falsche greife… Ähnlich funktioniert das mit dem Müll: zwei Treteimer in der Küche, ein schwarzer für Hausmüll und ein gelber für die entsprechende Tonne (hat sie eigentlich Augen auf dem Rücken? “Nein, das kommt doch in den gelben Eimer.”) sowie im Flur-Wandschrank ein Korb für die Papiertonne. Durchorganisiert eben, der ganze Haushalt, würde sie anders vermutlich auch nicht schaffen. Da bleibt es einfach nur bei etwas Hilfe durch mich.
      Sie redet mir nicht in meinen Beruf rein und ich ihr nicht in ihren.
      Samstags gehen wir zusammen einkaufen für die kommende Woche. Es gibt zu ca. 95% das zu essen, was gerade der Jahreszeit entsprechend auf den Feldern wächst. Sie hält nichts davon, im Winter Erdbeeren zu kaufen (kauft sie immer in großen Mengen im Sommer bei einem Erdbeer-Bauern und friert sie dann ein). Samstags, weil dann hier ein großer Markt ist und einige Bauern aus dem Umland dort Stände haben. Also fragt sie mich jeden Freitag, worauf ich mal Lust hätte und plant das dann für den nächsten Einkaufstag ein. Sie weiß genau, was gerade frisch geernet zu haben ist im Gegensatz zu mir und nimmt gerne, was nicht in Treibhäusern gezüchtet werden musste, Ausnahmen sind Tomaten und Salat. Da ich es nicht besser weiß, wozu soll ich lange mit ihr diskutieren. Also bin ich jeden Samstag Einkaufstaschenträger, sehr viel mehr Hilfe ist da nicht. Plastiktüten hat sie mir auch schon lange ausgetrieben.

      • Stephan,
        bei uns läuft es ähnlich. Deshalb werden wir auch demnächst die Goldene Hochzeit schaffen.
        Es hat mal ein Mann so ähnlich geschrieben:
        Ich sage meiner Frau nicht welchen Topf sie nehmen soll und sie schreibt mir nicht den Bohrer vor.

        • Ich nehme an, bei euch sieht das ähnlich aus, falls du mal dabei bist und deine Frau backt eine Torte.
          Ich liebe Torte und stehe gerne daneben, drücke ihr was in die Hand und bekomme vor Vorfreude Kinnwasser. Letzten Samstag hat sie Frankfurter Kranz gebacken. Ich amüsiere mich zwar immer, wenn ich das sehe, aber System halt. Da steht alles, was sie braucht, der Reihe nach aufgereiht wie Zinnsoldaten. Wir halten ein Schwätzchen und zwischendurch kommt dann: “Ein Ei, zwei Löffel Zucker, noch ein Ei, zwei Löffel Zucker, ein Ei, zwei Löffel Zucker, gib mir die kleine Glasflasche, zwei Löffel Mehl in das Sieb und sieb mir das dann in die Schüssel…” Darin bin ich richtig gut. Ich erinnere mich noch an den Tag, nachdem sie zum ersten Mal eine ganze Nacht bei mir geblieben war. Am nächsten Tag hat sie uns mittags was gekocht. Ich wollte auch was tun und habe Kartoffeln geschält (bzw. was ich dafür halte). Beim nächsten Mal, als es Kartoffeln geben sollte, habe ich erklärt “ich schäl sie mal.” Antwort: “Bitte nicht, du schälst sie nicht, du ermordest sie, bis fast nichts mehr von ihnen übrig ist.”
          Mir bleiben nur die schwereren Arbeiten rund ums Haus, ich möchte nicht, dass sie das auch noch macht. Einfahrt, Wege, Terrasse von Laub freikehren oder sowas, jeden Donnerstagabend die verschiedenen Mülltonnen Richtung Straße schaffen …

          • Hallo Stephan,
            ganz so läuft es bei uns nicht. Meine Frau ist super im Haushalt, aber in der Küche einfach traumhaft. Das bedeutet, dass sie niemand dort haben möchte beim Backen oder Kochen. Ich darf den Müll wegbringen, Getränke holen und Anderes auffüllen oder auf „Anordnung“ etwas holen. Sie kann auch 5 Kuchen gleichzeitig machen. Dann sieht es in der Küche aus wie auf einem Schlachtfeld – sage ich ihr.
            Als unsere Kinder noch klein waren, habe ich selbstverständlich mehr im Haushalt geholfen.
            Meine Frau ist auch nicht gegen Kritik, sondern sie bittet um kritische Bemerkungen.
            Dein letzter Absatz trifft natürlich auch auf uns zu.
            Bei einer Bekannten sollten jetzt 25 Brötchen belegt werden. Dazu wurden 3 Frauen bestellt. Meine Frau hätte sich keine Hilfe geholt. Sie hat mir anschließend erzählt, dass sie 4 Brötchen belegt hätte während die anderen Frauen eins gemacht hätten.

            Sie macht auch die Wartung des Kaffeeautomaten, der Waschmaschine und des Trockners. Nicht weil ich das nicht kann oder will. Sie will es und ich bekomme es nur manchmal mit.

            Meine beiden Söhne und ich benötigen selten einen Handwerker, obwohl das nicht unser Beruf ist. Deshalb bin ich auch etwas kritisch, wenn sich Andere über (für uns) Kleinigkeiten beschweren. Ich merke dann, dass meine Kommentare manchmal bissig klingen.

          • Wir sollten auch mal wieder über Sex schreiben.

            So eine selbstständige Frau beherrscht auch ihren Körper. Sie kann ihren Orgasmus verzögen oder kommen wann sie will. Sie gehört zu den wenigen Frauen, die sich durch reine Gedanken beglücken können.
            Ich hatte eben eine kurze Andeutung über Sex gemacht. Also ich wollte das später, vielleicht nach der Sauna, weil ich noch etwas Kopfschmerzen hatte. Sie fing sofort an sich auszuziehen. Die kurze Zeit reichte ihr um heiß zu werden und in weniger als 1 Min. zum O. zu kommen. Sie wollte auch mich zum O. bringen, aber ich habs auf später verschoben, wenn es mir besser geht.

            Kürzlich wollte sich meine Frau mal wieder technisch betätigen. Sie wollte ein verstopftes Waschbecken reinigen. Ich musste sie mal wieder auf IHRE Arbeiten hinweisen: „Widme dich nur 3 Dingen – essen und trinken gehört dazu!“

            Jetzt denkt ihr, die arme Frau müsse alles machen. Ist aber zum Glück nicht so. Ich bin im Praktischen sehr gut und auch nicht faul. Das hört sich nur so an, weil bei uns nicht Einer dem Anderen die Arbeit zuweist. Als Rentner „streiten“ wir höchstens wer was machen darf.

          • Bei dem Riesen-Weihnachtstrubel war ich auch nicht groß erwünscht, da hätte ich sie nur gestört. Zwei Sachen im Ofen, vier Pötte/Pfannen auf dem Herd usw. Habe an dem Tag ein paar Mal neugierig meine Nase in die Küche gesteckt, bekam aber nur einen Finger Richtung Ausgang gezeigt.
            Dieses Kuchen backen für das Wochenende ist irgendwie ein Ritual geworden, wir haben Spaß daran, dies zusammen zu machen. Klar ist aber auch, ohne mich wäre sie flotter, trotzdem mögen wir das gerne.
            Meine Mutter, so sehr ich diese Frau auch liebe, kann vieles, Kochen gehörte noch nie dazu, Backen schon mal gar nicht. Aber meine Eltern sind ja nicht dumm, sie wissen mittlerweile, wo sie von Zeit zu Zeit was Schmackhaftes abstauben können. Also haben wir einen Deal mit ihnen. Sie kommen jeden Samstag so gegen 10:00 Uhr und passen auf die Babys auf, wir gehen dann für die nächste Woche einkaufen. Dafür bekommen sie jeden Samstag ein Mittagessen und später noch Kuchen. So hat jeder was davon.
            Susanne schüttelt gerade ihren Kopf, vollkommen verständnislos. “Drei Frauen, um 25 Brötchen zu belegen? Um Himmels Willen, was für ein Theater für ein paar Brötchen.”
            Handwerker? Auch eher selten. Aber nicht, weil ich der geborene Handwerker bin (es interessiert mich einfach nicht, ich habe nicht besonders viel Spaß daran).
            Wir haben eine Bohrmaschine, einen elektrischen Schrauber (und ich höre gerade “das Gerät heißt Akkuschrauber”), eine Schleifmaschine (herrje “Stephan, du Ignorant, das ist ein Schwingschleifer”), einen Riesenkoffer mit verschiedenen Werkzeugen, eine fast komplette Malerausrüstung, alles von ihr mit in die Ehe gebracht. Dann gibt es noch ein ausgedehntes Sortiment an Nägeln, Dübeln, Schrauben, Dichtungen usw.
            Und jetzt frag mich, wer unter der Spüle liegt, wenn es da tropft? “Warum soll ich bei solchen Kleinigkeiten ewig auf einen Handwerker warten, wenn ich es selbst machen kann?”

          • Hallo Stephan,
            ich wollte eigentlich einen technischen Beruf, aber niemals Beamter werden. Ich bin da hinein geschlittert und habe das Beste daraus gemacht.
            Die handwerklichen Fähigkeiten MUSSTE ich mir aneignen, mangels Geld. Ich hatte mit 18 J. ein altes Auto. Also entweder selbst reparieren oder kein Auto. Mit 23 J. gebaut, die gleiche Entscheidung.
            Vermögen bildet sich aus der Differenz zw. Einnahmen und Ausgaben. Ganz einfach.
            Ich habe fast alle Werzeuge, die man mal braucht. Ich weiß auch wie sie heißen (ich finde jetzt keine smili).
            Ich hatte mal geschrieben, dass ich ganz früher auch mal im Haushalt geholfen habe. Meine Frau hat mich erinnert, dass das vor dem Bauen war. Später hatte ich keine Zeit mehr.

          • macho,
            sieht bei mir ähnlich aus. Ich musste mir das irgendwann auch aus finanziellen Erwägungen heraus alles aneignen. Wenn man will und wenn man muss, dann geht das auch. Mich interessiert es auch überhaupt nicht, was andere dazu denken (dieses Schubladendenken, was Mann zu machen hat und was Frau).

          • Susanne,
            wenn mal die Rede auf “die anderen Leute” kommt, dann frage ich: wer ist das? Und wenn es ganz schlimm kommt, dann provoziere ich: “Ich bin der Mittelpunkt”. Kann ich aber nur bei guten Bekannten machen.
            Ich bin schon oft belächelt werden. Insges. hat mir mein Erfolg Recht gegeben.

            Ich hatte ja schon mehrfach geschrieben, dass sich das Verhältnis zw. Männern und Frauen sehr schnell verändert. Aber es werden immer Unterschiede bleiben. Da bin ich fest überzeugt und ich finde das gut. Ich habe jetzt NICHT gesagt, dass die Frauen weniger wert sind. Ich meine nur den Unterschied.
            Ein Wissenschaftler hatte mir mal mitgeteilt, dass es in der Menschheitsgeschichte schon immer unterschiedliche Arbeiten gegeben hat.

            Meine Frau hatte mich jetzt gerade gerufen, ob ich mal sehen wolle, wie man einen Kuchen flickt. Sie hatte ihn fallen lassen und hat ihn jetzt zusammen geklebt. Das gehört auch zur Intelligenz. Nicht nur das Lernen von Formeln.

          • Natürlich werden Unterschiede bleiben und das sollen sie auch. Da kann mich die eine oder andere Geschlechtsgenossin, die das nicht so sieht und auch nicht so sehen will, gerne beschimpfen.
            Ist mir sogar mal passiert, dass mich eine Frau angepfiffen hat “du stellst mit deiner Einstellung, dass Frauen nicht unbedingt alles machen müssen, was ein Mann macht, die gesamte weibliche Emanzipation in Frage, alles, wofür Frauen seit Jahren kämpfen.” Sehe ich nicht so, habe die Argumentation bis heute nicht verstanden. Das Gespräch ging damals noch weiter, indem meine “Gegnerin” erklärte, sie könne sich durchaus selbst eine Tür öffnen und ebenso alleine ihre Jacke anziehen (ging für mich auch am eigentlichen Thema vorbei). Kann ich auch, habe aber trotzdem nichts dagegen, wenn mir mit ganz altmodischer Höflichkeit eine Tür von einem Mann aufgehalten oder mir die Jacke zum Reinschlüpfen hingehalten wird.
            Wie du genau das schon schreibst, ging es meiner Meinung nach nämlich eher darum, dass Frauen nicht weniger wert sind als Männer, dass sie gleiches Recht auf z. B. Bildung, Selbstbestimmung, auch sexuelle, haben usw. usw. usw. und ganz sicher nicht darum, ob ich alleine eine Tür aufkriege (war ein absolutes Schwachsinnsgespräch auf Basis der geführten Argumentation).
            Und ich bin und werde es immer sein nun einmal körperlich schwächer als die meisten Männer, ich kann als Frau vieles alleine schon aus dem Grund nicht machen. Weshalb ich von Zeit zu Zeit nach meinem Mann rufe, damit er mir hilft.
            Doch, wir sind bei Bekannten mal aufgelaufen, bei denen dieses Schubladendenken noch absolut vorherrscht. Beide konnten absolut nicht verstehen, warum bei uns ich die Löcher mit dem Schlagbohrer in die Wand mache und nicht mein Mann. “Wie bitte, ist ja grauenhaft, ist doch kein Gerät, was eine Frau anfasst.”

          • Ich denke, diese Unterschiede zwischen Mann und Frau wird es auch weiterhin schon einmal deshalb geben, weil wir unterschiedlich denken, unterschiedlich an ein Problem herangehen, um es zu lösen, wir hören ja sogar teilweise nicht immer das Gleiche, interpretieren etwas nicht immer gleich.
            Wir hatten das Thema hier schon einmal, ich glaube, bei dem Clooney-Artikel. Eine Frau sagt “sieh mal, schicke Frisur.” Und sie meint unter Umständen gar nicht anderes als dass der Typ einen guten Haarschnitt hat. Wir interpretieren hinein, dass sie offenbar denkt, wir sollten mal wieder zum Friseur gehen.

  2. Letztlich ist es von uns doch eine wirklich gut gemeinte Absicht, uns ein klein wenig zu beteiligen, wenn wir wieder zu Hause sind, ein ganz klein wenig zu helfen. Absicht zählt doch auch etwas. Oh ja, Adam, war sehr überspitzt heute.
    Ich habe meine Tochter gefragt (nachdem Susanne lachend Richtung Waschmaschine geschlendert war), ist schließlich auch eine Frau, was sie so zu dem Thema denkt. Sie kann zwar noch nicht reden, ist aber eine ganz tolle Zuhörerin. Sie hat mich freundlich angelächelt, also gehe ich davon aus, sie denkt, kann nicht schaden, wenn wir Männer auch mal unsere Hilfe anbieten.
    Susanne meinte eben: “Stimmt genau, so schlimm ist es wirklich nicht. Und ich freue mich darüber, wenn du mit mir in Küche stehst und mir beispielsweise ein paar Sachen anreichst oder schon den Wein aussuchst. Ist schließlich auch Zeit, die man gemeinsam verbringen kann, nachdem man sich tagsüber nicht gesehen hat.”

  3. Lieber Adam,
    arme Männer, heute gibt es aber wieder die volle Breitseite. Vielen Dank für den bisherigen Lacher des Tages (und einen gerade angesichts deines Artikels leicht frustrierten Mann) = Essen ins Mäulchen schieben! So, wie du das beschreibst, hört es sich nach einem Horrorfilm an: Psycho im Haushalt.
    Eine ausgefeilte männliche Kochshow gibt es bei uns nicht, abgesehen von ein paar wenn auch selbst und nicht aus der Tüte hergestellten Suppen ist die Küche für ihn eine fremde Welt von einem anderen Stern, das kann sie auch ruhig bleiben.
    An die Steuererklärung durch den Steuerberater wird er erinnert und der Computerfreak im Haus bin ich, er würde eine neue Festplatte evtl. in einen noch unter Spannung stehenden Rechner einbauen wollen. Technik ist nicht unbedingt seine Welt, egal, es ist meine und er kennt sich in vielen anderen Dingen besser aus als ich. Es haben doch immer beide ihre Vor- und Nachteile.
    Dein Text erinnert mich ein wenig an “Der Kümmerer”. Ein Zuviel oder etwas zur falschen Zeit ist nie gut. Aber einem Mann bricht letztlich auch kein Zacken aus der Krone, wenn er den säuberlich getrennten Müll Richtung diverser Tonnen bewegt. Und ich jaule auch nicht laut auf, wenn er abends seine waidwunden müden Knochen in die Küche schleppt und das Abtrockentuch schwingt. Dabei kann man ein entspanntes Schwätzchen halten und über so ein wenig umsorgen, welcher Art auch immer, freut sich wohl jeder. Davon abgesehen, keine Hausfrau (oder Hausmann) lässt sich sein System gerne durcheinanderbringen.
    Und jetzt räume ich die Waschmaschine leer, für Stephan gilt, Finger weg von der Wäsche, er kann unterdessen noch etwas frustriert maulen “solche hinderlichen Krüppel sind wir doch auch nicht.”
    Lieber Adam, freust du dich nicht auch, wenn du nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommst und evtl. strömen dir hin und wieder leckere Gerüche aus der Küche entgegen und Pizzadienst ist gerade mal nicht angesagt? Und während du auf das Ergebnis wartest, entkorkst du schon mal eine Flasche Wein oder stellst zwei Teller usw. auf den Tisch? Nein? Ehrlich nicht?

    • Doch, natürlich. Und eines darfst du, lieber Stephan/ dürft ihr, liebe Männer, nicht vergessen: auch ich bin (nur) ein Mann. Ich weiß wovon ich rede. Und ich spitze ganz bewusst ein wenig zu. Und das tu ich doch nur, damit die reaktion ist: Also so schlimm ist es doch auch wieder nicht. Weil: Eh.

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© Raoul Biltgen

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