Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

375 – Der Blick

| 8 Kommentare

Liebe Frauen,

worauf kommt’s an, wenn’s drauf ankommt? Wenn eine Frau einem Mann gefallen will. Wenn sie ihn für sich gewinnen will. Wenn sie ihm zeigen will, dass sie ihn will, ohne dabei plump zu sein, denn sie will ihn für immer, sie will ihn ernsthaft, nicht nur für eine Nacht, sie will ihn ganz, nicht nur seinen Körper. Sie will ihn. Also: Worauf kommt es an? Was muss sie tun? Was?

Bild: Toshiro Kataoka

Bild: Toshiro Kataoka

Nichts.

Oder nicht viel.

Sie muss nur schauen.

Schluss.

Wirklich, mehr ist es nicht, sie muss schauen. Ihn anschauen.

Na gut, sie muss nicht nur schauen, sie muss blicken, ihn anblicken. Sie muss den Augenkontakt suchen. Und wenn sie ihn gefunden hat, halten. Wenn es sein muss über Stunden. Immer in die Augen. Dann ist alles klar.

Bitte nicht einen besonderen Blick aufsetzen dabei. Nicht das Gesicht verzerren zu einer Fratze, die signalisieren soll: „Ich will dich.“ Dabei kommen nur Schnabelmünder und verdrehte Augen und so dabei raus, und das kann doch auch nicht gesund sein, immer so dreinzuschauen, ganz ehrlich. Früher hieß es immer, „deine Augen bleiben dir so stehen“, wenn wir als Kinder geschielt haben. Sind sie nicht. Aber die Entenlippen, die tun das. Also lasst das. Vor allem, wenn Ihr einen Mann anschaut. Männer hassen das. Sie finden es doof. Und vulgär. Die kann sicher gut blasen, denkt der sich. Aber nicht: Mit der will ich morgen frühstücken. Und in zwanzig Jahren den Sonnenuntergang anschauen. Also nichts da mit Grimassen und so. Denn Männer sind dann doch nicht so blöd. Die merken das schon, wenn sie angeschaut werden. Und sie beziehen es auf sich. Eh. Immer. Alles. Sind halt in der Regel rechte Narzissten. Deswegen solltet Ihr ja auch auf keinen Fall zu einem Mann schauen, wenn Ihr nichts von ihm wollt. Niemals den Blick erwidern, den er Euch zuwirft. Ist wie bei Tieren: Wenn man die in die Augen schaut, fühlen sie sich bedroht. Männer fühlen sich angemacht. Selbst wenn Ihr gerade denkt, Ihr schaut ganz ganz böse, um ihm zu verstehen zu geben, dass er Euch nur ja in Ruhe lassen soll. Er versteht es anders. Oder Ihr schaut von oben herab, findet ihn lächerlich, lacht über ihn. Er erkennt ein freundliches Lächeln und ein mit ihm Lachen, nicht über ihn, weil er denkt: Ja, wir sind voll auf einer Wellenlänge. Der Mann kennt nur zwei Variationen, wenn er den Blick einer Frau auf sich bemerkt: Die will mit mir vögeln. Oder: Die will mit mir ihr Leben verbringen. Egal also, wie Ihr ihn anschaut, er versteht es als Einladung. Und um noch einmal darauf zurückzukommen, dass Ihr in Eurer Mimik möglichst neutral bleiben sollt: Der Mann tendiert dazu, alle in welcher Weise auch immer auffälligen Blicke als „fick-mich-Blicke“ zu interpretieren. Also: Nur schauen.

Schluss.

Jetzt wisst Ihr Bescheid.

Ach so, nicht dass es da zu Missverständnissen kommt: Um schön schauen zu können, müsst Ihr nicht schön ausschauen.

Und noch etwas: Wenn Ihr diese Taktik zur Kontaktaufnahme anwendet, könnte, auch wenn es komisch erscheint, zu viel sichtbare Haut, sprich Dekolleté, nicht angebracht sein. Lenkt ab vom Wesentlichen.

Euer Adam

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8 Kommentare

  1. Hallo Adam,
    sehr zutreffend. Besonders die beiden letzten Absätze sollten sich Frauen an ihren Spiegel heften.
    Manche Frauen haben eine Maske aufgelegt, die mir sagt: Rühr mich nicht an. Dann stellt sich mir die Frage, für wen diese Maske.
    Ein großes Dekolleté zeigt viel Haut, viel Haut signalisiert ???
    Angeblich frieren Frauen leicht. Warum dann bei Veranstaltungen halb nackt und die Männer im Anzug? — Ich weiß, dass das üblich ist. Man muss aber nicht alles mitmachen. Man kann auch mal gegen den Trend sein um aufzufallen.

    Wenn ich früher oben am Hemd nur einen Knopf aufgemacht habe, dann kam bestimmt eine Frau um mir den 2. zu öffnen. Und dann?

    • Man kann nicht nur gegen den Trend sein, um aufzufallen, sondern auch, weil’s bequemer ist und einem der Trend egal ist.

    • Ach je, und wenn es endlich warm geworden ist, ziehe ich hin und wieder gerne auch mal ein Kleid oder ein Shirt an, das einen größeren Ausschnitt hat (fast die ganze Brust hängt allerdings auch dann nicht heraus). Mehr Haut signalisiert nicht zwingend den lechzenden Wunsch von Kontaktaufnahme, muss nicht mehr bedeuten als “ich fühle mich richtig wohl in meiner Haut.”
      Ich war auch noch nie eine Befürworterin der Schlafzimmerblick- und Entenlippen-Taktik, zu abgedroschen und, da stimme ich zu, vulgär.
      “Deswegen solltet Ihr ja auch auf keinen Fall zu einem Mann schauen, wenn Ihr nichts von ihm wollt…” Ähm? Warum nicht? Ein anerkennendes und erfreutes Lächeln, sieht man einen Mann, den man aus irgendeinem Grund attraktiv findet? Weil er evtl. die Haare schön hat oder eine schicke Jeans an? Kann ganz schlicht nur ein anerkennender Blick sein und muss noch lange nicht immer ein “fick-mich-Blick” sein. Bedeutet nicht zwangsweise, dass eine Frau evtl. einen Bettgenossen sucht. Das ewig alte Problem, oder? Eine Frage der Interpretation!

      • Genau, nur dass manche Männer halt ganz gerne in eine Richtung interpretieren.

        • Jetzt wird es peinlich. Ich muss zugeben, dass ich eine ganze Weile (ungefähr im Alter von 22 bis 26) eine Phase hatte, in der ich auf den Schlafzimmerblick inklusive Entenlippen tatsächlich angesprungen bin. Hat allerdings nie zu mehr als bestenfalls 3 oder 4 Frühstücken geführt. Mangelndes Urteilsvermögen oder einfach nur sehr schlicht gestrickt, ich hatte nie das Gefühl, mit dieser Frau willst du noch in 20 Jahren den Sonnenuntergang betrachten.
          Gut, dass du das Grinsen meiner Frau gerade nicht sehen kannst. Bin noch nicht sicher, ob es hämisch oder schadenfroh ist oder einfach nur aussagt “du armer Tropf.”

      • Natürlich ist es nicht nur die Größe der nackten Haut. Es ist so wie du schreibst. Das Drumherum ist entscheident. Ich bin schon so alt, dass ich den Zusammenhang kenne.

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© Raoul Biltgen

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