Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

379 – Das Schwanztattoo

| 8 Kommentare

Liebe Frauen,

tätowierte Männer sind cooler.

Bild: G.A. Farini

Bild: G.A. Farini

Aber das muss ich Euch nicht sagen, das wisst Ihr.

Und Ihr wisst natürlich auch, dass das leider längst nicht mehr stimmt, denn heutzutage ist fast jeder tätowiert, das hat nichts mehr mit cool oder hart oder böse oder Matrose zu tun.

Deswegen kommt es nun nicht mehr darauf an, ob wer tätowiert ist, sondern wie er tätowiert ist. Und wo. Und wieviel. Und was. Und so. Denn wir wissen schon seit einiger Zeit, dass die berühmten Arschgeweihe, seltsame Verschnörkelungen oberhalb des Gesäßes, die keine Bedeutung und noch weniger Schönheitswert haben, zum Beispiel zu jenen Tattoos gehören, die genau das Gegenteil von dem sind, was Tätowierungen einst waren, nämlich cool und hart und so weiter. Aber sowas wird ja nicht mehr gestochen, und die bereits gestochenen werden weggelasert oder gecovert, also etwas Neues drüber, etwas Größeres, etwas Cooleres, Härteres, Schöneres. Japanische Blumenranken. Und Koi-Fische und Einhörner. Und ich frage mich, womit dann die zugekleistert werden, wenn sie aus der Mode gekommen sind. Und genau da ist der Grundgedanke bei sich selber, nämlich am Grund angekommen: Tattoos, die Ausdruck einer Mode sind, sind ganz einfach nicht mehr als nur Mode, auch wenn sie gut gestochen sind. Und weh getan haben. Weshalb wir eher nach jenen Hautbildern suchen sollten, die nicht so gestochen sind, dass ihr Träger sie stolz den vorbeirauschenden Mädels oder vorbeischlendernden Jungs unter die Nase reiben kann. Bei Männern sind das derzeit die sogenannten sleeves, also Armtätowierungen.

Aber wo verstecken sich die Bilder, die sich Menschen eben doch noch vor allem für sich stechen lassen? Und welche Motive sind das, die nicht gerade in jedem Tattoo-Katalog zu Tausenden angeboten werden wir früher die Herzen und Anker? Und da ist es dann tatsächlich möglich, dass wir am Ende am männlichen Glied anlangen.

Tätowierte Schwänze.

Ja, liebe Frauen, die gibt es.

Noch nie einen gesehen?

Eben, weil nur die wirklich harten Jungs sich am Penis stechen lassen, wo sie doch normalerweise damit stechen. Tschuldigung, musste sein. Aber mit Grund gibt es nur sehr wenige bebilderte Schwänze: Weil sehr viel Aua. Und auch die Suppenmachos sind gerne mal Sensibelchen, wenn es um ihr Gemächt geht, egal wie sehr sie sich sonst als Superrammler sehen. Und auch weil: Welcher Mann will schon seinen Schwanz in die Hände eines Tätowierers legen? Weil der muss ja dann da dran rumziehen und so. Ihn anfassen. Seine Nase ganz nah dran halten. Eben, ihn anschauen. Und wenn dann das große Aua kommt, dann zieht sich der Pimmel vielleicht zurück. Und dann schaut das nach ganz ganz kleinem Mümmelmann aus. Und das will kein Mann. Und was Männer noch weniger wollen, weswegen sie die noch größere Angst davor haben, das ist genau das Gegenteil, dass es gut tut, das am Schwanz rumgestochen Werden, und dass sich das zeigt, dass sie einen Ständer in den Händen des Tätowierers bekommen. Auch wenn sie wissen, dass das die Arbeit des Meisters wohl wesentlich vereinfachen würde. Oder geht das eh nur an einem Steifen?, frage ich mich grad, weil so ein Labberding präzise zu tätowieren stelle ich mir irgendwie nicht so einfach vor. Aber dann: Kann der gute Kunde die Erektion halten? Und dann ist ja auch die Frage, in welchem Zustand das Tattoo wirken soll. Manches kommt halt erst in voller Entfaltung zur vollen Entfaltung. Und dann auch noch weil: Aua. Oder habe ich das schon gesagt?

Und aus all diesen Gründen, und natürlich auch weil Aua, steht außer Frage, dass jene Männer, die sich ihre Geschlechtsteile tätowieren lassen, die wahren Helden ihrer Zunft sind. Die sind wirklich noch cool und hart und böse. Und vielleicht sogar Matrose.

Und dann ist es ja auch so, dass Männer ja ganz gerne in Erinnerung ihrer Sexpartnerinnen bleiben wollen. Wichtig. Und zwar eindrucksvoll wollen sie sich in die Annalen der Frauen einfräsen. Und da gibt es wohl kaum etwas Besseres, als mit einem bunten Schwanz aufzuwarten, ha, das vergisst keine so schnell, oder?

Oder?

Und jetzt verratet nicht, dass das zwar stimmt, aber eher mit dem Zusatz: Iiih.

Oder?

Oder etwa nicht?

Ich ruf jetzt meinen Tätowierer an.

Euer Adam

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8 Kommentare

  1. Ich kann´s mir nicht verkneifen…

    RUMBALOTTE
    “Rumbalotte” bedeutet Ruhm und Ehre der baltischen Rotbannerflotte und ist oft als Tattoo gestochen auf dem Penis baltischer Seeleute zu finden. Die Langform des Schriftzuges ist nur im Kampfzustand lesbar.

  2. Viel Aua, du sagst es! Wobei ich bei dem Thema etwas eigensinnig bin, außer meiner Frau und mir hat an meinem Schwanz niemand was zu suchen.
    Susanne bedankt sich höchst erfreut für ein neues Bild, dass du in ihrem Kopf hast entstehen lassen, sie ist vorhin vor Lachen fast eingegangen. “Ich stelle mir gerade vor, wie sich direkt vor meinen Augen ein Tiger- oder Stierkopf oder sowas ausbreitet. Ich glaube, ich wäre deutlich zu sehr abgelenkt, um bei der Sache zu bleiben.”
    Auch hier gilt, wer will, der soll. Ich lasse es sein.

    • “ein neues Bild, dass du in ihrem Kopf hast entstehen lassen” genau deswegen habe ich mich dazu entschlossen, nicht ein Bild von einem tätowierten Schwanz zum Artikel zu geben. Ein Tiger- oder Stierkopf erwartet sie also da unten… interessant… :-P

      • Noch schlimmer wäre für mich ein Schlumpf oder ein Gänseblümchen. Ich habe echt keine Ahnung, was so auf Schwänze tätowiert wird. Muss wohl mal etwas Internetrecherche betreiben (auf die Gefahr hin, dass photoshop wieder maßlos zum Einsatz kam).

        • Die meisten Schwanztätowierten sind leider äußerst unkreativ und lassen sich einfach nur ein paar tribal genannte Kringel draufstechen.

          • Was ist kreativ in dem Zusammenhang? Habe mich gestern etwas umgesehen, als da wären: Sieger-Lorbeer einmal ganz rum (was soll mir das wohl sagen?) oder Eichenlaub, irgendwelche Ranken, die von dir erwähnten Tribals ohne Ende, eine Schlange, die sich spiralfömig um den Schwanz wickelt, ein ekelhaftes Hakenkreuz, Art déco- und Popart-Muster, auf Löwenkopf mit trotz Platzmangel imposanter Mähne, an Mandalas erinnernde Muster. Und dann gab es einen Schwanz, da fand ich das Muster schon hübsch. Beginnend ab der Höhe, wo ungefähr die Schambehaarung beginnt, bis einmal komplett rundherum über den Schwanz und (Achtung!!!, wenn das nicht höllisch weh getan hat, Stephan wurde bei dem Gedanken etwas blässlich) inklusive Eichel. Knatschbunt.
            Eine Frage interessehalber: für den Fall, dass du sowas in Erwägung ziehen würdest, was würdest du auswählen?

          • tatsächlich ziehe ich es nicht in Erwägung. Aber ich habe viele Tattoos, und es ist immer ein langer Entscheidungsweg zu Inhalt, Form und Ort. Also: Was soll es bedeuten? Wie soll es ausschauen? Wo soll es hin? Das muss alles zusammenpassen.

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© Raoul Biltgen

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