Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

380 – Das Abbild Gottes

| 9 Kommentare

Liebe Frauen,

wie haltet Ihr es mit der Religion?

Bild: Peter Johann Nepomuk Geiger

Bild: Peter Johann Nepomuk Geiger

Meine Vergangenheit ist stark religiös geprägt, weshalb ich Euch mitteilen kann, dass der Mensch nach dem Abbild Gottes geschaffen ist. Aber das wusstet Ihr doch sicher schon, oder etwa nicht?

Eben.

Und das heißt?

Das heißt: Der Mensch schaut so aus wie sein Erschaffer, Gott.

Das heißt, der Erschaffer des Menschen, Gott, schaut so aus wie sein Werk, der Mensch.

Also ist er höchst selten ein alter Mann mit langem weißen Bart in einem langen weißen Gewand. Weil Gandalf kein Mensch ist. Viel mehr ist Gott einer mit Bierbauch, nicht gerade durchtrainiert, Glatzenansatz, müden Augen, die Fernbedienung in der Hand und die Chips in der Schüssel in Reichweite. Aber das ist noch lange nicht alles: Denn Gott ist dann logischerweise auch eine Frau mit Arsch, den sie zu dick findet, Brüsten, die sie zu hängend findet, Haaren, die sie zu unvoluminös findet, Augen, deren Konturen sie eigentlich dringend mal botoxen lassen sollte, weil das machen die Frauen auch, die sie tagtäglich im Fernsehen sieht, während sie mit der Fernbedienung in der Hand und den Chips in Reichweite da rumsitzt neben ihrem werten Angetrauten Göttergatten.

Doch auch das ist nicht einmal die halbe Wahrheit. Denn es bezieht sich nur auf den wahrscheinlichen Durchschnittsmenschen der westlichen Gesellschaft. Es gibt also noch ein ganz anderes Aussehen, nämlich das des Asiaten, des Afrikaners, des Inuid, des Aborigine und und und.

Und wenn ich, als Mitteleuropäer, mir meinen Gott also so mitteleuropäisch vorstelle, dann muss ich mir doch ab und an die Frage stellen, ob denn das so stimmen kann, denn ich bezweifle, dass der vor der Glotze hockende Biersäufer dazu in der Lage ist, eine Welt mit Lebewesen zu erschaffen, von denen sich manche zwar sehr viel Mühe geben, aber es dann doch immer noch nicht fertiggebracht haben, sich selber zu zerstören. Also suche ich nach einer anderen Sichtweise.

Und die geht so: Wenn der Mensch das Abbild Gottes ist, und Gott diese Schöpfung geschöpft hat, in der wir Menschen leben und wovon wir Menschen ein Teil sind, dann sind wir im Grunde doch gar nicht mal so schlecht. Ich mein, hallo, wir sind so wie der Weltenschöpfer.

Und das heißt, dass wir vielleicht aufhören sollten, unsere Ärsche und Bäuche zu dick und Körper zu unproportioniert und Hirne zu unfähig zu finden, denn besser geht nicht, schließlich sind wir, wie gesagt, das Abbild Gottes, wir sehen aus wie Gott, wir sind wie Gott, also hört jetzt auf, ständig an Euch rumzumäkeln, bittesehr.

Wenn gläubig sein heißt, daran zu glauben, dass der Mensch gar nicht mal so unperfekt ist, wie er sich in seinen dunklen Stunden selber gerne sieht, dann könnte ich mir das mit dem Glauben vielleicht doch noch mal überlegen. Und ja, ich weiß, dass es das Wort unperfekt nicht gibt, aber das gehört nunmal dazu zu meiner Unperfektion, mit der ich, gottgleich, ganz gut leben kann.

Euer Adam

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9 Kommentare

  1. Ich war evangelisch, weil es meine Eltern waren und ich wurde als Kind in die Kirche geschickt. Später war mir Religion egal. Je mehr ich aber über Religion erfahren habe, desto feindlicher bin ich ihr gegenüber. Ich bin überzeugter Atheist.
    Von mir aus kann jemand GLAUBEN, die Welt sei eine Scheibe. Die Religiösen glauben aber nicht, sie BEHAUPTEN etwas. Die Menschen werden rein zufällig in eine Religionsgemeinschaft geboren und behaupten, sie alleine hätten die Wahrheit gepachtet.
    Die meisten Streitigkeiten und Kriege entstehen aus dieser Überheblichkeit.
    Ständig wollen sie Andere missionieren. Kürzlich waren Moslems in einer Fußgängerzone, 200 m weiter Christen. Denen habe ich gesagt: „Es kann euch doch egal sein, wenn mich in der Hölle schmoren will.“ Ein paar Wochen vorher waren Bibelforscher an meiner Haustür.

    Vor wenigen Wochen hatte ich bei einem Religionswissenschaftler angefragt:
    „Ich stelle immer wieder fest, dass sich Religionsführer um den Geschlechtsverkehr kümmern. Können Sie mir sagen, ob es irgendwo auf der Welt eine Religion gibt, in der die Führer keine Richtlinien zu der natürlichsten Sache erlassen haben? „
    Die Antwort:
    „da sich religiöse Traditionen auf Dauer nur durch überdurchschnittlichen Reproduktionserfolg ihrer Anhängerschaft erhalten können, ist der von Ihnen beachtete Zusammenhang durchaus da und besteht auch in allen Weltreligionen. :-)

    Religionsführer kümmern sich nicht nur um den Geschlechtsverkehr, sondern oft auch um Essen und Trinken. Warum? Weil Ernähren und Vermehren die natürlichsten Bedürfnisse ALLER Lebewesen sind. Sonst gäbe es keine. Folglich kann man mit Regeln zu diesen Bedürfnissen den Menschen am leichtesten einreden sie seien Sünder.

    Diese Vorschriften sind Unsinn weil unlogisch. Wenn man behauptet, dass Gott die Menschen geschaffen hat, dann hat er sie so gemacht wie er es für richtig erachtet. Er hat ihnen z. B. Hormone gegeben, die Lust auf Sex erzeugen und er hat ihnen mehrere tausend Nerven gegeben um diese Lust zu befriedigen. Frauen hat er dafür ein spezielles Organ geschenkt, das in manchen Religionen verstümmelt wird. Wer die Vorhaut abschneidet maßt sich an, das Werk Gottes zu korrigieren.

    Meine Frau hat heute Morgen schon über ihren Busen gelacht, weil ein großer Busen bei einer 68-jährigen Frau nicht mehr nach oben zeigt. Das ist so im Alter wie meine grauen Haare. Auch die ganze Figur verändert sich nicht zum Besten. Na und?

    • Finde ich auch recht interessant, dass gerade die, die angeblich zölibatär leben, ziemlich häufig eine Meinung zum Thema Sex haben, obwohl gar keine Erfahrung damit (hahaha). Und gerade die sind tatsächlich der Ansicht, die Wahrheit gepachtet zu haben.
      Ex cathedra: Infallibilitas! Das Zweite Vatikanische Konsil hat das noch auf die Spitze getrieben, weil den Gläubigen ebenfalls Unfehlbarkeit zugeteilt.
      Und gerade im religiösen Bereich gibt es die meisten Heuchler und Bigotterie ohne jegliches Maß.

      • Die Kontrolle über diese grundlegenden Bedürfnisse aller Menschen bedeutet nichts anderes als Macht. Das sieht man nicht nur in Religionen, sondern auch in repressiven politischen Strukturen. Weswegen oft seltsame Ähnlichkeiten entstehen, die schon recht absurd wirken können.

        • Ja, Adam, es geht immer um Macht.
          Wenn sich Religiöse einen Vortrag widerspruchlos anhören wollen, dann brauchen sie dafür keine Kirche, erst recht keinen Prunkbau, keine Glocken usw.
          Auf grund meiner Beobachtungen gehe ich davon aus, dass die Schwarzkittel mit den Blaublütern geklüngelt haben. Wie sonst sind die Kirchen so reich geworden, dass sie nicht mal wissen wie viele Milliarden sie haben. Und diese Typen predigen von ……..

          • Na ja, Prunkbau etc. ist auch eine Machtdemonstration. Ich bin zwar evangelisch, aber speziell die katholische Kirchengeschichte hat doch reichlich Interessantes aufzubieten.
            Und natürlich hat die Kirche, besonders die katholische, mit den Blaublütern geklüngelt. Im 5. Jahrhundert, als das Papsttum in Konstantinobel ansässig wurde, wurde die Machtsteigerung durch den römischen Adel unterstützt. Papst Stephan II. und König Pippin im 8. Jahrhundert, Gemauschel ohne Ende. Karl der Große und Papst Leo III., “gibst du mir, geb ich dir…”. Frag nicht nach dem Einfluss der Habsburger, die Jesuiten “katzbuckelten” fast ausschließlich vor dem Adel. Karriere bei den Katholiken? Da warst du besser von hohem Stand. So setzt sich das doch bis heute fort. Falls du mal Lust und Laune hast, such im Internet mal nach Bernard de Clairvaux (Zisterzienser), Abt von Cluny im 11. Jahrhundert, äußerst faszinierender Typ. Unterstützer des Templerordens und mehr als nur etwas verantwortlich für den ersten Kreuzzug.
            Und woher kamen/kommen die Milliarden? Nicht nur durch Bündnisse mit dem Adel. Raub und Erpressung, Sklaverei, Leibeigenschaften, Ablasshandel, der Zehnte wurde notfalls durch Mord und Totschlag eingetrieben, und erst die “Einnahmen” durch die Inquisition, ihre Unmengen wertvollen Grund und Boden haben sie nicht nur durch Kauf erworben. Kurzfassung: Schwerverbrecher!
            So hatte sich Gott das bei seiner Schöpfung wohl nicht vorgestellt und bestimmt nicht, dass durch den Bischof von Rom ein fast gottgleicher auf Erden wandelt.
            Und diese Typen predigen von… Du sagst es!

          • Wenn Gott den Menschen nach seinem Abbild geschaffen hat, dann ist Gott vielleicht nicht nur ein dickbäuchiger TV-Schauer, sondern vor allem ein machtbesessener Tyrann???

          • Adam, wir werden bald verbal Prügel beziehen. Sehr viele Menschen können jedwede kritische Anmerkung zu Gott nicht akzeptieren.
            Gott als Tyrann (so mancher auf Erden weilende Tyrann scheint sich für Gott zu halten)?
            Kann ich nicht logisch beantworten, wäre eine interessante Frage für einen Theologen. Tyrannei = Despotismus. Exodus: “Du sollst neben mir keine anderen Götter haben…” “Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation…”
            Sehr absolutistisch eingestellt auf jeden Fall, Gewaltenteilung war wohl nicht sein Ding.

  2. Wir sind beide nicht besonders gottgläubig und große Beter vor dem Herrn ebenfalls nicht. Auch ich habe eine Weile meines Lebens damit verbracht, unzufrieden mit meinen leichten O-Beinen zu sein, ebenso mit dem Bäuchlein-Ansatz, den alle Männer unserer Familie väterlicherseits mit auf den Weg bekommen haben. Irgendwann habe ich endlich akzeptiert, dass das wohl (um beim Thema des Artikels zu bleiben) gottgegeben ist. Höchstwahrscheinlich könnte ich gegen das Bäuchlein angehen, indem ich mich zu irgendeinem muskelstählenden Fitness-Training aufraffe, aber ich bin diesbezüglich nicht nur stinkfaul… Meine Frau hat mir beigebracht, mich so zu akzeptieren, wie ich bin, und sie mag den kleinen Bauch. Und ich muss inzwischen nicht mehr wissen, als dass sie mich optisch offenbar nicht mangelhaft findet.

  3. Was für ein Thema am Tag der Auferstehung! Du sagst es, genau meine Meinung. Aufhören, an uns selbst, besonders an den Äußerlichkeiten, herumzumäkeln und akzeptieren, dass wir sind, wie wir sind. Ich werde jedenfalls nicht hinterfragen, warum ich mehr Hüften und Hintern mitbekommen habe, als mir so manche Zeitschrift als Ideal vermitteln möchte. Ich mag mich, wie ich bin.
    Naturbedingt Hintern zu dick, Nase zu krumm, Lippen zu dünn, Haare zu wenig… Akzeptieren. Und immerhin hat er für eine kunterbunte, sehr abwechslungsreiche Mischung gesorgt, die sich auf seiner Schöpfung herumtreibt. Und bei Männern und Frauen hat er sich auch was gedacht, damit sie körperlich kompatibel sind.

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© Raoul Biltgen

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