Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

381 – Der oh Gott

| 15 Kommentare

Liebe Frauen,

Ihr seid so nett, ich danke Euch.

Adam spricht Oh GottWofür denn nur, um himmelswillen, wir haben doch gar nichts getan?

Einerseits: Natürlich habt Ihr was getan, ständig tut Ihr was, und alles, was Ihr tut, ist – und nun mögt Ihr staunen – gut. In den Augen der Männer. So mal im Allgemeinen voll pauschal gesagt. Denn die Männer, die meckern sehr sehr gerne rum und machen blöde Witze und sind Machos und zahlen Euch weniger Geld für viel mehr Arbeit, aber während Frauen vielleicht ja wirklich ganz gut ohne Männer auskommen könnten, können Männer nur in Ausnahmefällen ohne Frauen auskommen. Ich rede von heterosexuellen Männern. Und dann können sie so lange sie wollen aus heiserer Kehle gröhlen: „No woman no cry“, und damit etwas ganz anderes meinen, als Herr Marley mit dem Song sagen wollte (Es heißt nämlich: „Nein, Frau, weine nicht.“), die lieben Männer sind im Grunde äußerst dankbar dafür, dass es Euch gibt und dass Ihr so seid, wie Ihr seid, denn sonst hätten sie ein Problem, die Herren Schwanzbehängten. Und weil die Männer das nur selten selber so sehen, und weil sie es noch selber zugeben können, übernehme ich das einfach mal und sage: Dankeschön, liebe Frauen, ich danke Euch.

Andererseits aber möchte ich Euch für etwas ganz Bestimmtes danken. Und da bin ich seit meinem letzten Artikel draufgebracht worden. Der, in dem es darum geht, dass der Mensch als Abbild Gottes doch auch jenes an sich annehmen können sollte, was nicht so toll ist, weil es ist Teil seiner Göttlichkeit. Und dann habe ich bemerkt, dass Ihr, liebe Frauen, das doch eh schon lange so seht. Und dass Ihr, liebe Frauen, uns das schon lange mitzuteilen versucht. Und zwar immer dann, wenn Ihr den ach so unbedachten Ausruf „Oh Gott“ von Euch gebt.

Und wann tut Ihr das?

Richtig, wenn Ihr kommt.

Oh Gott.

Ist das nicht schon beten? Ist das nicht schon ein Dankesgebet für den Orgasmus, den wir gottgleichen Euch gerade in göttlicher Gnade haben zukommen lassen? Weil wir allmächtig sind. Und in unserer Allmacht Euch in den siebten Himmel katapultieren?

Ja, genau so ist es.

Und deswegen muss ich mich an dieser Stelle auch mal für die Männer entschuldigen. Und zwar dafür, dass sie es Euch nicht gleichtun im Moment der höchsten Extase, sondern stattdessen Augen und Mund zusammenkneifen und „hmpf“ sagen, wenn Ihnen der Saft aus dem Schaft spritzt. Nein, „hmpf“ ist nicht beten. „Hmpf“ ist kein Vergleich zu „oh Gott“. „Hmpf“ ist schwach. „Hmpf“ sollte abgeschafft werden. Damit auch Ihr endlich als das anerkannt werdet, was Ihr seid, Ihr Allmächtigen, Ihr Göttinen.

Oder sollten wir das Religiöse vielleicht aus den Laken heraushalten und stattdessen dem danken, der uns tatsächlich hat kommen lassen? Dem Mann oder der Frau, mit der wir gerade Sex haben.

Euer Adam

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15 Kommentare

  1. “oh, gott!”,

    lieber adam, ist vielleicht so eine mischung aus anerkennung, freude und von sinnen sein verbunden mit überraschung und entzücken über das, was da gerade mit frau passiert.. überwältig von dem sich anbahnenden mega geilen orgasmus.. tief aus ihrem bauch heraus.. laut, hemmungslos, atemlos gekeucht..

    welche frau sagt denn in so einem moment indem sie abhebt:

    “du bist göttlich hans-joachim” oder “schatz, du machst das göttlich. ich komme gleich!”

    nee.. das träfe es in dieser situation nicht und ist auch viel zu lang..

    “nein”, “ja, ja”, “weiter”, “tiefer”, “fester”, “adam”.. – alles – nur keine halben oder ganzen sätze.. eher sind es anfeuernde rufe und vielleicht auch stoßgebet:

    gib gott ER möge jetzt bitte, bitte nicht aufhören!!

    ________________________________

    warum nun die männer eher grunzen, keuchen oder “hmpf” machen anstatt orgastisch herauszuschreien, wie sie gerade empfinden, kann ich auch nicht erklären.

    vielleicht können sie in dem moment nicht sprechen?

    • Interessanter Gedanke, dass Frauen und Männer einfach nur gleichermaßen unfähig sind, ihren Gefühlen in dem Moment Ausdruck zu verleihen, mit dem Unterschied, dass Männer einfach nichts mehr rausbekommen, während Frauen sich auf ein-Wort-Sätze beschränken. Und das beziehen die Männer natürlich ausschließlich auf sich ;-) . Dann hoffe ich, dass auch Frauen die männliche Sprachlosigkeit auf sich beziehen.

    • Liebe Erika,
      es gibt Momente in denen man (ich) nicht sprechen kann. Direkt vor meinem letzten O. wollte ich etwas sagen (einen Spaß), aber der kam so gewaltig, dass ich außer lautem Stöhnen nichts heraus bekam.

      Ich weiß nicht warum die Äußerungen während des größten Glücks von Bedeutung sein sollten . Wichtig ist doch nur, dass es funktioniert. Ganz besonders bei alten Leuten.

  2. Vorletzter Abschnitt: Bei der so oft von dir erwähnten “Einsilbigkeit/Maulfaulheit” mancher Männer ist deren “Hmpf” dann wohl doch mit “oh Gott” gleichzusetzen, weil es auch sonst oft zu nicht sehr viel mehr reicht. Ach Adam, stöhnen tut es auch, muss nicht direkt der Herr um Beistand angerufen werden.

  3. Ich mache wohl was falsch, denn “oh Gott” hat meine Frau noch nie gerufen.

    • Stephan, mach dir keine Sorgen. Wie groß auch der Genuß, mehr als nur “Oooh” habe ich jedenfalls noch nie geäußert. Ich denke, so geht es viele Frauen: eben, einsilbig! ;-)

      • Da mache ich mir keine Sorgen. Susanne gehört nicht zu denen, die fast die ganze Nachbarschaft zusammenschreien. Ein leises Stöhnen oder manchmal auch etwas, was sich wie ein leises Summen anhört. Beides sehr angenehm.

  4. Lieber Adam,
    wenn du nur einen Teil von diesem Gesülze in einer Kontaktanzeige schreibst, kannst du dich vor Angeboten nicht mehr retten.

    Du musst dich nicht für die Männer entschuldigen. Ich komme nicht mit „hmpf“, sondern fast immer laut. Meine Frau kommt tonlos, aber die Falten im Gesicht geben ein eindeutiges Zeichen. Darauf angesprochen nimmt sie für einen Orgasmus alle Falten sehr gerne in Kauf.

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© Raoul Biltgen

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