Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

392 – Der Nippelblitzer

| 10 Kommentare

Lieber Frauen,

Nippel, Nippel, Nippel.

Bild: Joseph Roques

Bild: Joseph Roques

Brustwarze, Brustwarze, Brustwarze.

Mamille.

Igelschnäuzchen.

Habe ich nicht er-, sondern nur gefunden. Letzteres.

Facebook verbietet Nippel. Weibliche Nippel. Und man fragt sich, warum das so ist. Warum das auch nur so sein könnte. Warum, um himmelswillen, darf man eine weibliche Brustwarze nicht zeigen?

Ich sag es Euch: Damit sie interessant bleibt. Damit eben nicht das passiert, was Aktionen wie #freethenipple erreichen wollen, dass nämlich ein ganz normaler, entspannter Blick auf die weibliche Brust und deren Spitze geworfen wird. Denn das würde das Ende eines der wichtigsten Errungenschaften modernen Journalismus‘ zerstören: Den Nippelblitzer.

Habt Ihr das gesehen? Jennifer Lawrence hatte ein Kleid an am roten Teppich, da hat sie sich mal kurz runtergebeugt, huch, da war er zu sehen, zartrosa und vollkommen entblößt. Oder war er eher dunkelbraun? Oder war das der von Sophie Marceau? Oder doch der von Paris Hilton? Nein, der nicht, der war schon so lang nicht mehr zu sehen. Was ist eigentlich aus Paris Hiltons Brustwarzen geworden? Das gleiche wie mit ihrem Schritt: Uninteressant. Weil sie eh jeder kennt. Was regt es die Menschheit noch auf, wenn Paris Hiltons Nippel zu sehen ist? Langweilig. Aber ist es möglich, dass man den Schatten einer Spitze auf den berüchtigten gar nicht mal so-nackt-Fotos von Emma Watson sieht? Ja, da lauert die Presse doch schon seit Jahren drauf. Und mit der Presse die gesamte Menschheit. Oder die halbe. Die eine Hälfte. Wir wollen Emma Watsons Brustwarze sehen. Jetzt.

Nippelblitzer sind wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Sie zeigen den Männern immer wieder aufs Neue auf, dass Frauen Dinge besitzen, und zwar alle Frauen, die sind, so banal sie erscheinen mögen, so ganz besonders und exzeptionell, dass es sich lohnt, ein Riesenbahö drum zu machen. Und weil das so ist und Facebook und Konsorten genau dies als unglaublich wichtig erkennen, tun sie nichts anderes, als dieses wichtige Erbe der Menschheit zu bewahren. Für uns alle.

Und dafür sind wir Männer Herrn Zuckerberg dankbar. Denn wir sind es, die wollen, dass die weibliche Brust und vor allem der Nippel so extraordinär bleiben, weil wir durch allzu viel Normalität plötzlich noch denken könnten, dass ihm etwas Ordinäres anhaftet. Und das geht ja gar nicht.

Euer Adam

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10 Kommentare

  1. Ich finde es einfach albern, dass weibliche Nippel zensiert werden, männliche jedoch nicht – wenn Gleichberechtigung, dann richtig – und damit meine ich nicht nur die sexuelle Befreiung. Und genau da liegt doch der Knackpunkt. Man kämpft um die Gleichberechtigung und schreit politisch wie die Bekloppten danach, aber in Wirklichkeit meint man es doch eh nicht ernst – arme arme verlogene, 2-gleisige Gesellschaft. Politisch wie religiös doch in Wirklichkeit gar nicht gewollt. Und wo kann man am besten Macht über ein Volk ausüben? Genau! Mit der Sexualität, der Unterdrückung der Geschlechter und Geld. Macht und Geld sind die Antworten auf viele Fragen, warum manche Menschen unterdrückt werden. Und ja – ich als Mann sehe gerne auch Nippel, aber deswegen schreie ich nicht nach #freethenippel. Nein, ich darf sie mir schließlich jeden Tag ansehen, habe eine Partnerin. Und sie darf meine ansehen. Was ich ein Glück habe. Wenn ich etwas gar nicht leiden kann, dann sind es Ungerechtigkeiten und Unterdrückung.

    • genau so ist es – leider. (sorry, dein post war versehentlich in den Spam gerutscht, das passiert leider immer mal wieder, ohne dass ich dem spam-Filter beibringen kann, es doch bitte sein zu lassen.)

    • Diese Zweigleisigkeit stört mich auch, nicht nur bei den Nippeln. Es werden aufreizende Bilder von Busen gezeigt, aber die Nippel abgedeckt. Das ist lachhaft.
      Seit Jahrzehnten wird nach Gleichheit gerufen (oder sind es nur die Rechte?), aber es wird immer öfter nach Geschlechtern bewertet und auch getrennt. In vielen Schwimmbädern gibt es Zeiten für Frauen, aber nicht für Männer. Auch in Schulen wird jetzt getrennt. Sogar beim Tischtennis spielen gibt es Frauenmannschaften, obwohl es gar nicht genug Frauen gibt. Die können dann nicht spielen.

  2. Brüste dürfen sie ja zeigen – nur die Nippel nicht. Wenigstens mal ein Anfang für den/die stockchauvinistische/n Mann/Frau oder was auch immer für ein Geschlecht. Wie sagt man so schön: Der/die am lautesten schreit/schreien….

  3. Es wird deutlich zu viel Theater darum gemacht. Was ist so skandalös an Nippelblitzern (oder gar an durch Stoff sichtbare Nippel)? Würde die Weltpresse nicht solch einen Affentanz deswegen veranstalten…
    Ende der 90er Jahre spielte Clooney Batman. Ich kann mich noch daran erinnern, dass entrüstet und mokiert über das Kostüm diskutiert wurde, weil Brustwarzen auf dem Batsuit sichtbar.

  4. Als Baby nuckeln wir dran und als erwachsene Männer/Frauen tun wir es noch viel lieber. Und trotzdem; wenn wir sie sehen, drehen wir komplett durch, zensieren, empören uns und… und ja. Wir finden sie doch geil. Aber. Aber nix da – like the Americans. Und die Kirche. Und die Medien, ach was sag ich da. Like the Humans. Es lebe der sexpositive Feminismus und die Frauen die dafür blank ziehen.

    • ist wahrscheinlich der einzige Bereich, bei dem selbst der stockchauvinistischste Mann sich zum Feminismus bekennt: Wenn es darum geht, dass Frauen ihre Brüste zeigen dürfen ;-)

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© Raoul Biltgen

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