Adam spricht

über alles, was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

394 – Der Schwanz

| 40 Kommentare

Liebe Frauen,

Schwanz, Schwanz, Schwanz, Schwanz, Schwanz.

Bild: Richard Payne Knight und William Hamilton

Bild: Richard Payne Knight und William Hamilton

Sagt das mal mehrfach ganz schnell. Was für ein Zungenbrecher.

Und jetzt höre ich schon die Männer kichern: Kch, kch, mein Schwanz ist ein Zungenbrecher.

Oder habt Ihr etwa auch so gedacht, liebe Frauen?

Männer denken auf jeden Fall immer an ihren Schwanz. Und was man alles damit anstellen kann. Oder könnte. Oder überhaupt. Schwanz, Schwanz, Schwanz. Ständig. An nichts anderes denken die. Haben sonst nichts im Kopf. Falsch, nein, sie denken ja mit ihm, dem Schwanz. Und deswegen denken sie im Grunde nur an sich selbst. Weil sie sich als Schwanz sehen. Das ist es, was sie sind, Schwänze. Mit Eiern dran, von mir aus. Aber sonst gibt es da nicht viel. Wenn ich mal so versuche männliche Gedankengänge auseinanderzudröseln: Es läuft immer auf den Schwanz hinaus. Alle anderen Gedanken? Es geht am Ende um den Schwanz. Geld? Schwanz. Muskeln? Schwanz. Klamotten? Schwanz.

Die Welt retten?

Ah, meint Ihr jetzt, da geht es doch nicht um …

Schwanz. Aber sowas von Schwanz. Es geht darum, dass der Mann dasteht, wie er denkt, dass er am besten dasteht. Damit alle auf seinen Schwanz schauen. Im übertragenen Sinn meinetwegen. Aber doch. Weil er geliebt werden will. Weil er bewundert werden will. Weil er begehrt werden will. Weil er seinen Schwanz einsetzen will. Weil er einen hat.

Genau deswegen ist es auch so schlimm für einen Mann, wenn er einen hat, der nicht so ist, wie er es gerne hätte. Dann nutzen die fettesten Autos und Konten und Muskeln und Friedensnobelpreise nichts, wenn er sich am Ende des Tages denkt: Aber ich kann ihn nicht herzeigen, meinen Schwanz.

Aus welchem Grund auch immer.

Der Mann denkt tatsächlich (ja, tatsächlich), das ist das Wichtigste.

Für Euch.

Oder ist es etwa nicht so?

Nicht?

Jaja, das sagt Ihr jetzt nur so, weil Ihr uns schonen wollt. Aber heimlich denkt Ihr es trotzdem: Was für ein Schwanz. Und was Ihr mit diesem kurzen Satz alles auszudrücken vermögt, das will ich gar nichts erst wissen.

Das Problem ist, dass die Männer etwas übersehen, den neuesten Trend, den Ihr, liebe Frauen, doch schon seit Jahren und Jahrzehnten loszutreten versucht: Sapiosexualität.

Was das schon wieder bedeutet?

Dass jemand auf Intelligenz steht.

Euer Adam

Dir gefällt das? Dann sag's bitte weiter:

40 Kommentare

  1. Hallo Adam!

    Schon mal das Video (weiter unten auf der Seite) gesehen? Meine Freundin hat mich vorhin darauf aufmerksam gemacht. Interessanter Anblick, besonders so um 00:40 herum.

    http://buzz.oe24.at/video/So-sieht-Sex-im-Inneren-der-Vagina-aus/217753507

  2. “Auch ich würde bei einem 12jährigen nicht von Pädophilie sprechen, und sehr zu recht macht sich ein 12jähriger ja auch nicht strafbar.”

    Zu mindest macht sich ein 12 Jähriger oder eine 12 Jährige hier in Deutschland und Österreich nicht strafbar. In der Schweiz kann das, je nach Einzelfall, rein juristisch schon ganz anders aussehen, denn dort sind Kinder ab dem vollendeten 10. Lebensjahr strafmündig. Ganz zu schweigen von anderen Ländern. Natürlich hat das jetzt nichts mit der Situation in Österreich und Deutschland zu tun, aber der Gesetzgeber ist und bleibt da unberechenbar. Schließlich wird, rein juristisch, immer noch viel zu viel “normales” jugendliches und menschliches Verhalten kriminalisiert. Und wenn da die Bevölkerung nur allzu blauäugig durch die Welt läuft und alles ohne jegliche Kritik abnickt, dann kann das auch wieder ein Schuss nach hinten sein. Nur ein Beispiel hierzu: Der einstige Gesetzesentwurf zum deutschen 184c (Änderung 2015). Hätten da nich Experten zum Strafrecht, wie Prof. Eisele (unter Anderem) Alarm geschlagen, würden sich heute, rein juristisch gesehen, viele Jugendliche für jugendtypisches sexuelles und selbstbbestimmtes Verhalten strafbar machen. Rein juristisch-theoretisch. Und genau aus dem Grund habe ich immer Bauchweh, wenn in das sexuelle Verhalten der Menschheit gesetzlich und psychiatrisch eingegriffen wird. Und ich meine hier nicht eindeutig übergriffiges Verhalten, da steht die Notwendigkeit eines Eingriffs eindeutig außer Frage.

    Aber davon abgesehen. Wenn es um übergriffiges Verhalten geht, muss selbstverständlich so früh wie möglich eingegriffen werden. Am Besten wäre es, wenn sowas erst gar nicht erst vorkommt.

    Und ich hoffe, dass die Menschheit aus der Vergangenheit gelernt hat.

    • Gesetze stellen im Idealfall den Versuch dar, sich einem Ideal anzunähern. Doch da spielen natürlich auch Ideologie, Machtwille, Populismus, Unwissen und so vieles mehr eine Rolle, so dass es eher ein auf und ab und hin und her ist.

  3. Noch eine kleine unbedeutende Überlegung am Rande: Denkt vielleicht Mann und Frau und Gesellschaft vielleicht zu sehr über den Schwanz nach, weil er doch irgendwie so auffällig ist – so ungefähr wie die weibliche Brust und ihre Nippel? Doch nur eben etwas anders? Schließlich steht dieses Ding doch irgendwie von ganz am Anfang bis zum Ende und sogar darüber hinaus nur so in der Gegend rum. Jaja. Postmortale Erektion. Selbst beim von chronischer Impotenz geblagten Greis. Und wie sieht das in anderen Kulturkreisen aus? Ach ja… irgendwie wird das Ding da unten immer und überall gefeiert. Sogar in Naturvölkern, die vom westlichen Einfluss größtenteils verschont geblieben sind. Selbst die Urmenschen haben den Phallus dargestellt. Da ist Muschi doch sehr sehr unauffällig. Nur eben die Brüste nicht. Und da wären wir dann beim vorletzten Beitrag: die Frage nach den Nippeln und den Nippelblitzern und diese unsägliche Aufregung darüber ;)

    • Da gibts aber noch einen gravierenden Unterschied: Mann kann den Schwanz ganz gut verbergen. Wenn er nicht grade steht. Der Schwanz. Und der Mann. Versuch das mal mit ‘nem großen Busen…

      • Schon komisch. Frau mit naturell großen Brüsten will möglichst verbergen oder sogar verkleinern und Frau mit kleinen Brüsten mehr Aufmerksamkeit und lässt sie sich aufpumpen bis zum Medizinball. Mann kämpft mit seiner Größe und kann es nicht groß genug haben und schön soll er auch sein. Wie die Brüste.

        Aber mal abgesehen vom verbergen können. Mann kann natürlich auch hier und da einen stehenden Schwanz verbergen. Nur darum geht es nicht. Schwanz steht, Mann merkt es. Ständig und immer. Morgens, Mittags, Abends, Nachts und zwischen durch. Da kann er doch gar nicht an nichts anderes denken. Und im Unterschied zu einer großen und oder sehr großen Brust verursacht das noch nicht mal Schmerzen – nein ganz im Gegenteil, außer bei einer schmerzhaften Dauererektion. Ich weiß es ja nicht, aber vielleicht können da ja mal die Frauen aufklären ob sich die Muschi da unten auch so oft ganz deutlich meldet wie unser Schwanz.

        • Was die Häufigkeit angeht meldet sich die Muschi wohl eher nicht so oft. Was aber nicht unbedingt heißt, dass frau weniger häufig an Sex denkt. Auf jeden Fall ist es körperlich weniger auffällig. Aber die Nippel melden sich ja auch. Und nicht nur bei sexueller Erregung. Wenn es kalt ist, wenn der Stoff reibt, beim ‘bewegendem’ Sport, bei allem was Gänsehaut verursacht… und die sind dann ziemlich auf Augenhöhe!

          • Nun ja. Also dass der Schwanz sich andauernd meldet, hat noch nicht mal damit zu tun dass Mann an Sex denkt. Vor allem in der Jugend kommt das ganz von alleine und bei gesundem Mann mehmals in der Nacht und am Morgen vor. Aber fast jede Erektion ist deutlich als sehr wohliges Gefühl zu spüren. Schuld an dem Ganzen soll ja angeblich das männliche Testosteron sein. Kurz um: Der Gedanke an Sex kann, muss nicht, zur wohltuenden Erektion führen. Da führt der Ständer doch eher zu den Gedanken an Sex und oder zum Sex oder eben zum Wichsen. Aber natürlich führt der Gedanke an Sex auch öfters zur Erektion. Aber eben nicht immer. Und da wären wir wieder dabei, dass wir uns vom Prinzip her nicht allzu viel unterscheiden, nur eben vielleicht doch in mancher Funktionalität und Kausalität. Und genau das führt, angestachelt von verschiedenen Kräften, zu gemeinen Missverständnissen bis hin zum Hass. Dabei müsste Mensch nur offener miteinander reden ohne falsche Scham oder noch schlimmer falscher Eitelkeit.

      • Und zur Brust: Frau kann sie nicht verbergen. Eben. Darum wird sie ja auch so sexualisiert. Und weil es auch sehr schwer ist einen Ständer in der Hose, oder noch schlimmer am Badestrand oder FKK-Strand, wie auch die Brüste, zu verbergen, abgesehen vom Mikropenis, wird auch dieser sexualisiert. Und wenn es schon um Brüste geht: Warum ist der Mensch unter den Primaten gerade dasjenige Geschöpf, das so große Brüste bekommt? Am Patriarchat kann es schon mal nicht liegen. Und jetzt mal weiter gedacht. Warum wird dann der Vulva so wenig Beachtung geschenkt? Wie wäre das, wenn wir nackt rum laufen würden und dürften? Und vielleicht sogar noch auf allen Vieren?

  4. Noch was zum Nachdenken: In der Sexspielindustrie werden zu Hauf Dildos, Vibratoren etc. für Frauen – natürlich benutzen es auch mehr oder weniger Männer selbst – hergestellt. Das Meiste natürlich in phallusähnlichem Aussehen oder naturgetreu. Dies wird gefeiert, ja als besonders geil angesehen. Spielzeuge für den Mann – z.B. Gummimuschis, Gummipuppen etc. – werden zum Teil verpönt, ja als pervers angesehen. Und alles natürlich unter dem Deckmäntelchen, dass Mann das perverse Schwein ist, das Frauen “nur” als Lustobjekt sieht und missbraucht. Kein Wunder also, dass der Schwanz in aller Munde ist und Muschi eher doch Pfui. Als Mann komme ich mir echt auf meinen Schwanz reduziert vor.

    • ” das der Schwanz in aller Munde ist”

      • und nochmal weil ich eben zu schnell war:

        “dass der Schwanz in aller Munde ist”

        Das passt jetzt aber genau in diesem Zusammenhang! :’D :’D

        Scherz beiseite: wahrscheinlich hast du recht. Allerdings interessiert es mich jetzt schon auf welche Art Sexspielzeug im Bett ihr Jungs jetzt steht und warum. Immerhin gibt es in den in Frage kommenden Shops genug Spielzeuge für den Mann, welches nicht für die Penetration desselben vorgesehen ist. Warum also nicht mal der Partnerin sagen, was und wie ihr es euch wünscht? Vielleicht wärest du positiv überrscht?
        Was sagt uns denn Adam zu diesem Thema? Welches Sexspielzeug wünscht ihr Männer Euch?

        • Also. Was wünscht sich Mann für ein Sexspielzeug: Für meine Partnerin das, was sie geil findet. Für mich selbst? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Es gibt doch nichts schöneres, als das Naturell im Ganzen – auf nichts reduziert. Was ich aber besonders Interessant finde, sind Augenbinden und alles was den Körper mit einbezieht und angenehme Aufregung schafft. Ich finde z.B. erotische Spiele für Paare schön, die witzig und erotisch zu gleich sind – hier meine ich z.B Würfelspiele, Kartenspiele etc. Natürlich wünscht sich Mann, wie auch vermehrt Frau, Sexspielzeug, welches die verschiedenen Penetrationsarten selbst imitiert. Ich glaube fest daran, dass es zwischen Mann und Frau wenig Unterschiede in den Vorlieben gibt – da gibt es eher mehr Unterschiede innerhalb der Geschlechter.

          Um was es mir jedoch geht ist die Frage, warum Schwanz gegen Muschi – hart und im übertragenen Sinne gemeint – und umgekehrt aufgehetzt wird? Warum Schwanz über- und Muschi unterbewertet wird oder besser gesagt, warum allgemein männliche und weibliche (Geschlechtsteile) Körperteile unterschiedlich bewertet werden? Warum werden Männer allgemein eher als Täter wahrgenommen und Frauen dagegen nicht? Man(n)/Frau würde sich wundern, welche sexuellen Abgründe – und das möchte ich jetzt nicht als abwertend verstanden haben – im weiblichen Geschlecht steckt. Beispiel Täter -> Mann: § 183 – Exhibitionistische Handlung, kann, nach dem Wortlaut des Gesetzes nur vom Mann begangen werden. Dieses Gesetz zielt doch gerade auf den Schwanz ab. Nackte Frau bzw Frau als Exhibitionistin? Bliebe 183 Abs. 4. Hier wird auf Mann und Frau abgestellt. Nein auch nicht, da a) nach dem Wortlaut in Abs.1 Satz 1 nur die Rede vom Mann ist und b) in Abs. 4 Nr. 1 auf eine andere Vorschrift verwiesen wird – da wäre mir bei Frau jedoch nichts bekannt, außer der 184 – da muss es aber schon pornografisch werden und dort ist von Schriften die Rede. 183 Abs 4 Nr. 2? Nein auch nicht, nur im Falle eines Missbrauchs von Schutzbefohlenen oder Missbrauch von Kindern. Außerdem geht es da nur um die Aussetzung auf Bewehrung nach längerer Heilbehandlung… Was Heilbehandlung? Also Mann (und in dem Absatz auch Frau) ist also krank, wenn er/sie sich in der Öffentlichkeit entblöst? Oha. Ach ja der Schwanz der da so baumelt oder doch steht? Bliebe vielleicht 183a – Erregung öffentlichen Ergernisses? Nein. Das zielt wieder auf sexuelle Handlungen ab. Man sieht schon. Der Schwanz wird überbewertet. Oder kann mich rechtlich da doch noch jemand belehren? Aber zu mindest rechtlich wird doch dann der Schwanz und sein Träger abgewertet und pervertiert. Vielleicht ein Grund warum Mann nur an seinen Schwanz denkt? Denn alles Verbotene hat seinen Reiz und lenkt zudem genau auf das, was doch so sehr vermieden werden soll. Endloses Thema.

          • Wegen des Par. 183, der nur Männer bestraft, hatte ich mal an die Regierung und an den Petitionsausschuss geschrieben. Eine Änderung wurde abgelehnt. Verstößt also gegen Art. 3 GG.

        • “Was sagt uns denn Adam zu diesem Thema? Welches Sexspielzeug wünscht ihr Männer Euch?” Ist notiert als mögliches Thema für einen Artikel …

    • Vielleicht bin ich rückständig, vielleicht auch nur alt. Ich kann mit diesem Spielzeug nichts anfangen. Nackte Haut brauche ich, nackte Haut macht geil! Ich muss Leben spüren.
      Auch diese Statuen, die nur aus Körper bestehen, ohne Arme und Kopf, sind furchtbar.

      • Zum 183 StGB hat ja längst das oberste Gericht gesprochen: verstößt nicht gegen die Verfassung, weil…. ja weil angeblich fast nur Männer diese Handlung begehen. Naja, seis drum. Ich glaube an diese Mär jedenfalls nicht. Dieser Paragraph ist nichts als pures gegeneinander aufhetzen. Mann gegen Frau, Frau gegen Mann. Aber davon lassen wir uns doch wohl nicht beeindrucken. Oder doch?

        Zum Spielzeug: Nein da bist du weder zu alt noch altmodisch. Jeder hat eben seine Vorlieben und Abneigungen. Mir ist naatura und echt auch viel viel lieber.

        • Patrick, ein Gesetz regelt eine in der Zukunft liegende unbestimmte Zahl von Fällen. Folglich ist diese Auffassung falsch. Aber lassen wir das

  5. Das Schwanz-Denken wird offenbar in die Wiege gelegt. Wir Jungen haben alle damit gespielt, oft unbewusst. Wie gestern auf dem Campingplatz. Ein kleiner lief nackt herum und hatte sein Schnippelchen in der Hand. Er hat es nicht bemerkt. Heute, anderer Ort, gleiches Spiel.
    Also, wenn Jungen und Männer mit ihrem Geschlechtsteil spielen und Frauen nicht, dann bedeutet das nicht, dass die Männer was falsch machen. Männer lernen sich kennen!
    Liebe Frauen, in welchem Alter habt habt ihr eure Muschi so richtig erforscht?

    • Alle Kinder berühren ihre Geschlechtsorgane, Jungs und Mädchen. Den Mädchen wird das aber alsbald als böse ausgetrieben, den Jungs höchstens oberflächlich.

      • Und wer treibt uns das aus? Es sind die verdammten Schwarzkittel. In ALLEN Religionen dieser Welt!
        Die sollen sich um die Kinderficker in ihren eigenen Reihen kümmern. Neuerdings in Regensburg.

        • Nicht nur die Schwarzkittel. Oder vielleicht doch? Bei uns jedenfalls ist die Regierung christlich. Ein Grund dafür vielleicht, dass unser Sexualstrafrecht so ist wie es ist? Naja. Die – von Justizminister Heiko Maas – eingesetzte Expertenkommission hat ja jetzt ihren über 1000seitigen Bericht fertig. Mal gespannt, wie und was da im Sexualstrafrecht so reformiert wird (also in der gesetzlich-staatlichen Bibel) Wobei wir hier ja irgendwie notgedrungen auf das Grundgesetz kommen könnten: Kirche und Staat sind getrennt. Wie kann es dann sein, dass sich Parteien christlich bekennen dürfen? Ist da noch eine Trennung von Kirche und Staat möglich?

          Zu den Schwarzkitteln als Missbrauchstäter: Zölibat und schwachsinnige Moralvorstellungen abschaffen. Dann klappt es auch vielleicht mit der selbstbestimmten – mit selbstbestimmten und wissentlich und willentlich zustimmungsfähigen Sexualpartnern – “gesunden” Sexualität. Vielleicht wenigstens zu einem größeren Teil.

          Zum Thema Schwanz: Darf und soll natürlich nur in einer ehelichen und den zu den von religiösen Überzeugungen geprägten Zwecken eingesetzt werden. Frau hat natürlich überglücklich zu sein, wenn der geheiligte Schwanz sie mit dolchartigen Stichen zu stechen bereit ist – selbstverständlich nur im Rahmen des religiösen und staatlichen Gesetzes.

          Zum besseren Verständnis (damit es keine Irritationen gibt): Das Sexualstrafrecht ist wichtig und richtig. Dennoch ist es zum Teil völlig übertrieben, ja völlig nutzlos. Eben von religöser moralischer Last übersät. Und kein Gesetz der Welt kann Straftaten vermeiden. Manche Straftaten (religiöse Sünden) sogar unterstützen, ja sogar erst befeuern – und das nicht nur zu diesem Thema.

      • Naja. Ganz so würde ich das nicht unterschreiben. Es gab jedenfalls Zeiten, da wurde der Masturbation alle Krankheiten zugeschrieben. Wissenschaftlich sogar. Und noch heute hängt uns dieses rein hysterische unwissenschaftliche und religiöse Gelaber nach. Bei Männlein wie bei Weiblein. Mitlerweile sogar, so kommt es mir vor, vorwiegend beim Männlein. Oder warum werden heute sogar männliche Kinder und Jugendliche ab 12 von der Charitè als pädophile oder paraphile Sexualstraftäter behandelt? Ja es gibt da ein Projekt. Man lasse sich das zarte kindliche Alter von 12 Jahren über der Zunge zergehen. Und da wird nicht nur bissl in der Psyche rumgedoktort. Nein. Es werden sogar Kinder und Jugendliche mit höchst gefährlichen Medikamenten chemisch kastriert. Ja. Alles schon in Studien zum Thema Sexualität gelesen. Das erinnert mich irgendwie unweigerlich schon an vergangene Zeiten, die wir doch eigentlich wegen der menschenverachtenden, kriegverbrecherischen und unaushalbaren Verbrechen an der Menschheit,so sehnlichst hinter uns lassen wollen und verurteilen.

        • hierzu ausführlich in meinem Kommentar von heute 11.10

          • Lieber Adam. Vielen lieben Dank für deine ausführliche und kompetente Antwort, das lässt mich die Sache natürlich wieder aus einem anderen Blickwinkel sehen. Natürlich meinte ich Seite 282 – ich hatte mich verlesen, glaube ich brauche eine Sehhilfe :) . Für mich, als Laie und absoluter Amateur in diesen fachlichen Themen, klang das Fallbeispiel, eben wegen der Verordnung auf freiwilliger Basis, doch etwas befremdlich und hart. Und dieses Medikament ja doch nicht gerade ohne ist von den Nebenwirkungen her.

            Genauso klingt für mich das Projekt für Kinder und Jugendliche der Charitè sehr befremdlich, da es hier doch auch um Kinder ab 12 geht. Nach den Kriteren des DSM-IV (DSM-V 302.2 – ICD F65.4) muss die Person doch mindestens ein Alter von 16 Jahren und das jüngere Kind mehr als 5 Jahre jünger sein. Wie passt das dann auf 12 Jährige, die selbst doch noch Kinder sind? Rechtlich als auch zum größten Teil körperlich und vor allem, und das dürfte unstrittig sein, geistig? Mag ich nicht so ganz nachvollziehen zu vermögen. Auch wenn der Chef vom Dienst Prof. Dr. Dr. Klaus M. Beier gerne betont, dass er bei solch jungen Menschen nicht von Pädophile im klassischen Sinne wie bei Erwachsenen reden möchte.

            Aber auch hier möchte ich betonen, dass ich ein absoluter Laie bin und selbstverständlich keinen Einblick in die klinische als auch forensische Realität habe.

            Ansonsten bin ich natürlich ganz bei dir. Sehr auffälligen Kindern und Jugendlichen muss, auch zu ihrem eigenen Schutz und vor allem wegen möglicher Fremdgefährdung, frühestmöglich geholfen werden. Aber wer garantiert, dass da nicht wieder aus moralisch-religiösen Motiven, wir kennen es ja aus der Geschichte, übertrieben hysterisch gehandelt wird? Der Mensch neigt zur Hysterie.

            Für mich schwingt einfach ein Unbehagen mit.

          • Auch ich würde bei einem 12jährigen nicht von Pädophilie sprechen, und sehr zu recht macht sich ein 12jähriger ja auch nicht strafbar. Körperlich sind Übergriffe sehr wohl möglich, da gibt es sehr viele Möglichkeiten. Was das Geistige anbelangt: Eben deswegen ist es wichtig, einzuschreiten, sobald übergriffiges Verhalten beobachtet wird, um dem Kind (weil das ist es noch selbst), näher zu bringen, was es da überhaupt tut, um die Gründe zu hinterfragen und für die Zukunft vorzusorgen, ehe es zu spät ist.
            Was das religiös Moralische anbelangt: Unter Psychotherapeuten gibt es eher wenige, die damit kommen, im Gegenteil, wir wissen, wie viel Schaden da leider immer noch angerichtet wird, und wir versuchen dann zu retten, was zu retten ist ;-)
            Und ja, Zölibat begünstigt übergriffiges Verhalten. Meine Meinung zumindest.

      • Letzter Post eigentlich als Antwort auf Adams Post vom 4.August um 23:13 Uhr

        • Noch was, damit nichts falsch verstanden wird: Das Projekt der Charitè spricht Kinder und Jugendliche ab 12 bis 18 Jahren an mit dem Slogan: Du träumst von Ihnen.

          Die chemische Kastration wurde bei einem 15 jährigen Bub angeordnet (hier meine ich jetzt nicht im Projekt der Charitè), das steht jedoch im “Praxishandbuch für forensische Psychiatrie des Kindes-, Jugend-, und Erwachsenenalters” auf Seite 262. Nachzulesen unter https://books.google.de/books?id=bJM7rTgtR0MC&pg=PA282&lpg=PA282&dq=antoandrogene+15+j%C3%A4hriger&source=bl&ots=ogMeLfbSFT&sig=pvqppYVjwpwOLjSCbXwFm2IbNYQ&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjh2pu4lsHVAhVPPFAKHYIfBooQ6AEIGDAE#v=onepage&q=antoandrogene%2015%20j%C3%A4hriger&f=false

          Ich möchte damit auch nicht behaupten, dass es keine delinquente Jugendliche gibt. Aber einen 15jährigen mit Cyproteronacetat, das eben auch für die hormonelle Kastration eingesetzt wird, finde ich echt gelinde gesagt eben eine Methode wie schon in meinem letzten Kommentar erwähnt. Ich bin vielleicht auch etwas aufgekratzt, da ich die Welt nicht mehr verstehe, wenn ich von solchen Methoden lese und das an Jugendlichen, die, je nach rechtlicher und moralischer Lage/Definition, mal als Kinder mal als Jugendliche gedeutet werden und wenn es juristisch um Sexualität geht, je nach Staatsanwalt, Richter oder Land, wie ein Erwachsener.

          Ich will gar nicht darüber nachdenken und wrst gar nicht darüber lesen. wie heute mit Doktorspielen umgegangen wird, wenn man schon sowas liest und von solchen Projekten hört, die schon 12 Jährigen einreden, sie wären sexuell pervertiert.

          Prävention, so früh wie möglich, eine sehr gute Idee, aber nicht so.

          • Ich glaube, du meinst Seite 282 in besagtem Buch. Eine sogenannte chemische Kastration kann nicht “angeordnet” werden, sie ist in Deutschland oder auch Österreich nur auf freiwilliger Basis erlaubt. Im Gegensatz zu Polen. Und in den meisten Fällen selbst für Betroffene sehr schwer zu bekommen, das geht durch eine Instanzen, viele, die das wollen, müssen regelrecht darum kämpfen, es zu bekommen. Und die Vergabe eines solchen Medikaments ist nicht immer gleichzusetzen mit einer hormonellen Kastration. Es kommt auf die Dosierung an, es kann auch eine Reduktion sein. Davon abgesehen ist der Begriff “Kastration” über Medikamente vollkommen falsch, denn es wird lediglich auf die Dauer der Medikamenteneinnahme die Produktion von Testosteron unterdrückt. Werden die Medikamente abgesetzt, lässt die Wirkung nach. Eine Kastration aber deutet an, dass es endgültig wäre. Da ich (in meinem anderen Leben) immer mal wieder mit Menschen zu tun habe, die sich freiwillig “chemisch kastrieren” lassen, weiß ich, dass dies – trotz der massiven Nebenwirkungen – als Erleichterung empfunden wird. Wenn nämlich der Sexualdrang so groß ist, dass der Betroffene darunter leidet, wenn es wie bei einer Sucht ist, die dazu führt, dass er das Gefühl hat, sich nicht mehr unter Kontrolle zu haben, sondern von der Sucht/dem Drang/der Lust kontrolliert wird. In der Therapie mit Sexualtätern ist der Einsatz vielleicht vergleichbar mit dem Einsatz von Antidepressiva bei Depressiven: Die Medikamente können einen Depressiven erst dazu bringen, fähig zu werden, eine Therapie zu machen. Sie sind aber nicht die Lösung des Problems und können auch keine Therapie ersetzen. So scheint es mir auch im geschilderten Fall angedacht gewesen zu sein. Dass man dies überhaupt getan hat, hat man ja auch erst nachdem man festgestellt hat, dass eine solche Medikemantenvergabe keinen Einfluss mehr auf die körperliche Entwicklung haben würde.
            Dass auch Jugendliche zu Sexualtätern werden können, steht indes außer Frage. Woran das jeweils liegt, muss individuell in einer Therapie geklärt werden, um mögliche weitere Straftaten in der Zukunft zu verhindern. Straftat, also Missbrauch, Übergriff, wie auch immer man es nennen möchte, ist es dann, wenn einer gegen den Willen etwas anderen tut. Dazu muss gesagt sein, dass es eben nicht auf das ausgesprochene “Nein” ankommt. Gerade Kinder können oft nicht einschätzen, was ihnen widerfährt, Reaktionen werden (bewusst oder nicht bewusst) missinterpretiert usw. Deswegen gibt es Gesetze: Zum Schutz von Unmündigen, die sich noch nicht selber schützen können. Ein 15jähriger, der ein achtjähriges Mädchen missbraucht, schadet diesem Mädchen. Also muss etwas unternommen werden, nämlich auch um ihm zu helfen: Nicht dieses Verhalten, welches im Endeffekt ja nicht nur seinen Opfern sondern auch ihm selber schadet, in der Zukunft weiter auszuleben.
            Deswegen hinkt dein Verglich mit Doktorspielen auch: Bei Doktorspielen entdecken zwei etwa Gleichaltrige ihre Körper. Weil beide das wollen und beide am gleichen Entwicklungsstand sind.
            Als Gegenbeispiel: Wenn ein 15jähriger (oder meinetwegen auch ein 12jähriger) eine achtjährige schlägt, wird man auch einschreiten. Und wenn ein einmaliges Einschreiten nicht hilft, wenn festgestellt wird, dass dieses Verhalten immer weitergeht, wird man sich was überlegen. Meistens wird man zu einem Psychologen gehen. Weil eindeutig etwas in ihm bewirkt, Grenzen zu überschreiten und anderen zu schaden. Und, wie im anderen Fall gesagt, im Endeffekt auch sich.
            Also bitte Vorsicht bei der Interpretation von Fallbeispielen!

    • Spät, viel zu spät. Und von den Brüsten ganz zu schweigen. Die waren mir – schon rein grössenbedingt – im Weg seit ich 13 war. Da trug ich schon 75E… ich hab sie erst schätzen gelernt während und nachdem ich meinen Sohn gestillt habe.

  6. Genau deshalb sollten Frauen mehr an ihre Vulva denken – lieber Adam. Und ja, genauso ist es. Es erstaunt mich immer wieder, wieviele Frauen ihre Vulva/Yoni als “das da unten” benennen. Aber ganz ehrlich? Auch genug Männer bekommen gesagt, dass ihr “das da unten” pfui ist. Zwar vielleicht nicht so in dem Ausmaß wie das weibliche Geschlecht, aber immerhin doch – und jedes Pfui, ob bei Weibchen oder Männchen, ist ein Pfui zu viel. Ich weiß von was ich rede.

  7. Jaaaa…. das ewige Thema. Zu klein, zu dünn oder vielleicht doch zu groß zu dick? Ja ich denke auch an meinen Schwanz. Aber was nützt alles Gerede um den Schwanz, wenn Mann nicht auch an Frau denkt – dann kann er noch so toll sein, für Frau ist es dann nur urlangweilig. Vielleicht sollten Frauen mal mehr an ihre Vulva denken und den Schwanz ignorieren

    • “Vielleicht sollten Frauen mal mehr an ihre Vulva denken” Korrigiert mich, wenn ich da falsch liege, liebe Frauen, aber genau das wird Frauen nicht gerade leicht gemacht, wenn ihnen ihr Leben lang eingetrichtert wird, wie bäh das da unten bei Frauen ist.

  8. Fazit? Wir Frauen stehen auf intelligente Schwänze…

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© Raoul Biltgen

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