Liebe Frauen,
wie sagte Bill Clinton doch einst so schön? „I did not have sex with that woman!“
Und? Hat er gelogen? Das kommt darauf an, wie man Sex definiert, und Bill Clinton hat offensichtlich Sex mit
Penetration gleichgesetzt, also: Es ist kein Sex, wenn mein Schwanz nicht in ihrer Vagina war. In Ihrem Mund? Na und? In ihrer Hand? Sicher doch. Aber wir hatten keinen Sex, haha.
Und damit ist auch die Definition von Sex der meisten Männer klar und deutlich ausgesprochen: Er muss rein. Gut, dann wieder raus und wieder rein. Und wieder raus und wieder rein. Und… Ihr wisst, was ich meine.
Das Problem dieser männlichen Einstellung ist,
a) dass viele Frauen nicht so besonders viel davon haben.
b) dass viele Männer weit weniger davon haben, als sie davon haben könnten, aber das wissen sie nicht einmal.
Ad a) Es ist doch hinlänglich bekannt, dass der vaginale Orgasmus zwar auch ganz schön sein kann (bitte sagt, wenn ich mich irre), aber dann doch weit weniger verbreitet ist als der klitorale. Es ist doch so, oder? Und ebenso ist bekannt, dass der Mann nur selten beim normalen Penetrieren die Klitoris stimuliert. Oder reicht das zufällige Kitzeln der Schamhaare daran schon aus? Dafür gibt es hinlänglich Ratgeber, die der Frau jene Stellungen empfehlen, bei der der Mann lustig eindringen, sie aber trotzdem noch zusätzlich selber Hand anlegen können. Alles schön und gut, wenn denn am Ende beide Partner das davon haben, was sie davon haben wollen. Aber ist es nicht auch so, dass Männer meistens kommen, Frauen nicht? Liebe Frauen: Wie oft hattet Ihr schon Sex (laut oben genannter Definition), und der Mann hat abgespritzt und sich aus Euch rausgerollt, und sich aber sowas von gar nicht um Euren Höhepunkt geschert? Eben. Deshalb: Sorgt dafür, dass Ihr kommt. Und sorgt dafür, dass Euer Mann dafür sorgt. Unter anderem auch aus diesem Grund:
Ad b) Ich weiß wirklich nicht, warum Männer so fixiert sind auf das alte Rein- und Raus-Spiel. Es gibt doch noch so viel anderes, was man mit sich und seinen Geschlechtsorganen und jenen des Partners/der Partnerin anstellen kann. Warum sich nicht einfach mal gegenseitig einen runterholen? Oder sich selber einen runterholen, während man dem Partner/der Partnerin dabei zuschaut, wie er/sie es auch tut? Ich weiß, man nennt es bei der Frau nicht „sich einen runter holen“, aber Ihr wisst ja, was ich meine. Und lecken! Und da gibt es viel, was man lecken kann, nicht nur die Geschlechtsorgane. Und dann kann man ja auch noch Finger irgendwo reinstecken. Oder anderes lässt sich in diversen Körperöffnungen versenken. Und es gibt noch so vieles mehr zu entdecken. Aber nein, der Mann saugt vielleicht ein bisschen an den Brustwarzen rum (Oedipus lässt grüßen), während er sein steifes Ding drinnen hat, wo er glaubt, dass es hingehört, und das war’s.
Also, liebe Frauen, gebt nicht nach, zeigt den Männern, dass es viel viel mehr gibt, dass Sex mehr als Penetration ist, dass Bill Clinton gelogen hat, auch wenn er Monica nicht per vaginam geentert hat. Lasst ihn nicht einfach so mal schnell eindringen. Um ihret- und Euertwillen.
Danke.
Euer Adam
Bild: Johann Nepomuk Geiger
