Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

63 – Das beste Stück

| 5 Kommentare

Liebe Frauen,

wenn es um das beste Stück des Mannes geht, stellt sich immer wieder die Frage: Wie sag ich denn dazu? Wirklich „das beste Stück“? Nein, „das beste Stück“ ist schon mal nicht die beste Bezeichnung für das beste Stück. Das würde ja bedeuten, dass mein Penis das Beste an mir wär. Tut mir leid, dafür schätze ich dann doch das eine oder andere, was ich sonst noch habe, zu sehr. Aber wie nennt man dann das, was da zwischen den Oberschenkeln eines Mannes baumelt? Oder steht? Wie nennt Ihr, liebe Frauen, den kleinen Hampelmann Eures Mannes? „Kleiner Mann“? Ist nicht Euer Ernst. „Ernst“? „Willi“? „Balduin“? Bitte nicht. Überhaupt finde ich alle möglichen Vornamen für den Schwanz reichlich blöd, egal ob „Hans“ oder „Franz“ (die Namen, die angeblich Heidi Klum ihren Brüsten gegeben hat) oder „Engelbert“, „Johnny“ oder sogar „Peterle“. Was mich dazu bringt, dass ich es auch ziemlich unsinnig und unsinnlich finde, den eigenen Vornamen mit dem Adjektiv „klein“ versehen für die Salami zu benutzen. „Der kleine Adam“? Nein.

Ich selber habe nicht nur im vorigen Absatz das Wort „Salami“ benutzt, auch in so manchen vorangegangenen Texten habe ich mich schon dessen bedient, obwohl ich weder „Salami“ noch „Fleischwurst“ oder „Würstchen“ besonders gelungen find. Alle Assoziationen zu Fleisch wirken, ehrlich gesagt, einfach nur derb. Aber auch Gemüse und Obst ist nicht viel besser. „Banane“, „Gurke“, „Zucchini“, „Kartoffel“? Lächerlich.

Dann gibt es natürlich noch die Fraktion der lustigen Namen, etwa „einarmiger Bandit“, „einäugiger Pirat“ oder „Zauberstab“. Kommt mir doch eher pubertär vor. Und wo wir gerade bei der Pubertät sind: Was ist mit „Schwengel“, „Schlauch“ oder „Schläger“? Genau so blöd, wie das Gegenteil, nämlich medizinisch anmutenden Begriffe wie „Glied“ oder „Phallus“. Da kann man dann gleich „mein primäres Geschlechtsorgan“ sagen. Oder „Samenspender“. „Glücksspender“ vielleicht? Nein, zu machohaft. „Ramme“? Sicher nicht.

Gern gehört ist auch „das Ding zwischen den Beinen“. Klingt nach einem Außerirdischen, der sich dort eingenistet hat, aber nichts mit mir zu tun hat. Ganz schlimm ist „da unten“. Da unten sind die Füße, also höchstens „da in der Mitte“, aber das ist zu kompliziert. Und blöd. Und feig.

Kinderbezeichnungen à la „Mümmelmann“ oder „Pipimann“ gehen auch nicht. Nicht einmal bei Kindern.

„Latte“, „Ständer“, „Steher“, „Stange“ und so weiter deuten alle auf eine Erektion hin. Bei „Schniedelwutz“, „Piepmatz“ oder „Vögelchen“ muss ich hingegen an etwas sehr sehr Kleines denken. „Wurm“ weckt ein gewisses Ekelgefühl bei vielen Menschen, „drittes Bein“ ist abgedroschen, „Ausbuchtung zwischen den Beinen“ ist so nichtssagend wie „das da“, „Mäuschen“, da kann man gleich „mein siebter Zwerg“ oder „mein elfter Finger“ sagen.

Und worauf läuft es hinaus?

Auf „Penis“ und „Schwanz“.

Gut, am liebsten ist mir „Schwanz“. Und wenn es denn unbedingt sein muss, kann man noch ein „Schwänzchen“ draus machen, aber, liebe Frauen, nur, wenn Euer Mann eigentlich einen großen hat, dann erkennt er die Ironie dahinter. Hat er aber wirklich nur ein „Schwänzchen“ ist „Schwanz“ wohl eher angebracht.

Warum mir „Penis“ und „Schwanz“ am liebsten sind? Weil es die Sache beim Namen nennt und nicht versucht, irgendwas zu umschreiben oder zu verhübschen oder zu verniedlichen oder zu verherrlichen, was wir alle kennen, wir Männer, weil wir es selber haben, Ihr Frauen, weil Ihr schon mal damit zu tun hattet.

Euer Adam

P.S.: Oder habe ich die schönste, witzigste, passendste Bezeichnung für das Schwabbelteil gar vergessen? Dann teilt sie mir doch einfach mit, auch ich will schließlich was dazulernen.

Bild: Ludwig Klee

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5 Kommentare

  1. hast du “shades of grey” gelesen? wie wird denn da der penis genannt?

    • ich hab’s nicht gelesen, aber mich würd’s auch interessieren, ob sich die autorin schöne bezeichnungen hat einfallen lassen
      adam

  2. Jaja, die bösen FFs! :D
    Da hat man schon alles gelesen. Über “Pimmel” (srsly? Erotik-FanFiktion uned dann “Pimmel”? In einem Absatz ganze 8 Mal?) über “sein kleineres Gehirn” bis hin zu “Beglücker”.

  3. Haha, ja … in Fanfiktions findet man Grausiges.

    Fleischpeitsche.
    Lustbringer.
    Eiserner Stab. (Seriously!)

    Und. So. Weiter.

    … Bei Frauen sieht’s nicht besser aus. Lustgrotte. Aha.

  4. Also wenn man Fanfiktions liest, gibt es noch ganz andere Begriffe:

    Luststab
    Hammer
    “mein Eherner”

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© Raoul Biltgen

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