Adam spricht es aus

was sich Frauen nicht zu fragen und Männer nicht zu sagen trauen

69 – Die 69

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Liebe Frauen,

ja, für die 69. Folge meiner Kolumne habe ich mir die 69 zum Thema gewählt. Welche 69 ich meine, dürfte wohl klar sein: Die Stellung 69, bei der die beiden Partner so aufeinander oder nebeneinander liegen, dass sie sich gegenseitig oral befriedigen können.

Egal ob zwei Männer, zwei Frauen oder Mann – Frau, die 69 ist wohl das non plus ultra der oralen Befriedigung. Dass Männer auf Blasen stehen, ist allgemein bekannt, auch ich habe sicherlich schon das eine oder andere Mal darüber geschrieben. Und dass Frauen ebenso gerne geleckt werden, darf angenommen werden, besonders da doch immer wieder die Beschwerde von Frauen an Männer kommt, dass der Mann beim Sex nur an sich denkt, sein Ding reinstecken, ein paar mal hin- und herschieben und abspritzen will. Dass die Frau dabei den Kürzeren zieht, wird billigend in Kauf genommen. Aber bei der 69 kommen beide gleichzeitig zu dem, was sie doch ganz gerne mögen.

Bei der Frage, wer oben, wer unten liegen soll, scheiden sich die Geister. Ich plädiere für: Mann unten. Gut, Ihr könnt mir nun vorhalten, ich will als Mann unten liegen, weil es bequemer ist. Ich gebe zu, es ist tatsächlich bequemer, man muss sich nicht auf den Armen abstützen, man muss nicht dafür sorgen, dass man mit dem Unterleib zu weit weg oder zu nah dran ist… Und da wären wir auch schon beim eigentlichen Grund, warum die Frau oben sein sollte: Dann hat sie die Kontrolle. In so manchen Foren fragen Frauen, wie sie ihren Mann dazu bringen, beim Oralverkehr nicht zu tief in den Mund vorzustoßen. Wenn die Frau oben ist, den Schwanz vielleicht noch mit einer Hand packt, kann sie relativ leicht kontrollieren, ob sich der Mann ihr entgegen hebt oder nicht. Und selbst wenn er es trotzdem tut, sie kann immer mit ihm ihren Kopf heben. Und was sie selber und ihre Befriedigung durch den Mann angeht, so kann sie durch minimale Verschiebungen in der Hüfte ohne belehrend zu wirken, den Mund, die Lippen, die Zunge dahin bringen, wo es ihr Freude macht. So schnell kann der Mann gar nicht nachrücken. Die Stellung 69 nebeneinander liegend zu vollziehen, stellt zwar quasi eine Gleichberechtigung her, aber leider muss ich sagen, zum Preis, dass beide in ihrer Bewegungsfreiheit etwas eingeschränkt sind, besonders da ja die Frau die ganze Zeit ein Bein hochhalten muss. Ist zwar ein gutes Muskeltraining, aber wer will schon Training absolvieren, wenn er Sex haben will?

Tatsächlich ist mir mal ein Argument gegen die 69 untergekommen: Die mangelnde Multitaskingfähigkeit. Und das von einer Frau! Sie meinte, es fiele ihr schwer, sich sowohl auf das Blasen wie auf das geblasen-Werden zu konzentrieren. Mit anderen Worten: Entweder sie konzentriert sich auf das, was der Mann grad mit ihr anstellt, und vergisst dabei, dass sie einen Schwanz im Mund hat, der auch bedient werden will. Oder aber sie besorgt es ihm nach allen Regeln der Kunst, und der Mann leckt quasi ins Leere hinein, ohne dass sie etwas davon mitkriegt.

Hm. Ich möchte wirklich nicht sagen, dass das nicht vorkommen kann, aber mal ganz ehrlich: Nicht mitbekommen, dass da eine Zunge an der Klitoris zugange ist?, dass man gerade einen geblasen bekommt? Ich kann, wie immer, nur von mir reden, aber ich kann mir das schwer vorstellen. Irgendwie finde ich sogar genau das gut: Dadurch, dass ich mit meinen Gedanken an ihr bin und nicht ständig im Hirn nachvollziehe, was sie gerade mit mir anstellt, habe ich doch das erreicht, was zu richtig gutem Sex führen kann: Nicht denken, genießen.

Oder hat das wieder damit zu tun, wer oben und wer unten ist?

Ach ja, eines noch: das Arschloch. In der Stellung 69 kommt man naturgemäß mit der Nase etwas näher an den Anus des Partners. Manche finden das ganz gut, da, wie ich, glaube ich schon mal geschrieben habe, auch Po-Spielchen ihre Reize haben, und diese bei der 69 ganz gut mit einfließen gelassen werden können. Auch gegenseitig. Andere haben damit Probleme. Denen sei gesagt: Wenn überhaupt, dann kann es für die Männer unangenehm werden, denn sie sind, wenn sie mit den Lippen an den Lippen sind, mit der Nase wesentlich näher am Loch, als Frauen, denn da gibt es ja noch einen Hodensack dazwischen. Und die Frau kann selber bestimmen, wie weit sie den Penis in den Mund nimmt (siehe oben). Und ich habe noch keine Frau kennen gelernt, deren Nase so lang gewesen wäre, dass sie, Schwanz im Mund, bis zum Analbereich gereicht hätte. Und man kann sich ja sauber machen untenrum.

Euer Adam

P.S.: Im Alten Testament findet sich der Psalm 69, welcher wie folgt beginnt: „Hilf mir, o Gott! / Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.“ Hm…

Bild: Felicien Rops

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© Raoul Biltgen

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